Bei Nomos kommt es auf die Gesinnung an …

… wenn man bei der Firma in Glashütte nähe Dresden eine Arbeit bekommen oder behalten möchte. Glashütte liegt ca. 75 km und 1,5 Fahrstunden von Chemnitz entfernt, und in Chemnitz haben sich ja in der letzten Zeit einige unappetitliche Begebenheiten abgespielt.

Da war zunächst der Mord an einem Deutschen durch einen Syrer und einen Iraker, was die rechte Szene zu Demonstrationen gegen die Asylpolitik veranlasste. Den kurzen Satz müssen wird erst mal aus Grün-Roter Sicht erläutern, damit man das auch richtig versteht. Wenn zwei mit Messern auf einen Dritten einstechen, ohne chirurgische Kenntnisse zu haben oder medizinische Absichten zu hegen, und der Gestochene wie zu erwarten zu Tode kommt, spricht der Normalbürger von Mord. Da aber Ausländer daran beteiligt sind, handelt es sich Grün-juristisch nur um „opferprovozierte kulturelle Verteidigung der Ehre mit unfallbedingter Todesfolge“, also nichts wirklich Schlimmes. Außerdem handelte es sich bei dem Deutschen nur um einen Halb-Kubaner mit deutschem Pass, was echten Deutschen nach Ansicht der Grünen gar nicht das Recht gibt, sich über seinen Tod aufzuregen.  Und Demonstrationen waren das Merkel-abgesegnet schon gar nicht, sondern Hetzjagden auf Ausländer, die allerdings mangels zur Verfügung stehender Ausländer und Konditionsproblemen bei den Treibern ausfallen mussten (im Anschluss daran kam es wirklich zu unappetitlichen Sachen wie Anschlägen auf Restaurants, Rangeleien mit Ausländern und Bandenbildung).

Nun ist das in Deutschland schon so eine Sache mit den Fakten und deren Nennung. Nennt man auf Demos, auf denen Antifanten Merkel-Gegner verprügeln, die Prügler „aufrechte Demokraten“, ist das in Ordnung, ebenso wie man von Hetzjagden sprechen darf, wenn gar keine stattgefunden haben. Justiziabel wird es allerdings, wenn man klarstellt, dass gar keine Hetzjagden stattgefunden haben. Deutschland ist inzwischen kein Rechtsstaat mehr, sondern ein Gesinnungsstaat, weshalb sich die Firma Nomos auch bemüßigt sieht, ihre Mitarbeiter nach Gesinnungs- statt nach Rechtsprinzipien zu behandeln.

Wie die ZEIT berichtet, schickt das Unternehmen seine Mitarbeiter auf „freiwillige“ Gesinnungsschulungen. Angeblich gefährden die Vorgänge in Chemnitz das Unternehmen in Glashütte, zwar 75 km entfernt, aber immer noch im gleichen Bundesland Sachsen. Man habe Zuschriften von Kunden bekommen, dass „man sich keine Nomos-Uhren mehr kaufen werde“, weil in Sachsen halt rassistische Vorgänge ablaufen würden. Nun ja, ein großer Verlust. So ein Kunde kauft ja pro Woche 1 Kg Zucker, 3 kg Kartoffeln und 750 g Nomos-Uhren, weil man das zum täglichen Leben eben so braucht. Muss man glauben, dass Käufer solcher Uhren – Startpreis so um die 2.000 € – ihre Entscheidung von solchen Gesichtspunkten abhängig machen? Soll man jetzt vor der Kaufentscheidung für ein neues Auto erst mal recherchieren, bei welchem Konzern die meisten Veganer unter den Bandarbeitern sind? Oder der Bauer, dessen Schweine man isst, Sonntags auch regelmäßig in die Kirche geht?

Natürlich geht es dem Unternehmen, dass laut ZEIT bereits Mitarbeitern gekündigt hat, weil sie im Firmenwagen CDs mit „rechter Musik“ hatten (kommentiere ich nicht weiter, sagt auch so genug), nur um Aufklärung:

Jetzt bietet das Unternehmen seinen Mitarbeitern Seminare an, in denen sie lernen können, mit Pegida und Rechten umzugehen. „Wir waren uns im Unternehmen immer einig, dass wir eine klare Kante zeigen wollen“, sagt Borowski. „In unserem Empfinden ist die AfD keine Partei innerhalb des demokratischen Spektrums.“ …

Durchgeführt werden die Schulungen von „Open Saxony“, einem Projekt von Courage, der Werkstatt für demokratische Bildungsarbeit, auf denen der Belegschaft beigebracht wird, was Demokratie ist. Ich weiß inzwischen nicht mehr so genau, um was es bei Demokratie eigentlich geht, aber um eine eigene Meinung und die Freiheit, die zu äußern, sicher nicht. Zumindest, wenn man weiter bei Nomos arbeiten will. Besonders stört die Nomos-Chefs, dass in Glashütte 40% der Stimmen der letzten Wahl bei der AfD landeten. Da müssen doch auch eigenen Mitarbeiter drunter gewesen sein! Wenn nur dieses dumme Wahlgeheimnis nicht wäre! Da kann man eigentlich nur auf Indoktrination setzen, und was da erzählt wird, stimmt vermutlich wenig mit dem überein, was Polizeistatistiken zu entnehmen ist.

Freiwillig ist schon mal so eine Sache. Wer nicht freiwillig hingeht, ist AfD-Parteigänger und bekommt die Folgen bei der nächsten Beförderung oder Kündigungswelle zu spüren oder wird sonstwie gemobbt. Hatten wir alles schon. Hieß früher BdM, NS-Frauenschaft, SA oder so ähnlich. Und wer hingeht, wird sich sicher auch irgendwann verplappern, und dann … siehe vorstehend.

Muss natürlich nicht so sein. Vielleicht ist das auch alles ein billiger Trick à la Benetton, mit irgendeinem Aufreger umsonst in die Presse zu kommen. Einen ziemlich miesen Beigeschmack hat’s trotzdem.

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