Das Gutmenschenproblem

Ein Grundprinzip der Natur lautet: Nichts ist umsonst. Wenn man etwas haben will, muss man dafür bezahlen.

Das gute Geschäft

Letzten Ende ist alles ein Geschäft. Wenn man allerdings mit den gleichen Geschäftspartnern wieder ein Geschäft abschließen will, sorgt man tunlichst dafür, dass alle Beteiligten der Ansicht sind, ein gutes Geschäft gemacht zu haben und nicht übers Ohr gehauen worden zu sein. Was ein „gutes Geschäft“ ist, ist natürlich eine Sache der individuellen Interpretation.

In Gemeinschaften, in denen jeder jeden mehr oder weniger kennt und keine Notsituation herrscht, in der die Ressourcen nicht mehr für alle ausreichen, werden die meisten Geschäfte gute Geschäfte sein. Anders sieht es aus, wenn kaum eine Wiederholungsabsicht besteht. Dann ist die Versuchung groß, mehr Profit heraus zu schlagen. Als historisches Beispiel mögen die Zigeuner dienen, die nur selten den gleichen Ort nochmals besuchten. Zogen sie weiter, oft zu einem Zeitpunkt, da es die sesshaften Anwohner gar nicht so richtig mitbekamen, fehlte anschließend die eine oder andere Kuh oder ein Schaf oder auch etwas aus dem Haushalt. So weiß Gustav Freytag in seinen „Bilder aus der deutschen Vergangenheit“ zu berichten, dass über Zigeuner bereits im 15./16, Jahrhundert die Sprüche von Dieben, Räubern und Halsabschneidern kursierten und dass man seine Töchter und Wertsachen besser gut verschließe, bis sie wieder fort seien. Heute sind das natürlich „fremdenfeindliche Vorurteile“, allerdings, wenn man auf die 400-jährige Geschichte schaut, durch Erfahrung gut fundierte Vorurteile.

Die Rolle des Gesetzes

Unsere Massengesellschaft ist inzwischen so strukturiert, dass nur in dörflichen Gemeinschaften jeder jeden kennt, zumindest weitgehend. Heute ist alles anonym, und die Leute, die man privat trifft, sind meist nicht diejenigen, mit denen man Geschäfte macht. Die Versuchung, einseitige Geschäfte zu machen, ist ungleich größer. Ein mit ungleichen Geschäften einhergehendes Problem ist allerdings eine wachsende Feindschaft zwischen verschiedenen Gruppen, die sich gewaltsam entladen kann.

Um dem gegen zu steuern und halbwegs alle zufrieden zu stellen sind Gesetze vorhanden. Auswüchse werden vom Staat als übergeordnetem Friedensrichter abgestraft. Allerdings sind Gesetze nicht optimal. Derzeit haben sie eine Unwucht, die zwei Gruppen deutlich bessere Geschäfte ermöglicht und wieder Unzufriedenheit erzeugt, die sich beispielsweise im Erfolg der AfD ausdrückt: 1) wer genügend Geld hat, kann sich den Gesetzen weitgehend entziehen, und 2) wer die Gesetze macht, kann dafür sorgen, dass sie auf einen selbst nur bedingt zutreffen. Das alte Animal-Farm-Prinzip: „All people are equal, but some people are more equal than others“.

Die Unzufriedenheit mit dieser „Ungerechtigkeit“ steigt, und die Urheber sind anscheinend nicht im Stande, trotz ständigem Gefasels von mehr Gerechtigkeit die Gefahr, die sich da entwickelt, zu erkennen.

Gesetzlosigkeit

Nicht in allen Ländern geht es so zu wie bei uns, wo es trotz allem noch halbwegs gut geregelt abläuft. Anderswo herrscht Not, weil die Ressourcen nicht ausreichen, sich einige Leute im gesetzlosen Raum maßlos bereichern oder aus irgendwelchen Gründen, an denen unsere Politiker einen erheblichen Anteil mittragen, Krieg herrscht.

Die Rückfallstrategie der Menschen ist „jeder für sich“ oder seine Familie oder seinen Clan, und das erst nicht seit heute, sondern teilweise schon seit vielen Generationen. „Der Mensch ist ein Gewohnheitstier“ weiß der Volksmund, und genauso, wie wir uns an die Suprematie des Gesetzes gewöhnt haben, haben sich andere Gesellschaften an die Suprematie der Faust gewöhnt. Die Gewohnheit zu wechseln ist mental keine einfache Sache.

In vielen Ländern brennt es aber derzeit derart, dass sie viele Leute auf Wanderschaft in ein gelobtes Land begeben – und schon sind wir bei der Flüchtlingskrise: Leute der Faust treffen hier auf Leute des Gesetzes. Wie soll man mit dem Konflikt umgehen?

Migrantenkategorien

Unsere Gesellschaftswerte verlangen, dass Menschen in Not geholfen wird. Das trifft auch auf Migranten zu. Hier ist es geboten, zu differenzieren:

  • Einwanderer wollen in der hiesigen Gesellschaft Fuß fassen und Teil der Gesellschaft werden. Selten kommen diese Leute mittellos, selten sind diese Leute ungebildet, und ihr Ziel macht sie kooperationsbereit. Wenn man von Integration spricht, sind eigentlich diese Menschen gemeint. Ob sie sich integrieren können – sich von einer anderen Kultur so weit zu trennen, dass keine wesentlichen Konflikte bestehen – steht auf einem anderen Blatt.
  • Politisch Verfolgte genießen ebenfalls einen besonderen Schutz, sind aber auch in den seltensten Fällen mittellos oder nicht im Stande, ihren Unterhalt maßgeblich selbst zu verdienen. Zu dieser Gruppe werden aber vorschnell zu viele Leute hinzu gerechnet: wieso ein anderer Staat einen Ziegenhirten und Analpahbeten, der langfristig auf Kosten des Sozialstaates lebt, politisch verfolgen sollte, ist wohl nur Gutmenschen klar.
  • Kriegsflüchtlinge: Ziel muss es sein, diese Leute schnellstmöglich wieder in ihre Heimat zu bekommen, und zwar aus zwei Gründen: 1) muss Wiederaufbauarbeit geleisten werden, und dazu braucht man dort die Leute, 2) machen sich dort andere Leute auf dem Eigentum der Flüchtlinge breit, wenn sie nicht wiederkommen, womit der aufnehmende Staat sie dann langfristig am Hals hat. Im Zusammenhang mit Kriegsflüchtlingen von Integration und Aufenthaltsrecht zu schwadronieren ist so falsch wie möglich, genauso wie das Argument „es ist ja alles kaputt“. Das war es hier nach 1945 auch.
  • Wirtschaftsflüchtlinge sind auf der Flucht vor der Not in ihrer Heimat. Sie bringen in der Regel nichts mit, was sie hier zu Teilen der Gesellschaft machen könnte, und fallen den Sozialkassen auf ewig zur Last. Es ist zwar bedauerlich, wenn dort solche Zustände herrschen, aber daraus lässt sich nun kein Recht ableiten, hier zu schmarotzen.
  • Sonstige Flüchtlinge sind näherungsweise ebenfalls Wirtschaftsflüchtlinge. Ein Beispiel sind viele Türken, die nach 1990 nach D kamen, ohne dass sie hier wirkliche gebraucht worden wären, und die sich auch nach fast 30 Jahren zu einem großen Teil immer noch nicht integriert haben, teilweise selbst zugeben, dass sie vieles nur wegen des Sozialsystems machen.

Genau betrachtet haben nur die Leute, die sich hier etwas aufbauen und sich in die Gesellschaft einfügen wollen, einen Anspruch auf die kompletten Leistungen. Die Rechte und die Unterstützungs für andere Gruppen muss man schon im Hinblick auf den Schutz der einheimischen Bevölkerung – Problem Faust gegen Recht – beschränken.

Integration

Der Begriff ist an sich schon nebulös. Meint man Integration – das ist eine Gemeinschaft, in der die verschiedenen Gruppen immer noch deutlich unterscheidbar sind – oder Inklusion – hier sind keine wesentlichen Unterschiede mehr auszumachen? Etwas grober und verständlicher ausgedrückt: in einer Integration kann man mit jedem gute Geschäfte machen, in einer Inklusion nach Feierabend auch noch zusammen feiern gehen.

Wichtig ist auf jeden Fall eine gemeinsame Kultur, womit aber nicht Curry-Wurst weiß-rot gemeint ist, sondern eher eine Wertegemeinschaft: für alle sind die gleichen Gesetze und allgemeinen Verhaltensweisen verbindlich, wozu auch Grundrechte (freie Meinungsäußerung bedeutet, man darf sagen, was dem anderen NICHT gefällt) und Umgangsformen gehören (man verhält sich im Krankenhaus wie in einem Krankenhaus und nicht wie in einem Negerkral im negativen Sinn dieses Begriffs). Und man spricht eine gemeinsame Sprache.

Nimmt man diese Definitionen als Maßstab, muss man feststellen, dass insbesondere im Zusammenhang mit dem Islam und den Migranten eine Inklusion nur ausnahmsweise stattfindet (in der Regel sind dies Christen) und selbst Integration in vielen Bereichen nur mit viel Wohlwollen attestiert werden kann. Scharia-Gesetzgebung und ich-bin-beleidigt-und-mach-dich-Messer-Islam ist definitiv keine Integration, Sprachverweigerung auch nach vielen Jahren ist keine Integration, und vieles andere mehr. Vielfach herrscht Exklusion: man macht zwar vielleicht am Rande Geschäfte, kommt dem anderen aber besser nicht in die Quere.

Um den gesellschaftlichen Frieden zu wahren, wäre ein Differenzierung zwischen verschiedenen Gruppen notwendig sowie auch Druck zu Änderungen. Leider bleibt das aus: Gutmeschentum verlangt ein Zugehen auf den anderen ohne jede Grenze, selbst bei Totalverweigerung, und führt letztlich zu US-amerikanischen Zuständen: Ghettobildung in den Städten mit allen miesen Auswirkungen wie No-Go-Areas usw.

Vielen Bürgern sind diese Entwicklungen bewusst und ein Dorn im Auge. Leider kommt das bei Politikern und Gutmenschen nicht an. Kritik an der Entwicklung solcher Zustände wird als generelle Ausländerfeindlichkeit bezeichnet, was sie in den meisten Fällen nicht ist. Die Leute wollen nur „gute Geschäfte“ machen und sich nicht übers Ohr gehauen fühlen, und kaum jemand wird sich an der arabischen Nachbarfamilie stören, deren Kinder in die Schule gehen und Deutsch sprechen und deren Eltern tagsüber wie alle anderen auch geregelter Arbeit nachgehen.

Die Gutmenschenblase

Gutmenschen lassen Kritik nicht zu. Wer kritisiert, verallgemeinert in ihrer Diktion Einzelfälle und ist daher ein Hasser, Feind oder Leugner. Der Mord an einer Studentin in Freiburg – ein Einzelfall; der Mord in Kandel – ein Einzelfall; der Mord in Lünen – ein Einzelfall. Zählt man die Einzelfälle hinzu, dies es nicht in die bundesweite Presse schaffen – viele Fälle bleiben in der Lokalpresse hängen und werden 50 km weiter nicht mehr wahrgenommen (oder würden es nicht, wenn es keine sozialen Netzwerke gäbe) – kommt man schon auf erschreckende Zahlen, in denen Vertreter der Faust Vertreter des Gesetzes an Leben und Gesundheit geschäfigt haben (am perfidesten in der Berichterstattung sind ARD und ZDF, für die selbst überregional bekannt werdende Fälle nur Regionalereignisse sind und die sich, wenn sie doch „berichten“, vorzugsweise in Schnappathmung und künstlicher Empörung ergehen, weil ein AfD-Vertreter an einer Trauerfeierlichkeit teilgenommen hat).

Gutmenschen leben in einer bequemen Blase. Ihnen geht es in der Regel persönlich gut. Der Einzelfall „Ehrenmord“: in der nächsten Stadt. Der Park, den man nicht mehr betreten kann, weil er das Revier von Drogendealern ist: in einem anderen Stadtteil. Die Schule, an der Banden die Schüler abziehen: nicht die, an der meine Kinder sind. Gutmenschen leben in einer heilen Welt, in der sie bequem die Augen schließen können. Alles passiert so weit weg, dass sie nicht selbst involviert sind, ergo sind alles Einzelfälle.

Gutmenschen sind durch ihre Haltung aber zwangsweise Ausbeuter und Parasiten im Sinn der einführenden Bemerkungen. Denn auch die Einzelfälle unterliegen dem Geschäftsprinzip: die allein in den 4 Wochen des Jahren 2018 angefallenen Fälle gebieten es dringend, sich Gedanken darüber zu machen, wie so etwas zu verhindern ist. Gutmenschen ziehen sich auf den perfiden Standpunkt „man kann nicht alles verhindern, Einzelfälle schon gar nicht, und außerdem gibt es auch biodeutsche Bösewichte“ zurück und verhindern alle Maßnahmen, weil das bequemer ist. Zahlen tun andere, und das inzwischen nicht selten mit ihrem Leben. Nicht jeden Toten, aber den Teil, den man durch pragmatische Maßnahmen mutmaßlich hätte verhindern können, müssen sich diese Gutmenschen auf ihre persönliches Lebenskonto buchen.

Wie kommt man aus der Blase heraus? Freiburg, Kandel, Pädophilenreklame auf KIKA, Schändung eines 4-jährigen Mädchens in Hamburg, Bürgschaften … zunehmend betreffen die Einzelfälle auch Gutmenschen selbst. Leute, die ohne Rückendeckung Gutmenschenpositionen vertreten haben, sind nun selbst mit Toten, körperlich Geschädigten oder massiven wirtschaftlichen Folgen konfrontiert. Wie denken sie nun? Die Presse berichtet nicht darüber, die Gutmenschphalanx bröckelt bislang kaum. Aber anscheinend ist das der einzige Weg: nur wenn diese Leute buchstäblich was auf die Fresse bekommen (O-Ton Andrea Nahles, also sind solche Formulierungen inzwischen politisch korrekt), besteht die Chance des Einlenkens. Hoffen wir, dass genügend Leute was aufs Maul bekommen, bevor es zu spät ist.

 

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