Plagiatsjäger

Die Plagiatsjäger, die Abschlussarbeiten zum Erlangen eines akademischen Titels auf nicht deklarierte Zitate untersuchen, sind hinreichend bekannt. Inzwischen so bekannt und ausgelutscht, dass Koniferen wie der thüringische Ministerpräsident Mario Voigt, der nach vielen Silverstern einen Docktortitel erschwindelt hat, sich noch nicht mal mehr darum kümmern.

Meine Einstellung dazu: Fächer, in denen immer und immer wieder Bekanntes durchgekaut wird, ohne dass wirklich mal was Neues rauskommt, sollten besser unter Schwafelschaften als Wissenschaften subsummiert werden. Aber egal. Anscheinend gibt es völlig neue Plagiatsjäger:

Die NS-Plagiatsjäger, die speziell im Zusammenhang mit der AfD eingesetzt werden.

Diese zerlegen Reden von AfD- und anderen Leuten, die ihnen nicht passen, in mundgerechte Stücken von 3 – 5 Worten und prüfen dann in der NS-Datenbank, ob irgendein Nationalsozialist diese Bruchstücke in dieser Reihenfolge auch schon einmal gebraucht hat. Wird man fündig, hat der Plagiatsjäger Erfolg und meldet das, allerdings nicht an die Leitung einer Unität oder den Prozessor, bei dem der Delinquent pubertiert hat, sondern an die nächste Stasianwaltschaft, und die klagt dann wegen nicht ordnungsgemäßer Verwendung von NS-Zitaten.

Beispiele: Ein 3-Worte-Satz, der abgekürzt AfD lautet. Ein anderer Jungpolitiker drückte seine Ansicht aus, dass (Partei-)Jugend sich autonom entwickeln solle, also nicht ständig irgendein alter Sack oder eine häßliche Schrulle als Aufpasser dabei steht. Dummerweise machte er das mit einer Formulierung, die nach der bündische Jugend und der Wandervogelbewegung zur Kaiserzeit und später in der Weimarer Zeit dummerweise auch in HJ-Kreisen kursierte. Und PUFF!!! Schon hat man ihn des NS-Kultes überführt.

Mein Vorschlag: komplette Abschaffung der Deutschen Sprache. Ohnehin spricht 1/4 jetzt schon etwas anderes, bleistiftweise Türkisch oder Arabisch (oder Ukrainisch). Sprache Weg – Problem weg. Und wer sagt „geht nicht“, der sei daran erinnert, dass die Kiezjugend traditionell mit einem Wortschatz <600 Worte auskommt. Und dabei trotzdem blumig und woke-aufgeschlossen bleibt, etwa mit der Frage „Ey, Alder, is deine Mudder schwul, oder was?“