Der folgende Bericht basiert auf Artikel der israelischen Zeitung Haaretz. Deren Genuss und Zitat ist in Deutschland meiner Kenntnis nach noch nicht verboten, obwohl die Inhalte der in Deutschland zulässigen Meinung und teilweise wohl auch der vielzitierten Staatsräson widersprechen dürften.
Wiederkehrendes Thema sind die Ereignisse im Westjordanland, dem zweiten großen Palästinensergebiet nach dem fast völlig zerstörten Gaza. Das Gebiet ist Tummelplatz der so genannten „Siedler“, überwiegend kürzlich nach Israel übersiedelte Juden ohne große materielle oder intellektuelle Hintergründe. Die sehen in den Palästinensergebieten eine schnelle Möglichkeit, sich zu bereichern, wobei allerdings die Palästinenser ob ihrer Existenz sehr stören wirken. Dem wirken die Israelis existenzaufhebend entgegen.
Das Muster scheint immer wieder da gleiche zu sein, folgt man den Berichten in der Zeitung. Die IDF hat ein enges Kontrollnetz über das gesamte Land gelegt und verhindert nahezu jede Bewegung der Bevölkerung. Dabei wird nach Altvätersitte anscheinend häufig erst einmal geschossen anstatt gefragt, und die ziemlich zielsicher: wenn auf Autos geschossen wird – anscheinend eine Standardmaßnahme – ist hinterher mindestens der Fahrer tot. Manchmal auch ein paar Frauen oder Kinder, das nimmt man anscheinend nicht so genau.
Irgendwann taucht dann ein Pickup mit einer aufgesessenen Gruppe schwarz gekleideter und vermummter Gestalten auf, wobei eine israelische Journalistin meinte, man könne die Truppe allenfalls an der fehlenden grünen Fahne von einem Hamas- oder Hisbollah-Trupp unterscheiden, wobei letztere in dem Gebiet aufgrund der IDF-Kontrolle gar nicht vorkommen. Diese Truppe greift sich einen (oder ein paar) Palästinenser und schlägt ihn (oder sie) zusammen, nicht selten gleich tot, während die stets anwesende IDF dabei zusieht und allenfalls (oder häufig) auf andere Palästinenser schießt, sollten die ihrem Kumpel zu Hilfe kommen wollen. Das Ganze endet dann damit, dass geplündert wird, Olivenbäume oder andere Feldfrüchte von der Senkrechten in die Waagrechte gebracht werden und schließlich vorhandenes Vieh weggetrieben wird – alles unter den waschsamen Augen der IDF, die dafür sorgt, dass sich ja niemand gegen diese „Siedler“ wehrt.
Dahinter steckt der israelische Minister für angewandten Terrorismus, der vermutlich inzwischen vielen vom Namen her bekannte Itamar Ben Gvir. In Israel scheint man heilfroh zu sein, dass die gleichgeschaltete EU-Presse von diesen Vorkommnissen bislang keine Kenntnis nimmt. Gleichwohl scheint man zu befürchten, dass sie die Westeuropäer trotzdem zu irgendwelchen Sanktionen versteigen könnten, wenn sich das so bleibt.
In der Zwischenzeit sorgt die israelische Regierung an anderer Stelle für Aufregung, in dem sie zeitgleich mit dem Inkrafttreten eines Waffenstillstands innerhalb eines bereits laufenden Waffenstillstands Bomben auf Beirut oder Ziele im Iran wirft oder die IDF vorrücken lässt. Worauf dann der Iran, die Hisbollah und inzwischen auch die Huthis wieder zurückschießen. Und jeder dieser unnötigen Eskalationen reisst ein neues Milliardenloch in den ohnehin schon überdehnten israelischen Staatshaushalt, dessen Finanzierung zunehmend fragil wird. Inzwischen scheint sich auch Washington zurückhaltend mit der finanziellen Unterstützung zu geben, da sich Netahyahu einen Dreck um Trumps Wünsche kümmert und trotz Einwänden, die bis in die IDF-Führung reichen immer wieder Angriffe befiehlt.
Möglicherweise liegen bei den Amerikanern aber inzwischen nicht nur die Nerven blank, sondern auch die Finanzen. Ähnlich dem EU-Trick, eingefrorene russische Vermögen enteignen zu wollen (was bisher an der belgischen Regierung scheitert), will die Trump-Administration iranische Vermögen enteignen, um die in der Gegend entstandenen Schäden zu finanzieren. Für Teheran ist die Freigabe der Vermögen und die Einstellung der Angriffe auf den Libanon Voraussetzung für weitere Verhandlungen. Es ist also durchaus möglich, dass Hormus erneut komplett auf längere Zeit dichtgemacht wird. Dankesbekundungen der Wirtschaft bitte an Trump und Netanyahu.