Züchtung von Kanonenfutter?

Neben Russen, Palästinensern und Iraner erfreuen sich Arbeitslose heute eines ergiebigen hasserfüllten Bashings seitens der Politik und der Medien. „Alles faule, arbeitsscheue Säcke!“ ist der Tenor und ähnlich wie bei Hüseyin Dogru und seiner Familie geht der Trend dahin, sie kurzerhand verhungern zu lassen, wenn sie keinen Drecksjob zum Hungerlohn annehmen. Beispiel: die Noch-Regierung von Sachsen-Anhalt will Arbeitlose zu einem Stundenlohn von 1,20 € auch als Erntehelfer einsetzen.

Dabei stimmen die ganzen Behauptungen vorne und hinten nicht. Absolut gesehen gibt es nicht genügen Arbeitsplätze: über alle statistischen Tricks hinweg kommen auf einen freien Arbeitsplatz 6 – 10 potentielle Kandidaten. Selbst wenn alle Stellen besetzt werden, verändert sich die Zahl der „Drückeberger“ nur unwesentlich.

Die Stellen sind großenteils nicht besetzbar, weil das Fachwissen fehlt. Ein syrischer Teppichknüpfer bringt nun mal nicht genügend IT-Kenntnisse für den Aufbau einer KI mit, die ihn zum Schluss wieder in die Arbeitslosigkeit zurück wirft. Und wenn sie besetzbar sind, werden sie oft trotzdem nicht besetzt, da das einen Umzug bedingen würde, wobei Wohnungen am Zielort, falls überhaupt, nur zu Preisen zur Verfügung stehen, die weniger Geld in der Kasse lassen als die Sozialhilfe.

Jetzt sollen also alle Arbeitslosen jeden Job annehmen, der angeboten wird. Meist sind das Jobs mit geringeren Qualifikationen, was nun nicht unbedingt ein Beinbruch wäre, wären das nur vorübergehende Jobs. Tatsächlich wird damit aber die ursprüngliche Qualifikation vernichtet und der Abstieg eine Einbahnstraße. „So so, Disponent für Logistik. Und warum hast du dann nur als Packer bei Aldi gearbeitet?„. Das ist vergleichbar mit Frauen, die sich um ihre Kinder kümmern und nach Ende der Kümmerzeit, die deutlich länger dauert als die großzügig gewährte Elternzeit, nicht mehr in ihren Job zurück finden. Die Kenntnisse sind verblasst, neue gar nicht erst angekommen. Job ade.

Die Konsequenz: Frauen werden gezwungen, Vollzeit duch zu arbeiten, wenn sie (a) ihren Job behalten und (b) nicht mit ihrer Familie verhungern wollen. Und die bräsigen überbezahlten fetten Politbonzen wundern sich dann, dass zu wenig Kinder geboren werden und jammern über demografische Engpässe.

Die Gesellschaft vernichtet durch eine völlig falsche Sozialpolitik unnötig teuer aufgebaute Qualifikationen. Notwendig wären für beide Gruppen, Arbeitslose und Mütter, qualifikationserhaltende Maßnahmen: Berufsschulen und Hochschulen müssen online-Kurse anbieten, in denen die Qualifikationen erhalten und ergänzt werden. Es ist absolut unnötig, ein sinnloses und nirgendwo benötigtes Zusatzstudium in irgendeinem Geschwätzfach zu absolvieren. Kurse (oder wie man das immer nennen will), mit KI-Unterstützung auch mach- und kontrollierbar, sowie Hilfen wie ein Notebook, wenn keines im Haushalt ist, und Hilfe bei der Kinderbetreuung, um die notwendige Zeit frei zu schaufeln. Das wäre nicht nur billiger als der Mist, den man heute veranstaltet, sondern man kann im Gegenzug echte Drückeberger, die alles verweigern, mit Fug und Recht auf Nulldiät setzen.

Wird nicht gemacht. Die fetten Regierungsbonzen setzen eher darauf, alle in Billigjobs zu treiben oder als Pappkartonbewohner auf die Straße zu setzen. Wenn man sich ausmalen will, wo das endet, kommt das heraus: „Wenn ihr was zu fressen haben und ein Dach über dem Kopf haben wollt, kommt zur Bundeswehr und werdet Soldat.“ Der Wehrmacht fehlen zwar IT-Spezialisten und Drohnenpiloten, aber da wird man schon genügend finden. Und die Erfahrungen mit der Ukraine zeigen: man braucht auch jede Menge Biomüll, der vorne im Graben liegt und ein gutes Ziel für die gegnerischen Drohnen abgibt. Nur so lässt sich in absehbarer Zeit der heiß ersehnte Krieg beginnen und die russischen Steppen noch fruchtbarer machen.