Man muss nicht bei bestimmten Firmen kaufen

Der Familienunternehmerverband hat unlängst das Statement von sich gegeben, dass Verweigerung nichts bringt und man über kurz oder lang auch mit der AfD reden müsste, zumal im Osten durchaus auch Afd-Landesregierungen möglich sind. Wobei „reden“ nicht gleich zu setzen ist mit „sich mit den Positionen gemein zu machen“. Es sagt einiges über die intellektuelle Kapazität in diesem Land aus, wenn man (a) eine solche Trivialität auch noch extra aussprechen muss und (b) das trotzdem nicht bei den Hirntoten ankommt.

Mit den Folgen muss der Verband nun leben. Die erste Folge war, dass die Deutsch Restbank dem Verband einen Versammlungsort gekündig hat, weil auch ein Vertreter der AfD eingeladen war. Irgendwie voraussehbar: wenn man mit jemandem reden will, muss auch einer da sein. Und irgendwie voraussehbar: die geistige Armut in den Vorständen deutscher Unternehmer ist ungebrochen.

Meine Ansicht: man muss nicht Kunde der deutschen Bank sein oder bleiben (dt. Cortal Consors). Andere Mütter haben auch schöne Töchter.

Verbandsmitglied Dirk Rossmann, Chef der Rossmann-Drogeriekette, ist aus dem gleichen Grund aus dem Verband ausgetreten.

Meine Ansicht: Rossmann muss da nicht Mitglied bleiben, ist seine Entscheidung. Wir müssen nicht bei Rossmann kaufen, ist unsere Entscheidung.

An die 30% AfD-Wähler, im Osten noch mehr. Wenn die Rossmann meiden, merkt der das und wird nicht mehr so hochnäsig vom Pferd auf andere runterblicken. Es wäre nicht der erste, der durch Abstimmung mit den Füßen eines Besseren belehrt wird. Es ist allerdings kaum anzunehmen, dass die deutsche Schnarchnase sich dazu aufraffen kann.

P.S.: Rossmann unterhält auf seiner Webseite ein eigenes Denunziationsportal, in dem sich Mitarbeiter gegenseitig anschwärzen können. Solche Arbeitgeber wünscht man sich:

https://unternehmen.rossmann.de/hinweisgeberportal.html