Die US-Amerikanischen Kanonenboote.

Die US-Navy sieht als längste Einsatzzeit der Träger 6 Monate vor. Trumps Dauerkriege führen aber zu weitaus längeren Einsatzzeiten. Das hat inzwischen 2 Träger lahm gelegt:

USS Gerald R. Ford (CVN-78)

Beim Flaggschiff der neuen Ford-Klasse traten während seines letzten Rekordeinsatzes drastische Mängel zutage:

  • Extrem-Verlegung: Die Ford war vor ihrer Rückkehr fast 11 Monate (326 Tage) ununterbrochen im Einsatz – die längste Verlegung eines US-Flugzeugträgers seit dem Vietnamkrieg.
  • Plumbing- & Technikprobleme: Bekannt sind chronische Ausfälle des neuartigen Vakuum-Toilettensystems an Bord, was bei einer Besatzung von über 4.000 Personen regelmäßige Sanitärengpässe verursacht.
  • Brandedreignis: Ein Brand in einer Wäscherei beschädigte hunderte Schlafplätze, sodass Teile der Crew vorübergehend ohne feste Unterbringung waren.

USS Abraham Lincoln (CVN-72)

Bei der Lincoln ist die Situation aktuell besonders akkurat und Gegenstand politischer Debatten im US-Kongress:

  • Einsatzdauer: Das Schiff befindet sich im Zuge des Iran-Konflikts seit November auf See und verzeichnete weit über 200 Tage Dauerfahrt ohne einen einzigen Hafenaufenthalt (Port Call).
  • Versorgung & Hygiene: Angehörige der Besatzung und Berichte aus US-Medien beschreiben Engpässe bei Lebensmitteln (rationierte Mahlzeiten), schimmelbefallene Duschen, verunreinigtes Wasser sowie einen Mangel an grundlegenden Hygieneartikeln wie Seife und Zahnpasta.
  • Psychische Belastung: Es wird von extremen Schichtzeiten (bis zu 16 Stunden täglich) und massiven mentalen Belastungen berichtet. Unter anderem gab es Vorfälle mit Soldaten, die Suizid begingen oder dies zumindest versuchten.
  • Aktueller Status: Aufgrund des öffentlichen und politischen Drucks sowie angespannter Treffen mit Familienangehörigen wird die Lincoln nun im Nahen Osten abgelöst und tritt die Heimreise an.

Background

Beide Fälle zeigen, dass die Schiffe nun nicht gerade modernen Standards für die Unterbringung der Besatzung genügen. Auszugehen ist eher von modernden Standards. Das scheint zu einem nicht geringen Teil an Fehlkonstruktionen zu liegen. Vermutlich ist es beim Bau der Schiffe so wie überall in diesem Bereich: während die Waffensysteme vermutlich akribisch kontrolliert werden, steht Korruption und Schluderei in anderen Bereichen Tür und Tor offen.

Das stößt dann zusammen mit den Lebensbedingungen der Matrosen. Die meisten sind im Bauch des Schiffes eingesetzt und während eines Einsatzes – und die Schiffe sind auf See im Dauereinsatz – sehen diese Leute kein Tageslicht. In der Wäscherei, Bäckerei usw. eingsperrt, Dauerdienst, kaputte Einrichtungen – die Bedingungen dürften denen in Guantanamo und ähnlichen US-Foltergefängnissen nicht unähnlich sein.

Irgendwann kracht es dann:

  • Bei der Gerald Ford steht Sabotage zur Diskussion. Die Matrosen haben in Notwehr die Einrichtungen so weit sabotiert (Wäsche in Abwasserrohren usw.), dass das Schiff schließlich aus dem Einsatz gezogen werden musste.
  • Bei der Abraham Lincoln kam es verstärkt zu Suizidversuchen, die von den Matrosen in Ferngesprächen auch ganz offen gegenüber den Familienangehörigen geäußert wurden. Das machte Druck auf die Marineführung, auch dieses Schiff aus dem Einsatz zu nehmen.

Auch in anderen Bereichen des US-Militärs gibt es starke Überforderungen. Im Bereich der Cyber-Operationen (Abwehr + Angriff) haben sich eine ganze Reihe von Spezialisten in den letzten Monaten das Leben genommen, vermutlich ebenfalls wegen Überlastung.

Das US-Militär kommt anscheinend aus der eigenen Menschenverachtungsfalle nicht hinaus, insbesondere sind auch die eigenen Leute betroffen. Strategisch bietet sich den „Feinden“ an, Dauereinsätze der US-Navy zu provozieren. Das ist ohnehin nicht schwer. Wenn die gesamte Marine dann unter den eigenen psychischem Problemen zusammen bricht, ist das Ziel erreicht, ohne tatsächlich allzu viele Schüsse abgeben zu müssen.