Israel in der Falle

Der Waffenstillstand mit dem Iran sollte einen Waffenstillstand im Libanon einschließen. Nach anfänglichem Genörgel habe sich die Israelis darauf eingelassen und einen Waffenstillstand mit dem Libanon vereinbart. Der Fehler: die libanesische Armee war an den Kampfhandlungen gar nicht beteiligt und der eigentliche Gegner, die Hisbollah, saß nicht mit am Tisch.

Der kosmetische Trick von Netanyahu, Katz & Co. scheint aber nicht aufzugehen. Absicht war vermutlich, unter dem Schirm des angeblichen Waffenstillstands den Südlibanon ohne schwere Luftangriffe auf den nördlichen Teil bis zum Litani zu besetzen. Das ist gründlich in die Hose gegangen. Die IDF steckt fest und derzeit gibt es wohl kaum eine Möglichkeit, das Ziel zu erreichen, obwohl ca. 70.000 Mann der IDF gegen ca. 25.000 Mann der Hisbollah stehen (Schätzungen von Experten, genau Zahlen streng geheim).

Die Hisbollah führt einen Zermürbungskrieg in der Art der Vietnamkrieges: befestigte getarnte Stellungen, kleine Hinterhalte, Zuschlagen und Abtauchen. Die IDF marschiert in massiver Stärke auf und schickt anscheinend die Panzer vorne weg in der Hoffnung, dass die alles zusammen schießen. Das ist schon mal ein strategischer Fehler, denn gegen den versteckten Gegner nützen Panzer wenig, da müsste schon die Infanterie das Feld vorher bereinigen. So etwas würde aber mit hohen Verlusten verbunden sein, was sich die IDF nicht leisten kann. Die Panzer hingegen sind konventionell angreifbar, was die Hisbollah anscheinend auch gezielt macht: einzelne Panzer zusammen schießen.

Hinzu kommt, dass die Hisbollah aus dem Ukraine-Krieg gelernt hat. Sie verfügt über kleine, preiswerte, glasfaserkabelgesteuerte Drohnen, die durch elektonische Mittel nicht abgewehrt werden können. Die Dohnen schlagen senkrecht zu und können zielgenau die offene Panzerluke treffen, was das Existenzrecht des Panzers beendet. Da die IDF anscheinend recht massiert auftritt, gibt es eine hinreichend große Zielmenge.

Die Zahlen werden von den Israelis noch geheimer gehalten, als die Russen das mit ihren machen. Die Rede ist aber von höheren zweistelligen Verlusten an Merkava-Panzern und dreistelligen Verlusten an sonstigem mobilen Gerät. Die Krankenhäuser in Israel füllen sich mit Verwundeten, die das typische Verletzungsspektrum in einem Drohnenkrieg, wie aus der Ukraine bekannt, aufweisen. Auf jeden Fall: die IDF steckt fest, und das kratzt massiv am eigenen Bild der besten Armee der Welt (genau wie es auch an den US-Amerikanern kratzt).

Hinzu kommt eine zunehmende psychologische Auszehrung der IDF-Sodaten, wir berichteten:

Es besteht zunehmend die Gefahr, dass auch „erfolgreiche“ Bombardierungen von iranischen Städten als propagandistisches Mittel nicht mehr ausreichen und Israel gesellschaftlich auseinander fliegt. Etwas dramatisierend dargestellt steht tatsächlich die Existenz Israels auf dem Spiel, ohne dass ein externer Gegner dafür verantwortlich gemacht werden kann. Anders als im Yom Kippur-Krieg, wo die IDF die Situation kurz vor dem Untergang rettete, ist die IDF selbst in der Rolle des Verstärkers der inneren Probleme.