Wie könnte eine Lösung für die Ukraine aussehen, egal ob als Nordkorea-Interimslösung oder als abschließende Friedenslösung? Russland beharrt auf Systemchange und Neutralität, der Westen will NATO- und EU-Ankopplung und unterstellt, Russland würde sonst die Ukraine erneut überfallen und sich einverleiben. So gesehen ist kein Waffenstillstand in Sicht.
Eine Möglichkeit wäre, die Sache mehr oder weniger auf der Basis der russischen Forderungen einzfrieren und Dritte ins Boot zu holen. Als Garantiemächte, dass weder Russland die Ukraine erneut angreifen noch der Westen die Ukraine wieder aufrüsten und in einen neuen Krieg treiben könnte, könnten China, Indien, die neue Mekka-Allianz (Türkei-Saudi Arabien-Afghanistan) und weitere auftreten. „Bringt nichts“ argumentiert der Westen, „keiner von denen würde im Falle einer Vertragsverletzung militärisch eingreifen“.
Das dürfte zutreffen, jedoch wird so weiterhin nur die militärische Karte gespielt. Wie viel die wert ist, zeigt der Iran. Im Falle der Ukraine dürften weder die EU-Staaten noch die USA in der Lage sein, militärisch wirksam einzugreifen. Allerdings ist die Macht der genannten Staaten deutlich wirkungsvoller: beinhaltet, die Garantie, dass der Aggressor stante pede wirtschaftlich und finanziell isoliert wird, wäre das eine deutlich andere Hausnummer als die derzeitigen westlichen Sanktionen. Russland wäre schnell bei einem Vertragsbruch erledigt, die Europäer würden noch viel schneller kollabieren und selbst die USA würden das nicht lange duchhalten. Damit wäre erst mal der akute Krieg beendet und der Rest könnte in den Jahrzehnten danach auf dem Verhandlungsweg gelöst werden.
Würde das der Ukraine nützen? Im Prinzip steht die Ukraine fast schlimmer da als Deutschland 45. Vieles ist kaputt, viele Männer sind Kriegsversehrte (physisch oder psychisch), der Anteil der Frauen an der Bevölkerung ist sehr hoch und die Bevölkerung ist insgesamt bereits jetzt überaltert (im Gegensatz zu Deutschland 45). Eine Garantie der genannten Art macht die Ukraine andererseit attraktiv für Investitionen. China, der Westen und selbst Russland könnte in einen Wirtschaftsaufbau investieren. Investitionen wären aber auch ein Anreiz für die vielen geflüchteten Ukrainer, in ihre Heimat zurück zu kehren, um von einem „ukrainischen Wirtschaftswunder“ zu profitieren. Was in Deutschland nach dem Krieg ablief (und auch in Korea oder Vietnam), könnte sich wiederholen.
Allerdings wäre das der Übergang zur multipolaren Welt und das Ende der westlichen Diktatpolitik. Und deshalb stehen die Chancen nicht so gut. Das seit Merkel hier verankerte TINA-Prinzip (There is no alternative) halt die Kriegshetzerei trotz Aussichtslosigkeit weiter am Köcheln, bis hier alles abkackt. Also kauft mehr Klopapier!