Es gibt Politiker,

nach deren Abgang vermutlich zunächst eine neue Kläranlage gebaut werden muss. Anders ist die Menge dessen, was ihnen ins Gehirn geschissen wird, wohl nicht zu bewältigen.

Da gibt es beispielsweise einen Landrat in Ostfriesland, der seinen Namen um jeden Preis mit einem bürgerschädlichen Milliardengrab verbunden sehen möchte, und die Kliniken gleich dreier Kommunen – Emden, Aurich und Norden – zentral am Schnittpunkt zweier Bundesstraßen in einem neuen Großklinikum zusammenlegen möchte. Außer einem Wohngebiet, ein paar Gewerbebetrieben, 2 Tankstellen und einer Fritenbude existiert dort derzeit nichts, aber was spielt das schon für eine Rolle.

Grund dafür: angeblich schlechte Auslastung der Teilkliniken, was aber nicht der Fall ist, wenn man genauer hinschaut. In den letzten Jahren wurde die sogar ausgebaut. Der eigentlichlich Grund: für den Wahnsinn gibt es – wie immer in der Politik – Geschenke aus Brüssel und von Land, die alles, was nach Verschwendung aussieht, gerne mitfinanzieren.

Was wären die Konsequenzen? Zunächst für alle drei Standorte mindestens 10 Minuten mehr Anfahrtzeit im Notfall – wenn man Glück hat. Im Feierabend- oder Wochenendferienverkehr kann es auch schon mal mehr sein. Für die Beschäftigten wäre auch Schluss mit bequemer Anfahrt zur Arbeit: zu Fuss oder mit dem Fahrrad ist bei 15 km entlang starkt befahrener Bundesstraßen (andere Wege gibt es nicht) nicht mehr, öffentliche Verkehrsmittel gibt es auf dem Land ohnehin nicht (die Busse fahren mehr oder weniger zu Schulbeginn und Schulschluss). Also: ohne eigenes Auto läuft da gar nichts mehr. Das Gleiche gilt auch für die Angehörigen der Kranken: eben mal ein Besuch zwischendurch ist nicht, und ohne eigenes Auto schon gar nicht. Besonders ältere Leute, die nicht mehr Auto fahren wollen oder können, dürften begeistert sein.

Glücklich sind auch die Ärzte, die sich in den letzten Jahren in der Nähe der Kliniken in Ärztezentren einrichten durften. Ärzte auf dem Land gibt es in absehbarer Zeit ohnehin nicht mehr: Kranke sollen gefälligst in die Stadt fahren, also bei einer Zentralklinik noch 15 km weitere Wege in Kauf nehmen („Wie sollen Rentner im Notfall zum Arzt kommen?“ O-Ton Landrat: „Die können das Taxis nehmen!“ – bei der Höhe der heutigen Renten darf man dann wohl nur noch einmal im Monat krank werden, wenn man zusätzlich noch essen möchte). Die Ärzte dürfen dann natürlich auch in die Nähe der neuen Klinik umziehen. Auf eigene Kosten, versteht sich. Entsprechend freudig haben sie sich zu den Plänen geäußert.

Freude dürfte auch bei den Kommunen auftreten, denn die sitzen dann auf ansehnlichen, völlig unbrauchbaren Immobolien herum. Aber das scheint für Kommunalpolitiker wieder einmal 120 Intelligenzpunkte zu hoch zu sein, um verstanden werden zu können. Die haben ja noch nicht mal verstanden, dass mit den leer stehenden Bundeswehrkasernen nichts anzufangen ist (aber für die kommt ja auch der Bund auf). Vielleicht pokern sie aber auch darauf, dass tausende der dann wirklich dringend benötigten Flüchtlinge auf Kosten der Allgemeinheit dort einquartiert werden.

Alle Betroffenen sind dagegen, und auch Bürgerinitiativen regen sich und streben eine Volksabstimmung an. Die wird aber – wen wundert es? – seit Jahren vom Landrat/Kreistag mit immer neuen juristischen Spitzfindigkeiten verhindert. „Der Text sei so juristisch nicht zulässig“ und ähnlicher Schwachsinn, mit dem die Bürger an der Nase herum geführt werden.

Man muss wirklich die Geduld heutiger Bürgerinitiativen bewundern, die mit weit mehr Elan und Behaaren, als Don Quijote jemals aufzubringen in der Lage war, bei der Sache bleiben. Man bekommt aber auch immer mehr Verständnis für Leute, die zu Steinen oder Brandbeschleunigern greifen, weil sie eingesehen haben, dass es völlig sinnlos ist, bei den größenwahnsinnigen Politikern Gehör für ihre berechtigten Anliegen zu bekommen.

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