{"id":9550,"date":"2023-09-20T07:20:00","date_gmt":"2023-09-20T05:20:00","guid":{"rendered":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=9550"},"modified":"2023-09-16T17:24:27","modified_gmt":"2023-09-16T15:24:27","slug":"generation-n-fuer-nicht-von-dieser-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2023\/09\/20\/generation-n-fuer-nicht-von-dieser-welt\/","title":{"rendered":"Generation \u201eN\u201c f\u00fcr \u201eNicht von dieser Welt\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p>\n<strong>Sie\ngehen einfach an die Sonne, wenn\u2019s regnet &#8230;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p> <em>Unsere Kultur der Infantilisierung der Heranwachsenden ist erschreckend blind f\u00fcr Notwendigkeiten. In einem gesellschaftlichen Klima, das sich vorrangig um Sensibilisierung f\u00fcr das Ich und dessen hedonistische Selbstverwirklichung k\u00fcmmert, kann der Einsatz f\u00fcr den zuk\u00fcnftigen Bestand eines stets zu erarbeitenden Wohlstands mit H\u00e4rte und Verzicht nicht mehr vermittelt werden.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>von  <strong>Gastautor Josef Hueber<\/strong><\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>\n\u201e<strong>Sportunterricht\nkann weg\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wann\nwar das nochmal, als es nur <em>einen<\/em>\nSieger\nbeim Vorlese-Wettbewerb in der Schule gab, nicht den 1., den 2. und\nden 3. Sieger? Als der Wettlauf bei den  Bundesjugendspielen  nicht\nnur bedeutete sich die Beine vertreten, sondern 50 oder 100 Meter um\ndie Bestzeit zu rennen und stolz auf dem Siegerpodest zu stehen? Die\ntaz berichtet von den Bundesjugendspielen als Veranstaltung, die man\nbisher als \u201eDem\u00fctigung aller, deren K\u00f6rper nicht f\u00fcr\nLeichtathletik, Ger\u00e4teturnen und Schwimmen geboren wurden\u201c<a href=\"https:\/\/t1p.de\/5k1pk\">\n<\/a><a href=\"https:\/\/t1p.de\/5k1pk\">wahrnahm.\n<\/a>\nDas\nsei schlie\u00dflich f\u00fcr die Nicht-Sieger ein \u201etraumatisches\nEreignis\u201c. Deswegen die Schlagzeile &#8222;Sportunterricht kann\nweg\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>\nFabian\nNicolay, Herausgeber des Portals\nAchgut, erz\u00e4hlt in einem&nbsp; Newsletter von seiner Zeit des\nErwachsenwerdens so: \u201eAls ich zum Gymnasium, zur Hochschule, zu\nmeinem ersten Job ging, war Leistung das wichtigste Kriterium, das\nErfolg, Anerkennung und Beifall ausl\u00f6ste. Undenkbar war es, dass man\nf\u00fcr weniger als all dies gelobt worden w\u00e4re.\u201c Es gab \u201eAnspr\u00fcche,\nderen Erf\u00fcllung Voraussetzung f\u00fcr gesellschaftliche Anerkennung\nwar: Qualit\u00e4t, Exzellenz, Wissen, Expertise, Kreativit\u00e4t.\u201c V\u00f6llig\nundenkbar war gesellschaftliche Anerkennung f\u00fcr \u201eMinderleistungen\nund Idiotisches\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>\n<strong>Erwachsene\nim Kindheitsmodus<\/strong> \n<\/p>\n\n\n\n<p>\nLang\nist&#8217;s her. Heranwachsen und zur Reife gelangen scheint heute ersetzt\ndurch einen Prozess&nbsp; prolongierter Kleinkindzeit.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\nEs\nist ein niedlicher Anblick, wenn die Kleinen mit ersten Schritten vor\nden stolzen Elternaugen umhertapsen, ohne gleich umzufallen. Sie\ngreifen dies und das und lassen es ohne sichtbaren Grund wieder\nfallen. Begehrtes verliert sichtlich grundlos, pl\u00f6tzlich, an\nAttraktivit\u00e4t, n\u00e4chstliegend Neuem gilt jetzt das ganze,\nausschlie\u00dfliche Interesse. Der \u201eToddler\u201c, wie ihn die Engl\u00e4nder\nliebevoll nennen, beginnt so seine Eroberung der Welt.<\/p>\n\n\n\n<p>\nDieses\ninfantile Verhaltensmuster bei der Begegnung mit Wirklichkeit endet\nim Normalfall schon vor der Einschulung. Dass es sich in Teilen der\nnachwachsenden Generation heute bis ins Erwachsenenalter erstreckt,\nverhei\u00dft nichts Gutes. \n<\/p>\n\n\n\n<p>\nDer\nBayerische Rundfunk  gab daf\u00fcr in einem schon vor einigen Jahren\nausgestrahlten Interview mit Kleinkind-Erwachsenen den h\u00f6rbaren\nBeweis.&nbsp;Vier 18-J\u00e4hrige konnten in dem Sendeformat\n\u201eBankgeheimnnis\u201c  ihre nicht erkennbar weiterentwickelte\nKindergarten-Weltsicht, weitestgehend&nbsp; frei von l\u00e4stigem\nNachfragen, pr\u00e4sentieren. Sie formulierten ihren Traum von Zukunft\nso: <em>\u201e &#8230;dass nicht immer nur Geld die Welt regiert und Konsum\ndas Leben bestimmt. Solange es aber die Liebe gibt, ist alles okay.\u201c\n<\/em>\n<\/p>\n\n\n\n<p>\nLassen\nwir die Hoffnungstr\u00e4ger zuk\u00fcnftigen Wohlstands in Deutschland\nweiter eindrucksvoll zu Wort kommen. Die Fragen (F) und Antworten (A)\nmachen Laune. (Die Antworten wurden auf den Kern der Aussage hin\ngek\u00fcrzt, aber nicht sinnentstellend.).<\/p>\n\n\n\n<p>\n <strong>F:<\/strong>\nHabt ihr Angst um die Welt?<\/p>\n\n\n\n<p>\n<strong>A<\/strong>:\n<em>Absolut. Volle Kanne. Auf der einen Seite sehe ich viele gute\nBewegungen, z.B. dass linksradikales Gedankengut wieder salonf\u00e4hig\nwird. Und es ist leider so, dass viele Menschen sagen, hey, hoppla,\ndie \u00dcberproduktion, und der Konsum, und unsere kapitalistische\nGesellschaft, bringt\u2019s das? Haben wir den Karren schon an die Wand\ngefahren? Man f\u00e4ngt irgendwann an zu denken, zu hinterfragen. Warum\ngeht\u2019s mir gut und so vielen Menschen auf der Welt nicht gut?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>\n<strong>F:\n<\/strong>Wie baut ihr das in den Alltag ein? Studiert ihr?<\/p>\n\n\n\n<p>\n<strong>A:\n<\/strong><em>Ich mach \u2019ne Ausbildung zur Krankenschwester. Mir f\u00e4llts\nwahnsinnig schwer, in diesem System zu arbeiten, weil ich sozusagen\nals Marionette funktionier\u2019. Mein Ziel ist es, ins Ausland zu\ngehen. Deshalb zwing\u2019 ich mich in dieses System, in das ich\n\u00fcberhaupt nicht reinpass\u2019 und in dem ich mich auch nicht\nwohlf\u00fchlen kann und das auch nicht meinen Werten entspricht.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>\n<strong>F:\n<\/strong>Womit willst du mal dein Geld verdienen?<\/p>\n\n\n\n<p>\n<strong>A:<\/strong>\n<em>Also, Zukunft ist eher schwammig immer so, aber urspr\u00fcnglich hab\nich \u2019ne Ausbildung als Sozialpfleger und Betreuer, und jetzt bin\nich im Puppentheater und spiel\u2019 Marionetten so. Ich wei\u00df nicht,\nwas ich in 10 Jahren machen werde so. Ich sammle halt\nLebenserfahrung, und die ist cool.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>\n<strong>F:<\/strong>\nWas ist euer Bank-Geheimnis?<\/p>\n\n\n\n<p>\n<strong>A:\n<\/strong><em>Nicht so viel denken. Und mehr machen und mehr f\u00fchlen. Das\nGeheimnis ist: Alles ist Liebe. Und solange Liebe da ist, ist alles\nok. Wenn\u2019s einem schlecht geht und man von dem ganzen Trubel am\nSack ist, dann einfach in die Sonne rausgehen. Wenn\u2019s regnet, dann\nhofft man einfach bisschen auf die Sonne so.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>\n<strong>Der\nBlick ins Ofenrohr f\u00fcr die Alten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\nBisher\nkonnte man sich darauf verlassen: Die Jungen \u00fcbernehmen die\nVerantwortung daf\u00fcr, dass die Alten, die f\u00fcr den Wohlstand der\nGegenwart gesorgt haben, am Wohlstand der Zukunft beteiligt sind und\nnicht verarmen. Das nennt man Generationenvertrag. Wikipedia\ndefiniert: \u201eMit Generationenvertrag wird der unausgesprochene\n\u201eVertrag\u201c zwischen der beitragszahlenden und der\nrentenbeziehenden Generation bezeichnet. Die arbeitende und somit\nzahlende Generation erwartet ihrerseits, dass auch ihre Rente durch\ndie Beitragszahlungen der nachfolgenden Generation gedeckt ist.\u201c \n<\/p>\n\n\n\n<p>\nSelbst\nf\u00fcr pessimistische Beobachter der Mentalit\u00e4tsdeformationen in der\nnachwachsenden Generation gibt es einen Trost. Auf eines wird man\nsich n\u00e4mlich verlassen k\u00f6nnen:  Der Strom wird auch in Zukunft\nimmer aus der Steckdose kommen. \n<\/p>\n\n\n\n<p>\nKleine\nEinschr\u00e4nkung: wenn \u00fcberhaupt.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie gehen einfach an die Sonne, wenn\u2019s regnet &#8230; Unsere Kultur der Infantilisierung der Heranwachsenden ist erschreckend blind f\u00fcr Notwendigkeiten. 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