{"id":9455,"date":"2023-08-25T07:46:00","date_gmt":"2023-08-25T05:46:00","guid":{"rendered":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=9455"},"modified":"2023-08-23T12:49:49","modified_gmt":"2023-08-23T10:49:49","slug":"rumpelstilzchen-ist-wieder-da","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2023\/08\/25\/rumpelstilzchen-ist-wieder-da\/","title":{"rendered":"Rumpelstilzchen ist wieder da"},"content":{"rendered":"\n<p><strong> oder: Der Kampf der Genderideologen gegen die Realit\u00e4t<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>von Joseph Hueber (Gastautor)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\"> Genderideologie ist keine harmlose Spinnerei, die bald in Vergessenheit geraten wird. Zu ernst nehmen die Vertreter ihr Anliegen. Die Wahrnehmung der Wirklichkeit soll, auch mittels Sprache, so ver\u00e4ndert werden, dass die Beurteilungsf\u00e4higkeit hinsichtlich \u201eNormalit\u00e4t\u201c verlorengeht. Besch\u00e4mend, dass das Bayerische Kulturministerium sich einreiht in die F\u00f6rderung dieser Verirrung.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>\n<strong>Der Kampf gegen das\ntreffende Wort \u2013 eine alte Geschichte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\nWie ging das nochmal, das\nschaurig-sch\u00f6ne M\u00e4rchen vom Rumpelstilzchen? Ein M\u00fcller prahlt vor\ndem K\u00f6nig, seine Tochter k\u00f6nne Stroh zu Gold spinnen. Der K\u00f6nig\nist begeistert und verspricht, sie zur Frau zu nehmen, wenn sich das\nals wahr herausstellt. Andernfalls drohe ihr aber der Tod. Als das\nM\u00e4dchen am Abend in eine Kammer voll Stroh eingesperrt wird, um ihre\nvom Vater behauptete F\u00e4higkeit unter Beweis zu stellen, ist sie\nverzweifelt. Die Rettung ist ein pl\u00f6tzlich eintretender, grotesker\nKobold, der ihre Aufgabe erledigt, was schlie\u00dflich zur Verm\u00e4hlung\nder M\u00fcllerstochter mit dem K\u00f6nig f\u00fchrt. \n<\/p>\n\n\n\n<p>\nDoch\nes gibt kein <em>Free\nLunch, <\/em>keinen\nFreifahrtschein ins Gl\u00fcck. Der Kobold fordert ein Jahr nach der\nHochzeit den dereinst f\u00fcr die erbrachte Wunderleistung ihm\nversprochenen Lohn von der K\u00f6nigin: ihr erstgeborenes Kind. Er l\u00e4sst\nsich nicht von den Tr\u00e4nen der Mutter erweichen. Er bietet ihr nur\neinen Ausweg: Sie muss seinen Namen nennen, dann darf sie ihr Kind\nbehalten. Einem der daraufhin auf die Suche nach dem schicksalhaften\nNamen ausgesandten Boten gelingt es, das Geheimnis ausfindig zu\nmachen. Er beobachtet den Unhold , als dieser tanzt und singt: \u201eAch,\nwie gut, dass niemand wei\u00df, dass ich Rumpelstilzchen hei\u00df.\u201c Die\nK\u00f6nigin, \u00fcbergl\u00fccklich, nennt bei der n\u00e4chsten Begegnung dem\nKobold seinen Namen. Die Konfrontation mit dem richtigen Wort treibt\nihn in die Verzweiflung. Er stampft wutschnaubend auf und rei\u00dft sich\nselbst entzwei. \n<\/p>\n\n\n\n<p>\nDas M\u00e4rchen, vieldeutig wie\nalle Erz\u00e4hlungen dieser Gattung, l\u00e4sst sich lesen als Schrift an\nder Wand, als Hinweis auf die gegenw\u00e4rtige Genderdiskussion.\nGenderideologen, wie einst Rumpelstilzchen, wollen nicht die Nennung\nder richtigen Begriffe, des richtigen \u201eNamens\u201c, f\u00fcr das, was wir\nals Realit\u00e4t bzw. Normalit\u00e4t erkennen. Sprache ist ihr Feind. Aber\nauch ihre Waffe. \n<\/p>\n\n\n\n<p>\n<strong>Familie \u2013 die Umdeutung\nder Realit\u00e4t <\/strong>\n<\/p>\n\n\n\n<p>\nEines\nder vorrangigen Angriffspunkte genderorienterter Kampfbereitschaft\nist die Vernichtung der traditionellen Familie. Schritt 1 ist dabei\ndie Umdeutung der Semantik des <em>Begriffs<\/em>\nFamilie<em>.\n<\/em>Denn,\nso die Argumentation, dieser Begriff sei untauglich zur Beschreibung\nneuer gesellschaftlicher Gegebenheiten. <em>Familie\n<\/em>bezeichne\n\u00fcberholte Rollenvorstellungen einer Trias Mann-Frau-Kind, bzw.\nVater-Mutter-Kind, aber nicht mehr das zeitgem\u00e4\u00dfe Selbstverst\u00e4ndnis\nneuer Formen variabler Lebensgemeinschaften. Dieses veraltete Bild\nvon Familie an die Kinder weiterzugeben werde weder der\ngesellschaftlichen Realit\u00e4t gerecht, noch erf\u00fclle es die Forderung\nnach einer sogenannten Geschlechtergerechtigkeit. Die neue, zu\npostulierende Form des Zusammenlebens, sei allenfalls definiert durch\ndas <em>F\u00fcreinander-Sorgen<\/em>.\nDies stehe aber im Konflikt mit dem traditionellen Bild der Familie.\nFunktionsidentisch, so die Vertreter der woken Kultur, k\u00f6nnen\n<em>Mann+Mann<\/em>\noder\n<em>Frau+Frau<\/em>\noder\n<em>Mann+Trans<\/em>\noder\n<em>Frau+Trans<\/em>\noder\n<em>Trans-+Trans<\/em>\nf\u00fcr\ndie Sorge des Kindes zust\u00e4ndig sein (nicht notwendig aus deren\nVerbindung hervorgehend)<\/p>\n\n\n\n<p>\nFamilie,\nso muss man wohl schlie\u00dfen, das ist neuerdings gleichsam die Summe,\ndie sich aus den zuf\u00e4llig sich ergebenden Oberseiten mehrer\nhingeworfener W\u00fcrfel ergibt. Zwangsl\u00e4ufig sind dann, aus\nGendersicht, die beiden Erwachsenen der Lebensgemeinschaft nicht mehr\n<em>Papa<\/em>\nund <em>Mama\n<\/em>,\nsondern <em>Elter1\n<\/em>und\n<em>Elter2<\/em>\n(Warum man dennoch auf \u201e Elter\u201c zur\u00fcckgreift? K\u00f6nnte man nicht\nSorgender\/e\/s*1 und Sorgender\/e\/s*2 daf\u00fcr verwenden?) \n<\/p>\n\n\n\n<p>\nDle\nkatholische Kita St.Hubertus machte gleich mit bei dem Spiel der\nNeudefinition von Familie. Sie lie\u00df die Eltern wissen, dass man\nkeine Geschenke mehr zum Vater- und Muttertag basteln lasse, denn das\nw\u00fcrde Kinder \u201eausschlie\u00dfen\u201c, die das alte Familienmodell daheim\nnicht vorfinden.\n<a href=\"https:\/\/www.hallo-eltern.de\/news\/kita-bastelt-keine-geschenke-zum-muttertag\/\">https:\/\/www.hallo-eltern.de\/news\/kita-bastelt-keine-geschenke-zum-muttertag\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>\n\u201e<strong>Normalit\u00e4t\ndes Andersseins\u201c &#8211; Papa und Mama war mal<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\nDie Schule, so glauben immer\nnoch hartn\u00e4ckig Vorgestrige, sollte der Ort sein, wo Sch\u00fcler\nWissen, aber auch kritisches, wertebasiertes Bewusstsein vermittelt\nbekommen. Den Schwerpunkt auf Letzteres, weil weniger praktisch\norientiert, legte traditionell das Gymnasium. Teil der gymnasialen\nBildung war immer auch der reflektierte Umgang mit Sprache, was ihren\nGebrauch und ihre Wirkung betrifft. Dies beinhaltet a u c h die\nBewusstmachung von Manipulation und Indoktrination mittels Sprache. \n<\/p>\n\n\n\n<p>\nEin aktueller Anlass zur\nVermittlung dieses kritischen Bewusstseins k\u00f6nnte es sein, wenn\nversucht wird, Sch\u00fclern mit der Ideologie des Genderismus die\nGewissheit vom eigenen, pers\u00f6nlichen Normalsein zu untergraben.\nAlso: Wenn versucht wird, deren unterbewusste Wahrnehmung ihrer\nEltern als einer eindeutigen, klar definierten Beziehung zwischen\nMann und Frau fragw\u00fcrdig erscheinen zu lassen. Die Zielvorgabe\ndieser Verunsicherung, wer wollte das nicht ahnen, hei\u00dft in der\nKonsequenz Aufl\u00f6sung des traditionellen Eltern- und\nGeschlechterbildes, und  damit auch der traditionellen Vorstellung,\nwas Familie ausmacht. \n<\/p>\n\n\n\n<p>\n<strong>Die\nSchule hilft mit bei der Beseitigung des \u201eNormalen\u201c <\/strong>\n<\/p>\n\n\n\n<p>\nNachdem\nman sich die Augen gerieben hat, lese man ein zweites Mal eine\nMitteilung des Bayerischen Kultusministers Prof. Piazolo und seiner\np\u00e4dagogischen Mannschaft im Kulturministerium zur Problematik\ntraditioneller, bin\u00e4rer Geschlechteridentit\u00e4ten. Das titelt sich\nso:\n<a href=\"https:\/\/www.km.bayern.de\/lehrer\/meldung\/7914\/comedy-show-thematisiert-die-normalitaet-des-andersseins.html\">https:\/\/www.km.bayern.de\/lehrer\/meldung\/7914\/comedy-show-thematisiert-die-normalitaet-des-andersseins.html<\/a><em>\n<\/em>:\n<em>Comedy-Show\nthematisiert die Normalit\u00e4t des Andersseins.<\/em>\n<em>Als\nsympathischer Aushilfslehrer \u201eMalte Anders\u201c erm\u00f6glicht der\nKabarettist und Theaterp\u00e4dagoge Timo Schweitzer Sch\u00fclerinnen und\nSch\u00fclern ab der 8. Jahrgangsstufe einen humorvollen Einblick in das\nThema Homosexualit\u00e4t und die Normalit\u00e4t des Andersseins.\u201c <\/em>\n<\/p>\n\n\n\n<p>\nStolz l\u00e4sst der\nLetzverantwortliche f\u00fcr die Einf\u00fchrung dieses Programms, der\nKultusminister, verk\u00fcnden, das \u201eerfolgreiche Kabarett-Programm\n\u201eHomologie mit Malte Anders\u201c\u201c werde verl\u00e4ngert! Garantiert\nsind 90 Minuten \u201eHumor\u201c und \u201epers\u00f6nliche Geschichten\u201c ( f\u00fcr\n\u20ac 640.- pro Show zzgl. Spesen).<\/p>\n\n\n\n<p>\nVermittelt werden, so liest\nman, \u201eToleranz, kulturelle Vielfalt und Gendersensibilit\u00e4t&#8220;\nsowie \u201eHintergrundwissen \u00fcber sexuelle Vielfalt\u201c- alles Dinge,\n\u201edie f\u00fcr junge Menschen im Zuge ihrer Identit\u00e4tsfindung wichtig\nsind.\u201c Im Klartext hei\u00dft das: Vergesst, liebe Kinder, dass das,\nwas Ihr bisher von der \u201enormalen\u201c Einteilung der Menschen in\nJungen und M\u00e4dchen, von Mann und Frau, von Papa und Mama und deren\nBeziehung als \u201enormal\u201c angesehen und f\u00fcr selbstverst\u00e4ndlich \ngehalten habt, keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit ist, sondern auch ganz\nanders gesehen werden kann. \n<\/p>\n\n\n\n<p>\n<strong>Transgenderismus\n&#8211; Auswirkung auf Kinder und Heranwachsende<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\nProf. Frank Furedi, Professor\nf\u00fcr Soziologie an der University of Kent in Gro\u00dfbritannien, sieht\nin der Umtriebigkeit&nbsp; der Gender-Ideologen ganz Anderes als den\nvorget\u00e4uschten, angeblich humanen Kampf um mehr Gerechtigkeit\ngegen\u00fcber Frauen und sexuelle Minderheiten. Die Auswirkungen des\nGenderismus auf Heranwachsende wertet er als einen \u00e4u\u00dferst\nbedrohlichen Eingriff auf die Entwicklung k\u00fcnftiger Generationen. \n<\/p>\n\n\n\n<p>\n(Die\nzentralen Aussagen sind hier in Thesenform, als Flie\u00dftext zur\nbesseren Lesbarkeit wiedergegeben. Der deutsche Text ist meine\nsinngem\u00e4\u00dfe \u00dcbersetzung) \n<\/p>\n\n\n\n<p>\n<em>Der\nTransgenderismus ist eine Gelegenheit zur Indoktrination junger\nMenschen, eine Chance, Kindern zu vermitteln, dass das Geschlecht\neine individuelle Wahl ist und dass es keine biologische\nRechtfertigung f\u00fcr geschlechtsspezifische Identit\u00e4ten gibt. Er\nentfremdet Kinder von den Normen und Werten ihrer Gemeinschaft. Er\nstellt ihr eigenes Verst\u00e4ndnis davon in Frage, was normal und was\nabnormal ist. Dies entwaffnet sie moralisch und f\u00fchrt dazu, dass sie\nsich \u00fcber ihren Platz in ihrer Welt unsicher f\u00fchlen. Von fr\u00fchester\nKindheit an werden Kinder so von den kulturellen Traditionen, Normen\nund dem Erbe ihrer Gemeinschaften entfremdet. Das st\u00fcrzt sie in eine\nIdentit\u00e4tskrise.\n<\/em><a href=\"https:\/\/www.spiked-online.com\/2021\/10\/22\/the-trans-assault-on-freedom\/\"><em>https:\/\/www.spiked-online.com\/2021\/10\/22\/the-trans-assault-on-freedom\/<\/em><\/a><em>\n<\/em>\n<\/p>\n\n\n\n<p>\nDas sollte sich die P\u00e4dagogik\nhinter die Ohren schreiben, die glaubt, es verantworten zu k\u00f6nnen,\ndass das sichere Gef\u00fchl f\u00fcr \u201eNormalit\u00e4t\u201c &#8211; unter dem\nPseudovorwand der \u201eToleranz\u201c &#8211; in den K\u00f6pfen Heranwachsender\ngel\u00f6scht werden muss. Handelt es sich bei genauer Betrachtung der\nvon Furedi beschriebenen, durch Transgenderismus bei Heranwachsenden\nverursachten Identit\u00e4tskrise nicht um eine Variante von Missbrauch?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>oder: Der Kampf der Genderideologen gegen die Realit\u00e4t von Joseph Hueber (Gastautor) Genderideologie ist keine harmlose Spinnerei, die bald in Vergessenheit geraten wird. Zu ernst nehmen die Vertreter ihr Anliegen. Die Wahrnehmung der Wirklichkeit soll, auch mittels Sprache, so ver\u00e4ndert werden, dass die Beurteilungsf\u00e4higkeit hinsichtlich \u201eNormalit\u00e4t\u201c verlorengeht. 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