{"id":9385,"date":"2023-08-02T06:57:00","date_gmt":"2023-08-02T04:57:00","guid":{"rendered":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=9385"},"modified":"2023-07-31T07:51:44","modified_gmt":"2023-07-31T05:51:44","slug":"ueber-kohle-und-e-autos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2023\/08\/02\/ueber-kohle-und-e-autos\/","title":{"rendered":"\u00dcber Kohle und E-Autos"},"content":{"rendered":"\n<p>Kohle &#8211; \u00e4ltere Ureinwohner werden sich vielleicht noch erinnern &#8211; war ja einmal einer der Treiber der deutschen Wirtschaft: preiswerter Rohstoff aus eigenen Quellen f\u00fcr die Energiegewinnung und die Schwerindustrie. Man kann sie auf zwei Arten gewinnen und nutzen:<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Durch F\u00f6rderung in der Menge, in der sie unmittelbar gebraucht wird. Das geschah und geschieht heute noch mit der Braunkohle: die wird in dem Umfang in den Gruben gef\u00f6rdert, wie sie in den benachbarten Kraftwerken verfeuert wird.<\/li><li>Durch F\u00f6rderung gr\u00f6\u00dferer Mengen, die bis zur Verwendung &#8222;auf Halde&#8220; gelegt, d.h. zwischengelagert werden. Das konnten ganz erkleckliche Haldenberge werden, wie sich einige vielleicht noch erinnern, wenn sie ans Kreuz Oberhausen der A2 in grauer Vorzeit denken.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>E-Autos sind zwar alles andere als ein Treiber der deutschen Wirtschaft &#8211; im Gegenteil sind sie wohl eher ein Treiber in den Abgrund &#8211; aber sie sind bez\u00fcglich der Gewinnung und Nutzung durchaus mit der Kohle vergleichbar:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Man produziert sie in der Menge, wie sie vom Kunden bestellt werden, d.h. im Prinzip ist jedes Fahrzeug bereits bei der Produktion verkauft. Das macht Tesla so, weshalb Musk mit seinem Unternehmen trotz aller Umst\u00e4nde nach wie vor Gewinn macht.<\/li><li>Man produziert sie in gr\u00f6\u00dferen Mengen &#8222;auf Halde&#8220;, da ja irgendwann auch mal Kunden kommen m\u00fcssen (oder eben nicht). Das macht VW so und da die Kunden wegbleiben, wachsen die Halden und VW steht kurz davor, den &#8222;General Motors&#8220; Deutschlands zu geben: vom Flaggschiff in die Insolvenz.\u00b9\u207e<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>Mit der (Stein)Kohle war es ja so, dass abzusehen war, dass sie irgendwann zu Ende ist.\u00b2\u207e Also hat man irgendwann Kernkraftwerke gebaut, um von Kohlestrom weg zu kommen. Bei den Kernkraftwerken war es ja so, dass abzusehen war, dass sie nie in Brennstoffprobleme geraten, also hat man irgendwann angefangen, sie durch Windkraftanlagen u.\u00e4. zu ersetzen, die aber den Strom nicht liefern k\u00f6nnen. Weshalb man jetzt keinen Strom hat.\u00b3\u207e<\/p>\n\n\n\n<p>Mit den Verbrennermotoren war es ja so, dass abzusehen war, dass sie noch l\u00e4ngst nicht ausgereizt sind und langfristig die Zukunft bedeuten. Also hat man irgendwann angefangen, die Verbrennermotoren zu verbieten und auf E-Batterie-Autos zu setzen. Bei den E-Batterie-Autis war es ja so, dass abzusehen war, dass sie weder die notwendigen Fahrleistungen erbringen noch mit gen\u00fcgend Strom zu versorgen sind, also hat man angefangen, sie durch Wasserstofftechnologie zu ersetzen, von der man jetzt schon wei\u00df, dass sie nie existieren wird. Weshalb man in absehbarer Zeit keine Reisem\u00f6glichkeit mehr hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch hier sind die Entwicklungslinien von Kohle und Autos irgendwie vergleichbar, oder?<\/p>\n\n\n\n<p>Noch zwei Sachen eint die beiden Kategorien: Kohle neigt bei Lagerung in sehr gro\u00dfen Halden aus verschiedenen Gr\u00fcnden zur Selbstentz\u00fcndung. Einmal in Brand geraten sind solche Halden im Prinzip nicht mehr zu l\u00f6schen. \u00c4ltere Ruhrgebietseinwohner werden solche Beispiele noch kennen.\u2074\u207e<\/p>\n\n\n\n<p>E-Auto neigen bei Lagerung in Halden ebenfalls zur Selbstentz\u00fcndung, wobei gilt: 1 Auto = Halde, d.h. die E-Autos sind da gegen\u00fcber der Kohle deutlich im Vorteil. Wie bei der Kohlenhalde gilt auch f\u00fcr E-Autos: einmal in Brand geraten ist da nichts mehr zu l\u00f6schen.<\/p>\n\n\n\n<p>Spitzenreiter bei den brennenden E-Auto-Halden sind \u00fcbrigens Busse, also gr\u00f6\u00dfere Ansammlungen Batterieschrotts. Die halten im Gegensatz zu ihren Dieselbr\u00fcdern allenfalls 1\/3 Schicht durch und m\u00fcssen dann nachgeladen werden, was entsprechende Schnellladetechnologien erfordert. Gerade das ist aber mit einem erh\u00f6hten Risiko der Selbstentz\u00fcndung verbunden, weshalb in Deutschland schon mal ein komplettes Busdepot abfackelt oder in Frankreich Busse an Haltestellen mitten in Paris. Von durch Selbstentz\u00fcndung abfackelnden Kohle-LKW hat man allerdings noch nichts geh\u00f6rt, d.h. endlich mal ein Unterschied.<\/p>\n\n\n\n<p>Inzwischen ist beim Transport von E-Autos bereits das <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"zweite Schiff mit VW-Produkten in Brand geraten (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/der_sonntagsfahrer_30_07_2023_die_wahren_verbrenner\" target=\"_blank\">zweite Schiff mit VW-Produkten in Brand geraten<\/a>. Auch dies ein deutlicher Gegensatz zu Kohletransportern. Was vermutlich in absehbarer Zeit die Haldenbildung erschwert, weil sich die Versicherungen irgendwann weigern werden, solche Transporte noch zu versichern, d.h. man kann die Halde nicht unauff\u00e4llig in andere L\u00e4nder verschiffen bzw. dort E-Autos zum Verkauf hin liefern. <\/p>\n\n\n\n<p>Kohle wird traditionell schon wegen des Gewichts im Keller gelagert. Zwar k\u00f6nnte man bei Kinderlosigkeit auch 2 to Kohle im 6. Stock im Kinderzimmer lagern, m\u00fcsste sie aber vermutlich trotzdem von unten holen, weil die Decken das nicht aushalten und die Kinderzimmersuite in einen Fahrstuhlschacht verwandelt haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Autos kann man zwar in H\u00e4usern lagern, aber f\u00fcr E-Autos gilt ebenfalls: man kann sie nur im Keller lagern. E-Autos kosten nicht nur das Doppelte eines Verbrenners, sie wiegen auch das Doppelte, worauf aber die wenigsten Parkh\u00e4user ausgelegt sind. Die Betreiber m\u00fcssen daher die oberen Decks f\u00fcr E-Autos sperren, angesichts der Disziplin von Autofahrern eine nicht ganz leichte Aufgabe. Verschiedene Betreiber sperren angesichts der Selbstentz\u00fcndungstendenz, die bei einem Ausbruch in unteren Stockwerken durchaus Kaminwirkung auf die oberen auswirkt, bereits jetzt ihre H\u00e4user komplett f\u00fcr E-Autos.<\/p>\n\n\n\n<p>Kohle kann man verbrennen, damit es im Winter sch\u00f6n warm in der Wohnung ist. Kohle kann man aber auch verbrennen, indem man sich ein E-Auto kauft, so dass im Winter dann nicht mehr gen\u00fcgend Kohle zum Heizen da ist. Mit einem E-Auto kann man die Wohnung nicht heizen (ein SUV passt nicht in den Kaminofen), aber man kann sich drau\u00dfen daran erw\u00e4rmen, wenn es abfackelt. Dummerweise passiert das nicht nur im Winter, sondern auch im Sommer, wenn man das gar nicht braucht. Irgendwie hat Kohle eine ganze Menge Vorteile gegen\u00fcber E-Autos.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">\u00b9\u207e Das gleiche Problem haben inzwischen die Chinesen, bei denen nicht nur die E-Autos gro\u00dfe Halden bilden, sondern auch die Insolvenzantr\u00e4ge chinesischer Unternehmen, die schon vor VW pleite gehen. Die Halden in China sind auch ein Grund daf\u00fcr, dass VW in Fernost ebenfalls kein Gesch\u00e4ft mit den Stromern machen kann. Au\u00dfer VW kann man nat\u00fcrlich auch andere Konzerne in den Topf werfen, da sich lediglich BMW in Sachen Stromer mit der angemessenen Vorsicht bewegt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">\u00b2\u207e Das stimmt zwar so nicht, denn es ist immer noch gen\u00fcgend gibt, aber der Abbau ist derzeit nicht lohnend. Braunkohle hingegen gibt es noch bis ins n\u00e4chste Jahrhundert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">\u00b3\u207e Vorl\u00e4ufig m\u00fcssen daher wieder Kohle und Gas einspringen, vorzugsweise auch im Ausland, was z.B. Polen auf die Barrikaden gegen die EU treibt: polnische Kohlekraftwerke m\u00fcssen D mitversorgen, sollen aber demn\u00e4chst hohe CO2-Abgaben an die EU leisten. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">\u2074\u207e Was spinnerte Politiker nicht daran hindert, noch gr\u00f6\u00dfere Halden in Hamburg zu planen. Das ist derzeit aber selbst den Ingenieuren der beteiligten Unternehmen samt ihren Vorst\u00e4nden bereits im Vorfeld zu hei\u00df. Ob sich das bei der Politik durchsetzt oder die kurzerhand ein Gesetz verabschiedet, das Kohlehalden verbietet, zu brennen, bleibt abzuwarten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kohle &#8211; \u00e4ltere Ureinwohner werden sich vielleicht noch erinnern &#8211; war ja einmal einer der Treiber der deutschen Wirtschaft: preiswerter Rohstoff aus eigenen Quellen f\u00fcr die Energiegewinnung und die Schwerindustrie. 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