{"id":927,"date":"2017-03-25T07:46:28","date_gmt":"2017-03-25T06:46:28","guid":{"rendered":"http:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=927"},"modified":"2017-03-25T07:46:28","modified_gmt":"2017-03-25T06:46:28","slug":"die-endloesung-der-dieselfrage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2017\/03\/25\/die-endloesung-der-dieselfrage\/","title":{"rendered":"Die Endl\u00f6sung der Dieselfrage"},"content":{"rendered":"<p>Der Umgang mit der herbeigeredeten Dieselproblematik (Abgasmonster u.\u00e4. , Die ZEIT) und die Ank\u00fcndigung immer mehr St\u00e4dte, Dieselfahrzeuge im Stadtgebiet zu verbieten, nimmt allm\u00e4hlich Formen an, die Wahhabiten und Salafisten als durchaus tolerante Zeitgenossen erscheinen lassen. <!--more-->So darf man sich in fast jedem Artikel die M\u00e4r von &#8222;tausenden von Abgastoten, mehr als durch Verkehrsunf\u00e4lle&#8220; anh\u00f6ren, um anschlie\u00dfend ein sofortiges Verbot von Dieselfahrzeugen in St\u00e4dten zu fordern. Grund: die gesetzlichen Vorschriften verlangen niedrigere Grenzwerte.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst einmal sollte man sich als Leser von der Propaganda &#8222;Abgastote&#8220; freimachen, denn die dient nur zum Aufhetzen und f\u00e4llt unter die Rubrik &#8222;Fakenews&#8220;, auch wenn Statistiken angef\u00fchrt werden. Es ist n\u00e4mlich gar nicht m\u00f6glich, auf der Grundlage vorhandener Daten solche Aussagen zu treffen. Die Datenanalyse gibt n\u00e4mlich allenfalls her, dass in einem bestimmten Gebiet die Konzentration eines Schadstoffs mit bestimmten Erkrankungen korreliert. Ein weiter Schluss ist allerdings Dummschluss: es gibt sch\u00e4tzungsweise 100 weitere Gr\u00f6\u00dfen, die man ebenfalls ber\u00fccksichtigen m\u00fcsste (was aber nicht gemacht wird, denn man will ja die Gef\u00e4hrlichkeit genau dieses einen Stoffs nachweisen), und selbst das w\u00fcrde nicht gen\u00fcgen, denn man m\u00fcsste die kompletten Biografien der Bertroffenen und nicht Betroffenen hinzuziehen und landet dann bei tausenden von Einflussgr\u00f6\u00dfen. Asbestose oder Staublunge im Kohlebergbau: das ist hinreichend isoloierbar, um statistisch aussagekr\u00e4ftig zu sein. Auf NOx im Stra\u00dfenverkehr trifft das nicht zu.<\/p>\n<p>Aber schauen wir genauer auf den Prozess, der sich da nach folgendem Muster abspielt:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Bildschirmfoto-vom-2017-03-25-07-11-30.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-928\" src=\"http:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Bildschirmfoto-vom-2017-03-25-07-11-30-300x198.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"198\" srcset=\"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Bildschirmfoto-vom-2017-03-25-07-11-30-300x198.png 300w, https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/Bildschirmfoto-vom-2017-03-25-07-11-30.png 724w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Wie selbst die Bedenkentr\u00e4ger zugeben: die NOx-Werte, aufgrund derer die Diesel nun Fahrverbot bekommen sollen (es geht sogar noch weiter: in Die ZEIT spricht eine Redakteurin von einem SUV-Verbot au\u00dfer f\u00fcr Landwirte und Jagdp\u00e4chter), sind n\u00e4mlich seit Einf\u00fchrung der Euronormen und Plakettenregelungen nahezu unver\u00e4ndert. Von immer geringeren Aussto\u00dfmengen auf immer geringere Luftkonzentrationen zu schlie\u00dfen ist anscheinend nicht korrekt. Mit anderen Worten: die Grenzwertnormen wurde mit Blick auf Kausalzusammenh\u00e4nge geschaffen, die gar nicht stimmen.<\/p>\n<p>Schlimmer noch: s\u00e4mtliche St\u00e4dte sind aufgrund von Geldmangel oder v\u00f6llig hirnrissigen Prestigeprojekten (Stuttgart 21) mit Dauerbaustellen zugepflastert, die zu maximaler Verkehrsbehinderung f\u00fchren. Oft sieht man monatelang an solchen Baustellen nur die Mitarbeiter, die kontrollieren, ob die roten Warnlampen noch ordnungsgem\u00e4\u00df funktionieren. Diese Baustellen sind jedoch zu mehr als 50% f\u00fcr den hohen Abgasaussto\u00df verantwortlich, und durch intelligentere Methoden der Ampelsteuerung &#8211; obwohl kein Fahrzeug kommt, steht eine Spur stumpf drei Minuten auf Gr\u00fcn, obwohl sich auf der roten Spur kilometerweit die Fahrzeuge stauen und auf der anderen Seite problemlos weiterfahren k\u00f6nnten &#8211; lie\u00dfe sich eine erhebliche weitere Verbessung erreichen. F\u00fcr sinnvolle Ma\u00dfnahmen ist aber wie immer in der Politik kein Geld vorhanden.<\/p>\n<p>Als Konsequenz werden folglich Fahrzeuge, die bis vor einem Jahr in v\u00f6lliger \u00dcbereinstimmung mit allen Vorschriften gebaut wurden, nun aufgrund einer anderen Vorschrift verboten, obwohl sie allenfalls zum Teil eine Verantwortung tragen.<\/p>\n<p>Den Rattenschwanz eines Fahrverbots in den meisten St\u00e4dten, der in der Tat so etwas wie eine Endl\u00f6sung darstellt, scheint niemand zu sehen:<\/p>\n<ul>\n<li>Leute, die im Speckg\u00fcrtel wohnen und in der Stadt arbeiten, kommen nicht mehr zur Arbeit. \u00d6PNV existiert oft nicht (aus 9 Stunden, die man ohnehin schon unterwegs ist, werden leicht 12-14 Stunden, falls man am gleichen Tag \u00fcberhaupt wieder zur\u00fcck kommt), das nur wenige Jahre alte Auto ist nicht mehr verkaufbar, Geld f\u00fcr ein anderes ist nicht vorhanden. Das d\u00fcrfte f\u00fcr manche Leute durchaus existenzgef\u00e4hrdend werden und auch die Immobiliensituation durcheinander bringen.<\/li>\n<li>Umgekehrt haben auch Unternehmen ein Problem, wenn Mitarbeiter und Kunden wegbleiben. Am deutlichsten merkt es vermutlich der Einzelhandel, wenn das Umland nicht mehr zum Einkaufen kommt (in Bremen liegen entsprechende schmerzliche Erfahrung aus der ersten Plakettenaktion vor).<\/li>\n<li>Handwerks- und andere Betriebe besitzen oft eine Dieselflotte, teilweise (Transporter) auch gar nicht anders m\u00f6glich. Die k\u00f6nnen den Betrieb schlie\u00dfen, weil ein Umstellung, falls \u00fcberhaupt m\u00f6glich, nicht finanzierbar w\u00e4re. Installateur wegen Wasserrohrbruch? Vielleicht morgen, oder \u00fcbermorgen, oder n\u00e4chste Woche, oder gar nicht.<\/li>\n<li>Auch Post- und Paketdienste w\u00e4ren betroffen. Selbst DHL, Hermes und die anderen k\u00f6nnen es vermutlich nicht stemmen, ihre Flotte umzustellen.<\/li>\n<li>Der Automarkt bricht jetzt schon zusammen, obwohl nur Ank\u00fcndigungen von Verboten im Umlauf sind. Der ADAC verzichtet derzeit auf Kaufempfehlungen f\u00fcr Fahrzeuge, weil nicht absehbar ist, ob diese nicht ebenfalls von irgendwelchen Einschr\u00e4nkungen betroffen sind. Diesel-Gebrauchtwagen sind nicht mehr verkaufbar, Bezin-Gebrauchtwagen nicht mehr bezahlbar, wieder mit der Folge, dass Leute, die vielleicht umsteigen wollen, das gar nicht k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>Die Automobilindustrie steht vor dem Aus ganzer Produktionslinien bei gleichzeitig zu geringer Kapazit\u00e4t auf anderen Gebieten und Umstrukturierungen f\u00fcr den E-Mobil-Wahnsinn. Bevor es f\u00fcr diese Konzerne allerdings wirklich Ernst wird, sind vermutlich 30% der Zulieferer bereits in Konkurs gegangen (VW hat beispielsweise jetzt schon fast alle Leiharbeiter abgebaut, versteckt sich aber immer noch dahinter, dass die eigenen Mitarbeiter nicht betroffen seien).<\/li>\n<\/ul>\n<p>Kurz und gut, das un\u00fcberlegte Gehampel vorzugsweise der Gr\u00fcnen hat durchaus das Potential, eine sehr ernste Wirtschaftskrise herauf zu beschw\u00f6ren. Ist es das wert? Ist es nicht m\u00f6glich, zu sagen &#8222;die Grenzwerte sind gut gemeint, aber aus verschiedenen Gr\u00fcnden unrealistisch, und deshalb m\u00fcssen sie vorl\u00e4ufig kassiert werden&#8220;? Darf eine Rechtslage, die auf den ideologischen Befindlichkeiten weniger beruht (allerdings propagandistisch sehr erfolgreich verbreitet wird), dazu f\u00fchren, dass die breite Masse der Bev\u00f6lkerung wesentlich gravierendere Folgen zu tragen hat als die vermeintlichen Sch\u00e4den durch Schadstoffe? Kann man nicht einfach (physikalisch umsetzbare) Vorgaben f\u00fcr Fahrzeuge machen und eine Fahrzeuggeneration abwarten, ob sich das tat\u00e4schlich so auswirkt, wie man sich das w\u00fcnscht (bisher hat es da nicht)? Ich bef\u00fcrchte nein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Umgang mit der herbeigeredeten Dieselproblematik (Abgasmonster u.\u00e4. , Die ZEIT) und die Ank\u00fcndigung immer mehr St\u00e4dte, Dieselfahrzeuge im Stadtgebiet zu verbieten, nimmt allm\u00e4hlich Formen an, die Wahhabiten und Salafisten als durchaus tolerante Zeitgenossen erscheinen lassen. 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