{"id":9247,"date":"2023-07-13T07:51:00","date_gmt":"2023-07-13T05:51:00","guid":{"rendered":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=9247"},"modified":"2023-07-10T09:06:55","modified_gmt":"2023-07-10T07:06:55","slug":"das-maerchen-vom-staendigen-wirtschaftswachtstum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2023\/07\/13\/das-maerchen-vom-staendigen-wirtschaftswachtstum\/","title":{"rendered":"Das M\u00e4rchen vom st\u00e4ndigen Wirtschaftswachtstum"},"content":{"rendered":"\n<p>H\u00f6rt man sich das Geschwafel der Letzten Generation und anderer ungebildeter Spinner an, taucht regelm\u00e4\u00dfig die Kritik am st\u00e4ndigen Wirtschaftswachstum auf, denn das mache doch die Natur kaputt und die Menschen w\u00fcrden durch den Kapitalismus ausgebeutet. Leider haben die da was falsch verstanden.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Banalerweise k\u00f6nnte man bei dem Begriff &#8222;Wirtschaftswachstum&#8220; nat\u00fcrlich vermuten, dass die Wachstums AG st\u00e4ndig Grundst\u00fccke in der Nachbarschaft aufkauft, um immer gr\u00f6\u00dfer zu werden, bis schlie\u00dflich die ganze Gegend mit Produktionsanlage der Wachstums AG bedeckt ist und die Menschen schauen k\u00f6nnen, wo sie bleiben. Der banale Blick ist aber insofern falsch, als es nicht um r\u00e4umliche Ausdehnung geht, sondern halt der Umsatz der Wirtschaft w\u00e4chst. Was allerdings nicht bedeutet, dass sie zwangsweise auch mehr produziert.<\/p>\n\n\n\n<p>Tats\u00e4chlich geht es eher um eine Ver\u00e4nderung der Wirtschaft und nicht um ein absolutes Wachstum. St\u00e4ndig werden neue Produkte und Verfahren erfunden, die bei den Menschen zu &#8222;das will ich auch haben&#8220; f\u00fchren. Man denke etwa an das Beispiel Telefonie: <\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Die ersten Apparate waren noch handvermittelt, was die Zahl der Anschl\u00fcsse begrenzte. Es wollten mehr Leute die Technik haben, als technisch m\u00f6glich war.<\/li><li>Die mechanischen Vermittlungsverfahren beseitigten das, aber mit dem Drehscheibentelefon mussten alle vorhergehenden ausgetauscht werden. Jetzt konnten fast alle Telefone haben, aber noch relativ kostspielig.<\/li><li>Die elektronischen Vermittlungsverfahren brachten dann das Tastentelefon und viele Drehscheibentelefone wurden entsorgt, obwohl das nicht notwendigerweise so sein muss. Ab da wurde es dann schlie\u00dflich preiswerter.<\/li><li>Mit den ersten Handys konnte man telefonieren und SMS versenden, mehr nicht. Das kann man heute noch (sofern die Frequenzen nicht abgeschaltet wurden), aber man versuche einmal, jemanden ein Handy anzudienen, mit dem man nur telefonieren kann.<\/li><li>Heute leistet der Prozessor im Handy ein Vielfaches dessen, was fr\u00fcher ein raumf\u00fcllender sogenannter Super-Computer zu Wege brachte, was aber viele Nutzer nicht hindert, ihre funktionierenden Ger\u00e4te nach 2 Jahren zu entsorgen, weil ein neues Modell auf den Markt gekommen ist, das die Farbe Rot noch roter darstellen kann als das alte Modell. Die eigentliche Leistung &#8211; Telefonie und Internet &#8211; gibt es im Vergleich zu fr\u00fcher fast zum Nulltarif.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Es wird etwas erfunden, was die Menschen als n\u00fctzlich empfinden oder es aus anderen Gr\u00fcnden haben wollen. In der ersten Phase ist die Nachfrage gr\u00f6\u00dfer als die Lieferkapazit\u00e4t und das Produkt ist teuer und nicht jeder kann es sofort haben, aber im Laufe der Zeit hat dann doch jeder eins, weil es eben g\u00fcnstiger wird. Mit kapitalistischer Ausbeutung hat das wenig zu tun: klar will der Fabrikant auch verdienen, aber letztlich kann er das nur, wenn er den Kunden auch bedienen kann, und das wiederum kann er nur, wenn der Kunde, der ja in irgendeiner Form das Produkt mitproduziert, auch genug vom Kuchen abbekommt, um sich letztlich das Produkt tats\u00e4chlich kaufen zu k\u00f6nnen. <\/p>\n\n\n\n<p>Das erkl\u00e4rt auch das st\u00e4ndige Umsatzwachstum: h\u00e4tte man keine Weiterentwicklung, w\u00fcrde sich ein stabiles System herauskristallieren. Der Kunde bekommt das, was er will, weil der Unternehmer seine Produkte verkaufen muss, um selbst zu \u00fcberleben. Nat\u00fcrlich w\u00fcrde nicht jeder alles bekommen, sondern die Intelligenten und Leistungsf\u00e4higen werden immer einen Vorsprung vor den anderen haben. Bei Weiterentwicklungen sind neue Produkte zun\u00e4chst teurer und nur wenige k\u00f6nnen sie sich leisten, und zwar von dem, was sie f\u00fcr den Kauf der anderen Produkte nicht mehr ben\u00f6tigen und \u00fcbrig behalten haben. Mehr teure Produkte hei\u00dft aber auch h\u00f6herer Umsatz. Je mehr an neuen Sachen erfunden wird, die alle haben wollen, um so st\u00e4rker &#8222;w\u00e4chst&#8220; die Wirtschaft sprich der Umsatz.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Steigerung funktioniert, weil der Mensch mehr Werte schafft, als er selbst verbraucht bzw. verbrauchen kann. Da Handel auf dem Tauschweg nicht wirklich funktioniert, haben selbst urspr\u00fcngliche Gesellschaften das Geld erfunden, das als Tauschmittler dient. Werden mehr Werte geschaffen, steigt somit auch die notwendige Geldmenge. Im Sp\u00e4tmittelalter war es noch so, dass Gold oder Silber als Zahlungstr\u00e4ger in der Menge irgendwann nicht mithalten konnte, was die Wirtschaft d\u00e4mpfte, heute ist es so, dass Geld nat\u00fcrlich auch in dem Umfang vom Markt genommen werden m\u00fcsste, in dem die Werte verschwinden, was nicht passiert, aber das ist ein anderes Problem.<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich gibt es tats\u00e4chlich eine Ausbeutung der Menschen, die dazu f\u00fchrt, dass Produkte, die er eigentlich haben m\u00f6chte, in immer weitere Ferne r\u00fccken und unerreichbar werden (ich unterstelle hier mal einen nat\u00fcrlichen Realit\u00e4tssinn bei den W\u00fcnschen). Das hat aber in vielen F\u00e4llen wenig mit &#8222;b\u00f6sen Kapitalisten&#8220; zu tun.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(1) Sozialstaat<\/strong>. Sozialhilfe ist gut und richtig &#8211; sofern es sich um Hilfe zur Selbsthilfe handelt. Wer in Not ger\u00e4t, dem sollte man helfen, sein Leben so weit wieder in den Griff zu bekommen, dass er durchstarten kann, und wenn das durch Invalidit\u00e4t nicht wieder m\u00f6glich ist, ist Hilfe auch dauerhaft gut und richtig. <\/p>\n\n\n\n<p>Aber! Jeder sollte das Geld f\u00fcr sein Handy selbst verdienen!<\/p>\n\n\n\n<p>Der heutige Sozialstaat, in dem selbst Verweigerung keinerlei Konsequenzen hat, ist eine echte Ausbeutung der arbeitenden Bev\u00f6lkerung. Dem Einen wird es genommen, um dem Anderen Handy, Waschmaschine und Fernseher hinterher zu werfen, so dass der Eine sich kaum noch eine angemessene Wohnung leisten kann, von vielen anderen Sachen ganz abgesehen. Der heutige Sozialstaat ist in dieser Form Diebstahl und f\u00fchrt letztlich dazu, dass auch die, die noch etwas leisten k\u00f6nnten, keine Lust mehr haben. Aufgrund der beschriebenen Mechanismen hebelt der Dienstahl allerdings das Umsatzwachstum nicht aus.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>(2) B\u00fcrokratie<\/strong>. Die B\u00fcrokratie ist mehr oder weniger die Fortsetzung des Sozialstaats, indem immer mehr Menschen zwar formal arbeiten, die Arbeit aber darin besteht, andere, vorzugsweise die produzierenden Firmen, zu behindern. Wie der Sozialstaat ist die ausufernde B\u00fcrokratie Diebstahl, allerdings an den Unternehmern, die nun ihre Produkte verteuern m\u00fcssen, um diese parasit\u00e4ren Strukturen zu erhalten &#8211; und wieder k\u00f6nnen sich immer weniger Menschen das leisten, was sie gerne haben m\u00f6chten. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>(3) Ideologische Politik<\/strong>. Die ideologisierte Politik f\u00fchrt zunehmend dazu, dass mehr Produkte angefertigt werden, die niemand haben m\u00f6chte. Die aufgewandte Energie geht folglich ins Leere und vernichtet Kaufkraft, was dazu f\u00fchrt, dass selbst die gew\u00fcnschten Produkte nicht mehr erschwinglich sind, obwohl sie gar nicht teurer werden. Man schaue sich beispielsweise diese riesigen Stahlsegmente von 10m Durchmesser und mehr an,<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/P1120871-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9256\" srcset=\"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/P1120871-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/P1120871-300x225.jpg 300w, https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/P1120871-768x576.jpg 768w, https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/P1120871.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>die zu Stahlt\u00fcrmen zusammen geschwei\u00dft werden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"393\" src=\"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/P1120873-1024x393.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9257\" srcset=\"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/P1120873-1024x393.jpg 1024w, https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/P1120873-300x115.jpg 300w, https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/P1120873-768x295.jpg 768w, https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/P1120873.jpg 1500w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Das sind Segmente von Offshore-Windkraftanlagen, zu denen dann noch eine ganze Menge anderer Utensilien ben\u00f6tigt werden, um so eine Offshore-Anlage zu erstellen. Ob diese Anlagen aufgrund der begrenzten Lebensdauer auf See \u00fcberhaupt die Produktionskosten einspielen, ist eine Sache, dass die Energie an Land aber in den meisten F\u00e4llen gar nicht sinnvoll genutzt werden kann (entweder kein Wind oder zu viel), kommt als weiterer Killerfaktor hinzu.<\/p>\n\n\n\n<p>Ideologie-Politik ist nichts anderes als Diebstahl. Wobei man an dieser Stelle durchaus diskutieren kann, welche Rolle die Wirtschaft hier spielt. Bei Staatsbetrieben, die den geisteskranken Vorgaben unterliegen, sind es sicher nur teilweise die &#8222;Kapitalisten&#8220;. WKA-Hersteller werden ihre Anlagen lobbyistisch nat\u00fcrlich der Ideologie andienen, aber profitieren sie nur vom Wahnsinn oder verursachen sie ihn? Ziemlich eindeutig ist lediglich die Pharma-Branche, wie die Corona-P(l)andemie gezeigt hat: hier steckt die Industrie hinter einer durch Bestechung und Korruption verursachten Ideologie. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>(4) Ausw\u00e4rtiges<\/strong>. &#8222;Darf ich rauchen?&#8220; &#8211; &#8222;Benehm&#8216; dich wie zu Hause.&#8220; &#8211; &#8222;Na gut, dann eben nicht!&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn es nicht in der eigenen Wohnung abl\u00e4uft, lassen heute viele Leute immer mehr die Sau raus &#8211; wobei die Wirtschaft keine Ausnahme ist. Durch Lobby-Arbeit (= Bestechung) wird die Politik veranlasst, \u00e4rmere L\u00e4nder unter Druck zu setzen, damit sich Unternehmen dort wie die sprichw\u00f6rtliche Sau auff\u00fchren k\u00f6nnen (zumindest geh\u00f6rt das wohl zum westlichen Wertesystem). Man darf wohl bezweifeln, dass die Fr\u00fcchte dieser Ausbeutung im Heimatland ankommen, d.h. hier hat man tats\u00e4chlich kapitalistische Bereicherung, die wiederum zu Diebstahl ausartet, wenn diesen L\u00e4ndern dann auch noch Entwicklungshilfe (= Bestechung der Machthaber) ausgezahlt wird. <\/p>\n\n\n\n<p>Die richtig gro\u00dfe Werte-Vernichtung und der gro\u00dfe Diebstahl ist der Krieg, wie er jetzt in der Ukraine gef\u00fchrt wird. Eine Regierung, die Milliarden um Milliarden in den Krieg schiebt, ohne auch nur Verhandlungen ins Kalk\u00fcl zu ziehen, aber keine Mittel \u00fcbrig hat, um \u00fcberlebensf\u00e4hige Renten zu zahlen (um nur mal eines der vielen Probleme zu nennen), hat es sich redlich verdient, dass man jedem einzelnen Regierungsmitglied ins Gesicht spuckt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>H\u00f6rt man sich das Geschwafel der Letzten Generation und anderer ungebildeter Spinner an, taucht regelm\u00e4\u00dfig die Kritik am st\u00e4ndigen Wirtschaftswachstum auf, denn das mache doch die Natur kaputt und die Menschen w\u00fcrden durch den Kapitalismus ausgebeutet. Leider haben die da was falsch verstanden. 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