{"id":9051,"date":"2023-05-27T08:30:00","date_gmt":"2023-05-27T06:30:00","guid":{"rendered":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=9051"},"modified":"2023-05-26T08:39:20","modified_gmt":"2023-05-26T06:39:20","slug":"uebersterblichkeit-in-d","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2023\/05\/27\/uebersterblichkeit-in-d\/","title":{"rendered":"\u00dcbersterblichkeit in D"},"content":{"rendered":"\n<p>Von Christof Kuhbandner:<\/p>\n\n\n\n<p>Aktuell ist ein Fachartikel zur \u00dcbersterblichkeit in Deutschland von Matthias Reitzner und Christof Kuhbandner peer-reviewed &#8211; begutachtet von insgesamt sieben Reviewern &#8211; in einer internationalen medizinischen Fachzeitschrift erschienen:<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.cureus.com\/articles\/149410-estimation-of-excess-mortality-in-germany-during-2020-2022\">https:\/\/www.cureus.com\/articles\/149410-estimation-of-excess-mortality-in-germany-during-2020-2022<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Damit kann man auf der Basis eines peer-reviewed Fachartikels folgende Punkte als belegt ansehen:<\/p>\n\n\n\n<p>(1) Jahresweise Betrachtung<\/p>\n\n\n\n<p>Jahresweise betrachtet gab es in 2020 keine auff\u00e4llige \u00dcbersterblichkeit, die Anzahl der unerwarteten Todesf\u00e4lle liegt im Bereich der \u00fcblichen Schwankungsbreite. Im Jahr 2021 zeigt sich mit 34.000 Todesf\u00e4llen mehr als statistisch erwartet eine deutliche \u00dcbersterblichkeit, die zwei Standardabweichungen \u00fcber dem erwarteten Wert liegt. Im Jahr 2022 zeigt sich mit 66.000 Todesf\u00e4llen mehr als erwartet eine extreme \u00dcbersterblichkeit, die mehr als vier Standardabweichungen \u00fcber dem erwarteten Wert liegt.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend es im Jahr 2020 &#8211; dem Jahr des Beginns der Pandemie &#8211; also keine auff\u00e4llige \u00dcbersterblichkeit gab, sind in den Jahren 2021 und 2022 zusammengenommen in etwa 100.000 Menschen mehr verstorben als es \u00fcblicherweise der Fall ist. Die \u00dcbersterblichkeit in den Jahren 2021 und 2022 ist insbesondere in den j\u00fcngeren Altersgruppen zu finden. Im Jahr 2022 sind in der Altersgruppe der 15-29-J\u00e4hrigen 10,5 Prozent mehr Menschen als erwartet verstorben und in der Altersgrupe der 30-39-J\u00e4hrigen 9,7 Prozent mehr als erwartet. Hier ist die entsprechende Ergebnisgrafik aus unserem Artikel:<\/p>\n\n\n\n<p>(2) Monatsweise Betrachtung<\/p>\n\n\n\n<p>Eine monatsweise Betrachtung zeigt, dass es zum Jahreswechsel 2020\/2021 eine \u00dcbersterblichkeit gab, die altersabh\u00e4ngig war und insbesondere die h\u00f6heren Altersgruppen betraf, und die in den nachfolgenden Monaten Februar und M\u00e4rz durch eine nachfolgende Untersterblichkeit zum Teil wieder ausgeglichen wurde. Es handelte sich also schwerpunktm\u00e4\u00dfig um Vorzieheffekte, welche dazu gef\u00fchrt haben, dass vulnerable Personen, die normalerweise im Februar und M\u00e4rz verstorben w\u00e4ren, etwas fr\u00fchzeitiger verstorben sind. Ab April 2021 &#8211; dem Beginn der Impfkampagne &#8211; \u00e4ndert sich dieses Muster grundlegend: Pl\u00f6tzlich zeigt sich eine \u00dcbersterblichkeit bis in die j\u00fcngsten Altersgruppen hinein, welche nicht mehr durch nachfolgende Phasen der Untersterblichkeit ausgeglichen wird, sondern stattdessen zunehmend st\u00e4rker wird. Ein genauerer Blick zeigt weiterhin, dass die \u00dcbersterblichkeit umso sp\u00e4ter auftaucht, je j\u00fcnger die Altersgruppe ist, was dem zeitlichen Verlauf bei den Impfungen entspricht. Hier ist die entsprechende Ergebnisgrafik aus unserem Artikel (erg\u00e4nzt um eine Visualisierung des beschriebenen Befundmusters):<\/p>\n\n\n\n<p>In der Altersgruppe 15-29, welche von Corona praktisch nicht betroffen war, sieht man den frappierenden zeitlichen Verlauf der \u00dcbersterblichkeit wie in einem Brennglas:<\/p>\n\n\n\n<p>(3) Totgeburten<\/p>\n\n\n\n<p>In unserem Artikel wird meines Wissens auch zum ersten Mal die Zunahme der Totgeburten untersucht. Auch dort zeigt sich ein erschreckendes Muster. Verglichen mit den Vorjahren zeigt sich im zweiten Quartal 2021 bei der Rate der Totgeburten pro Gesamtanzahl aller Geburten ein Anstieg von 9,4 Prozent und im vierten Quartal ein Anstieg von 19,4 Prozent, was verglichen mit der Schwankungsbreite in den Vorjahren einem Anstieg um vier Standardabweichungen entspricht. Dieses Anstiegsmuster \u2013 ein erster kleinerer Anstieg im zweiten Quartal und ein st\u00e4rkerer Anstieg im vierten Quartal 2021 \u2013 stimmt zeitlich \u00fcberein mit den \u00f6ffentlichen Empfehlungen zur Impfung w\u00e4hrend der Schwangerschaft. Bereits im zweiten Quartal 2021 wurde von den deutschen gyn\u00e4kologischen Fachgesellschaften eine COVID-Impfung f\u00fcr alle Schwangeren empfohlen, obwohl die STIKO noch keine solche Empfehlung ausgesprochen hatte (<a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"https:\/\/www.pharmazeutische-zeitung.de\/covid-19-impfempfehlung-fuer-alle-schwangeren-125392\/ (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/www.pharmazeutische-zeitung.de\/covid-19-impfempfehlung-fuer-alle-schwangeren-125392\/\" target=\"_blank\">https:\/\/www.pharmazeutische-zeitung.de\/covid-19-impfempfehlung-fuer-alle-schwangeren-125392\/<\/a>). Von der STIKO wurde dann Mitte September 2021 \u2013 also kurz vor Beginn des vierten Quartals \u2013 eine explizite Empfehlung einer Impfung f\u00fcr alle bisher nicht oder unvollst\u00e4ndig geimpften Schwangeren ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel ausgesprochen. Besorgniserregend ist, dass die Totgeburtenrate auch im Jahr 2022 deutlich erh\u00f6ht ist. Hier ist die entsprechende Ergebnisgrafik aus unserem Artikel:<\/p>\n\n\n\n<p>(4) Zeitlicher Zusammenhang mit den COVID-19-Todesf\u00e4llen und den COVID-Impfungen<\/p>\n\n\n\n<p>In der Diskussion im Artikel haben wir uns dann noch die zeitlichen Zusammenh\u00e4nge mit den COVID-Todesf\u00e4llen und den Impfungen angesehen. In Bezug auf die COVID-Todesf\u00e4lle zeigt sich, dass die \u00dcbersterblichkeit seit Beginn der Impfkampagne nicht mit dem Verlauf der COVID-Todesf\u00e4lle erkl\u00e4rt werden kann. Ab Februar 2021 entkoppelt sich die Kurve der \u00dcbersterblichkeit von der Kurve der COVID-Todesf\u00e4lle. Trotz einer Phase einer erheblichen Untersterblichkeit wird weiterhin eine hohe Zahl sogenannter \u201eCOVID-Todesf\u00e4lle\u201c gemeldet, was gro\u00dfe Zweifel an der Validit\u00e4t der Diagnose \u201eCOVID-Todesfall\u201c aufkommen l\u00e4sst. Offenbar wurde diese Diagnose h\u00e4ufig f\u00fcr Todesf\u00e4lle verwendet, die unabh\u00e4ngig von \u201eCOVID\u201c verstorben sind. Ab September 2021 ist die \u00dcbersterblichkeit h\u00f6her als die Zahl der COVID-Todesf\u00e4lle, und im Jahr 2022 explodiert schlie\u00dflich die \u00dcbersterblichkeit, w\u00e4hrend die Zahl der COVID-Todesf\u00e4lle zunehmend zur\u00fcckging. Hier ist die entsprechende Ergebnisgrafik aus unserem Artikel:<\/p>\n\n\n\n<p>Beim zeitlichen Zusammenhang mit den Impfungen zeigt sich ein v\u00f6llig anderes Bild. Betrachtet man zun\u00e4chst den kumulativen Verlauf der Anzahl der unerwarteten Todesf\u00e4lle und der Impfungen &#8211; also die Anzahl der unerwarteten Todesf\u00e4lle und Impfungen \u00fcber die Monate hinweg aufsummiert &#8211; zeigt sich folgendes Bild (Grafik aus unserem Artikel):<\/p>\n\n\n\n<p>Trotz der Tatsache, dass ein Gro\u00dfteil insbesondere der in Bezug auf die Krankheitsschwere von COVID besonders betroffenen Personen zweifach bzw. dreifach geimpft war, zeigt sich kein relevanter Effekt auf die \u00dcbersterblichkeit. Stattdessen steigt die \u00dcbersterblichkeit im Jahr 2022 sogar deutlich st\u00e4rker an als in den Vorjahren. Allein diese Grafik l\u00e4sst die Behauptung, die Impfungen h\u00e4tten sehr viele Todesf\u00e4lle verhindert, absurd erscheinen. Vielmehr bekommt man insbesondere hinsichtlich der langfristigen Effekte den gegenteiligen Eindruck.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine genauere Betrachtung des zeitlichen Verlaufs der Impfungen und der \u00dcbersterblichkeit pro Monat ergibt folgendes Bild (Grafik aus unserem Artikel):<\/p>\n\n\n\n<p>Anders als im Vorjahr war in den Monaten mit einer hohen Zahl an Erst-, Zweit- und Drittimpfungen auch eine hohe Zahl an unerwarteten Todesf\u00e4llen zu beobachten. Besonders ausgepr\u00e4gt ist der zeitliche Zusammenhang zwischen dem Impfverlauf und der \u00dcbersterblichkeit bei der dritten Impfung. Im September und Oktober 2021 ging mit dem zun\u00e4chst geringen Anstieg der Zahl der Drittimpfungen ein vergleichsweise geringer Anstieg der \u00dcbertodesf\u00e4lle einher. Im November und Dezember 2021 stieg die Zahl der Drittimpfungen stark an, was mit einem vergleichsweise starken Anstieg der unerwarteten Todesf\u00e4lle einherging. Im Januar 2022 ging die Zahl der Drittimpfungen stark zur\u00fcck, was wiederum mit einem vergleichsweise starken R\u00fcckgang der \u00dcbersterblichkeit einherging. Nat\u00fcrlich muss Korrelation nicht Kausalit\u00e4t bedeuten. Aber genau ein solches Muster w\u00e4re zu erwarten, wenn die Impfung als unerw\u00fcnschte Nebenwirkung die Anzahl der unerwarteten Todesf\u00e4lle erh\u00f6hen w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich denke, dass unser Artikel wirklich starke Argumente liefert, die nun nicht mehr mit dem &#8222;Argument&#8220;, das sei nicht peer-reviewed, weggewischt werden k\u00f6nnen. Ich w\u00fcrde mich freuen, wenn jemand unseren Artikel bzw. unsere Ergebnisse verbreitet &#8211; der Artikel ist Open Access zug\u00e4nglich. Wenn es Nachfragen zu unseren Analysen gibt kann man mich sehr gerne kontaktieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Herzliche Gr\u00fc\u00dfe<br>\nChristof Kuhbandner<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>Anmerkung der Redaktion: eigentlich w\u00e4ren solche Untersuchungen Aufgabe der Mietwissenschaftler von RKI und PEI gewesen &#8211; oder genauer: die h\u00e4tten sich schon im Vorfeld die Sachen anschauen m\u00fcssen, um das Schlimmste &#8211; nach neuen Erkenntnissen vors\u00e4tzliche Vergiftung der Bev\u00f6lkerung &#8211; einzud\u00e4mmen. Mietwissenschaftler und Miet\u00e4rzte &#8211; das ist das, was von einer Wissenschaftsnation \u00fcbrig geblieben ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Christof Kuhbandner: Aktuell ist ein Fachartikel zur \u00dcbersterblichkeit in Deutschland von Matthias Reitzner und Christof Kuhbandner peer-reviewed &#8211; begutachtet von insgesamt sieben Reviewern &#8211; in einer internationalen medizinischen Fachzeitschrift erschienen: Download Artikel als PDF<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-9051","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9051","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9051"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9051\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9052,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9051\/revisions\/9052"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9051"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9051"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9051"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}