{"id":853,"date":"2017-02-12T12:00:34","date_gmt":"2017-02-12T11:00:34","guid":{"rendered":"http:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=853"},"modified":"2017-02-12T12:00:34","modified_gmt":"2017-02-12T11:00:34","slug":"das-problem-trump","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2017\/02\/12\/das-problem-trump\/","title":{"rendered":"Das &#8222;Problem&#8220; Trump"},"content":{"rendered":"<p>Trump polarisiert. In der ver\u00f6ffentlichten Meinung hat vielleich noch Kim Yong Un ein \u00e4hnlich schlechtes Image. Selbst die ansonsten recht seri\u00f6se Zeit wartet mit Vokabeln auf, die eher <!--more-->in den St\u00fcrmer passen w\u00fcrden. Woran liegt das?<\/p>\n<p>Trump wartet mit einem politischen Programm auf, das nicht in das politisch korrekte Gutmenschenweltbild passt. Opposition ist damit vorprogrammiert, aber das kann es nicht alleine sein, denn auch andere Politiker warten mit abweichenden Vorstellungen auf, ohne dass es zu einem derartigen Bashing kommt. Das ist es nicht alleine. Der Hauptgrund f\u00fcr die vehemente Ablehnung ist, dass Trump sich nicht an die Regeln h\u00e4lt:<\/p>\n<ol>\n<li>Trump versucht, genau das umzusetzen, was er im Wahlkampf versprochen hat. Damit hat er eine wichtige Regel verletzt, die alle anderen Politiker und Journalisten zwangsl\u00e4ufig verwirren muss: die sind es gewohnt, etwas zu sagen und nach Ende der Stimmabgabe spontan extreme Alzheimer-Symptome zu offenbaren: sie k\u00f6nnen sich an nichts erinnern und machen etwas v\u00f6llig anderes. Hintenrum mag das eine oder andere Detail aus dem Wahlprogramm bis zum Ende der Wahlperiode umgesetzt werden, um die W\u00e4hler bei der Stange zu halten, aber vieles wird unterwegs aus opportunistischen Gr\u00fcnden vergessen.<\/li>\n<li>Trump versucht die Umsetzung auf direktem Weg und verletzt damit eine weitere wichtige Regel: verhandle langfristig mit anderen, die deine Ideen nicht nur aus sachlichen Gr\u00fcnden ablehnen, sondern auch dann, wenn sie eigentlich der gleichen Meinung sind, und bringe eine m\u00f6glichst verw\u00e4sserte Version auf den Markt, die nicht mehr viel mit dem Ursprung zu tun hat.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Einfach ausgedr\u00fcckt: Trump ist kein Politiker, sondern Manager, und genau so sieht seine Regierung zur gro\u00dfen Best\u00fcrzung des Establishments aus: dessen Mitsprache wird weitgehend ausgebremst, auch wenn ein demokratisches System nat\u00fcrlich immer noch viele M\u00f6glichkeiten bietet, Sand ins Getriebe zu werfen.<\/p>\n<p>Warum so direkt? Trump hat m\u00f6glicherweise das Beispiel seiner Vorg\u00e4nger vor Augen: viel versprochen, aber in 8 Jahren nichts umgesetzt. Und 8 Jahre hat er nicht, schon aus Altersgr\u00fcnden. Will er wirklich etwas bewirken, bleibt ihm nichts als ein Frontalangriff. Sich auf die \u00fcblichen politischen Verw\u00e4sserungsspielchen einzulassen bringt nichts. Und er nutzt seine M\u00f6glichkeiten recht geschickt: statt Mauscheleien hinter dem Vorhang direkte Tweets auf Twitter, die jeder seiner W\u00e4hler unmittelbar lesen kann und denn Strippenziehern im Hintergrund ihre Hinhaltetaktik aus den H\u00e4nden schl\u00e4gt.<\/p>\n<p>So weit ist die Handlungsweise Trumps logisch und verst\u00e4ndlich. Man sollte auch nicht den Fehler machen, den Mann als einen bl\u00f6den Idioten l\u00e4cherlich machen zu wollen. So dumm, wie es die Presse gerne sehen will, ist kein Milliard\u00e4r, und schon gar kein erfolgreicher Milliard\u00e4r. Es ist unwahrscheinlich, dass er &#8222;Nachts im Bademantel vor dem Notebook spontan seinen Frust \u00fcber seine Schlaflosigkeit auf Twitter abarbeitet&#8220;, wie manche Zeitungen wissen wollen. Der Mann wei\u00df, was er tut, und l\u00e4sst auch seine Mitarbeiter mit gezielten Provokationen auftreten.<\/p>\n<p>Sind seine Ziele wirklich soweit neben der Spur, wie die Presse behauptet? Wenn man sich dort die Analysen anschaut, kann man sich bei oberfl\u00e4chlichem Lesen diesem Bild kaum entziehen. Aber das ist ja auch Absicht solcher Analysen. Man muss noch nicht einmal zwischen den Zeilen lesen, um heraus zu bekommen, dass auch die hochgescheiten Analysten der Zeitungen sich alles andere als sicher sind, wie sich Trumps Aktivit\u00e4ten wirklich auswirken. &#8222;America first&#8220; ist allerdings auch ein Slogan, der die EU-Weicheier erschreckt. Bleibt also derzeit nur, so viel Stunk gegen Trump zu machen wie m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Kommen wir noch mal auf Trump als Unternehmer zur\u00fcck. Die eingefahrenen Weg sind inzwischen so schlammig, dass sie nicht weiter benutzt werden sollten (aus dem Grund steht Trump ja auch dort wo er derzeit steht). Hier das Ruder in andere Richtungen zu bewegen ist die Aufgabe guter Manager. Ob das immer klappt? Wei\u00df man vorher nicht. Kann auch trotz aller guten Absicht schief gehen. Aber so lange man es nicht ausprobiert, wei\u00df man es eben auch nicht. Trump ist Unternehmer, und aus der Sicht ist eigentlich nicht zu erwarten, dass er einen Kurs, der das Gef\u00e4hrt schlie\u00dflich vor die Wand f\u00e4hrt, unbeirrt weiter verfolgt. Als Unternehmer wird er den Kurs wechseln, was die bewegungsunf\u00e4higen Europ\u00e4er noch mehr verwirren wird.<\/p>\n<p>Wenn Trump wirklich Unternehmer und nicht nur reicher Bl\u00f6dmann ist, wird er seinen W\u00e4hlern nach 4 Jahren auch etwas geliefert haben, ob es den Europ\u00e4ern passt oder nicht (die sind sich ja noch nicht mal einig). Das w\u00e4re meine Gegenprognose zu dem, was in den Medien gerne behauptet wird. Mal sehen, wer am Ende Recht beh\u00e4lt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Trump polarisiert. In der ver\u00f6ffentlichten Meinung hat vielleich noch Kim Yong Un ein \u00e4hnlich schlechtes Image. 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