{"id":8497,"date":"2023-01-27T15:26:00","date_gmt":"2023-01-27T14:26:00","guid":{"rendered":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=8497"},"modified":"2023-01-27T09:30:21","modified_gmt":"2023-01-27T08:30:21","slug":"wir-essen-insekten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2023\/01\/27\/wir-essen-insekten\/","title":{"rendered":"Wir essen Insekten"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Anmutung, Insekten als Nahrungsmittel zu verwenden, kommt nicht von ungef\u00e4hr, sondern von Leuten, die schon seit Jahrzehnten <strong>in Sekten<\/strong> leben. Aber ist das wirklich zu eine Zumutung?<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Zun\u00e4chst einmal gibt es schon einen Markt f\u00fcr Insekten als Nahrung g\u00e4be. Aber eben nicht hier.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"475\" src=\"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/grafik-43-1024x475.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-8498\" srcset=\"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/grafik-43-1024x475.png 1024w, https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/grafik-43-300x139.png 300w, https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/grafik-43-768x356.png 768w, https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/grafik-43.png 1394w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>In Malaysia ist Insekten-Farming ein Gesch\u00e4ftsmodell f\u00fcr Bauern:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed-wordpress wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-vulcan-post\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\nhttps:\/\/vulcanpost.com\/747325\/edible-insect-protein-farming-malaysia\/\n<\/div><figcaption>zur Not den Artikel von Google \u00fcbersetzen lassen<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Vom Ern\u00e4hrungsstandpunkt aus gesehen ist es unbedenklich, Insekten als Nahrungsmittel zu verwenden oder sie beizumischen. So lange man giftige Arten ausl\u00e4sst, bekommt man eine ordentliche Ladung Proteine und Ballaststoffe in Form der Chitin-Panzerung, die den Darmtrakt unverdaut passieren. Nat\u00fcrlich k\u00f6nnten &#8211; Betonung auf k\u00f6nnten &#8211; Menschen allergisch gegen bestimmte Arten sein, aber das l\u00e4sst sich durch Tests beim Arzt feststellen. Diese m\u00fcssten dann auf entsprechend gekennzeichnete Nahrungsmittel verzichten &#8211; wie bislang auch auf viele andere.<\/p>\n\n\n\n<p>Sind die Krabbeltiere in Ostasien bereits Standardbestandteil der Speisekarte, stellt sich die Frage, wo man die Tierchen f\u00fcr den hiesigen Bedarf \u00fcberhaupt im entsprechenden Ma\u00dfstab herbekommen will. F\u00fcr Heuschrecken, die medial besonders hoch gehandelt werden, findet man nach anstrengender Suche im Internet:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Das israelische Heuschreckenzuchtunternehmen Hargol Foodtech hat 600.000 US-Dollar an Seed-Finanzierung von Sirius Venture Capital in Singapur und SLJ Investment Partners in den Niederlanden erhalten.<\/p><p>Laut  Gr\u00fcnder Dror Tamir ist sein Unternehmen die einzige aktive  Heuschreckenfarm im kommerziellen Ma\u00dfstab auf der Welt, und Kunden von  Verbraucherprodukten verlangen lautstark nach dieser traditionellen  Proteinquelle. Der bestehende Heuschreckenanbau erfolgt in <a href=\"https:\/\/translate.google.com\/website?sl=auto&amp;tl=de&amp;hl=de&amp;u=http:\/\/www.bbc.com\/news\/business-37352190\">Mexiko<\/a> , wo einige Landwirte Pflanzen anbauen, um sie anzulocken. Es  gibt auch eine undurchsichtige und manchmal zerst\u00f6rerische Praxis, sich  auf Farmen zu schleichen, um Heuschrecken zu sammeln, die die Ernte  sch\u00e4digen k\u00f6nnen<\/p><p>&#8230;<\/p><cite><a href=\"https:\/\/agfundernews.com\/grasshopper-farmer-hargol-foodtech-raises-600k-seed-round\">https:\/\/agfundernews.com\/grasshopper-farmer-hargol-foodtech-raises-600k-seed-round<\/a><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Wie das praktisch aussieht, kann man sich hier in einem Video auf der Webseite des Produzenten anschauen:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed-wordpress wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-hargol-foodtech\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"S1FBHKfdy5\"><a href=\"https:\/\/hargol.com\/\">Home-new<\/a><\/blockquote><iframe loading=\"lazy\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; visibility: hidden;\" title=\"&#8220;Home-new&#8221; &#8212; Hargol FoodTech\" src=\"https:\/\/hargol.com\/embed\/#?secret=6Gf7D0Gvub#?secret=S1FBHKfdy5\" data-secret=\"S1FBHKfdy5\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>In der Hauptsache sind die Produzenten also bisher eher Kleinbetriebe in Ostasien. Aber das kann sich nat\u00fcrlich \u00e4ndern. Die Zucht ist aber nicht ganz einfach: jede Art hat so ihre bevorzugte Art, die Eier abzulegen, die man im Betrieb erst einmal bereit stellen muss. Die Larven besitzen meist Wurmgestalt und fressen sich eine Zeit lang gro\u00df, bis sie sich verpuppen und nach einiger Zeit das Vollinsekt entlassen. Das muss dann dazu gebracht werden, sich zu paaren und erneut Eier abzulegen. Irgendwo auf dem Lebensweg kann man dann die Larven oder Vollinsekten als Nahrungsmittel abzweigen. Ausnahme: bei Heuschrecken sieht die Larve aus wie das Vollinsekt und eine Verpuppung entf\u00e4llt, was die Sache etwas einfacher macht.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Entwicklung ben\u00f6tigen die Insekten bestimmte Futtermittel. Lediglich Heuschrecken sind weniger w\u00e4hlerisch, aber ob man sie mit gem\u00e4htem Gras oder Heu f\u00fcttern kann, kann ich nicht sagen. Bestimmte hohe Temperaturen und hohe Feuchtigkeit sind ebenfalls notwendig. Ob man hier in Mitteleuropa \u00fcberhaupt die Bedingungen f\u00fcr eine erfolgreiche Zucht schaffen kann (vielleicht mit Mega-Gew\u00e4chsh\u00e4usern mit entsprechendem Energiebedarf), entzieht sich meiner Kenntnis, aber die Weichen stehen wohl eher in der Richtung, dass das Zeug aus dem Ausland kommt und man sich (wieder einmal) von anderen abh\u00e4ngig macht.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht wenige der Insektenarten sind ihrerseits auch als Sch\u00e4dlinge gef\u00fcrchtet. Wenn hier Insektenfarmen entstehen, kann dann garantiert werden, dass nicht gen\u00fcgend der Krabbeltiere entkommen, um nebenan mehr zu vernichten, als man in der Farm erntet? Oder noch schlimmer: setzt man hier Arten frei, die keine Feinde haben und sich ungehindert vermehren? Verschiedene Tierarten, die fr\u00fcher f\u00fcr die Pelzindustrie gez\u00fcchtet wurden, haben sich auf diese Art hier breit gemacht, wobei im Falle der Waschb\u00e4ren ein ausgeb\u00fcchstes P\u00e4\u00e4rchen gen\u00fcgt hat, wenn man den Berichten glauben darf. Und S\u00e4ugetiere kann man sicher leichter unter Kontrolle halten als Krabbeltiere. <\/p>\n\n\n\n<p>Substituiert werden soll ein Gro\u00dfteil der Viehzucht hierzulande. Welche, sei einmal dahin gestellt. Gefl\u00fcgel? Rinder? Schweine? Bei allem ist zu sagen, dass die Viehzucht in die Landwirtschaft eingepreist ist: von den Feldfr\u00fcchten sind oft nur 10% f\u00fcr die menschliche Ern\u00e4hrung brauchbar. Vieles was wir nicht essen (k\u00f6nnen) geht dann in die Viehzucht. Schlimmstenfalls w\u00fcrde durch die Insekten die Nutzung des Agrarlandes eingeschr\u00e4nkt. Und das ist noch nicht alles: das Pflanzenwachstum ist von D\u00fcngung abh\u00e4ngig, und Dung wird zu einem wesentlichen Teil aus der Viehzucht abgezweigt. Das ist den gr\u00fcnen Ideotologen schon l\u00e4nger ein Dorn im Auge, genau wie der Einsatz von Kunstd\u00fcnger.<\/p>\n\n\n\n<p>Muss man hier den Hintergrund f\u00fcr den Insektenquatsch suchen? M\u00f6glicherweise. Durch unsinnige G\u00fclle- und D\u00fcngeverordnungen liefern die Hochleistungsgetreidesorten zwar noch gen\u00fcgend Masse, aber nicht mehr mit dem notwendigen Proteingehalt. Der muss n\u00e4mlich einen bestimmten Wert erreichen, damit das Brot beim Backen nicht auseinander f\u00e4llt. Ein Teil der Ernte ist bereits heute zum Backen nicht mehr geeignet, au\u00dfer f\u00fcr Fladenbrote (gef\u00fcllt: D\u00f6ner). Mit anderen Worten: die gr\u00fcne Idiotologie \u00e0 la Sch\u00e4m \u00d6tztsichselbst f\u00fchrt zu zwei Optionen:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Es gibt demn\u00e4chst nur noch Fladenbrot und \u00fcberzuckertes orientalisches Naschwerk oder<\/li><li>dem Mehl wird Insektenmehl als Proteintr\u00e4ger beigemischt, im weiterhin Brot und Kuchen backen zu k\u00f6nnen.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>Fazit: als Nahrung stellen Insekten an sich kein Problem dar. In L\u00e4ndern mit entsprechenden klimatischen Bedingungen mag sich das durchaus lohnen. Hier geht der Schuss allerdings wie bei allen gr\u00fcnen Wahnsinnsvorstellungen nach hinten los: Insekten sind nicht notwendig, da die Landwirtschaft gen\u00fcgend Nahrungsmittel produzieren kann. Die Substitution von Viehzucht durch Insekten vernichtet allerdings in einer Abw\u00e4rtsspirale die hiesige Landwirtschaft. Hier produzierte Nahrungsmittel werden letztlich weniger und schlechter werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Anmutung, Insekten als Nahrungsmittel zu verwenden, kommt nicht von ungef\u00e4hr, sondern von Leuten, die schon seit Jahrzehnten in Sekten leben. Aber ist das wirklich zu eine Zumutung? Download Artikel als PDF<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-8497","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8497","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8497"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8497\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8503,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8497\/revisions\/8503"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8497"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8497"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8497"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}