{"id":8394,"date":"2023-01-10T06:00:00","date_gmt":"2023-01-10T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=8394"},"modified":"2023-01-08T11:49:35","modified_gmt":"2023-01-08T10:49:35","slug":"das-kulturelle-erbe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2023\/01\/10\/das-kulturelle-erbe\/","title":{"rendered":"Das kulturelle Erbe"},"content":{"rendered":"\n<p>Neulich wurde unter gro\u00dfem medialen Get\u00f6se eine Hinterlassenschaft des deutschen Kolonialismus an den nigerianischen Teilstaat Benin zur\u00fcckgegeben. Es handelt sich um eine Reihe von Bronzen aus deutschen Museen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"508\" height=\"628\" src=\"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/grafik-7.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-8395\" srcset=\"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/grafik-7.png 508w, https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/grafik-7-243x300.png 243w\" sizes=\"auto, (max-width: 508px) 100vw, 508px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Dazu sollte man wissen, dass die Bronzen nach der Herstellung von Handelskontakten der Portugiesen mit dem K\u00f6nigreich Benin ab den 16. Jahrhundert entstanden sind. Die K\u00f6nige von Benin hofften auf portugiesischen Feuerwaffen, um Eroberungsfeldz\u00fcge f\u00fchren zu k\u00f6nnen, wurden aber nur mit Kupfer, Bronze und Messing beliefert, die sie u.a. im gro\u00dfen Stil zu solchen Kunstwerken umsetzten. Bezahlt wurde u.a. mit Sklaven aus den verschiedenen Eroberungsz\u00fcgen, d.h. im Klartext: man gibt ehemaligen Sklavenh\u00e4ndlern ihre Sachen zur\u00fcck, weil man sich schlecht f\u00fchlt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Bronzen wurden zwar auch gehandelt, die Hauptmasse beschlagnahmten die Briten allerdings 1897 im Rahmen eines Krieges und verh\u00f6kerten die Beute an ein gutes Dutzend Museen in aller Welt, von denen kein einziges auf die Idee kommen w\u00fcrde, irgendetwas zur\u00fcck zu geben, obwohl der gr\u00f6\u00dfte Teil der ca. 4.000 St\u00fccke in ihrem Besitz ist &#8211; au\u00dfer eben den Deutschen, die die Sachen damals rechtm\u00e4\u00dfig erworben hatten (was \u00fcbrigens f\u00fcr 99,5% aller so genannter &#8222;Kolonialkunst&#8220; gilt, die aufgrund vorher ausgehandelter Vertr\u00e4ge erworben wurde).<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"504\" height=\"699\" src=\"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/grafik-8.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-8396\" srcset=\"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/grafik-8.png 504w, https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/grafik-8-216x300.png 216w\" sizes=\"auto, (max-width: 504px) 100vw, 504px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Im Grunde sind bisher alle damit zufrieden gewesen. Noch vor 15 Jahren wurde eine gro\u00dfe Wanderausstellung rund um die Welt schickt, zu deren F\u00f6rderern auch Omo N&#8217;Oba Erediauwa, der amtierende Oba (K\u00f6nig) von Benin geh\u00f6rt, aus dessen Fundus nicht wenig beigesteuert wurde. <\/p>\n\n\n\n<p>Inzwischen meinen politisch korrekte Spinner, alles, was nicht hier produziert wurde, an die Ursprungsl\u00e4nder zur\u00fcckf\u00fchren zu m\u00fcssen. Darunter f\u00e4llt so ziemlich alles, was in den Berliner Museen an Altert\u00fcmern herumliegt, von ein paar Faustkeilen einmal abgesehen. Dass gerade das einem kulturellem Kahlschlag gleichkommt, der verhindert, dass man \u00fcberhaupt noch mit fremder Kultur in Ber\u00fchrung kommt (<em>konsequenter Weise m\u00fcsste man wohl selbst Puccini- oder Verdi-Opern k\u00fcnftig nur noch in Italien genie\u00dfen d\u00fcrfen und Tschaikoswki oder Schostakowitsch w\u00e4ren wohl auf Jahrzehnte nicht mehr h\u00f6rbar<\/em>), scheint diese Kulturbanausen nicht zu interessieren. Aber das sind ja auch in der Regel keine Deutschen, sondern kulturlose eingedeutschte Gastarbeiter- oder Wirtschaftsfl\u00fcchtlingsnachkommen. <\/p>\n\n\n\n<p>Au\u00dferdem w\u00e4re eine R\u00fcckgabe noch nicht einmal unter derart verspinnerten Gedanken zu rechtfertigen. Man schaue sich nur mal die t\u00e4gliche Werbung an. Unter einer Horde Mulatten l\u00e4uft da nichts mehr und hellh\u00e4utige Natives tauchen fast gar nicht mehr auf. Alles &#8222;zur\u00fcck zu geben&#8220; w\u00fcrde die zuk\u00fcnftige Mehrheitsgesellschaft dieser Lande ihre Kultur berauben. Aber Kulturraub ist ja allgegenw\u00e4rtig, denn umgekehrt kann man ja auch die gesamte Werbung als &#8222;kulturelle Aneignung f\u00fcr Wei\u00dfe bestimmte Produkte durch farbige Personen&#8220; sehen. <\/p>\n\n\n\n<p>Bleibt als letztes kulturelles \u00dcberbleibsel wohl irgendwann nur noch der Kulturbeutel. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neulich wurde unter gro\u00dfem medialen Get\u00f6se eine Hinterlassenschaft des deutschen Kolonialismus an den nigerianischen Teilstaat Benin zur\u00fcckgegeben. Es handelt sich um eine Reihe von Bronzen aus deutschen Museen. 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