{"id":8253,"date":"2022-12-02T08:56:24","date_gmt":"2022-12-02T07:56:24","guid":{"rendered":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=8253"},"modified":"2022-12-02T08:56:24","modified_gmt":"2022-12-02T07:56:24","slug":"mit-wem-spreche-ich-bitte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2022\/12\/02\/mit-wem-spreche-ich-bitte\/","title":{"rendered":"Mit wem spreche ich, bitte?"},"content":{"rendered":"\n<p>Leute mit Geduld schauen sich Filme bis zum Ende an. Zumindest bei Marvel wird man dann regelm\u00e4\u00dfig mit einem Nachklapp belohnt. Jedenfalls f\u00e4llt einem beim Anschauen der Mitwirkendenliste auf, wie lang sie ist. Teilweise wohl so an die 1.000 Leute, obwohl doch nur 5 Schauspieler mitgewirkt haben.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Nun, ob das so sein muss? Wenn man bei der Computer-Animation den Chef erw\u00e4hnt, ist das wohl ok, aber da tauchen dann bis zu 200 Programmierer einzeln auf. Masse macht Klasse und jeder, der dort auftaucht, kann bei sp\u00e4teren Bewerbungen geltend machen, er habe an dem Film mitgewirkt, obwohl man das allenfalls an einem Standbild kontrollieren kann und nicht daraus hervorgeht, ob er was programmiert hat oder nur nach Feierabend die M\u00e4use von Cola-Resten gereinigt. In recht alten Filmen war das jedenfalls nicht so.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt noch ein ganz anderes Feld, wo es \u00e4hnlich zugeht: wissenschaftliche Ver\u00f6ffentlichungen. Wenn man sich da umschaut, standen als Verfasser fr\u00fcher ein paar Leutchen dr\u00fcber, n\u00e4mlich die, die die Arbeit gemacht haben. Teilweise ist das heute auch noch so, wenn es um unwichtige Sachen geht, aber die wirklich wichtigen Arbeiten, also die, die f\u00fcr die Begr\u00fcndung politischer und anderer Ma\u00dfnahmen verwendet werden, weisen inzwischen 30-100 Verfasser auf. Wie bei den Filmen muss man m\u00fchsam im Standbild suchen, wenn man jemanden finden will. Anscheinend wird inzwischen auch der aufgef\u00fchrt, der mit der Flaschenb\u00fcrste die Reagenzgl\u00e4ser gereinigt hat. Anscheinend. Denn tats\u00e4chlich handel es sich da um ganz andere Gr\u00fcnde, weshalb jemand in der Liste auftaucht.<\/p>\n\n\n\n<p>Eines der Hauptprobleme bei dem ganze Covid-Betrug ist die Unm\u00f6glichkeit, als Kritiker wissenschaftliche Argumente anzubringen. Da steht das Narrativ gegen die Realit\u00e4t, also Wissenschaft gegen Wissenschaft, und die \u00fcblichen Faktenficker identifizieren die Narrativvertreter auch schnell als die besseren Wissenschaftler &#8211; Thema erledigt. Nur: es treten gar nicht Wissenschaftler gegen Wissenschaftler an, sondern <strong>Lobbyisten gegen Wissenschaftler<\/strong>. <\/p>\n\n\n\n<p>Was da an Wissenschaftler auf der offiziellen Seite pr\u00e4sentiert wird, ist allenfalls jemand, der mal in ein Gebiet reingerochen hat, aber keine wirkliche Ahnung hat, sondern nur durch Protektion seine Stellung bekommen hat. Wer m\u00f6chte, kann ja mal im Internet die Qualit\u00e4t der handwerklichen Wissenschaftsarbeit eines Prof. Dr. Lauterbach oder eines Prof. Dr. Drosten (Liste fast beliebig erweiterbar) nachschauen: schon der Hintergrund der Dr-Titel d\u00fcrfte manche ernsthafte Wissenschaftler zu der satirischen Frage bringen, ob die Arbeit bereits im 2. Semester angefertigt wurde. Nein, die machen keine Wissenschaft und wenn von denen einer mal im wei\u00dfen Kittel rumrennt, dann wohl mit dem gleichen Hintergrund wie die bekannte Zahnarztfrau aus der Zahnpastawerbung.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;<em>Aber die haben doch ein so hohes Ranking. So viele 1000 Ver\u00f6ffentlichungen unter ihrem Namen.<\/em>&#8220; &#8211; kann man nun einwenden (machen die Faktenficker auch). Problem der Wissenschaft: es geht nicht um die Qualit\u00e4t der Arbeit, sondern um die Anzahl der Ver\u00f6ffentlichungen. Was schon fr\u00fcher zu Spott in der Form &#8222;<em>Noch riecht es hier nach Angebranntem &#8211; schon steht es in der Angewandten<\/em>&#8220; bekrittelt wurde.\u00b9\u207e Und da sind wir beim Thema. Nehmen wir einen beliebigen der \u00f6ffentlichen Wissenschaftsschauspieler und nennen ihn der Einfachheit halber CD, um nicht irgendjemandem die M\u00f6glichkeit zu geben, pers\u00f6nlich zu werden: in fast allen Ver\u00f6ffentlichungen, in denen CD auftaucht, ist sein Name schnell zu finden: ganz hinten oder 1-2 Pl\u00e4tze davor.\u00b2\u207e<\/p>\n\n\n\n<p>Verglichen mit dem Filmabspann w\u00e4re CD also der, der die Reagenzgl\u00e4ser gesp\u00fclt hat. Stimmt aber nicht. CD ist kein Sp\u00fclknecht, sondern lupenreiner Lobbyist. An der Arbeit hat er nichts gemacht (k\u00f6nnte er vermutlich auch nicht), schon alleine aus Zeitgr\u00fcnden, denn die Nennung seines Namens in verschiedenen Artikeln ist zeitlich dichter als die Arbeitszeit selbst an den profansten Ver\u00f6ffentlichungen. Aber die stetige Nennung von CD in den Verfasserlisten f\u00fchrt zu unglaublich vielen Ver\u00f6ffentlichungen, an denen CD mitgewirkt hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Stellt sich die Frage, wie er mitwirkt. Nun, CD ist Lobbyist und verf\u00fcgt als solcher \u00fcber Gelder, die er f\u00fcr Forschungsarbeiten vergeben kann. Mit drei Wirkungen:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>CD bestimmt, zu welchem Thema geforscht werden soll.<\/li><li>CD \u00e4u\u00dfert seine Erwartung, wie das Ergebnis aussehen wird (und der Geldempf\u00e4nger tut gut daran, genau das Ergebnis zu liefern, wenn er wieder Geld bekommen m\u00f6chte).<\/li><li>CD hat das Recht, auf der Verfasserliste aufzutauchen (was auch geschieht, wenn das bestellte Forschungsergebnis geliefert wird).<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>Das Problem der eigentlichen Forscher besteht nun nicht darin, eine bestimmte Sache zu untersuchen, sondern einen Weg zu finden, das bestellte Ergebnis zu liefern. Als Trostpreis ist das F\u00f6rdergeld h\u00f6her als er daf\u00fcr braucht, d.h. es bleibt etwas f\u00fcr ihn \u00fcbrig, tats\u00e4chliche Forschung zu betreiben. Es lohnt sich also f\u00fcr ihn, auch weiter mitzumachen.<\/p>\n\n\n\n<p>Und da haben wir nun den Kern freigelegt. CD ist namhafter Wissenschaftler aufgrund der Vielzahl seiner Forschungen, obwohl er im Grunde allenfalls ein Hinterb\u00e4nkler ist, falls \u00fcberhaupt. Tats\u00e4chlich wissenschaftlich wenig bis unterbelichtet turnt er auf sehr vielen Hochzeiten als Lobbyist herum und kennt dort nicht nur Hinz, sondern auch Kunz, die beide mit Wissenschaft noch weniger zu tun haben, ihn aber Politikern als erlesenen Fachwissenschaftler ans Herz legen. Und die &#8222;ber\u00e4t&#8220; er nun im Sinne von Hinz oder Kunz oder beiden und tritt im wei\u00dfen Wissenschaftlerkittel vor die Kamera, um gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen Bl\u00f6dsinn, der fachlich nicht gedeckt ist, zu verk\u00fcnden, was dann alles von gekauften Journalisten verbreitet und von Faktenfickern beglaubigt wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Und an solche Leute wenden sich dann die Kritiker mit wissenschaftlichen Argumenten und wundern sich, dass sie keinen Erfolg damit haben. <\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">\u00b9\u207e Gemeint ist die durchaus renommierte wissenschaftliche Zeitschrift &#8222;Angewandte Chemie&#8220;. Manche Chemiker kritisierten, dass andere Kollegen gewisserma\u00dfen jeden Laborunfall f\u00fcr eine Ver\u00f6ffentlichung nutzten und die Zeitschrift auch oft Arbeiten mit wenig Hand und Fu\u00df annahm.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">\u00b2\u207e Wirklich wichtige Wissenschaftsschauspieler &#8211; das sind dann meist solche aus den USA &#8211; treten weiter vorne auf, denn die Liste der Schauspieler ist hier l\u00e4nger als die der Wissenschaftler. Wenn man also nach AF statt nach CD suchen w\u00fcrde, sollte man weiter vorne nachschauen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Leute mit Geduld schauen sich Filme bis zum Ende an. Zumindest bei Marvel wird man dann regelm\u00e4\u00dfig mit einem Nachklapp belohnt. Jedenfalls f\u00e4llt einem beim Anschauen der Mitwirkendenliste auf, wie lang sie ist. Teilweise wohl so an die 1.000 Leute, obwohl doch nur 5 Schauspieler mitgewirkt haben. 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