{"id":8068,"date":"2022-11-04T08:18:18","date_gmt":"2022-11-04T07:18:18","guid":{"rendered":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=8068"},"modified":"2022-11-04T08:18:19","modified_gmt":"2022-11-04T07:18:19","slug":"arbeitskraeftemangel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2022\/11\/04\/arbeitskraeftemangel\/","title":{"rendered":"Arbeitskr\u00e4ftemangel"},"content":{"rendered":"\n<p>Lehrlinge hei\u00dfen ja schon seit geraumer Zeit Azubis &#8211; in klarer Umkehrung der Rechte und Pflichten. Ein Lehrling ist n\u00e4mlich traditionell jemand, der sich seinem Lehrherren verpflichtet, weil er von ihm etwas lernen m\u00f6chte, um einen Beruf auszu\u00fcben. Ein Azubi oder Auszubildender ist vom Wortsinn her hingegen jemand, dem sich der Lehrherr verpflichtet und eine Dienstleistung an ihm zu vollbringen hat &#8211; n\u00e4mlich ihn auszubilden.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Man kann mich sprachlichen Korinthenkacker nennen (ich f\u00fchle mich eher als Dukatenschei\u00dfer), aber sprachlicher Sinn setzt sich im Unbewussten fest &#8211; zumindest so lange die Sprache nicht vollst\u00e4ndig zerst\u00f6rt wird, wie es derzeit geschieht. So ist ein Student nur dann Studierender, wenn er in der Uni sitzt und sich in seinem gew\u00e4hlten Fach bildet. Geht er hinterher zum Discounter einkaufen, ist er ein Einkaufender und kein Studierender, aber immer noch Student und keinesfalls ein Eink\u00e4ufer. Allerdings muss man die Sprache zerst\u00f6ren, wenn man die Menschen auf eine ideologische Schiene zwingen will. Sobald die Sprache ihre Klarheit und Sch\u00e4rfe los ist, kann man behaupten, was man will, weil alles auf einmal beliebig und damit richtig ist (das ist tats\u00e4chlich so: bei einer Implikation kann man aus einer beliebigen Voraussetzung jeden beliebigen Schluss ziehen und die Schlussfolgerung als solche ist vollst\u00e4ndig korrekt).<\/p>\n\n\n\n<p>Aber zur\u00fcck zum Lehrling: den sucht man inzwischen h\u00e4nderingend. Der Singular ist anscheinend korrekt, denn zu finden ist anscheinend niemand:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"854\" height=\"156\" src=\"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/grafik-3.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-8069\" srcset=\"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/grafik-3.png 854w, https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/grafik-3-300x55.png 300w, https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/grafik-3-768x140.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 854px) 100vw, 854px\" \/><figcaption><a href=\"https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/arbeitsmarkt_im_oktober_azubis_fehlen_an_allen_ecken\">https:\/\/www.achgut.com\/artikel\/arbeitsmarkt_im_oktober_azubis_fehlen_an_allen_ecken<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Eine Umfrage jagt die n\u00e4chste, eine Statistik \u00fcberholt die vorhergehende. Eins eint sie alle: sie sind mal wieder unqualifiziert. Man fragt den DAX-Konzern Continental &#8222;Habt ihr genug Azubis?&#8220; &#8211; &#8222;Was?&#8220; &#8211; &#8222;Na, Lehrlinge.&#8220; &#8211; &#8222;Ach so! Nee!&#8220; &#8211; nur um dann in der n\u00e4chsten Umfrage auch Thyssen Steel zu fragen, danach in einer neuen Umfrage RWE usw., nur um immer wieder die gleiche Antwort zu bekommen, gefolgt von &#8222;Warum?&#8220; &#8211; &#8222;Demokratischer Wandel!&#8220; &#8211; &#8222;Was?&#8220; &#8211; &#8222;Na, zu wenig Jugendliche.&#8220; &#8211; &#8222;Ach so. Na dann!&#8220;. Nur kommt keiner auf die Idee, mal die richtigen Leute zu fragen &#8211; die Jugendlichen.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Wie alt bist du?&#8220; &#8211; &#8222;17&#8220; &#8211; &#8222;Und was willst du mal werden?&#8220; &#8211; &#8222;18&#8220; &#8211; &#8222;Nee, das Alter ist nicht gemeint!&#8220; &#8211; &#8222;Ach so. Ich glaube, ein queerfaschistisches M\u00e4dchen.&#8220; &#8211; &#8222;Ich meine den Beruf.&#8220; &#8211; &#8222;Vergleichende Theaterwissenschaft studieren &#8211; oder femistische Karthografie &#8211; oder antikolonialistisches Trampolinspringen &#8211; also auf jeden Fall was mit  \u00f6kosozialer Friedensdiversit\u00e4t in einer digitalnachhaltigen Transgenderumwelt.&#8220; &#8211; &#8222;Und warum kein Handwerk?&#8220; &#8211; &#8222;H\u00e4???&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>Sinnvoll w\u00e4re es doch wohl, mal an der Stelle anzusetzen und zu fragen, weshalb Ausbildungsberufe keinen Stellenwert mehr haben. Und daran zu arbeiten, dass sich das \u00e4ndert. <\/p>\n\n\n\n<p>Statt dessen das \u00dcbliche: Einwanderung. Nat\u00fcrlich von Fachkr\u00e4ften, denn wenn man ausl\u00e4ndische Jugendliche importiert, landen die in der Schule, wo sie bestenfalls auch so werden wie die anderen. Nur klappt das nicht. Selbst f\u00fcr den Beruf, f\u00fcr den man wohl die wenigsten Voraussetzungen \u00fcberhaupt mitbringen muss &#8211; das Totschlagen anderer Leute &#8211; reichen die Kenntnisse nicht aus. So m\u00fcssen ukrainische Soldaten beispielsweise m\u00fchsam an westlichen Waffen angelernt werden, um damit andere Menschen tot zu schlagen &#8211; selbsterkl\u00e4rend wie ein Handy sind Granatwerfer offenbar nicht und auch einen Panzer bedient man nicht mit einer WYSIWYG-Bildschirmoberfl\u00e4che. <\/p>\n\n\n\n<p>Einwanderer, so sie arbeiten wollen &#8211; und da gibt es tats\u00e4chlich einige, wie ich versichern kann &#8211; eignen sich daher erst mal nur f\u00fcr T\u00e4tigkeiten, in denen einfaches Anlernen reicht. Das sind allerdings auch die T\u00e4tigkeiten, f\u00fcr die Studenten der  qeerfeministischen Klimagerechtigkeit in Frage kommen, und auch wenn die bislang f\u00fcr  einwanderungsfaire Gleichberechtigungsinklusion eingetreten sind, wird es dann pl\u00f6tzlich weinerlich hei\u00dfen &#8222;Der Neger da hat mir meinen Job gestohlen! Bu\u00e4\u00e4!&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lehrlinge hei\u00dfen ja schon seit geraumer Zeit Azubis &#8211; in klarer Umkehrung der Rechte und Pflichten. Ein Lehrling ist n\u00e4mlich traditionell jemand, der sich seinem Lehrherren verpflichtet, weil er von ihm etwas lernen m\u00f6chte, um einen Beruf auszu\u00fcben. 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