{"id":672,"date":"2016-10-11T14:18:57","date_gmt":"2016-10-11T12:18:57","guid":{"rendered":"http:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=672"},"modified":"2016-10-11T14:18:57","modified_gmt":"2016-10-11T12:18:57","slug":"flop-elektroauto","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2016\/10\/11\/flop-elektroauto\/","title":{"rendered":"Flop Elektroauto"},"content":{"rendered":"<p>Wer mit dem Gedanken lieb\u00e4ugelt, sollte sich zun\u00e4chst eine Karte und einen Zirkel besorgen und <!--more-->zwei Kreise mit den Kartenradien 75 km und 150 km um seinen Wohnsitz einzeichnen. 75 km sind das, was man hin- und zur\u00fcck mit einer Batterief\u00fcllung erledigen kann, 150 km die Entfernung, nach der man aufladen muss, um wieder zur\u00fcck zu kehren, vorausgesetzt man findet dort eine passende Steckdose. Kann man mit dem Umgebungsbereich leben? Immerhin kommen mit Urlaub und Feiertagen ca. 6 arbeitsfreie Wochen zusammen, in denen man vielleicht irgendwo hinfahren m\u00f6chte, und sei es nur zu einem Verwandten. Wie viele Interessenten bleiben jetzt noch? 50% der urspr\u00fcnglichen? Das ist schon optimistisch.<\/p>\n<p>&#8222;Kann man alles auch mit der Bahn machen&#8220; wird vielleicht jemand anmerken. Klar, aber nur in St\u00e4dten. Auf dem Land, wo man gew\u00f6hnlich Entspannung sucht, fahren oft nur ein oder zwei Busse pro Tage, und wenn man die vers\u00e4umt, bleibt nur noch das Taxi, d.h. die letzten 15-20 km werden genauso teuer wie die 500 km Bahn davor. Selbst zum Bahnhof kommen ist schon eine Kunst, denn das E-Auto dort parken f\u00fchrt nur dazu, dass es nach 2 Tagen abgeschleppt wird, weil i.d.R. nur Kurzzeitpl\u00e4tze zur Verf\u00fcgung stehen. Landbewohner d\u00fcrften jetzt eigenlich vom Plan schon Abstand genommen haben.<\/p>\n<p>Die 180 km Fahrstrecke, die die meisten Hersteller angeben, gelten auch nur unter optimalen Bedingungen. In den St\u00e4dten mit Stop&amp;Go kommt man oft auf kaum mehr als die H\u00e4lfte, und so mancher Handwerksbetrieb, der sich ein E-Auto gekauft hat, darf seine Mitarbeiter Nachmittags irgendwo einsammeln, weil der Saft alle ist. Das schr\u00e4nkt den m\u00f6glichen Kundenkreis weiter ein, n\u00e4mlich auf solche Kunden, die ihre Touren exakt planen k\u00f6nnen (z.B. Post- und Paketdienste). Die anderen setzen sich damit nur in die Nesseln<\/p>\n<p>Will man trotzdem ein E-Auto haben, muss man auch die Batterie aufladen k\u00f6nnen. Alle, die keinen festen eigenen Parkplatz haben, sind jetzt schon mal verloren, und alle, die eine Garage oder einen Platz in einer Tiefgarage haben, m\u00fcssen erst einmal einen Anschluss dorthin legen &#8211; auf eigene Kosten versteht sich, was nicht billig ist, weil ja auch ein Z\u00e4hler angeschlossen werden muss. Wer anschlie\u00dfend seinen Nachbarn etwas vorschw\u00e4rmt, kann sich damit ins eigene Bein schie\u00dfen, denn wenn zu viele E-Auto am Netz h\u00e4ngen &#8211; die ziehen ordentlich Strom, damit man auch nach kurzer Zeit wieder beweglich ist &#8211; wird sich der Energieversorger weiteren Anschl\u00fcssen m\u00f6glicherweise widersetzen, weil sein Netz daf\u00fcr gar nicht ausgelegt ist. Wer genau aufgepasst hat, wird \u00fcbrigens festgestellt haben, dass hier die Gruppe der St\u00e4dter verkleinert wird: die haben Probleme mit dem Strom, w\u00e4hrend die Landbev\u00f6lkerung mit Eigenheimen hier wohl weniger Probleme hat, aber oben schon aufgrund der Entfernungen ausgeschieden ist.<\/p>\n<p>Ob sich der Aufwand finanziell lohnt, ist die Frage: um \u00fcberhaupt konkurrenzf\u00e4hig zu werden, rechnen manche Hersteller die Batterie gar nicht in den Preis ein, sondern verlangen eine Miete von 50-100 \u20ac\/Monat. Der Strom ist dabei noch gar nicht eingepreist. F\u00fcr das Geld kann man aber auch mit dem Benziner oder dem Diesel schon sehr weit kommen &#8211; vermutlich weiter, als man muss, wenn man in das E-Auto-Nutzerprofil passt.<\/p>\n<p>Schnell kommt dann auch das Umweltargument und die erneuerbare Energie. Das Sch\u00f6ne am Umweltargument:<\/p>\n<ol>\n<li>Es l\u00e4sst sich nicht kontrollieren, denn es handelt sich um Zukunftsvisionen, die so weit weg sind, dass es nicht mehr alle erleben werden.<\/li>\n<li>Wieso eine Dashcam im Auto, die beweist, dass Ihr Gegner Schuld war, nicht als Beweismittel zugelassen wird und Sie statt dessen verknackt werden, ist juristisch hochkompliziert, f\u00fcllt ganze Regalmeter Aktenordner und ist absolut nicht zu verstehen. Umweltproblem sind einfach zu verstehen, denn es gibt immer nur eine einzige Stellschraube: beim Klima ist es das CO2 &#8211; andere Parameter spielen \u00fcberhaupt keine Rolle. Bei der Gesundheit ist es je nach Notwendigkeit der Feinstaub oder NOx, aber immer nur einzeln, und auch hier spielen andere Parameter nie eine Rolle. Kurzum, die Umwelt ist so einfach, dass selbst der \u03b1-Kevin der Gesellschaft nicht behaupten kann, er h\u00e4tte das nicht komplett verstanden.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Das Ganze wird dann so lange wiederholt, bis es alleine aus diesem Grunde schon eine Wahrheit ist (selbst wenn 15 Jahre zur\u00fcckliegende Fakten den Unfug als Unfug ausweisen, bleibt es eine Wahrheit: Feinstaubbelastungen der Vergangenheit, die nicht verhindern konnten, dass die Lebenserwartung um 20 Jahre zugenommen hat, sprechen nicht dagegen, dass Werte, die 1\/10 der alten betragen, wieder und immer wieder als absolut t\u00f6tlich dargestellt werden).<\/p>\n<p>Das sch\u00f6ne an der erneuerbaren Energie: sie funktioniert nicht, egal wie die Gr\u00fcnen herum lamentieren. 70% der Energie kommen aus Kohle und Gas, und wenn der Anteil Windstrom einmal h\u00f6her ist, wird von den Umweltfuzzis peinlichst unterschlagen, dass die anderen Kraftwerke in dieser Zeit ebenfalls weiterlaufen und Prim\u00e4renergie verbraten. Wenn mehr Verbraucher dazu kommen, wird das Verh\u00e4ltnis sicher nicht besser. Strom aus Kohle mit allen Verlusten ist aber nicht besser als Antriebsenergie aus Benzin oder Diesel, eher im Gegenteil.<\/p>\n<p>Ist jetzt noch irgendjeman \u00fcbrig geblieben, der ein E-Auto aus \u00dcberzeugung kaufen will?<\/p>\n<p>Aber bleiben wir mal beim Umweltargument: l\u00e4sst sich da gar nichts machen? Doch, lie\u00dfe sich. Solarkraftwerke in Verbindung mit Wasserstofftechnologie oder Diesel aus gentechnisch gez\u00fcchteten Algen und Sonnenenergie lie\u00dfen sich machen, sogar konkurrenzf\u00e4hig. Damit k\u00f6nnte man nun wieder umweltneutralen Strom produzieren, h\u00e4tte aber das E-Auto auch nicht mehr n\u00f6tig, den der Algensprit ist auch umweltneutral. Sollte man daher nicht besser auf die technische Entwicklung setzen statt auf eine Technologie, die nur auf wenige Nutzer wirklich passt?<\/p>\n<p>Einen Wermutstropfen hat diese Perpektive allerdinngs: sie l\u00e4sst sich nur da umsetzen, wo Sonne und Platz ist, nicht hier in Mitteleuropa, aber beispielsweise in Nordafrika oder Arabien oder auch anderswo. Das lie\u00dfe sich allerdings nur realisieren, wenn man als Menschheit mal \u00fcber die Eind\u00e4mmung schlimmer grassierender Geisteskrankheiten wie Islam, westliche Wertegemeinschaft und B\u00f6rsenkapitalismus nachdenken w\u00fcrde. Das sind aber gleich drei Aufgaben, an denen man jeweils einzeln scheitert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer mit dem Gedanken lieb\u00e4ugelt, sollte sich zun\u00e4chst eine Karte und einen Zirkel besorgen und Download Artikel als PDF<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[9,21],"tags":[],"class_list":["post-672","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-energie","category-verkehr"],"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/672","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=672"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/672\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":673,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/672\/revisions\/673"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=672"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=672"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=672"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}