{"id":6080,"date":"2021-03-30T07:01:00","date_gmt":"2021-03-30T05:01:00","guid":{"rendered":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=6080"},"modified":"2021-03-27T15:02:05","modified_gmt":"2021-03-27T14:02:05","slug":"rezepte-der-demagogie-mit-beispielen-aus-der-energiepolitik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2021\/03\/30\/rezepte-der-demagogie-mit-beispielen-aus-der-energiepolitik\/","title":{"rendered":"Rezepte der Demagogie, mit Beispielen aus der Energiepolitik"},"content":{"rendered":"\n<p>Dr. Lutz Niemann<\/p>\n\n\n\n<p>Das\nIndustrieland Deutschland will aus seiner Stromversorgung aussteigen.\nSeit dem Beginn der Regierung Schr\u00f6der \u2013 Fischer in 1998 wird\nverst\u00e4rkt daran gearbeitet: Es werden zuerst die Kernkraftwerke\nabgeschaltet und ersetzt durch eine neue Stromquelle, die man\n\u201eErneuerbar\u201c nennt, im wesentlichen Sonne und Wind. Danach sollen\nauch die Kohlekraftwerke weg, weil man das Klima sch\u00fctzen will. Nun\nist allbekannt: die Sonne geht abends unter und der Wind hat zumeist\nFlaute \u2013 und dennoch macht Deutschland mit seiner Energiewende\nunbeirrt weiter, und zwar ganz freiwillig.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Wie\nkann das sein? \n<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ein\nriesiges Land von 83 Millionen Menschen mit klugen und flei\u00dfigen\nMenschen \u2013 die zum Beispiel als Meisterleistung den Ressourcen\nsparenden Dieselmotor f\u00fcr Pkw\u2019s entwickelt haben \u2013 will\nmehrheitlich ganz freiwillig zur\u00fcck in die vorindustrielle Zeit ohne\nStromversorgung!?!?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mit\nVernunft ist das nicht erkl\u00e4rbar, es ist ein Meisterst\u00fcck der\nDemagogie.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die\nVersuche von Solomon Asch und Stanley Milgram<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der\nMensch verh\u00e4lt sich wie ein Herdentier: er folgt der Herde und er\ngehorcht dem Leittier. Das <strong>Herdenverhalten<\/strong>\ndes Menschen wurde von Solomon Asch untersucht und in einem\nbeeindruckenden Versuch bewiesen. Der Mensch glaubt, was ihm in\nst\u00e4ndiger Wiederholung immer und immer wieder vorgebetet wird. Wer\nzu Beginn noch zweifelt, folgt schlie\u00dflich doch der Herde. Frau\nProf. Elisabeth Noelle-Neumann begr\u00fcndete auf diesen Versuch ihre\nUntersuchungen zur \u201eSchweigespirale\u201c [1]. Sie hat ein Buch dazu\ngeschrieben, dessen Lekt\u00fcre ist sehr zu empfehlen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die\n<strong>Gehorsamkeit<\/strong>\ndes Menschen gegen\u00fcber der Obrigkeit wurde von Stanley Milgram in\nseinem Experiment untersucht und nachgewiesen. Das Erschreckende\ndaran ist, da\u00df auch gehorcht wird, wenn damit anderen Menschen\ngeschadet oder sogar wehgetan wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf\ndie Einzelheiten beider Versuche kann hier nicht eingegangen werden,\nsie wurden oft beschrieben, zum Beispiel (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Konformit%C3%A4tsexperiment_von_Asch\">hier<\/a>),\n(<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gruppenzwang\">hier<\/a>),\n(<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Milgram-Experiment\">hier<\/a>).<\/p>\n\n\n\n<p>Jeder\neinzelne Mensch ist ein Individuum in der gro\u00dfen Herde eines Volkes\noder der Menschheit. Die Medien vermitteln den Kontakt zwischen den\neinzelnen Individuen der riesengro\u00dfen Herde, sie sind das\nBindeglied. Ohne die Medien g\u00e4be es keinen Kontakt zwischen den\neinzelnen Menschen, anders als bei einer Herde von Tieren. Die Medien\nsind daher ungeheuer wichtig, damit sich ein <strong>Herdenverhalten<\/strong>\nunter Menschen ausbildet.<\/p>\n\n\n\n<p>\n<strong>Das\nTrommelfeuer der Medien, immer wieder in allen Kan\u00e4len die gleiche\nBotschaft, steuert das Herdenverhalten der Menschen. So gehorcht der\nEinzelne der Herde. Und die Medien werden von der Obrigkeit\ngesteuert, sie bestimmt deren \u00dcberleben durch Zuckerbrot und\nPeitsche.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die\nLehren aus beiden Experimenten werden in der Politik angewandt um\nWahlen zu gewinnen. Die Lehren aus beiden Experimenten wurden\nbenutzt, um die Deutschen zum freiwilligen Ausstieg der\nlebensnotwendigen Stromversorgung zu bringen: zur\u00fcck zum\nMittelalter, und das inzwischen freiwillig mit Freude.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Beispiel\n1<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die\nEnergiewende begann, als in 1998 die Regierung Schr\u00f6der \u2013 Fischer\nan die Macht kam und Minister Trittin die Energiewende startete. In\neiner Vereinbarung vom 14. Juni 2000 [2] hatte die Regierung mit den\nStromversorgern den Ausstieg besiegelt. Man wollte f\u00fcr die Zukunft\n\u201eeine umweltvertr\u00e4gliche und im europ\u00e4ischen Markt\nwettbewerbsf\u00e4hige Energieversorgung weiter entwickeln\u201c. Das\nbedeutete den Ersatz der Kernkraft durch die sogenannten\n\u201eErneuerbaren\u201c, im wesentlichen Sonne und Wind. Nat\u00fcrlich wusste\nman, da\u00df eine sichere Stromversorgung so nicht m\u00f6glich ist, weil ja\ndie Sonne abends unter geht und der Wind meist Flaute hat. Dennoch\nhatten die CEO\u2019s der Stromversorger die Vereinbarung\nunterschrieben. Angesichts der vorherigen jahrelangen Kampagnen gegen\ndie Kernkraft haben sie der Obrigkeit <strong>gehorcht<\/strong>,\nwomit das Schicksal mit Deutschlands Ausstieg aus der Kernenergie\nseinen Lauf nahm. Zur Ehrenrettung der CEO\u2019s mu\u00df allerdings gesagt\nwerden:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Sie\n\tsahen in der Zustimmung zu der \u201eErpressung\u201c durch Trittin die\n\tM\u00f6glichkeit, zuk\u00fcnftig ohne st\u00e4ndige Behinderungen den Betrieb\n\tder KKW\u2019s weiter f\u00fchren zu k\u00f6nnen.\n\t<\/li><li>Es\n\tist wohl so, da\u00df die Herren durch das jahrelange Arbeiten unter der\n\tstrengen Strahlenschutzverordnung an die Strahlengefahr geglaubt\n\thaben, die virtuelle Strahlengefahr wurde f\u00fcr sie zur Realit\u00e4t.\n<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Den\nGesetzen mu\u00df nun einmal <strong>gehorcht<\/strong>\nwerden, wir wissen das. Aber wir wissen auch aus der Geschichte von\nGalileo bis zur Neuzeit, das es immer wieder falsche Gesetze gab und\ndie Menschen unter Zwang zum <strong>Gehorchen<\/strong>\ngebracht wurden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Beispiel\n2<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Beim\nFukushima-Unfall (eine gute Zusammenfassung der Ereignisse finden Sie\n<a href=\"https:\/\/www.grs.de\/sites\/default\/files\/pdf\/grs-s-56.pdf\">hier<\/a>)\nam 15.3.2011 bestimmte die Kanzlerin Angela Merkel eine\n180-Grad-Wende in der Kernenergiepolitik unseres Landes. Nachdem\ngerade ein halbes Jahr zuvor eine 10-j\u00e4hrige Laufzeitverl\u00e4ngerung\nder Kernkraftwerke beschlossen worden war, kehrte sie zur\u00fcck zum\nProgramm der Regierung Schr\u00f6der \u2013 Fischer. Die gesamte CDU\/CSU\n<strong>gehorchte<\/strong>\nund folgte dieser 180-Grad-Wende der Kanzlerin, Widerworte gegen\ndiese Entscheidung von Frau Merkel wurden nicht oder kaum bekannt.\nIch bin wenige Monate nach dieser 180-Grad-Wende aus der CSU\nausgetreten, meine Mitgliedschaft in dieser Partei hatte etwa 5 Jahre\nbetragen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nUrsache f\u00fcr dieses <strong>Gehorchen<\/strong>\nin diesem Beispiel ist eine tief verwurzelte <strong>Angst<\/strong>\nbei den Deutschen vor Strahlung von radioaktiven Stoffen. Eine gute\nZusammenfassung zu den radiologischen Folgen des Unfalls in Japan\nfinden Sie <a href=\"https:\/\/www.grs.de\/aktuelles\/10-Jahre-Fukushima-Teil-2-Radiologische-Folgen\">hier<\/a>.\nDie Angst vor Strahlung hat eine Tradition seit dem Beginn der\nfriedlichen Anwendung der Kernkraft und wurde mit den Medien im Volk\nverbreitet. Bei den Parlamentariern ist es hingegen die <strong>Angst<\/strong>\nvor dem Verlust eines gut bezahlten Postens, die sie zum <strong>Gehorchen<\/strong>\nihrer Parteioberen getrieben hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nMitarbeiter in den Kernkraftwerken wurden ausgebildet und dabei haben\nsie die gesetzlichen Bestimmungen gelernt. Mit einer einfachen\nModellvorstellung zum Zusammenhang von Strahlung und Krebsentstehung\n\u201eJedes Becquerel kann Krebs erzeugen\u201c wird die Lehrmeinung\nplausibel gemacht. Diese Modellvorstellung sollte im Experiment\ngepr\u00fcft werden. Das machen die Strahlenbiologen, die sich mit der\nWirkung von Strahlung auf einen lebenden Organismus befassen. In\nFachzeitschriften wie der StrahlenschutzPRAXIS wird dar\u00fcber\nberichtet. Der Gesetzgeber \u2013 das sind die Parlamentarier im\nBundestag \u2013 <strong>gehorcht<\/strong>\nder F\u00fchrung seiner Partei und kennt sich in der Sache nicht aus und\ndie genannte Fachzeitschrift wird ignoriert.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Beispiel\n3<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In\nFukushima hatte die Tsunami-Welle das Kraftwerksgel\u00e4nde \u00fcberflutet.\nDie Kraftwerke waren etwa 45 Minuten zuvor beim Erdbeben schon\nautomatisch abgeschaltet worden. Das Wasser der Flutwelle brachte die\nStromversorgung zum Erliegen, die Reaktoren konnten nicht mehr\ngek\u00fchlt werden. Es kam zu Kernschmelzen und der entstehende\nWasserstoff mu\u00dfte irgendwann abgelassen werden. Der Wasserstoff\nexplodierte und zerst\u00f6rte die Geb\u00e4ude. Dabei wurde auch\nRadioaktivit\u00e4t frei gesetzt, das war verboten. Durch die\nautomatischen Strahlungsmessungen auf dem Kraftwerksgel\u00e4nde und der\nweltweiten Verbreitung der Me\u00dfwerte war zu sehen, da\u00df niemand durch\ndie Zusatzradioaktivit\u00e4t gesch\u00e4digt werden konnte. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Dennoch,\neine zus\u00e4tzliche Strahlendosis ist laut Gesetz verboten. Die\nMenschen glauben, da\u00df mit dem Grenzwert f\u00fcr Strahlung eine Gefahr\nverbunden ist und es entsteht <strong>Angst<\/strong>\nvor der Strahlung. Es wurden ca. 100 000 Personen im Umkreis aus\nihren H\u00e4usern evakuiert, desgleichen die Menschen aus Krankenh\u00e4usern\nund Altenheimen abtransportiert. Und nach anf\u00e4nglichem Z\u00f6gern\nwurden sogar die Patienten aus den Intensivbereichen abtransportiert.\nJedermann wei\u00df, f\u00fcr Intensiv-Patienten\nist die Versorgung durch die vielf\u00e4ltigen Ger\u00e4tschaften\nlebensnotwendig. Dennoch wurde dem Befehl zur Evakuierung <strong>gehorcht<\/strong>,\nca. 50 Intensivpatienten starben unmittelbar danach. Diese traurige\nFolge der Evakuierung wird oft verschwiegen, wie zum Beispiel <a href=\"https:\/\/nuklearforumschweiz.cmail20.com\/t\/d-l-qplyhl-ydkkhljjv-y\/\">in\nfolgendem Bericht<\/a>.\nEs war per Gesetz angeordneter Tod von Unschuldigen, durchgef\u00fchrt\nvon <strong>gehorsamen<\/strong>\nUntertanen und ist ein tragisches Paradebeispiel f\u00fcr die Lehre vom\nStanley Milgram-Versuch. Und es gab weitere Todesopfer infolge der\nEvakuierungen der <a href=\"https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pmc\/articles\/PMC3608616\/\">Altenheime<\/a>:\nDer SPIEGEL sprach von 150 bis 600 Opfern, die Fachzeitschrift\nStrahlenschutzPRAXIS\nnannte &gt;1000 Opfer und in japanischen Quellen stand 1600 Opfer\ngeschrieben. Das <strong>Gehorchen<\/strong>\nhatte t\u00f6dliche Folgen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Beispiel\n4<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In\nder Folge der Ereignisse von Fukushima wurde in Deutschland die\nStrahlenschutzgesetzgebung versch\u00e4rft. Es\nwurde ein Strahlenschutzgesetz geschaffen, wo zuvor eine\nStrahlenschutzverordnung galt. Das ist eine juristische H\u00f6herstufung.\nUnd es wurden die Sicherheitszonen rund um die Standorte der\nKernkraftwerke <strong>von\n2\/10\/25km auf 5\/20\/100km<\/strong>\nerweitert. Der Ansto\u00df f\u00fcr diese Erweiterung kam von der Politik,\ndie Strahlenschutzkommission <strong>gehorchte<\/strong>\nder Politik und schrieb dazu eine Begr\u00fcndung, nachzulesen in\nDiskussionsbeitr\u00e4gen in der StrahlenschutzPRAXIS 3\/2014 (nur in\nausgedruckter Form beim Autor erh\u00e4ltlich). Der Pr\u00e4sident der\nStrahlenschutzkommission war damals Prof. Dr. Wolfgang-Ulrich M\u00fcller,\ner kennt sich exzellent aus in der Problematik von biologischer\nStrahlenwirkung, das belegen seine Arbeiten zu dem Thema. Dennoch\n<strong>gehorchten<\/strong>\ndie Fachleute der Kommission den unwissenden Politikern.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Beispiel\n5<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Aus\ndem Auspuff eines Autos kommen die Verbrennungsgase: haupts\u00e4chlich\nH2O und CO2. Elektromotoren haben keine Abgase, daher will die\nPolitik Autos zuk\u00fcnftig mit Elektromotoren antreiben. Und die gro\u00dfen\nAutokonzerne <strong>gehorchen<\/strong>\ndiesem Ansinnen, obwohl (fast) jedermann um die Unsinnigkeit dieser\nIdee wei\u00df. Verkehr auf der Stra\u00dfe geht am besten mit Benzin oder\nDiesel. Woher sollte der Strom f\u00fcr e-Mobilit\u00e4t kommen, wenn aus der\nStromerzeugung ausgestiegen wird??? \n<\/p>\n\n\n\n<p>Die\nAutohersteller h\u00e4tten die Macht, durch Anzeigen in den gro\u00dfen\nZeitungen auf den Unsinn der e-Mobilit\u00e4t hinzuweisen. Leider machen\nsie das nicht, sie <strong>gehorchen<\/strong>\nder Politik und werben stattdessen f\u00fcr e-Mobilit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Beispiel\n6: Ein Paradebeispiel f\u00fcr die Demagogie in den Medien durch ZDF\nNachrichten am 26.4.2016 um 19:00 Uhr mit Frau Petra Gerster<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es\nwerden zun\u00e4chst Emotionen erzeugt durch Angst erzeugende Worte. Dann\nwird schlie\u00dflich der entscheidende Satz gesagt: <strong>\u201eInnerhalb\nvon 25 Jahren sind ungef\u00e4hr eine Million Menschen gestorben\u201c.<\/strong>\nDieser Satz ist derart in den ZDF-Bericht eingeschoben, da\u00df der\nZuh\u00f6rer die Todesopfer dem Unfall zuordnet, was aber nicht gesagt\nwurde und was auch nicht geschehen ist. Daher ist der Satz richtig\nund nicht angreifbar. Was Petra Gerster vorgelesen hat, stammt von\nausgebildeten Fachleuten in Agitation und Propaganda. \n<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hier\nder Wortlaut aus den ZDF-Nachrichten:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Petra\nGerster:<\/strong>\n\tTschernobyl, der Name steht f\u00fcr die bislang <strong>schwerste<\/strong>\n<strong>Atomkatastrophe<\/strong>\nweltweit. Heute vor 30 Jahren <strong>explodierte<\/strong>\nin dem ukrainischen Kernkraftwerk ein Reaktor. Eine <strong>radioaktive\nWolke<\/strong>\nbreitete sich bis nach Westeuropa aus, insgesamt 200 000 km\u00b2 wurden\n<strong>verstrahlt<\/strong>,\nvor allem nahe des Ungl\u00fccksortes mit <strong>schweren\nFolgen f\u00fcr Mensch und Natur<\/strong>\nbis heute. Der Reaktorblock 4 wurde damals zwar mit Beton versiegelt,\nmittlerweile aber ist die <strong>H\u00fclle\nbr\u00fcchig<\/strong>\ngeworden. <strong>Strahlung\nentweicht.<\/strong>\nNun wird vor dem Reaktorkomplex ein <strong>neuer\nSchutzmantel<\/strong>\ngebaut, eine bogenf\u00f6rmige Stahlkonstruktion, 160 m lang und knapp\n110 m hoch. Dieser tonnenschwere Sarkophag soll 2017 \u00fcber die\nKraftwerksruine geschoben werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wienand\nWernicke berichtet.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wienand\nWernicke:<\/strong>\tBesuch\nin der alten Heimat. Alexander lebte in Pritjat, einer Stadt mit etwa\n50 000 Einwohnern ganz nahe am Kernkraftwerk. Heute eine\n<strong>Geisterstadt<\/strong>,\nverlassen und <strong>verstrahlt<\/strong>.\n1986 war Alexander 10 Jahre alt, gemeinsam mit seiner Mutter bewohnte\ner eine 1-Zimmer-Wohnung. Hier schliefen sie, als in der Nacht das\nUngl\u00fcck passierte. Heute erz\u00e4hlen viele, man h\u00e4tte eine Explosion\ngeh\u00f6rt. Wir nicht, wir haben geschlafen. Am Morgen bin ich wie viele\nmeiner Klassenkameraden dann ganz normal zur Schule gegangen. Es gab\nkeine Warnung, erst sp\u00e4ter wurde evakuiert. Das Ausma\u00df der\n<strong>Katastrophe<\/strong>,\nlange verschwiegen von der Sowjetunion. 26. April 1986 ein\n<strong>Reaktortest\nger\u00e4t au\u00dfer Kontrolle<\/strong>.\nEs gibt eine <strong>Explosion<\/strong>\nund einen anschlie\u00dfenden einen Brand. <strong>Radioaktives\nMaterial wird frei gesetzt.<\/strong>\nDie Ersthelfer, kaum gesch\u00fctzt und mit blo\u00dfen H\u00e4nden im\n<strong>strahlenden\nSchutt<\/strong>\nohne da\u00df ihnen gesagt wurde wie <strong>gef\u00e4hrlich<\/strong>,\nwie <strong>t\u00f6dlich<\/strong>\ndie Arbeit war, ganze Landstriche werden <strong>verstrahlt<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Alexej\nJablokow untersucht seit Jahren die Folgen des Reaktorunfalles. Sein\nFazit: Die Langzeitwirkung der Strahlung ist <strong>verheerend<\/strong>.\n<strong>Innerhalb\nvon 25 Jahren sind ungef\u00e4hr eine Million Menschen gestorben<\/strong>\nund es gab durch die Strahlung etwa <strong>2\nMillionen Fehlgeburten<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Der\nukrainische Pr\u00e4sident erinnert am Jahrestag der Katastrophe an die\nOpfer und zeichnet Helfer aus und erkl\u00e4rt, da\u00df die Ukraine an der\nzivilen Nutzung der Atomkraft festhalten wolle. Ein Abschalten der\nnoch vorhandenen Kraftwerke im Land sei vorerst nicht m\u00f6glich. Zur\nZeit wird ein sogenannter Sarkophag gebaut. Er soll 2017 \u00fcber die\nTr\u00fcmmer geschoben werden. Unter ihm gesch\u00fctzt soll dann die\nReaktorruine abgerissen werden. Was danach mit dem hoch <strong>verstrahlten<\/strong>\nAreal geschieht ist noch unklar.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Petra\nGerster:<\/strong>\t\nFrage an Wienand Wernicke vor der Kraftwerksruine in Tschernobyl: Wie\n<strong>gef\u00e4hrlich<\/strong>\nist denn nun heute die Strahlung noch?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wienand\nWernecke:<\/strong>\t\nDie Strahlung hier in dem Gebiet ist <strong>relativ\nhoch<\/strong>\nund insofern ist es nur immer stundenweise m\u00f6glich in diesem Gebiet\nzu sein. Das gilt auch f\u00fcr die Arbeiter, die an dieser Schutzh\u00fclle,\ndiesem sogenannten Sarkophag arbeiten. Und wie stark die Strahlung\nist erkennt man auch an der Tatsache, da\u00df dieser Schutz, diese\nH\u00fclle, nicht direkt \u00fcber dem alten Reaktorblock gebaut wird,\nsondern das sind 100 oder 120 Meter Entfernung, wo das gebaut wird\nund dann nach Fertigstellung wird es erst dar\u00fcber geschoben. Direkt\nan dem alten Reaktorblock w\u00e4re die <strong>Strahlung\nzu hoch<\/strong>,\nalso insofern kann man schon ablesen, hier ist schon noch eine ganz\nsch\u00f6ne <strong>Gefahr<\/strong>.\n\n<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Petra\nGerster:<\/strong>\t<strong>\nBesorgnis erregende Informationen<\/strong>.\nVielen Dank Wienand Wernecke nach Tschernobyl.<\/p>\n\n\n\n<p>Dem\ngeneigten Leser wird empfohlen, die aktuellen Ereignisse zu Corona\nunter dem Gesichtspunkt von <strong>Gehorchen<\/strong>\nund <strong>Herdenverhalten<\/strong>\nzu betrachten.<\/p>\n\n\n\n<p>[1]\n\u201eDie Schweigespirale, \u00d6ffentliche Meinung \u2013 unsere soziale Haut\u201c\nvon Elisabeth Noelle-Neumann<\/p>\n\n\n\n<p>[2]\n\u201eVereinbarung zwischen der Bundesregierung und den\nEnergieversorgungsunternehmen vom 14. Juni 2000\u201c. Es wurden die\nRestlaufzeiten der KKW\u2019s in Deutschland festgelegt, die Erforschung\nvon Gorleben beendet und das Recycling von abgebrannten\nBrennelementen verboten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dr. Lutz Niemann Das Industrieland Deutschland will aus seiner Stromversorgung aussteigen. Seit dem Beginn der Regierung Schr\u00f6der \u2013 Fischer in 1998 wird verst\u00e4rkt daran gearbeitet: Es werden zuerst die Kernkraftwerke abgeschaltet und ersetzt durch eine neue Stromquelle, die man \u201eErneuerbar\u201c nennt, im wesentlichen Sonne und Wind. Danach sollen auch die Kohlekraftwerke weg, weil man das &hellip; <a href=\"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2021\/03\/30\/rezepte-der-demagogie-mit-beispielen-aus-der-energiepolitik\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Rezepte der Demagogie, mit Beispielen aus der Energiepolitik<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-6080","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6080","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6080"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6080\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6081,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6080\/revisions\/6081"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6080"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6080"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6080"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}