{"id":6078,"date":"2021-03-29T08:59:00","date_gmt":"2021-03-29T06:59:00","guid":{"rendered":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=6078"},"modified":"2021-03-27T15:00:41","modified_gmt":"2021-03-27T14:00:41","slug":"10-jahre-nach-fukushima-35-jahre-nach-tschernobyl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2021\/03\/29\/10-jahre-nach-fukushima-35-jahre-nach-tschernobyl\/","title":{"rendered":"10 Jahre nach Fukushima, 35 Jahre nach Tschernobyl"},"content":{"rendered":"\n<p>Dr. Lutz Niemann<\/p>\n\n\n\n<p>Wir\nhaben im Jahre 2021 ein doppeltes Jubil\u00e4um von zwei Ereignissen, am\n11. M\u00e4rz Fukushima-Jubil\u00e4um, am 26. April Tschernobyl-Jubil\u00e4um.\nDas l\u00e4sst in deutschen Medien wieder Horrorgeschichten erwarten. Es\nwerden wieder \u201eExperten\u201c zu Wort kommen, obwohl es auch\nzug\u00e4ngliche Berichte von Fachleuten gibt. Dazu hier Hinweise:<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><strong>10\nJahre nach Fukushima<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mit\ndem Kernkraftwerk in Fukushima wurde in Japan ein technisches\nGro\u00dfger\u00e4t zerst\u00f6rt, das<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>nicht\n\tausreichend gegen Tsunamis gesch\u00fctzt war, obwohl die Gefahr bekannt\n\twar,\n\t<\/li><li>dessen\n\tNotstromversorgung nicht gegen \u00dcberflutung gesichert worden war,\n\t<\/li><li>keine\n\tVorsorge gegen Wasserstoffexplosionen getroffen hatte.\n<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>Ein\nrund 100 Seiten langer Bericht kann unter [1] gefunden werden. Eine\nkurze Zusammenfassung des Unfallablaufs unter [2] und die\nradiologischen Folgen unter [3].<\/p>\n\n\n\n<p>Es\nwurde durch den Unfall Radioaktivit\u00e4t frei gesetzt, das ist\nverboten. Allerdings war es so wenig Radioaktivit\u00e4t, da\u00df kein\nMensch dadurch in seiner Gesundheit zu Schaden kommen konnte. Aber es\nwurden \u00fcber 100 000 Menschen aus der Umgebung evakuiert, das\nverlangten die Strahlenschutzgesetze. Als Folge der Evakuierungen\nkamen \u00fcber 1000 Menschen zu Tode, insbesondere durch die\nEvakuierungen von Altenheimen [4].<\/p>\n\n\n\n<p>\n<strong>Nicht\ndie freigesetzte Radioaktivit\u00e4t brachte den Menschen\ngesundheitlichen <br>\nSchaden, sondern die Schutzma\u00dfnahmen hatten\n\u00fcber 1000 Todesopfer zur Folge.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Diese\nersch\u00fctternde Tatsache wird h\u00e4ufig verschwiegen oder erst an sp\u00e4ter\nStelle der Berichte genannt [1] [3]. Eine lobenswerte Ausnahmen sind\ndie Fachzeitschrift StrahlenschutzPRAXIS des privaten Vereins\n\u201eFachverband Strahlenschutz Deutschland \u2013 Schweiz [5]. Die\nVer\u00f6ffentlichungen von UNSCEAR [6] best\u00e4tigen: es gab keine Gefahr\ndurch die Strahlung.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>35\nJahre nach Tschernobyl<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In\nTschernobyl wurde beim Abfahren des Reaktors ein Experiment\ndurchgef\u00fchrt, bei dem ein Fehler gemacht worden war. Anstelle das\nExperiment wegen Xe-Vergiftung sofort abzubrechen wie es in jeder\nAusbildung gelehrt wird, wurde versucht, es dennoch zu Ende zu\nbringen. Dabei wurde mehrmals gegen die Betriebsvorschriften\nversto\u00dfen. Es kam zu einer Leistungsexkursion um den Faktor 100 und\nder Reaktor wurde zerst\u00f6rt. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Vier\nMonate nach diesem Unfall haben im August 1986 Fachleute aus Ru\u00dfland\nin Wien bei der IAEA \u00fcber den Verlauf des Ungl\u00fccks berichtet [7].\nDieser Bericht ist am wenigsten durch die politisch motivierte\nBerichterstattung in den deutschen und weltweiten Medien beeinflusst\nund damit am wenigsten verf\u00e4lscht.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch\nden Unfall sind etliche Br\u00e4nde entstanden, die Feuerwehr hatte zu\nl\u00f6schen. Aber in der Hektik und vermutlich auch durch Unwissenheit\nwurde nicht auf die Strahlengef\u00e4hrdung geachtet [7]. 134 Helfer der\nersten Stunde erkrankten an der Strahlenkrankheit, 28 Personen\nstarben daran [8].<\/p>\n\n\n\n<p>\n<strong>H\u00e4tte\nman die Helfer der ersten Stunde gegen Strahlung gesch\u00fctzt, bzw. mit\ndem <br>\nL\u00f6schen der Br\u00e4nde einige Stunden gewartet, so h\u00e4tte es\nauch in Tschernobyl <br>\nkeine Todesopfer durch Strahlung gegeben.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Aus\nder Umgebung des Ungl\u00fccksreaktors wurden etwa doppelt so viele\nMenschen evakuiert als in Fukushima. Man kann schie\u00dfen, da\u00df auch\netwa doppelt so viele Menschen letztlich an der \u201eSchutzma\u00dfnahme\u201c\ngestorben sind. Damit kann festgestellt werden:<\/p>\n\n\n\n<p>\n<strong>Durch\ndie beiden Kernkraftunf\u00e4lle Fukushima und Tschernobyl sind <\/strong><strong>durch\ndie <br>\nStrahlenschutzma\u00dfnahmen etwa 100-fach mehr Menschen zu\nTode gekommen <br>\nals durch die Strahlung<\/strong><strong>.\nEs w\u00e4re daher 100-fach sinnvoller, an der Reduktion der\n<br>\nStrahlenschutzma\u00dfnahmen zu arbeiten, und nicht die\nKernkraftwerke abzuschalten.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In\nden Anfangsjahren der Entwicklung zur Kerntechnik hat es in\nVersuchsanordnungen in Laboren auch Kritikalit\u00e4tsunf\u00e4lle gegeben.\nDazu gibt es in [9] Beschreibungen zu 34 Unf\u00e4llen in der westlichen\nWelt mit 8 Todesopfern. UNSCEAR berichtet zu Strahlenunf\u00e4llen f\u00fcr\nden Zeitraum von 1945 bis 2007: es gab 1246 Personen mit der\nStrahlenkrankheit, wobei 147 Todesopfer zu beklagen sind [10]. Diese\nZahlen zeigen an, da\u00df man bei der friedlichen Nutzung der\nKerntechnik au\u00dferordentlich vorsichtig vorgegangen ist, so da\u00df nur\nwenige Unf\u00e4lle passierten und nur wenige Todesopfer zu beklagen\nsind. Das ist im Vergleich mit anderen technischen Entwicklungen zu\nsehen wie Eisenbahn, Flugverkehr, Schifffahrt, Stra\u00dfenverkehr,\nBr\u00fcckenbau, Chemie\u2026 \n<\/p>\n\n\n\n<p>\n<strong>Mit\n1246 Strahlenkranken und 147 Todesopfern von Anbeginn bis 2007 ist\ndie friedliche <br>\nAnwendung Kerntechnik die sicherste Gro\u00dftechnik\nin der Menschheitsgeschichte.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die\nStrahlenangst als Ursache f\u00fcr die Ablehnung der Kerntechnik<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In\nder Anfangszeit der Nutzung der ionisierenden Strahlung durch den\nMenschen, also der Entdeckung der R\u00f6ntgenstrahlung und der\nEntdeckung der Strahlung aus dem Atomkern kam man zu der Einsicht,\nda\u00df mit dieser Strahlung eine Gef\u00e4hrdung einhergeht. Das war in den\n1920-er Jahren. Es wurden erste Grenzwerte eingef\u00fchrt, zu einer\nZeit, wo kaum verl\u00e4ssliche Me\u00dfger\u00e4te zur Verf\u00fcgung standen und\nder Zusammenhang zwischen Dosis und Wirkung der Strahlung noch\nunbekannt war [8]. Die Dosis-Wirkung-Beziehung wurde erst viel sp\u00e4ter\nbekannt, noch heute ist ihr Verlauf h\u00f6chst umstritten. Die\nGrenzwerte wurden im Laufe der Jahre immer weiter erniedrigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Es\nwurde das Atomgesetz und die Strahlenschutzverordnung geschaffen.\nBeides gilt nur in der Kerntechnik und nicht f\u00fcr H\u00f6henstrahlung und\nnicht im medizinischen Bereich, obwohl dort viel h\u00f6here\nStrahlendosen auftreten. Beispiele:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Im\n\tFukushima-Unfall wurden radioaktive Stoffe frei gesetzt und die\n\t\u00fcberall vorhandene Radioaktivit\u00e4t dadurch etwas erh\u00f6ht. Ein f\u00fcr\n\tdie menschliche Gesundheit gef\u00e4hrlicher Dosisbereich wurde nicht\n\terreicht. Japan ist bem\u00fcht, die belanglose Kontamination vom\n\tErdboden und Meerwasser zu reduzieren und gibt gigantische\n\tGeldbetr\u00e4ge daf\u00fcr aus [1]. <br>\n<strong>Im\n\tFlugzeug <\/strong><strong>auf\n\tReiseflugh\u00f6he ist die Zusatzbestrahlung durch die H\u00f6henstrahlung\n\th\u00f6her als die Zusatzbestrahlung durch die frei gesetzten Stoffe in\n\tJapan <\/strong><strong>\u2013\n\tund Flugreisen sind f\u00fcr jedermann erlaubt<\/strong>\n\t(Zahlen dazu in [11]). \n\t\n\t<\/li><li>Es\n\tgibt im Strahlenschutz eine Rechenvorschrift, mit aus einer\n\tStrahlendosis ein hypothetisches Risiko f\u00fcr Krebsentstehung\n\tausgerechnet wird. Mit dieser Rechenvorschrift wurden 2006 auf der\n\tIAEA-Tagung \u201e20 Jahre nach Tschernobyl\u201c insgesamt 4000\n\tStrahlentote durch den Unfall ausgerechnet. Das wird gern als\n\tUnfallfolge verbreitet und scheint weltweit anerkannt zu sein. <strong>Dabei\n\twird verschwiegen, da\u00df mit der gleichen Rechenvorschrift f\u00fcr den\n\tFlugverkehr jedes Jahr etwa 5000 Strahlentote auszurechnen sind.<\/strong>\n\t<\/li><li>Im\n\tmedizinischen Bereich wird ger\u00f6ntgt und es wird in der\n\tKrebstherapie bestrahlt. Aus der Anzahl der R\u00f6ntgenuntersuchungen\n\tmit Dosen im Milli-Sievert-Bereich werden gern die hypothetischen\n\tKrebstoten als Folge berechnet, in einem Beispiel 5000 zus\u00e4tzliche\n\tKrebstodesf\u00e4lle in Deutschland pro Jahr \u2013 nicht verifizierbar und\n\tnicht falsifizierbar [12].<br>\nW\u00fcrde man die Berechnung der\n\thypothetischen Todesopfer auch im Bereich der Krebstherapie machen,\n\two in der Regel mit 60 Sievert bestrahlt wird [13], dann erg\u00e4be\n\tsich f\u00fcr jeden bestrahlten Patienten das Risiko mit 300-%\n\tWahrscheinlichkeit an dessen Folgen zu sterben \u2013 aber durch diese\n\tBestrahlung werden die Patienten geheilt. <strong>Die\n\t\u00fcbliche Berechnung virtueller Todesopfer durch Strahlung ist Unfug.<\/strong>\n<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>\n<strong>Es\nwird dem B\u00fcrger im Bereich Kerntechnik eine Strahlengefahr\n<br>\nvorgegaukelt, die nicht vorhanden ist. <\/strong>\n<\/p>\n\n\n\n<p>Inzwischen\nist die Strahlenangst fest in den Genen des modernen Menschen\nverankert worden. Die Folgen sind derart weitreichend f\u00fcr\nDeutschland (und vielleicht sp\u00e4ter auch f\u00fcr die Menschheit), da\u00df\nman die Hypothese \u201ejedes Bq ist sch\u00e4dlich\u201c [14] mit gutem\nGewissen als <strong>kriminell<\/strong>\nbezeichnen\nkann wie es Prof. Jaworowski einmal getan hat.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Und\nwarum das alles???<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die\nStrahlenangst wird als ein Mittel der Politik benutzt. Deutschland\nsteigt als weltweit einziges Land weitgehend aus seiner\nStromversorgung aus. Die Gr\u00fcnde sind ganz sicher nicht das\nVorgaukeln einer Gefahrenbeseitigung. Die Politik sollte die Antwort\ngeben auf das WARUM. Und jeder B\u00fcrger sollte selber \u00fcberlegen, was\ndie Gr\u00fcnde sein k\u00f6nnten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Hinweise<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>[1]\n<a href=\"https:\/\/www.grs.de\/publikation\/grs-s-56\"><strong>https:\/\/www.grs.de\/publikation\/grs-s-56<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>[2]\n<a href=\"https:\/\/www.grs.de\/aktuelles\/10-Jahre-Fukushima-Teil-Unfallablauf-Wegmarken-einer-Katastrophe\">https:\/\/www.grs.de\/aktuelles\/10-Jahre-Fukushima-Teil-Unfallablauf-Wegmarken-einer-Katastrophe<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>[3]\n<a href=\"https:\/\/www.grs.de\/aktuelles\/10-Jahre-Fukushima-Teil-2-Radiologische-Folgen\">https:\/\/www.grs.de\/aktuelles\/10-Jahre-Fukushima-Teil-2-Radiologische-Folgen<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>[4]\n<a href=\"https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pmc\/articles\/PMC3608616\/\">https:\/\/www.ncbi.nlm.nih.gov\/pmc\/articles\/PMC3608616\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>[5]\nStrahlenschutzPRAXIS 1\/2015 Themenausgabe zu Fukushima<\/p>\n\n\n\n<p>[6]\nUNSCEAR\n2013 Report to the General Assembly with Scientific Annexes<\/p>\n\n\n\n<p>[7]\nGRS, Neuere Erkenntnisse zum Unfall im Kernkraftwerk Tschernobyl,\nOktober 1986<\/p>\n\n\n\n<p>[8]\nStrahlenschutzPRAXIS 4\/2018, \u201eGeschichte des Strahlenschutzes \u2013\nder Weg zu mehr Sicherheit\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>[9]\n\u201eA Review of Criticality Accidents\u201c, William R. Stratton, LASL,\n26.9.1967<\/p>\n\n\n\n<p>[10]\nUNSCEAR Report 2008, zitiert in J. Kiefer \u201eStrahlen und\nGesundheit\u201c, WILEY-VCH, Seite 257<\/p>\n\n\n\n<p>[11]\n<a href=\"https:\/\/www.eike-klima-energie.eu\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Vortrag-Klimahysterie-Strahlenhysterie-EIKE-Tagung-2019.pdf\">https:\/\/www.eike-klima-energie.eu\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Vortrag-Klimahysterie-Strahlenhysterie-EIKE-Tagung-2019.pdf<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>[12]\n\u201eLNT im Strahlenschutz\u201c, Vortrag von Prof. Dr. Joachim Breckow<\/p>\n\n\n\n<p>[13]\nDeutsches \u00c4rzteblatt, Jg.110, Heft 17, 26.April 2013, Seite 720 ff \n<\/p>\n\n\n\n<p>[14]\n<a href=\"http:\/\/www.nukeklaus.net\/2013\/04\/29\/lnt-drei-buchstaben-die-die-welt-bestimmen\/adminklaus\/\">http:\/\/www.nukeklaus.net\/2013\/04\/29\/lnt-drei-buchstaben-die-die-welt-bestimmen\/adminklaus\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dr. Lutz Niemann Wir haben im Jahre 2021 ein doppeltes Jubil\u00e4um von zwei Ereignissen, am 11. M\u00e4rz Fukushima-Jubil\u00e4um, am 26. 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