{"id":5389,"date":"2020-10-11T10:38:12","date_gmt":"2020-10-11T08:38:12","guid":{"rendered":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=5389"},"modified":"2020-10-11T10:38:12","modified_gmt":"2020-10-11T08:38:12","slug":"was-weg-ist-ist-weg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2020\/10\/11\/was-weg-ist-ist-weg\/","title":{"rendered":"Was weg ist, ist weg"},"content":{"rendered":"\n<p>Beginnen wir mit einem Gedankenexperiment: man, also die Menschheit, beschlie\u00dft aus Langeweile, \u00dcbermut, sozialer Notwendigkeit, Interesse oder was auch immer, den Weltraum sprich andere bewohnbare Planeten zu besiedeln. Also packt man ein Raumschiff mit tausenden von Experten f\u00fcr alles m\u00f6gliche (von mir aus auch f\u00fcr gendergerechte Fomulierungen, damit man im Notfall jemand hat, den man ohne Gewissensbisse erschlagen kann) und allen Datenbanken der Welt los. Nach gesch\u00e4tzt 100 Jahren und 3 Generationen landet das irgendwo. Und dann?<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Die g\u00e4ngige Vorstellung ist: man hat ja Experten und Datenbanken \u00fcber das Wissen der Welt, also kann man problemlos unsere jetzige technische Welt dort nachbilden.<\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"wp-block-heading\">Stimmt leider nicht! Absolut falsch!<\/h5>\n\n\n\n<p>Damit etwas funktioniert, und zwar auch nach irgendeiner kleinen Panne, die man beheben muss. muss man nicht nur den Bauplan der Maschine besitzen, man muss auch wissen, warum sie so aufgebaut ist. Eine Standardoperation im Raumschiff d\u00fcrfte sein, defekte Komponenten (oder solche, die man daf\u00fcr h\u00e4lt) zu ersetzen, bis wieder alles l\u00e4uft. Irgendwann, vermutlich ziemlich schnell, wird man an einen Punkt kommen, an dem ein bestimmtes Ersatzteil fehlt und improvisiert werden muss. Wenn man das Prinzip aber nicht versteht, machen solche &#8222;Reparaturen&#8220; alles oft schlimmer. Stehen dahinter weitere Komponenten, fallen nacheinander die Dominosteine und nichts l\u00e4uft mehr. Angesichts der Komplexit\u00e4t unserer Welt k\u00f6nnte das bereits auf dem Raumschiff passieren, bevor es am Zielort angekommen ist, sp\u00e4testens aber nach kurzer Zeit auf der unbekannten und unplanbaren neuen Umgebung.<\/p>\n\n\n\n<p>Es kommt aber noch schlimmer: es wird n\u00e4mlich in der Regel v\u00f6llig untersch\u00e4tzt, wie viele Kenntnisse und Fertigkeiten durch Kontakt und direkte Kommunikation zwischen Menschen vermittelt werden und gar nicht den Weg in B\u00fccher finden. Bereits die zweite Generation auf dem Raumschiff d\u00fcrfte an der Frage &#8222;wie hat der das hinbekommen?&#8220; verzweifeln, wenn sie etwas aus dem Handbuch nachbauen, aber jemand, der das mal professionell gemacht hat, nicht zur Verf\u00fcgung steht. Das f\u00e4ngt schon bei simplen Sachen an: versucht mal, eine Wand so zu verputzen, dass eine Fl\u00e4che ohne Dellen herauskommt. Die Tricks und Erfahrungen der Putzer nach langer Lehre stehen in keinem Handbuch.<\/p>\n\n\n\n<p>Daher geht de Geschichte so weiter: weitere 250 Jahre sp\u00e4ter kommt ein weiteres Raumschiff auf den Planeten und findet erstaunlicherweise eine Welt vor, in der sich anscheinend parallel zur Erde so etwas wie eine menschliche Rasse entwickelt hat, die aber erst Steinzeitniveau erreicht hat. L\u00e4uft die Evolution wirklich so ab, dass immer Menschen dabei herauskommen? Erst nach 6 Monaten intensiver Forschung wird man feststellen, dass da nix parallel gelaufen ist, sondern es sich um die Nachkommen des letzten Schiffs vor 250 Jahren handelt.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>In der Falle stecken wir, d.h. die Bewohner dieses Landes, bereits jetzt. &#8222;Weg ist weg&#8220; bedeutet, dass Kenntnisse und F\u00e4higkeiten, etwas zu machen, auch mit den Menschen verschwinden, die die letzten sind, die das gemacht haben. <\/p>\n\n\n\n<p>Kleines Beispiel: Deutschland war mal f\u00fchrend in der Kerntechnik, deren eigentlicher Fehler in der Konzentration auf milit\u00e4rische Priorit\u00e4ten bestand. Gebaut wurden 2-3 Reaktortypen von mindestens 600 m\u00f6glichen, was bereits seit 1950 in Los Alamos bekannt war. Die Typen waren die f\u00fcr zivile Zwecke am wenigsten geeigneten. In den 1980er Jahren entwickelte ein Siemens-Ableger in Hanau eine Technologie, mit der Plutonium wieder in Brennstoffkreisl\u00e4ufe gebracht werden und damit beseitigt werden konnte. Genau das, was man eigentlich braucht. Nach wenigen Millionen DM Kosten und wenigen Monaten vor der Produktreife wurde das Projekt politisch so torpediert, dass auch die Kenntnisse verschwanden. Heute sind die USA mit Entwicklungen in der Richtung zu Gange, die aufgrund von Behinderungen durch die auch in den USA t\u00e4tigen gr\u00fcnen Spacken bereits bei 18 Mrd. US-$ Kosten angelangt sind und wohl noch eine Reihe von Jahren ben\u00f6tigen &#8211; haupts\u00e4chlich aufgrund der Behinderungen. Deutschland hat ca. 1995 komplett mit dem Denken auf dem Gebiet aufgeh\u00f6rt, inzwischen sind auch die letzten Professoren f\u00fcr Reaktorsicherheit etc. pensioniert und die Stellen in Genderprofessuren umgewidmet worden. Die Kenntnisse sind 25 Jahre alt und damit mittlere Steinzeit. Wollte Deutschland wieder in dem Thema aktiv werden, w\u00fcrde das vermutlich ca. 40 Jahre oder mehr dauern: erst mal m\u00fcssen die Kenntnisse von 1995 wieder gewonnen, dann die 25 Jahre aufgeholt werden und danach der weitere Fortschritt ab jetzt ebenfalls. Forget it!<\/p>\n\n\n\n<p>Man muss aber gar nicht so gro\u00df zulangen, denn das alles trifft auch auf Techniken zu, in denen wir bis vor 6 Monaten noch gut dabei waren, wie Automobil- und Flugzeugtechnik. &#8222;Wir machen mal 18 Monate Corona-Pause und fahren dann alles wieder an&#8220;, wie es Dumpfbacken wie diverse Wirtschaftminister und sonstige Banausen verk\u00fcnden, l\u00e4uft n\u00e4mlich nicht. Je l\u00e4nger dieser Corona-Betrug und die Zwangspause dauern, desto mehr Leute, die das noch k\u00f6nnen, fallen aus. Das Wiederanfahren wird immer schwieriger und f\u00e4llt nach einiger Zeit komplett flach. Dazu gibt es in der Vergangenheit bereits viele Beispiele, aber inzwischen geht es auch aktuell ans Eingemachte. <\/p>\n\n\n\n<p>Das scheint selbst den Autofritzen inzwischen aufzugehen. Da stellt man n\u00e4mlich inzwischen erstaunt fest, dass man f\u00fcr den Bau eines Autos bestimmte Teile eines bestimmten Zulieferers ben\u00f6tigt und der pl\u00f6tzlich nicht mehr existiert. Die in der passenden Qualit\u00e4t zu bekommen ist gar nicht so einfach und einfach was anderes nehmen, ist auch nicht so pralle, wenn man nicht mehr so genau wei\u00df, warum das Teil so aussehen muss. Wenn eine bestimmte Schraube fehlt, funktioniert der ganze Motor pl\u00f6tzlich nicht mehr. VW konnte betr\u00fcgen, weil die Ingenieure wussten, wie der Motor funktioniert; wei\u00df man das nicht, laufen nur noch Betrugsmotoren vom Band ohne das einer das abstellen k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p>Strukturell ist Deutschland ein Hochtechnologieland. Ein Software-Ingenieur in Indien verdiente fr\u00fcher 2.000 \u20ac und lebte davon wie ein Maharadscha, ein Ingenieur hier bekam inklusive Sozialabgaben vielleicht  8.000 \u20ac (und lebt davon vergleichsweise wie ein armer Hund). Trotzdem kamen die Unternehmen, die nach Indien auslagerten, fast alle wieder zur\u00fcck, weil nach einigen Projekten der deutsche Ingenieur aufgrund besserer Kenntnisse und Fertigkeiten insgesamt mehr Wertsch\u00f6pfung erbrachte als 4 Inder. Aber die anderen werden besser und wir werden mit zunehmender Geschwindigkeit schlechter. Der Corona-Schwindel d\u00fcrfte dem Land endg\u00fcltig das Genick brechen.<\/p>\n\n\n\n<p>In K\u00fcrze d\u00fcrfte auch den Wiederanfahrern aufgehen: &#8222;weg ist weg&#8220;. Wie weit das hier in den Abgrund geht, werden vermutlich auch viele noch erleben, die das schon kommen sehen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Beginnen wir mit einem Gedankenexperiment: man, also die Menschheit, beschlie\u00dft aus Langeweile, \u00dcbermut, sozialer Notwendigkeit, Interesse oder was auch immer, den Weltraum sprich andere bewohnbare Planeten zu besiedeln. 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