{"id":5334,"date":"2020-09-30T10:22:21","date_gmt":"2020-09-30T08:22:21","guid":{"rendered":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=5334"},"modified":"2020-09-30T10:22:21","modified_gmt":"2020-09-30T08:22:21","slug":"triage-oder-die-vollendung-des-versagens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2020\/09\/30\/triage-oder-die-vollendung-des-versagens\/","title":{"rendered":"Triage oder die Vollendung des Versagens"},"content":{"rendered":"\n<p>Sp\u00e4testens seit diesem Jahr d\u00fcrfte der Begriff &#8222;Triage&#8220; jedem bekannt sein. Wer noch Zweifel an der Bedeutung und insbesondere den historischen Zusammenh\u00e4ngen hat, kann <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Triage\">->hier<\/a> nachsehen. Wir gehen das etwas allgemeiner in Bezug auf die Corona-Ma\u00dfnahmen an.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Bei einer Triage geht es im Prinzip um die Erledigung von Aufgaben, die wir aus dialektischer Sicht mal als L\u00f6sung von Problemen bezeichnen wollen. Ein Betrieb soll also Probleme l\u00f6sen, wobei die Betriebsgr\u00f6\u00dfe ungef\u00e4hr an die Menge der Probleme angepasst sein muss, damit das funktioniert. Das geht nat\u00fcrlich nur begrenzt, da viele Probleme mit st\u00e4rkeren saisonalen Schwankungen auftreten. Je nach Mitteln, die man einsetzt, wird es manchmal eng, wenn die Kapazit\u00e4t zu klein ist, oder es besteht teurer Leerlauf, wenn sie zu gro\u00df ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Tritt ein Engpass auf, muss man sortieren und bildet zun\u00e4chst zwei Klassen: a) Probleme, die man gleich bearbeiten muss und b) Probleme, die warten k\u00f6nnen oder sich irgendwie von selbst erledigen. Wird es noch enger, wird man nur eine Klasse c) Probleme, die ohnehin nicht l\u00f6sbar sind, hinzunehmen, womit wir bei der Triage sind (auch wenn das Wort von der Herkunft her nichts mit tri=3 zu tun hat). <\/p>\n\n\n\n<p>Eigentlich sollte klar sein, dass man die Klassifizierung erst macht, wenn es notwendig ist. Manchmal kann man aber absehen, dass solche Klassifizierungen notwendig werden, und dann versuchen, durch irgendwelche Vorsorgema\u00dfnahmen die Zahl der Probleme auf ein beherrschbares Ma\u00df zu beschr\u00e4nken. Aber auch das nat\u00fcrlich nur, wenn die Situation wirklich zu entgleisen droht; tut sie das nicht, sind Vorsorgema\u00dfnahmen auch wieder abzublasen. <\/p>\n\n\n\n<p>So weit die Vorrede. Bei Corona haben wir nun die Situation, dass zu behandelnde Erkrankte das Problem und Krankenh\u00e4user die zust\u00e4ndigen Betriebe sind. Wenn deren Kapazit\u00e4t ersch\u00f6pft ist, muss man damit beginnen, zu klassifizieren. Die Frage ist also: droht die Kapazit\u00e4tsgrenze erreicht zu werden und welche Pr\u00e4ventivma\u00dfnahmen kann man einleiten? Die Beantwortung dieser Fragen ist eine Geschichte ma\u00dflosen Versagens. Schauen wir auf die Details.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>Die erste Frage ist die nach der Gef\u00e4hrlichkeit und Infektiosit\u00e4t des Corona-Virus. Das Bild, das das RKI und Drosten bis heute verbreiten, ist: <\/p>\n\n\n\n<p>(1) <em>Corona-Infektion = Intensivbehandlung mit k\u00fcnstlicher Beatmung<\/em>. <\/p>\n\n\n\n<p>Anlass dazu waren die Bilder aus China und sp\u00e4ter aus Italien und anderen Regionen. Zudem verbreitet das RKI und Drosten nach wie vor das Narrativ: <\/p>\n\n\n\n<p>(2) <em>Positiver Test = Infektion = Hotspot mit exponentieller Verbreitung<\/em>. <\/p>\n\n\n\n<p>Bereits aus dem Verlauf in China geht aber eindeutig hervor, dass weder das Eine noch das Andere korrekt ist. In China war schon wieder Ruhe eingekehrt, als es hier erst losging. Aus Italien kamen dann die n\u00e4chsten verst\u00f6renden Bilder, aber auch hier wurden gleich drei Fakten nicht ber\u00fccksichtigt:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Betroffen waren zwei Regionen in Norditalien, im Rest des Landes war relativ wenig los, <\/li><li>in Italien sind die Kapazit\u00e4ten des Gesundheitssystem sehr gering und das System schlecht organisiert, so dass es regelm\u00e4\u00dfig zu Engp\u00e4ssen kommt, und <\/li><li>war gerade die Intensivbehandlung mit k\u00fcnstlicher Beatmung das falsche Behandlungsmittel. <\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>Auch ein 4. Punkt, der erst sp\u00e4ter \u00f6ffentlich bekannt wurde &#8211; Impfungen gegen andere Erreger, die bekannterma\u00dfen schwerere Verl\u00e4ufe der Grippe als Folge aufweisen &#8211; h\u00e4tte dem RKI von vornherein bekannt sein m\u00fcssen. Korrekturen an den Narrativen? Fehlanzeige.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier kamen zun\u00e4chst die Ausbr\u00fcche in Bad Ischgl und Heinsberg hinzu. Eigentlich auch Anzeichen in Richtung Entwarnung, denn die Erkrankungen traten unter den \u00fcblichen Randbedigungen auf &#8211; kalt-nasse Jahreszeit, enger Kontakt zu anderen Menschen, geschw\u00e4chte K\u00f6rper durch ausgiebiges &#8222;Feiern&#8220; &#8211; und waren dann wieder verschwunden. Das RKI und Drosten schrieen aber relative Entwarnungen ihres Konkurrenten Streek geradezu nieder, obwohl im Fall T\u00f6nnies in G\u00fctersloh und weiterer immer wieder das gleiche Ergebnis auftaucht. Selbst die zunehmenden Fallzahlen, so man sie tats\u00e4chlich mal als weitestgehend symptomlos verlaufende Infektion ansieht, strafen die Narrative vom RKI und Drosten ab. <\/p>\n\n\n\n<p>Man kann anhand der bisher aufgelaufenen Zahlen eigentlich nur feststellen: das RKI\/Drosten haben auf ganzer Linie bei den Einsch\u00e4tzungen versagt und das sture Festhalten l\u00e4sst sich nur noch als \u00fcble Scharlatanerie bezeichnen. Die Folgen in Form der Corona-Verordnungen potenzieren das aber noch durch ein komplettes Versagen der anderen Teilnehmer an diesem Spiel.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>Die vermeintlich extreme Gef\u00e4hrlichkeit mit dem Behandlungsansatz &#8222;k\u00fcnstliche Beatmung ist unbedingt notendig&#8220; hat in einer Vielzahl von F\u00e4llen zu Falschbehandlungen und nachfolgend zu Todesf\u00e4llen durch die Behandlung gef\u00fchrt. Die RKI-Narrative erweckten den Eindruck, dass es schnell zu Engp\u00e4ssen im Gesundheitssystem kommt, insbesondere weil zu wenig Beatmungsger\u00e4te vorhanden waren. Das f\u00fchrte zu gleich beiden Triage-Schritten: <\/p>\n\n\n\n<p>(1) Es waren mehr Kranke als Beatmungsger\u00e4te vorhanden, was besonders in anderen L\u00e4ndern (vermutlich aber auch hier) schnell zum Griff zur Kategorie c) f\u00fchrte und man scheinbar unheilbaren Erkrankten (vorzugsweise alten Menschen) gewisserma\u00dfen Todesspritzen versetzte. In Frankreich ist das einigerma\u00dfen gut dokumentiert und kein Fake. <\/p>\n\n\n\n<p>(2) Es mussten Pl\u00e4tze f\u00fcr potentielle Corona-Kranke bereit gestellt werden, wodurch alle anderen Patienten in die Kategorie &#8222;kann warten&#8220; sortiert wurden, auch hier mit fatalen Ergebnissen, denn &#8222;kann warten&#8220; hat sich allzu oft als &#8222;n\u00fctzt nichts mehr&#8220; erwiesen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch wenn in anderen L\u00e4ndern die Gesundheitssysteme wie immer in der Wintersaison \u00fcberlastet waren, hier standen die Kliniken leer und die Besch\u00e4ftigten wurden teilweise in Kurzarbeit geschickt &#8211; in einer Branche, in der selbst hier notorische Unterbesetzung der Positionen herrscht. Inzwischen versucht man auch, die in gro\u00dfen Mengen georderten Beatmungsger\u00e4te wieder loszuwerden, da sie gar nicht ben\u00f6tigt werden. <\/p>\n\n\n\n<p>Politik und Gesundheitsmanager haben ebenfalls nach Zahlenlage auf ganzer Linie v\u00f6llig versagt, wobei die katastrophalen Fehleinsch\u00e4tzungen durch RKI\/Drosten nur eine Teilausrede sind, denn auch diese Institutionen haben sich nicht von ihren Fehleinsch\u00e4tzungen getrennt, nachdem sich schon deutlich in den Zahlen widerspiegelte, dass da ziemlich viel nicht stimmt. Die Folgen kann man auch als Totschlag in mehreren 10.000 F\u00e4llen bezeichnen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>Das dritte v\u00f6llige Versagen, angefangen wieder bei den falschen Prognosen des RKI, spiegelt sich in den weiteren Corona-Ma\u00dfnahmen vom Lockdown bis hin zu den immer noch bestehenden unsinnigen Maskenverordnungen wieder.<\/p>\n\n\n\n<p>Grippe und damit auch Corona treten saisonal als Krankheitsausl\u00f6ser auf. Was machen sie w\u00e4hrend des Restes des Jahres? Kaum anzunehmen, dass Herr Virus mit seiner Frau Vira den Sommer im Badedress auf den Seychellen verbringt, um im Winter wieder zur\u00fcck zu kommen. Die Viren \u00fcbersommern in harmloser (symptomloser) Form in ihren Wirten und erst, wenn wieder die bereits genannten Rahmenbedingungen eintreten, treten tats\u00e4chlich verst\u00e4rkt Krankheitssymptome auf. Das machen sie seit ein paar Millionen Jahren, haben also Erfahrung darin, sich zu tarnen (wie man an den vielen Diskussionen sieht, haben die Virologen die Mechanismen allenfalls rudiment\u00e4r wirklich verstanden). Auch die recht d\u00fcnne Bev\u00f6lkerungsdichte mit ebenfalls geringem Bev\u00f6lkerungsaustausch in der Vergangenheit haben sie \u00fcberstanden. Insofern n\u00fctzen Lockdown und Masken wenig bis gar nichts, denn die Kontakte zwischen Menschen sind trotzdem ausreichend f\u00fcr das \u00dcberleben des Erregers. <\/p>\n\n\n\n<p>Das kann man auch an den so genannten Infektionszahlen sehen, einmal unterstellt, es handelt sich tats\u00e4chlich um Infektionen. Die treten ohne ersichtliches Muster irgendwo auf und verlaufen meist symptomlos. Die &#8222;Superspreaderin&#8220; in Garmisch war beispielsweise zwischen Test und positivem Ergebnis in nur einem Restaurant, in dem aber gar keine weitere &#8222;Infektionen&#8220; bei den G\u00e4sten festgestellt wurden. Die traten als Folge der Testpanik in anderen Etablissements auf, wo die weiterhin symptomlose Frau gar nicht war. Es werden zwar kaum Zahlen bekannt, aber es scheint ein Schema zu sein, dass auch bei den relativ wenigen Quarant\u00e4nisierten nur in den seltensten F\u00e4llen ein positiver Test gelingt, daf\u00fcr aber aufgrund der Menge der Tests wieder bei anderen Leuten, bei denen kein Kontakt nachgewiesen werden kann. Ausnahme Hamm, aber da kam bei der Hochzeit nun wenigstens einige der notwendigen Rahmenbedingungen f\u00fcr einen symptomatischen Ausbruch hinzu.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch hier muss man wieder v\u00f6lliges Versagen feststellen, wenn aus einer offensichtlich falschen Prognose keinerlei Schl\u00fcsse gezogen, sondern immer weiter draufgepackt wird.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>Letzter Punkt des Versagens: Impfung. Das Versagen besteht hier darin, dass die wissenschaftliche Aufarbeitung von Epidemien seit mehr als 100 Jahren betrieben wird und Versuche, sie mittels Impfungen in den Griff zu bekommen, seit fast der gleichen Zeit laufen. Bei Infektionstypen wie Grippe\/Corona und einer Reihe anderer ist das bisher nicht gelungen, worauf auch Drosten-Widersacher Streek und andere mehrfach gen\u00fc\u00dflich hingewiesen haben. Man kennt auch weitgehend die Gr\u00fcnde, weshalb das nicht funktioniert. Drosten mit seinem &#8222;wir brauchen die Impfung&#8220; erweits sich also ein weiteres Mal als Rohrkrepierer, der gegen die Erkenntnisse seiner eigenen Zunft argumentiert. <\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>Wenn das Ziel gewesen ist, die Wirtschaft und Gesellschaft vor die Wand zu fahren, hat allerdings niemand versagt. Das ist voll gelungen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sp\u00e4testens seit diesem Jahr d\u00fcrfte der Begriff &#8222;Triage&#8220; jedem bekannt sein. Wer noch Zweifel an der Bedeutung und insbesondere den historischen Zusammenh\u00e4ngen hat, kann ->hier nachsehen. Wir gehen das etwas allgemeiner in Bezug auf die Corona-Ma\u00dfnahmen an. 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