{"id":5264,"date":"2020-09-08T15:03:00","date_gmt":"2020-09-08T13:03:00","guid":{"rendered":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=5264"},"modified":"2020-09-07T13:02:37","modified_gmt":"2020-09-07T11:02:37","slug":"gib-gas-nawalny","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2020\/09\/08\/gib-gas-nawalny\/","title":{"rendered":"Gib Gas, Nawalny!"},"content":{"rendered":"\n<p>Der Skripal 2.0 hei\u00dft Alexej Nawalny. Wie Skripal wurde er (angeblich) mit dem Nervengift Nowitschok vergiftet, nat\u00fcrlich (angeblich) wieder von Putin.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Bei den Parallelen k\u00f6nnen wir uns vermutlich kurz halten: hier wie dort liegen die Laborbefunde, dass es sich um das exotische und angeblich kaum nachweisbare Nervengift Nowitschok handelt, bereits vor, bevor die Blutzuckerwerke ermittelt wurden, gerade so, als geh\u00f6re ein Test auf diesen Kampfstoff zum Standard in allen Kliniklaboren. Gleichzeitig mit dem Laborergebnis f\u00fcr die Blutzuckerwerte werden die Russen f\u00fcr einen versuchten Giftmord verantwortlich gemacht, Aufkl\u00e4rung gefordert und Sanktionen angedroht. Wobei irgendeine Zusammenarbeit, die zu einer Aufkl\u00e4rung f\u00fchren k\u00f6nnte, nat\u00fcrlich nicht erfolgt.<\/p>\n\n\n\n<p>Nun ist Putin als KGB-Mann sicher kein Waisenknabe, aber trotzdem sollte man wohl eine gewisse Logik erwarten. Was macht es f\u00fcr einen Sinn, einen unbedeutenden Systemkritiker (der Mann ist im Westen mutma\u00dflich besser bekannt als in Russland selbst), von dem keinerlei Gefahr f\u00fcr das Regime ausgeht, zu vergiften, ihn noch in Russland in einem Krankenhaus zu behandeln und anschlie\u00dfend in einen Flieger nach Deutschland zu setzen, und das noch zu einem Zeitpunkt, zu dem er ohnehin st\u00e4ndig unter Beschuss steht und das eine oder andere Gesch\u00e4ft mit dem Westen am Laufen hat? Aus Sicht von Putin sicher nicht, aus Sicht der CIA schon deutlich eher, denn erwartungsgem\u00e4\u00df ist NordStream II schon im Gespr\u00e4ch, bevor nach den Blutzuckerwerten auch die Gamma-Globulinwerte vorliegen. <\/p>\n\n\n\n<p>So trommelt denn die deutsche Politik, allen voran mal wieder der Staatspropagandesender ZDF, f\u00fcr ein AUS f\u00fcr die Pipeline, der nur noch ein paar Kilometer fehlen, bis sie fertig ist. \u00dcber die Konsequenzen wird allerdings kaum berichtet. Da w\u00e4re zun\u00e4chst einmal das Geld. Die Pipeline kostet ca. 9,5 Mrd \u20ac, wovon die H\u00e4lfte auf deutsche Unternehmen fallen (den Rest tr\u00e4gt Gazprom). Hinzu kommt sicher noch ein Milli\u00e4rdchen f\u00fcr die Terminals auf deutscher Seite. Macht also in Summe so um die 5,5 &#8211; 6,0 Mrd \u20ac, die deutsche Unternehmen damit in den Sand gesetzt h\u00e4tten. Die w\u00e4ren erst einmal weg. Jedenfalls kurzfristig, denn hinter der Pipeline stecken auch Vertr\u00e4ge, die gebrochen werden m\u00fcssen, d.h. in 10 Jahren oder so holen sich die Unternehmen das Geld von Steuerzahler als Entsch\u00e4digung wieder zur\u00fcck. Bis dahin wird aber erst mal der Gaspreis kr\u00e4ftig steigen, zum einen, um die Verluste abzufangen, zum anderen weil US-Gas, wenn es denn im notwendigen Umfang \u00fcberhaupt geliefert werden kann, teurer ist. Und nicht zuletzt wird auch Gazprom Mittel und Wege finden, die Verluste auszugleichen, durch Prozesse oder h\u00f6here Gaspreise.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum anderen wird das Gas gebraucht. NorthStream II wurde nicht aus Jux und Dollerei gebaut und auch nicht ohne Grund nicht durch die Ukraine oder Polen und die baltischen Staaten, denn da hat man bereits unangenehme Erfahrungen machen m\u00fcssen, sondern direkt durch die Ostsee. Deutschland schaltet munter die eigene Energieversorgung durch Atom- und Kohlekraftwerke ab und irgendwie m\u00fcssen die Fehlmengen kompensiert werden. NorthStream II war da schon fest eingeplant und selbst mit NorthStream II sieht es d\u00fcrftig aus: das offizielle Energiemonitoring des Wirtschaftsministerium geht um 2030 von einer Unterversorgung bei Strom im Fall von Dunkelflauten, also wenn Sonne und Wind nicht liefern, von ca. 40% aus. Man kann nur hoffen, dass es bei der W\u00e4rmeversorgung besser aussieht. Elektromobilit\u00e4t und die neue Wunderwaffe Wasserstofftechnologie tauchen in den Berichten des Wirtschaftsministeriume gar nicht auf, obwohl sie bei der Stromrechnung eine Rolle spielen m\u00fcssten.<\/p>\n\n\n\n<p>Also Atom weg, Kohle weg, Wind und Sonne nur bei gutem Wetter und nun auch Gas weg? Und das wegen einer Intrige, die so l\u00f6chrig und unlogisch ist wie nur m\u00f6glich? Ich habe oben Putin unterstellt, dass er mutma\u00dflich logisch handelt. Irgendeine Logik kann ich bei unseren Politik- und Medienfritzen aber nicht erkennen. Aber vielleicht versteht man das auch nur falsch, so wie inzwischen einige Juden der Ansicht sind, dass die Behauptung von Heiko Maas, er sei wegen Auschwitz in die Politik gegangen, weniger mit der Scham \u00fcber den Holocaust als mit der aus iranischer Sicht &#8230; aber lassen wir das besser. <\/p>\n\n\n\n<p>Ganz schlaue munkeln inzwischen sogar, Deutschland k\u00f6nne auch wieder in die Atomenergie einsteigen. Dumm nur, dass Deutschland kurz nach 1990 aus der Sache ausgestiegen ist und nun mindestens 25 Jahre hinterher hinkt. Eigentlich kann man nur hoffen, dass der Windkraftausbau z\u00fcgig weiter geht. Beobachtungen auf dem Mars haben ergeben, dass dort zur<a href=\"https:\/\/www.watson.ch\/wissen\/astronomie\/287877720-so-beeindruckend-ist-ein-sandsturm-auf-dem-mars\"> Zeit ein globaler Staubsturm w\u00fctet<\/a>. Auf die Erde \u00fcbertragen besteht daher durchaus die M\u00f6glichkeit, in Norddeutschland viel mehr Windenergie zu erzeugen wie bisher. Falls jetzt jemand Probleme hat, dem Argument zu folgen: es folgt der gleichen Logik wie die Zusammenh\u00e4nge bei Nawalny\/NorthStream II.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Skripal 2.0 hei\u00dft Alexej Nawalny. Wie Skripal wurde er (angeblich) mit dem Nervengift Nowitschok vergiftet, nat\u00fcrlich (angeblich) wieder von Putin. 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