{"id":5079,"date":"2020-07-12T07:57:00","date_gmt":"2020-07-12T05:57:00","guid":{"rendered":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=5079"},"modified":"2020-07-10T09:38:39","modified_gmt":"2020-07-10T07:38:39","slug":"naechstes-chaos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2020\/07\/12\/naechstes-chaos\/","title":{"rendered":"N\u00e4chstes Chaos"},"content":{"rendered":"\n<p>Logistik ist heute eine Sache der LKW. K\u00f6nnen G\u00fcter containerweise transportiert werden, passen sie sowohl auf Schiffe, Z\u00fcge und LKW. W\u00e4hrend der LKW direkt zu seinem Zielort fahren kann, m\u00fcssen aber schon Z\u00fcge mehrfach Verschiebebahnh\u00f6fe anlaufen, um jeden Container korrekt zu verteilen, und irgendwann ist der Zug oft so kurz, dass man besser einen LKW nimmt. <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Dieser Vorteil wird noch sichtbarer, wenn es sich um St\u00fcckgut handelt. Der LKW kann mehrere Ziele hintereinander anfahren, w\u00e4hrend auf der Bahn bestensfalls wieder alles durch den Verschiebebahnhof muss. Das knabbert an Zeit und Geld, weshalb sich LKW in den letzten Jahrzehnten immer mehr durchgesetzt haben und die Bahn massiv zur\u00fcckgebaut hat. Wo fr\u00fcher Bahntrassen waren, sind heute Radwanderwege und die Bahn hat noch nicht einmal gen\u00fcgend Kapazit\u00e4ten, G\u00fcter- und Reiseverkehr zu trennen. So einiges am Versp\u00e4tungsgeschehen bei der Bahn ist auch darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass ein ICE von 250 km\/h abbremsen musste, weil ein G\u00fcterzug mit 80 km\/h nicht rechtzeitig vom Hauptgleis kam &#8211; Energieverluste beim dauernden Abbremsen und Anfahren mal ganz au\u00dfen vorgelassen. <\/p>\n\n\n\n<p>LKW-Fahren m\u00fcssen in bestimmten Abst\u00e4nden Fahrpausen einlegen, was auch kontrolliert wird. Ein schon nicht mehr ganz neues Problem ist dabei der Parkraum: es gibt n\u00e4mlich zu wenig. Auf manchen Strecken sind die Parkpl\u00e4tze zu bestimmten Tageszeiten frei, aber oft sind die Fahrer gezwungen, die Auffahrten und Standstreifen zuzuparken. Gut, das Problem ist \u00e4lter und man bem\u00fcht sich zumindest, daran zu arbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Das letzte Chaos brach \u00fcber die Brummis mit dem Lockdown herein. Manche durften gar nicht mehr fahren, andere mussten mehr fahren, Kontrollen an den Grenzen f\u00fchrten zu derartigen Staus, dass stellenweise Polizei und Bundeswehr die Notversorgung der Fahrer, die oft tagelang festsa\u00dfen, \u00fcbernehmen mussten, und zu guter Letzt w\u00fcrden &#8222;aus hygienischen Gr\u00fcnden&#8220; die Autobahnrastst\u00e4tten und sonstige Einrichtungen an Parkpl\u00e4tzen geschlossen. Die Fahrer wussten nicht, wo sie Speisen und Getr\u00e4nke hernehmen sollten, und wenn sie so schlau waren, von zu Hause gen\u00fcgend mitzunehmen, bestand das n\u00e4chste Problem darin, das Endprodukt loszuwerden, da auch alle Toiletten zu waren. Waschen und sonstige K\u00f6rperhygiene war auf das beschr\u00e4nkt, was der mitgenommene Wassertank hergab. Vorher nachdenken &#8211; nicht mit europ\u00e4ischen Politikern und B\u00fcrokraten.<\/p>\n\n\n\n<p>Inzwischen hat sich das wieder ein wenig normalisiert. Nun kommt aber der n\u00e4chste Schlag der EU. Noch immer gibt es ja ein Sonntagsfahrverbot f\u00fcr LKW und wenn ein Transportunternehmen es nicht hinbekommt, seine Flotte zum Wochenende wieder im Heimathafen zu versammeln, h\u00e4ngen die Fahrer nicht selten auf den Parkpl\u00e4tzen fest. Viele normale Parkpl\u00e4tze an den Autobahnen sind am Wochenende fest in polnischer Hand. Zwar gibt es Ausnahmen f\u00fcr verderbliche G\u00fcter, aber mit entsprechendem finanziellen Einsatz kann man wohl Beh\u00f6rden auch davon \u00fcberzeugen, dass Maschinenteile verderblich sind. Das machen aber nicht viele Transporteure. Aber auch in der Woche n\u00e4chtigen so manche Fernfahrer auf der Autobahn. Manchmal sind eben beide Polen m\u00fcde. <\/p>\n\n\n\n<p>Dagegen macht nun die EU mobil:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"646\" height=\"134\" src=\"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/grafik-2.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-5081\" srcset=\"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/grafik-2.png 646w, https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/grafik-2-300x62.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 646px) 100vw, 646px\" \/><figcaption><a href=\"https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Fernfahrer-duerfen-nicht-mehr-in-Lkw-schlafen-article21899811.html\">https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Fernfahrer-duerfen-nicht-mehr-in-Lkw-schlafen-article21899811.html<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Im Klartext: <\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Die LKW abends auf dem Hof und die Fahrer schlafen im heimischen Bett, was Touren auf wenige 100 km\/Tag begrenzt. <\/li><li>Die Fahrer m\u00fcssen in einem Hotel oder sonstige Unterkunft \u00fcbernachten. D<\/li><li>Das Unternehmen muss eine Fahrerwechsel organisieren, z.B. jemand mit Zug\/Bus\/Taxi irgendwo den Ersatzfahrer hinschicken, w\u00e4rend der erste auf dem gleichen Weg zur\u00fcck kommt.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>Option 1 erledigt sich von selbst.<\/p>\n\n\n\n<p>Option 2 hat gleich mehrere Fallen: es gibt n\u00e4mlich keine Hotels mit LKW-Parkpl\u00e4tzen f\u00fcr die Nacht. Autobahnraststellen bieten keine Schlafpl\u00e4tze. Die Fahrer m\u00fcssten mit dem Taxi abgeholt werden, was aber auch das Problem mit sich bringt, dass die LKW in der Zeit unbeaufsichtigt sind. Bewachte Autoh\u00f6fe reichen aber nur f\u00fcr einen kleinen Bruchteil der LKW.<\/p>\n\n\n\n<p>Option 3 k\u00f6nnen allenfalls \u00fcberregionale Transporteure organisieren, in dem sie wie bei der Bahn einen Fahrdienst organisieren. Aber selbst die w\u00fcrden vermutlich arge Organisationsprobleme bekommen. Kleinere Unternehmen oder gar Selbst\u00e4ndige k\u00f6nnen das nicht. <\/p>\n\n\n\n<p>Wenn man etwas an der Situation f\u00fcr die Fahrer \u00e4ndern wollte, k\u00f6nnte man das sicher anders erreichen, angefangen damit, dass man vielleicht mal die Fahrer selbst fragt. Entscheidungen werden aber von irgendwelchen B\u00fcrokraten getroffen, die sich am Schreibtisch \u00fcberlegen, was gut f\u00fcr andere ist, aber die \u00dcberlegung, ob das \u00fcberhaupt in der Praxis umsetzbar ist, grunds\u00e4tzlich auslassen. Was wird die Folge von diesem un\u00fcberlegten Wahnsinn sein?<\/p>\n\n\n\n<p>National wird das ziemlich schnell gelten, f\u00fcr ausl\u00e4ndische Transporteure gibt es eine \u00dcbergangsfrist von 18 Monaten. Mit anderen Worten: die Zahl der ausl\u00e4ndischen Fahrer wird \u00fcberall weiter zunehmen und heimische, besonders kleinere Unternehmen werden vom Markt verdr\u00e4ngt. Langfristig werden nur wenige Gro\u00dfunternehmen \u00fcbrig bleiben, die in der Lage sind, eine Fahrerlogistik auf die Beine zu stellen. Alle anderen werden in die Insolvenz getrieben. Die Preise werden stark steigen, denn die Fahrerlogistik wird deutlich teurer als vergleichbare Logistik in der Luftfahrt oder im Bahnverkehr und der Wegfall des Wettbewerbs f\u00fchrt in die gleiche Richtung. Die Versorgungsqualit\u00e4t wird abnehmen. Zus\u00e4tzlich werden dann in wenigen Jahren weitere Kosten wie CO2-Steuern zuschlagen. <\/p>\n\n\n\n<p>Was sich in den EU-B\u00fcros abspielt, kann man wohl am Besten mit <strong>Intellektozid<\/strong> bezeichnen, einer Kombination aus Intelligenz und Genozid, also V\u00f6lkermord. In Politik und Verwaltung sind anscheinend nur noch von jeglicher Gehirnt\u00e4tigkeit befreite Leute unterwegs &#8211; oder nicht ganz, denn die verbliebenen Gehirnt\u00e4tigkeiten sind von ausgesprochener B\u00f6sartigkeit. Statistisch m\u00fcsste zumindest ab und zu eine positive Entscheidung getroffen werden, in der Realit\u00e4t geht aber alles ohne Ausnahme in die falsche Richtung. Politiker, B\u00fcrokraten und Medien sind b\u00f6sartige Tumore, bei deren Befund in der Medizin jeder Arzt den baldigen Tod voraussagen w\u00fcrde.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Logistik ist heute eine Sache der LKW. K\u00f6nnen G\u00fcter containerweise transportiert werden, passen sie sowohl auf Schiffe, Z\u00fcge und LKW. 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