{"id":4847,"date":"2020-05-06T08:31:00","date_gmt":"2020-05-06T06:31:00","guid":{"rendered":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=4847"},"modified":"2020-05-05T18:32:05","modified_gmt":"2020-05-05T16:32:05","slug":"systemwechsel-als-ziel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2020\/05\/06\/systemwechsel-als-ziel\/","title":{"rendered":"Systemwechsel als Ziel"},"content":{"rendered":"\n<p>Was steckt hinter den erneuerbaren Energien, die verm\u00f6ge des Klima-Unfugs und aktuell verm\u00f6ge des Corona-Unfugs gepusht werden?<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Gastbeitrag von Andrea Andromidas<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<pre>\u201e Die Kraft, Reicht\u00fcmer zu schaffen ist demnach unendlich wichtiger als der Reichtum\nselbst.\u201c1) ( Hervorhebung im Original )\nDieses Zitat des bisher gr\u00f6\u00dften deutschen \u00d6konomen Friedrich List ( 1789-1846 ) beinhaltet das\nPrinzip jeder Industriepolitik und gleichzeitig den tieferen Grund f\u00fcr die Bek\u00e4mpfung selbiger\ndurch zeitgen\u00f6ssische Anh\u00e4nger malthusianischer Weltsicht wie Lord Niclas Stern, Angela Merkel\nund deren Heerscharen. Friedrich List pflegte dieses Prinzip anhand des Gegenbeispiels spanischer\nEroberungspolitik des 17. Jahrhunderts zu unterstreichen: Die Spanier holten sich Gold und Silber\naus S\u00fcdamerika, schwelgten in einer Phase kurzzeitigen Reichtums bis sie alsbald zur\u00fcckfielen in\ndie Armut, nachdem dieser verprasst war.\nIndustrielle Kraft ist aber ganz anderer Art. Es ist nicht Gold und Silber oder Geld anderer Pr\u00e4gung,\nauch nicht Finanzmarktgewinne, auch nicht Aggregate von Trillionen Dollar, Euros oder was immer\nsonst.\nIndustrielle Kraft entstand stets mit der F\u00f6rderung der Wissenschaft, der Kunst und der Ausbildung\nvon Fertigkeiten, welches zusammen die Macht wirtschaftlicher Entwicklung und des daraus\nresultierenden Wohlstands ist. Und nicht nur das. Unternehmungsgeist, Selbstbewu\u00dftsein und ein\noptimistischer Blick in die Zukunft k\u00f6nnen nur unter einem allgemein freiheitlichen Geist gedeihen,\nder immer wieder Grenzen durchbricht und neue Ziele definiert.\nDen Gr\u00fcndern des Club of Rome war gerade letzteres ein Dorn im Auge und es war nicht zuf\u00e4llig,\ndass die W\u00fchlarbeit dieses 1968 gegr\u00fcndeten Clubs Anfang der 70iger Jahre seine T\u00e4tigkeit\naufnahm. Dabei ging es nie wirklich um begrenzte Ressourcen und schon gar nicht um\nUmweltschutz, sondern von Anfang an um die Abschaffung der Industriegesellschaft. Es bestand\nn\u00e4mlich aus der Sicht des Clubs und seiner Unterst\u00fctzer die unmittelbare Gefahr, dass sich das\nerfolgreiche Modell der industriellen Entwicklung auf den Entwicklungssektor ausdehnen k\u00f6nnte.\nEin soziopolitisches Ziel von Anfang an\nIch will im Folgenden ein Dokument besprechen, das dieses eigentliche Ziel schonungslos darlegt.\nEs demonstriert, dass hinter der offensiv und frech vorgetragenen Unwissenschaftlichkeit schon\ndamals die Absicht stand, utopisch- feudalistischen Modellen neuerer Machart zur R\u00fcckkehr zu\nverhelfen.\nEs ist eine kleine Schrift von knapp hundert Seiten mit dem Titel: \u201e Welche Energiestrategie\nk\u00f6nnen wir w\u00e4hlen\u201c.2) Sie beinhaltet einen Bericht \u00fcber eine einj\u00e4hrige Debatte am Institut f\u00fcr\nangewandte Systemanalyse ( IISA) aus dem Jahr 1977 mit der Fragestellung: Welchen Weg sollen\ndie Industrienationen in den kommenden 15 bis 50 Jahren zur Energiegewinnung einschlagen, den\nsogenannten \u201eharten Weg\u201c ( Kohle und Kerntechnik) oder den sogenannten \u201e weichen Weg\u201c\n( Sonnen- und Windenergie )? Der Bericht ist verfa\u00dft von Dr. Peter Penczynski, der im Auftrag des\nHauses Siemens f\u00fcr ein Jahr am IIASA-Energieprogramm und an dieser Debatte teilnahm. Die\nanderen Teilnehmer waren der damalige Vize des IIASA , Prof. Wolf H\u00e4fele, dann Dennis\nMeadows, Mitautor der Club of Rome Studie \u201eLimits to Groth\u201c und Amory B. Lovins, damals\n\u201eBritish Representative of Friends of the Earth\u201c.\nEine medienwirksame Debatte hatte bereits schon ein Jahr zuvor mit einem Text von Amery Lovins\nin der Oktoberausgabe 1976 von \u201e Foreign Affairs\u201c f\u00fcr Wirbel gesorgt. In dem Text mit der\n\u00dcberschrift\u201e Energy Strategy: The Road Not Taken\u201c hatte er dazu aufgefordert, dass die USA den\n\u201eharten Pfad\u201c zur Stromerzeugung verlassen sollten.\nhttps:\/\/www.foreignaffairs.com\/articles\/united-states\/1976-10-01\/energy-strategy-road-not-taken\nGing es etwa um eine wissenschaftliche Debatte \u00fcber die M\u00f6glichkeiten zuk\u00fcnftigerEnergiegewinnung? Nein. Seit nun f\u00fcnfzig Jahren geht es nicht um diese Frage. Es ging und geht\nnur um eins: F\u00fcr den Ausstieg aus der Industriegesellschaft ist die Abkehr vom sogenannten\n\u201eHarten Weg\u201c entscheidend. Systemwechsel geht nur mit Solar-Technik und Windm\u00fchlen.\nDr. Penzynski zieht in der genannten Schrift \u201e Welche Energiestrategie k\u00f6nnen wir w\u00e4hlen?\u201c ein\nRes\u00fcmee dieser \u00fcber ein Jahr gef\u00fchrten Debatte. Sowohl in der Einleitung als auch in der\nabschlie\u00dfenden Zusammenfassung stellt er sehr deutlich heraus, dass es besonders Lovins weder\num Fragen der Wirtschaftlichkeit, Machbarkeit oder Sicherheit ging, sondern allein um einen\nideologisch motivierten Systemwechsel.\nZitat aus der Einleitung:\n\u201eMr. Lovins stellt die zunehmende Zentralisierung in Technik und Gesellschaft und die seiner\nMeinung nach verbundene Konzentration der Macht in den H\u00e4nden einiger weniger in Frage.\nDar\u00fcber hinaus kritisiert er die einseitige Ausrichtung auf Wachstum und materiellen Wohlstand.\nEine erstrebenswerte Altenative sieht er in einer Gesellschaft, die nicht auf materiellen Wohlstand\nausgerichtet ist, sondern die Besinnung auf geistige und kulturelle Werte anstrebt. Nach Mr. Lovins\nk\u00f6nnen diese Werte nur in einer dezentralisierten Bev\u00f6lkerungs- und Machtstruktur zum Tragen\nkommen. Diesem sozialen und politischen Wandel muss deshalb auch die Struktur des\nEnergiesystems als einer der wichtigsten Komponenten einer jeden Gesellschaft angepa\u00dft werden.\nEr schl\u00e4gt deshalb f\u00fcr unsere zuk\u00fcnftige Energieversorgung einen sog. >soft path< vor. Das\nbedeutet Energieumwandlung am Ort des Verbrauchs in kleinen dezentralen Einheiten, die sich\nnach einer gewissen \u00dcbergangszeit ausschlie\u00dflich auf regenerative Energiequellen ( Sonne , Wind,\nVegetation) st\u00fctzen. Eine Nutzung z.B. der Sonnenenergie in zentralen Kraftwerken ( Turmkonzept)\nmu\u00df deshalb abgelehnt werden.......Mr. Lovins sieht Energie und Gesellschaft als Einheit. Die\nsozialen Aspekte haben dabei eindeutig Vorrang. Die Ausschlie\u00dflichkeit der beiden Energiewege\nberuht deshab nicht auf technischen, sondern auf soziopolitischen Argumenten. Jeder Weg\nbeinhaltet eine gewisse Entwicklung von sozialen Wertvorstellungen und Wahrnehmungen. Die sind\naber f\u00fcr die beiden Wege so grundverschieden, dass sie sich gegenseitig ausschlie\u00dfen. Nach Mr.\nLovins ist der >soft energy path< der einzige Weg, den Weltfrieden zu sichern. Er f\u00fchrt zur\nSchaffung autarker Regionen und zu einer vollst\u00e4ndigen Unterdr\u00fcckung der Weitergabe von\nKernwaffen.....\u201c\nNachdem sich der Hauptteil des Buches mit der technischen Unm\u00f6glichkeit und\nUnwissenschaftlichkeit der Forderungen des \u201e soft path\u201c befasst hat, sagt Dr.Penczynski in der\nabschlie\u00dfenden Zusammenfassung folgendes:\n\u201e Das Gedankengut des >Soft<-Energieweges entspringt dem soziopolitischen Bereich, die\nEinbeziehung des Energiesektors als wichtigen Teil unserer Gesellshaft soll diesen Weg des\nsozialen Wandels technologisch vorbereiten und gangbar machen helfen. Der\nBewertungsschwerpunkt der Energietechnologien liegt deshalb bei nicht wirtschaftlichen Faktoren.\nDie Sto\u00dfrichung ist eindeutig gegen die Kernenergie als den Inbegriff einer zentralisierten Energie-,\nWirtschafts-, Bev\u00f6lkerungs- und Machtstruktur gerichtet........ Unter technisch-wirtschaftlichen\nAspekten erscheint das Konzept des >soft energy path< nicht lebensf\u00e4hig. Das technische Potential\nder >Soft<- Technologien ist nicht in der Lage, mit der quantitativen und qualitativen Entwicklung\nder Menschheit Schritt zu halten und den voraussehbaren Energiebedarf bei einer\nkatastrophenfreien Entwicklung zu decken. Hier mu\u00df erst der von den >Soft<-Exponenten\nangestrebte tiefgreifende soziale Wandel stattfinden, sodass drastische \u00c4nderungen von\nWertvorstellungen, wie \u00dcbergang zu l\u00e4ndlichen Siedlungsstrukturen, starke Reduktion des\nBev\u00f6lkerungswachstums und Einbu\u00dfen im materiellen Wohlstand von dem Gro\u00dfteil der\nBev\u00f6lkerung freiwillig akzeptiert und angestrebt werden. Die >Soft<-Technologien sind die\nkapitalintensivsten der alternativen Energiequellen zur Substitution von \u00d6l und Gas. Von der\n>Soft<-Seite wird f\u00fcr die Industrienationen so schnell wie m\u00f6gliche ein energetisches\nNullwachstum gefordert. Woher aber soll das Kapital kommen, wenn die Energie f\u00fcr die Produktion\nnicht mehr im ausreichenden Ma\u00dfe vorhanden ist.?\u201c\nHeute, knapp 50 Jahre sp\u00e4ter, sind wir auf dem besten Weg mit dem von der EU entworfenen NewGreen Deal aus der Industriegesellschaft auszusteigen. Mit dem vorgegebenen \u201eweichen Weg\u201c\nw\u00fcrde die deutsche Wirtschaft langfristig nur noch das leisten k\u00f6nnen, was vor dem Gebrauch\nder Dampfmaschine m\u00f6glich war, einfach deshalb, weil die Energiedichten der sogenannten\nerneuerbaren Technik nicht mehr hergeben. Wie man aus dem Dokument sehen kann, war das der\nPlan von Anfang an. Unz\u00e4hlige Errungenschaften w\u00fcrden einfach abgeschrieben, aufgegeben,\nvernichtet. Eine Transformation, die alle von uns einstmals hochgesch\u00e4tzten westlichen Werte\nvernichten w\u00fcrde, dazu den Wohlstand, den wir dann vielleicht nur aus der Ferne in China oder\nganz Asien bewundern k\u00f6nnen.\nMan fragt sich, aus welchen Gr\u00fcnden hochqualifizierte Fachleute schon in den 70gern diese Art\npolitisch intendierten Unsinns als Diskussionsgrundlage \u00fcberhaupt akzeptierten oder akzeptieren\nmu\u00dften. Als Hinweis m\u00f6ge folgendes Zitat aus der Einleitung dienen: \u201e > Das Edison Electric\nInstitut< z.B. hat mit 11 Kritiken eine vollst\u00e4ndige Ausgabe seiner zweimonatlich erscheinenden\nZeitschrift >Electric Perspectives< diesem Thema gewidmet. Mr. Lovins erschien mehrmals vor\nverschiedenen Aussch\u00fcssen beider H\u00e4user des amerikanischen Kongresses, und er hatte eine\nUnterredung mit dem amerikanischen Pr\u00e4sidenten.\u201c 3)\nEs waren bereits Kr\u00e4fte am Werk, die entschlossen waren, die Welt mit feudalaristokratischen\nR\u00fcckw\u00e4rtsmodellen in Schach zu halten, um das politische Risiko einer weltweiten industriellen\nEntwicklung zu vermeiden. Friedrich List hatte \u00fcber die Bosheit dieser malthusschen Sinnesart\nfolgendes zu sagen:\n\u201eErscheint uns die Malthussche Lehre in ihrer Tendenz als eine beschr\u00e4nkte, so stellt sie sich in\nihren Mitteln als eine naturwidrige, als eine Moral und Kraft t\u00f6tende, als eine hoffible dar. Sie will\neinen Trieb t\u00f6ten, dessen die Natur sich als des wirksamsten Mittels bedient, die Menschen zur\nAnstrengung ihres K\u00f6rpers und Geistes anzuspornen und ihre edleren Gef\u00fchle zu wecken und zu\nn\u00e4hren--- einen Trieb, welchem das Geschlecht den gr\u00f6\u00dften Teil seiner Fortschritte zu danken hat.\u201c\n4)\n(1) Friedrich List, Das nationale System politischer \u00d6konomie, Kyklos-Verlag Basel,J.C.B. Mohr\nT\u00fcbingen 1959, S.144\n[2] Peter Penczynski, 2. \u00fcberarbeitete Auflage 1978, Welche Energiestrategie k\u00f6nnen wir w\u00e4hlen?,\nSiemens-Aktiengesellschaft (Abt. Verlag).\n3) ebenda\n4) Friedrich List, Das nationale System politischer \u00d6konomie, Kyklos-Verlag Basel,J.C.B. Mohr\nT\u00fcbingen 1959, S.141<\/pre>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was steckt hinter den erneuerbaren Energien, die verm\u00f6ge des Klima-Unfugs und aktuell verm\u00f6ge des Corona-Unfugs gepusht werden? 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