{"id":4539,"date":"2020-03-04T07:01:00","date_gmt":"2020-03-04T06:01:00","guid":{"rendered":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=4539"},"modified":"2020-02-24T15:32:10","modified_gmt":"2020-02-24T14:32:10","slug":"fake-zyklen-3-widerlegung-und-ihre-widerlegung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2020\/03\/04\/fake-zyklen-3-widerlegung-und-ihre-widerlegung\/","title":{"rendered":"Fake-Zyklen 3: Widerlegung und ihre Widerlegung"},"content":{"rendered":"\n<p>Die offizielle Klimadarstellung bleibt nat\u00fcrlich nicht unwidersprochen. Ein paar Leuten f\u00e4llt das Fehlen von Ergebnissen des Typs 2 von Prim\u00e4rarbeiten auf und sie halten dagegen. Da muss man nat\u00fcrlich dagegen halten. <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Die Kritiker sind durchweg Naturwissenschaftler, oft Physiker, manchmal auch Leute, die sich mit dem Begriff Klima tats\u00e4chlich einmal als Hauptthema besch\u00e4ftigt haben. Es handelt sich als um Leute, denen die naturwissenschaftliche Denke und deren Regeln vertraut sind. Ihre Argumente betreffen die vom IPCC unterschlagenen Arbeiten, in den Modellen nicht ber\u00fccksichtigte Effekte (auch wenn dies teilweise m\u00f6glich w\u00e4re), die Willk\u00fcr von irgendwelchen Annahmen des Typs A, &#8222;plausible Korrekturen&#8220; von echten Messwerten, Abweichungen von Modellaussage und Realit\u00e4t und vieles mehr. Wie h\u00e4lt man dagegen? Schlie\u00dflich muss man die Argumente irgendwie entkr\u00e4ften, sonst glaubt sie noch jemand.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Wer antwortet?<\/h4>\n\n\n\n<p>Man sollte eigentlich erwarten, dass Wissenschaftler Wissenschaftlern nach den wissenschaftlichen Regeln der Naturwissenschaften antworten. Viele Argumente der Kritiker sind jedoch nicht so einfach vom Tisch zu wischen und bei anderen Argumenten wird man allenfalls ein Patt herausholen k\u00f6nnen: jeder k\u00f6nnte n\u00e4her an der Realit\u00e4t dran sein. Das w\u00e4re allerdings ebenfalls eine klare Niederlage, denn in dem Fall siegt beim Zuschauer Argumentationsschiene 2: die wirtschaftlichen Folgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Regeln 1 und 2 bei der Widerlegung lauten daher:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Der Kritiker wird nie eine Antwort von einem echten (=IPCC) Klimawissenschaftler bekommen.<\/li><li>Der Kritiker wird nie eine Antwort von einem echten (=IPCC) Klimawissenschaftler bekommen.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>Man kann sagen und fragen, was man will, vom IPCC oder dem deutschen Pendant, dem PIK, das den gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen Unfug in die Welt setzt, wird man keine Antwort bekommen. Von Ministerien, \u00c4mtern oder politischen Parteien wird man allenfalls auf spezialisierte Webseiten mit vorgefertigten Antwortbausteinen verwiesen. Individuelle Anworten wird man auch von dort nicht bekommen. In Ministerien usw. liegen anscheinend irgendwelche Auswahlkriterien vor, nach denen ein Link auf eine solche Seite ausgew\u00e4hlt und zur\u00fcck geschickt wird. Manchmal passt es thematisch, manchmal nicht, aber nie inhaltlich. <\/p>\n\n\n\n<p>Solche Webseiten tragen fast alle einen der Begriffe &#8222;Fakten&#8220;, &#8222;Wissen&#8220; oder &#8222;Bildung&#8220; bereits in der URL, womit suggeriert wird, dass man es mit Fachleuten zu tun hat, die alles sauber relotiert &#8230; \u00e4h, recherchiert haben. In der Einleitung wird dann auch stets darauf verwiesen, dass man s\u00e4mtliche irrsinnigen und falschen Behauptungen der &#8222;Klimaleugner&#8220; kennt und in den verschiedenen Beitr\u00e4gen auf der Seite alles durch wissenschaftlich korrekte Beweise widerlegt. <\/p>\n\n\n\n<p>Die Widerlegungen widerlegen in der Regel nichts und sind auch nicht sonderlich wissenschaftlich. Die Methode schirmt jedoch die eigentlichen Scharlatane wirksam ab. Da IPCC, PIK und andere einfach keine Stellung beziehen, kann man ihnen auch keine falschen Sachen nachweisen, und die Seitenbetreiber sind wiederum nur irgendwie geartete Referenten, die man auch nicht zur Verantwortung ziehen kann. Mit welchen Argumenten widerlegen sie nun die Kritik?<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Gesetz der gro\u00dfen Zahl<\/h4>\n\n\n\n<p>Eines der ersten Argumente, auf die man st\u00f6\u00dft, ist die Behauptung einer \u00fcberw\u00e4ltigenden Mehrheit in der wissenschaftlichen Welt, dass die IPCC-Behauptungen korrekt sind &#8211; die bekannte 97%-These. Der Kritiker w\u00fcrde damit eine verschwindend kleine Minderheitsmeinung vertreten. Was dem weniger vorbelasteten Leser leider sehr erfolgreich suggeriert, naturwissenschaftliche Aussagen w\u00e4ren nur Meinungen und alles daher demokratief\u00e4hig. Wenn man sich mit Leuten auf der Stra\u00dfe unterh\u00e4lt, h\u00f6rt man nicht selten &#8222;<em>2+2=4 ist eine v\u00f6llig veraltete Ansicht und wissenschaftlich hat man sich inzwischen auf 2+2=81 geeinigt<\/em>&#8222;.<\/p>\n\n\n\n<p>So etwas ist nicht neu: 1931 erschien ein Buch &#8222;Hundert Autoren gegen Einstein&#8220;, im dem die Relativit\u00e4tstheorie angegriffen wurde. Einstein selbst bemerkte dazu:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Wieso 100? Ein einziger w\u00fcrde gen\u00fcgen, wenn ich falsch liege.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Sp\u00e4testens 1938 war dann mit der Atomkernspaltung klar, dass die 100 falsch lagen. Aber gerade in Deutschland kommen anscheinend Fehlgriffe trotzdem immer wieder gut an wie aktuell der 3. R\u00fcckfall in den Sozialismus.<\/p>\n\n\n\n<p>Nur ist bereits die 97%-These falsch. Ausgewertet wurden Arbeiten zum Thema Klima, befragt wurden Wissenschaftler verschiedenster Fachrichtungen.F\u00fcr die Auswahl der ber\u00fccksichtigten Arbeiten wurden Kriterien angelegt, die recht IPCC-\u00e4hnlich waren, d.h. kritische Arbeiten, die die CO2-Modelle nicht unterst\u00fctzen, hatten relativ schlechte Aussichten, in die Auswertung einzuflie\u00dfen. Das Endergebnis sieht schlie\u00dflich so aus:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"638\" height=\"412\" src=\"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/grafik-56.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-4543\" srcset=\"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/grafik-56.png 638w, https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/grafik-56-300x194.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 638px) 100vw, 638px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Trotz aller Trickserei wird die Klimathese von nur knapp einem Drittel der ausgewerteten Arbeiten unterst\u00fctzt. Die meisten Arbeiten machen keine Aussage. Zudem gibt es bei dieser Studie auch Kritik der Art, dass eine korrekte Auswertung mit den vorhandenen Mitarbeitern und in der vorhandenen Zeit nicht h\u00e4tte ausgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Noch desastr\u00f6ser entwickelten sich die Umfagen. Der R\u00fccklauf betrug ein Drittel und trotz recht subjektiver Fragestellung und Auswertung der Antworten war das Ergebnis f\u00fcr die Klimaleute niederschmetternd.<\/p>\n\n\n\n<p>Um einmal ein anschauliches Beispiel f\u00fcr Fragen und Antworten zu geben, sei eine Gender-Umfrage vorgestellt, die europaweit durchgef\u00fchrt wurde. Auch hier haben sich deutlich weniger als 50% der Befragten ge\u00e4u\u00dfert. Ein Frage lautete: &#8222;Haben Ihnen schon einmal M\u00e4nner hinterher gepfiffen?&#8220; Ein Drittel der Antwortenden bejahte dies, was man so interpretieren kann, dass die meisten Frauen anscheinend recht attraktiv sind. Die korrekte Auswertung lautet allerdings: &#8222;Jede dritte Frau wurde sexuell bel\u00e4stigt.&#8220; <\/p>\n\n\n\n<p>Zur\u00fcck zu den Klima-Umfragen. Im Nachhinein wurden die Kriterien ge\u00e4ndert, die man an die Qualifikation der Leute legte, die geantwortet hatten. Das Endergebnis und damit die 97%-Zustimmung sah dann so aus:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"673\" height=\"497\" src=\"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/grafik-55.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-4541\" srcset=\"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/grafik-55.png 673w, https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/grafik-55-300x222.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 673px) 100vw, 673px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Zwischenzeitlich haben sich selbst die Ersteller der Studie von ihrem eigene Werk distanziert, was in deutschen Fakten-, Wissens- und Bildungsportalen aber nicht daran hindert, weiter auf den 97% herum zu reiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht erw\u00e4hnt wird nat\u00fcrlich, dass in den USA auch andere Umfragen stattfanden. Die Oregon-Petition, die den Klima-Unfug ablehnt, wurde 31.000x unterzeichnet, andere Umfragen unter US-Naturwissenschaftlern ergaben, dass mehr als 2\/3 die Klimamodelle als falsch betrachten. <\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Selbstreferenz<\/h4>\n\n\n\n<p>Wir erinnern uns an Fake-Zyklus 1: die historischen CO2-Daten sind mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit falsch. Begr\u00fcndet durch systematisch falsche Gletscherdaten, fragw\u00fcrdige Proxydaten und unterschlagene Messungen mit anderen Aussagen. Auf diesen Einwand findet sich die Gegenargumentation:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Die Klimaleugner behaupten, die historischen niedrigen CO2-Konzentrationen seien falsch. Die Konzentrationen seien bereits in historischen Zeiten h\u00f6her gewesen.<\/p><p>Das ist nachweisbar falsch! Die niedrigen Konzentrationen wurden durch Messungen an arktischen und antarktischen Gletschern ermittelt und durch eine ganze Reihe von Proxy-Messungen best\u00e4tigt. Alle Messungen ergeben nach strengen statistischen Verfahren \u00fcbereinstimmende Aussagen. Die niedrigen Konzentrationen sind damit unzweifelhaft bewiesen.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Das Schema ist denkbar einfach. Die Kritik der Leugner wird geschildert, es wird aber nicht erl\u00e4utert, wie die darauf gekommen sind. Eher wird der Eindruck erweckt, man h\u00e4tte sich das ausgedacht, weil man eben ein zwanghafter Leugner sei. Im zweiten Schritt wird dann &#8222;bewiesen&#8220;, dass die Leugner Unrecht haben, indem genau das von den Kritikern als falsch Entlarvte als Beweis f\u00fcr die Richtigkeit der urspr\u00fcnglichen Aussage verwendet wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Variante dieser Selbstreferenz stammt vom Fernsehscharlaten Lesch. Als Beweis, dass die Vorstellung, die Sonnenflecken haben durch Ver\u00e4nderung der Strahlungscharakteristik einen erheblichen Einfluss auf das Erdklima, falsch ist, legte Lesch eine Messkurve f\u00fcr die tats\u00e4chlich weitgehend konstante Solarkonstante vor. Folglich k\u00f6nne es die Sonne nicht sein. Von der Solarkonstante war allerdings bei den Kritikern nie die Rede gewesen, sondern eben von den Sonnenflecken, die wiederum bei Lesch \u00fcberhaupt nicht auftauchten. Als Astrophysiker sollte er sich mit den Begriffen besser auskennen, aber zur Widerlegung des Sonnenmodells war es nun mal opportun, das zu ignorieren und \u00fcber v\u00f6llig andere Sachen zu sprechen. <\/p>\n\n\n\n<p>Diese Schemata tauchen in den &#8222;sachlichen&#8220; Gegenbeweisen immer wieder auf. Um sie zu verstehen, muss man aber die Beitr\u00e4ge gelesen haben. Die Klimaleute bauen mit Erfolg darauf, dass das kaum einer macht.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Qualifikation der Kritiker<\/h4>\n\n\n\n<p>Eine beliebte Methode ist das Anzweifeln der wissenschaftlichen Qualifikation der Kritiker. Diese seien ja keine ausgewiesenen Klimaforscher, sondern &#8222;nur&#8220; Physiker oder andere Naturwissenschaftler und h\u00e4tten folglich gar nicht den wissenschaftlichen Hintergrund, alles korrekt beurteilen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Argument wird beispielsweise gegen den offenen Brief von 500 Wissenschaftlern an den UN-Generalsekret\u00e4r genauso vorgebracht wie gegen die Unterzeichner der Oregon-Petition, die 31.000x gezeichnet wurde. Viele der Unterzeichner der letzteren seien noch nicht einmal Naturwissenschaftler, sondern stammten aus anderen Fachgebieten.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcbergangen wird dabei, dass Klima viel mit Physik zu tun hat und Physiker wie andere Naturwissenschaftler in der Lage sind, die methodische Korrektheit zu bewerten. Wenn gerade Physik-Nobelpreistr\u00e4ger gleich rudelweise antreten und alles f\u00fcr ausgemachten Schwindel halten, sollte einem das zu denken geben. Die Leute wissen, wovon sie reden.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcbergangen wird auch, dass unter den Gegen-Petitionen, die schnell aufgelegt werden und auch h\u00f6here Teilnehmerzahlen erreichen, so namhafte Experten wie Prof. Mickey Mouse, Prof. Albus Dumbledore oder Obi-wan Kenobi zu finden sind. Wenn man das Richtige behauptet, spielt Qualifikation anscheinend keine Rolle. <\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcbergangen wird, dass eine Reihe ausgewiesener Klimaexperten beim PIK und anderswo noch nicht einmal Physiker sind, sondern sich die Zeit mit einem Soziologie- oder Wirtschaftsstudium vertrieben haben. Nicht dass man sich als Quereinsteiger nicht auch einarbeiten k\u00f6nnte, aber die Leute bleiben den Nachweis ihrer Qualifikation durch Gespr\u00e4chsverweigerung schuldig.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich wei\u00df nicht, wie verstrahlt man sein muss, anderen die Qualifikation abstreiten zu wollen, selbst aber auch nicht mehr vorweisen zu k\u00f6nnen als irgendein kulturelles Selbstfindungs-Wischiwaschi-Studium oder gar nur ein Journalistik-Volontariat in irgendeiner Redaktion und dabei gar nicht zu bemerken, wie l\u00e4cherlich man sich damit macht. Spezialisten dieser Art lungern beispielsweise bei <a href=\"https:\/\/correctiv.org\/ueber-uns\/#redaktion-team\">correctiv<\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.openpetition.de\/content\/about_us\">openpetition<\/a> herum. Motto: man muss nichts wissen, sondern alles besser wissen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit etwas besseren Titeln kann Scientists-4-Future aufwarten:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Darunter sind erfahrene Wissenschaftler<em>innen der Klimaforschung, Nachhaltigkeitsforschung, Biodiversit\u00e4ts- und Transformationsforschung, einschlie\u00dflich IPCC und IPBES Autor<\/em>innen. <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Die wenigsten weisen jedoch auch hier einen passenden wissenschaftlichen Werdegang auf. Konkrete Zahlen lassen sich zwar nicht ermitteln, aber erfahrungsgem\u00e4\u00df liegt die Anzahl der Naturwissenschaftler bei \u00e4hnlichen Aktionen, bei denen die Teilnehmer mit Namen und Beruf aufgelistet sind, unter 5% (Mediziner und Biologen als Grenzg\u00e4nger eingeschlossen). Und selbst die haben oft nur begrenzten Durchblick: S4F war bei einer Anfrage in technischer Hinsicht sehr zur\u00fcckhaltend, aber sehr entgegenkommend mit dem Angebot, ich k\u00f6nnen das auch mit ihrem Anwalt diskutieren.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Qualit\u00e4t der kritischen Arbeiten<\/h4>\n\n\n\n<p>Bleiben noch Arbeiten, die irgendwo ver\u00f6ffentlicht werden, dem Klimamodell aber nicht entsprechen. Auch da ist ein wohlfeiler Fake-Zyklus verf\u00fcgbar:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Die Arbeiten haben kein Peer-Review-Verfahren durchlaufen und sind nicht vertrauensw\u00fcrdig.<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Ein Peer-Review-Verfahren besteht darin, dass eine wissenschaftliche Zeitschrift eine eingereichte Arbeit nicht sofort ver\u00f6ffentlicht, sondern erst einmal einer kritischen Durchsicht unterzieht, ob bestimmte Standards eingehalten werden. Das macht die Redaktion teilweise selbst, teilweise bittet sie externe Wissenschaftler als so genannte Peers um ein Gutachten. <\/p>\n\n\n\n<p>So ein Verfahren macht Sinn, wenn die Ver\u00f6ffentlichungskapazit\u00e4ten begrenzt sind und sich die Zeitschriften durch Qualit\u00e4t voneinander abheben wollen. Eigentlich gut gedacht hat es sich allerdings in vielen Untersuchungen als wenig vertrauensw\u00fcrdig herausgestellt. So wei\u00df man als Autor nicht, wer die Arbeit begutachtet und wie letztlich die Entscheidung getroffen wird. Sind die Peers hinreichend in dem Fachgebiet t\u00e4tig und auf dem Laufenden? Folgt die Redaktion den Gutachten? In Untersuchungen hat sich immer wieder herausgestellt, dass Arbeiten abgelehnt werden, weil das Thema der Redaktion oder den Peers missf\u00e4llt, die Gutachter den Inhalt nicht verstanden haben oder halt irgendjemand NEIN gesagt hat. Immer wieder sind innovative Artikel betroffen, die abgelehnt wurden, nach Ver\u00f6ffentlichung auf einem anderen Weg sich aber schlie\u00dflich zu Bestsellern entwickelt haben. Letztlich ist das Ergebnis dieser Auswahlverfahren oft kaum besser als das Werfen einer M\u00fcnze.<\/p>\n\n\n\n<p>Beim Thema Klima verschlimmert sich die Situation nochmals dramatisch. Die weltweite Allianz &#8222;<a href=\"https:\/\/www.coveringclimatenow.org\/\">Covering Climate Now<\/a>&#8220; umfasst mindesten 400 Medien von Nachrichtenagenturen, Tageszeitungen, Nachrichtensendern und <a href=\"https:\/\/www.spektrum.de\/wissen\/die-gaengigsten-mythen-zum-klimawandel\/1674472\">(popul\u00e4r)wissenschaftliche Zeitschriften<\/a> bis hin zu Gro\u00dfverlagen im wissenschaftlichen Bereich. Vermutlich werden viele gar nicht explizit genannt. Alle verpflichten sich zu einer korrdinierten Klimaberichterstattung im Sinne des IPCC:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"696\" height=\"896\" src=\"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/grafik-57.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-4546\" srcset=\"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/grafik-57.png 696w, https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/grafik-57-233x300.png 233w\" sizes=\"auto, (max-width: 696px) 100vw, 696px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>F\u00fcr wissenschaftliche Ver\u00f6ffentlichungen zum Klima bedeutet dies, dass Gegenstimmen keine Chance haben. Peer-Groups sind nicht selten geschlossene Zirkel, die Konkurrenten nicht hinein lassen, und den Rest lehnt die Redaktion ab. <\/p>\n\n\n\n<p>Gl\u00fccklicherweise ist Peer-Reviewing in den Zeiten des Internets eine ziemlich \u00fcberfl\u00fcssige Angelegenheit. Auf <a href=\"https:\/\/arxiv.org\/\">arXiv<\/a> kann jeder bei Einhaltung gewisser Minimalanforderungen ver\u00f6ffentlichen, ohne dass der Artikel wie bei Peer-Review-Verfahren abgelehnt werden k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"936\" height=\"524\" src=\"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/grafik-58.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-4547\" srcset=\"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/grafik-58.png 936w, https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/grafik-58-300x168.png 300w, https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/grafik-58-768x430.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 936px) 100vw, 936px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Die Qualit\u00e4tsfrage erledigt sich von selbst: man kann auf Artikel reagieren, Autoren k\u00f6nnen selbst ihre Artikel relativieren, wenn sie Irrt\u00fcmer enthalten. Zudem ist das (bislang) f\u00fcr beide Seiten kostenlos: Autoren, die bei Zeitschriften nicht selten f\u00fcr das Herausbringen eines Artikels zahlen m\u00fcssen, k\u00f6nnen kostenlos ver\u00f6ffentlichen und im Gegenzug kann jeder die Artikel herunterladen und ben\u00f6tigt weder einen Zugang zu einer Uni-Bibliothek noch ein Abonnement f\u00fcr tausende von Euros.<\/p>\n\n\n\n<p>Kritische Artikel erscheinen daher vorzugsweise auf dieser oder \u00e4hnlichen Plattformen und unterlaufen kein Peer-Review, in dessen Verlauf sie ohnehin zu 90% abgelehnt w\u00fcrden (einige Zeitschriften f\u00fchren nach Internetberichten regelrechte Blacklists zu Autoren, unter denen sich sogar in Misskredit gefallene Nobelpreistr\u00e4ger befinden sollen). Mit Qualit\u00e4t hat das allerdings nichts zu tun.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>Mit dem Reigen werden kritische Stimmen zum Klimahype abgeschmettert. Das muss \u00fcbrigens nicht nur Wissenschaftler treffen. Auch ganz normale Leute werden zensiert. Die oben bereits genannte Webseite <a href=\"https:\/\/www.openpetition.de\/content\/about_us\">OpenPetition<\/a>,  die jedermann die M\u00f6glichkeit zu einer \u00f6ffentlichen Petition geben will, l\u00f6scht beispielsweise Petitionen gegen die Ausrufung eines Klimanotstands mit Berufung auf Correctiv, dass die angegebenen Gr\u00fcnde Unfug w\u00e4ren. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die offizielle Klimadarstellung bleibt nat\u00fcrlich nicht unwidersprochen. Ein paar Leuten f\u00e4llt das Fehlen von Ergebnissen des Typs 2 von Prim\u00e4rarbeiten auf und sie halten dagegen. Da muss man nat\u00fcrlich dagegen halten. Download Artikel als PDF<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18,3,19],"tags":[],"class_list":["post-4539","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-klima","category-mediennutzung","category-wissenschaft"],"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4539","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4539"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4539\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4548,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4539\/revisions\/4548"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4539"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4539"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4539"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}