{"id":4443,"date":"2020-02-18T07:34:00","date_gmt":"2020-02-18T06:34:00","guid":{"rendered":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=4443"},"modified":"2020-02-13T10:08:37","modified_gmt":"2020-02-13T09:08:37","slug":"einstieg-in-die-mangelversorgung-nahrung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2020\/02\/18\/einstieg-in-die-mangelversorgung-nahrung\/","title":{"rendered":"Einstieg in die Mangelversorgung &#8211; Nahrung"},"content":{"rendered":"\n<p>&#8222;Bist du auch satt geworden?&#8220; ist eher eine rhetorische Frage, k\u00f6nnte aber in ein paar Jahren auch Ernst gemeint sein. <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Weil es nach der Energie und der Industrie (aktuelle Meldung von Mercedes-Benz zum geplanten Stellenabbau: 15%) der uners\u00e4ttlichen Linkspolitik auch um den Umbau oder genauer Abbau der Landwirtschaft geht.<\/p>\n\n\n\n<p>Die ist &#8211; zwangsweise &#8211; hochindustrialisiert. Schlepper und Maschinen haben sich zu Unget\u00fcmen entwickelt, die mehr Raum auf der Stra\u00dfe einnehmen als LKW. Solche Technik ist meist f\u00fcr einzelne Landwirte zu teuer und lohnt auch erst ab bestimmter Fl\u00e4chengr\u00f6\u00dfe, weshalb Lohnbetriebe die gr\u00f6\u00dferen Arbeiten \u00fcbernehmen und zur Erntezeit im 24\/7-Betrieb arbeiten. Zudem hat sich die Bewirtschaftung verwissenschaftlicht mit gezieltem Einsatz von speziellen Z\u00fcchtungen und Agrarchemikalien, was nicht nur sehr hohe Ernteertr\u00e4ge erm\u00f6glicht, sondern auch weniger Ernteausf\u00e4lle durch Natureinfl\u00fcsse verschiedenster Art. Das Ergebnis ist eine stabile Ern\u00e4hrungsgrundlage der Bev\u00f6lkerung. <\/p>\n\n\n\n<p>Eingestreut sind zwei Grenzg\u00e4nger: die so genannte Biolandwirtschaft und die Energielandwirtschaft. Letztere sorgt durch den vorzugsweise angepflanzten Energiemais f\u00fcr kleine Probleme: Mais erfordert sehr hohe D\u00fcngergaben, um den Boden nicht innerhalb kurzer Zeit auszulaugen, und au\u00dferdem oftmals Bew\u00e4sserung, was gebietsweise zu Grundwasserabsenkungen gef\u00fchrt hat. F\u00fcr die Politik uninteressant, weil das Produkt in die Ideologie passt. Erstere erfordert eine intensivere Bewirtschaftung mit mehr Arbeitskr\u00e4ften und bringt geringere Ertr\u00e4ge, weshalb sie sich nur bei Subventionierung lohnt. Zudem punktet sie nicht beim Verbraucher, weil der kaum Unterschiede bemerkt und das Preis\/Leistungs-Verh\u00e4ltnis nicht stimmt. Au\u00dferdem d\u00fcrfte die Biolandwirtschaft von der konventionellen Landwirtschaft auch dadurch profitieren, dass besagt Natureinfl\u00fcsse in Gestalt irgendwelcher Sch\u00e4dlinge sich in den isolierten Bio\u00e4ckern nicht so gut ausbreiten k\u00f6nnen und Ernteausf\u00e4lle mindern.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Geschmack gr\u00fcner Politiker soll es zuk\u00fcnftig nur noch Bio geben mit m\u00f6glichst wenig Fleisch. Wie bei den E-Autos spielt der Verbraucher aber bislang nicht mit. Also muss man auf dem Verordnungsweg die Landwirtschaft ruinieren, anders geht es nicht. Ein erster Verordnungstrick ist die G\u00fclleverordnung, gegen die die Bauern &#8211; medial nat\u00fcrlich so wenig wie m\u00f6glich bemerkt, da das nicht ins Weltbild gr\u00fcner Linkspopulisten in den Redaktionen passt &#8211; auf der Stra\u00dfe unterwegs sind. <\/p>\n\n\n\n<p>Die begrenzt nicht nur die G\u00fcllemengen, die ausgebracht werden d\u00fcrfen, sondern zwingt die Bauern obendrein, die G\u00fclle in den Boden einzuarbeiten, und zwar bundesweit. Grund ist eine hohe Nitratbelastung des Grundwassers, wobei allerdings mit den gleichen Tricks gearbeitet wird wie bei VW in Sachen Dieselabgase und nachfolgend bei den St\u00e4dten in Sachen Dieselfahrverbote: man legt die Messstellen so an, dass eine Dramatik erzeugt wird, die faktisch nicht vorhanden ist.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"719\" src=\"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/grafik-27-1024x719.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-4444\" srcset=\"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/grafik-27-1024x719.png 1024w, https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/grafik-27-300x211.png 300w, https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/grafik-27-768x539.png 768w, https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/grafik-27.png 1342w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption><a href=\"https:\/\/www.bauerwilli.com\/staatliche-manipulation\/\">https:\/\/www.bauerwilli.com\/staatliche-manipulation\/<\/a><br><a href=\"https:\/\/schillipaeppa.net\/2017\/06\/13\/zweierlei-mass-und-ein-paar-begriffe\/\">https:\/\/schillipaeppa.net\/2017\/06\/13\/zweierlei-mass-und-ein-paar-begriffe\/<\/a><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Fazit: die Sache wird f\u00fcr die Bauern teurer. Die Bewirtschaftung wird teurer, bei der Entsorgung im internationalen <a href=\"https:\/\/www.topagrar.com\/energie\/news\/niedersachsen-guellehandel-muss-gemeldet-werden-9381951.html\">G\u00fcllehandel<\/a> (den gibt es wirklich) werden die Kosten steigen\/Erl\u00f6se sinken, m\u00f6glicherweise wird auch G\u00fclled\u00fcngung durch Industried\u00fcnger ersetzt werden m\u00fcssen, also mehr Chemie. Einzige Profiteure: Biogasanlagen, die G\u00fclle\/Mist verwenden. Das sind aber nicht viele. Viehbauern m\u00fcssen also die Bestandsdichte verringern, was oft nicht mehr wirtschaftlich sein d\u00fcrfte, zumal in den letzten Jahren auch sehr viel Geld in die neuen Produktionsformen investiert worden ist. Die politische Devise hei\u00dft anscheinend &#8222;zur\u00fcck zur alten Wirtschaftsform mit Weidewirtschaft&#8220;, im Klartext: Hofaufgabe, weil nicht rentabel.<\/p>\n\n\n\n<p>Und was macht man mit den Feldfruchtbauern? Da hilft die EU. Landwirte h\u00e4ngen am Subventionstropf der EU, weil eine freie Marktwirtschaft im Prinzip nicht existiert. &#8222;Ich brauche nicht zu pfl\u00fcgen oder zu ernten, ich muss nur zum richtigen Zeitpunkt an der richtigen Stelle ein Kreuz in ein Formular machen&#8220; erkl\u00e4rte mir ein Landwirt hier aus der Gegend mal die Situation. Etwas \u00fcbertrieben, aber vermutlich nahe dran. Gef\u00f6rdert wird nach Fl\u00e4che, mit Zusatzsubventionen f\u00fcr die &#8222;Biobauern&#8220; aus anderen Geldt\u00f6pfen. Das soll anscheinend ge\u00e4ndert werden. Wie auch bei den anderen Themen muss man <a href=\"https:\/\/www.meine-landwirtschaft.de\/schwerpunkte\/gap-2020\/eu-agrarpolitik-wie-weiter-nach-2020\/\">aber wieder aufmerksam lesen<\/a>, um zu verstehen, was da geplant ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem Flaggschiff &#8222;Klimaschutz&#8220; soll anscheinend von Fl\u00e4chenf\u00f6rderung auf F\u00f6rderung bestimmter Bewirtschaftungsformen umgesattelt werden. Im Klartext: Biolandwirtschaft. Das bringt allerdings ein paar Probleme mit sich:<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/bioenergie.fnr.de\/bioenergie\/energiepflanzen\/\">(1) Energiepflanzen<\/a>: Die belegen inzwischen 20% der Anbaufl\u00e4che. &#8222;Bio&#8220; ist da nicht, wenn die Ertr\u00e4ge noch irgendwie sinnvoll sein sollen. LPG (Landwirtschaftliche Produktions-Genossenschaften f\u00fcr die, die mit dem SED-Jargon nicht mehr so vertraut sind) f\u00fcr Bioenergie und Bewirtschaftung mit dem Lanz f\u00fcr alle anderen? <\/p>\n\n\n\n<p>(2) Arbeitskr\u00e4fte: den R\u00fcckgang der Ertr\u00e4ge durch geringere Ernten kann man mit Gewalt sicher durch Subventionen f\u00fcr die Bauern ausgleichen, das Arbeitskraftproblem sicher kaum. Die Industrialisierung der Landwirtschaft hat auch zu geringeren Besch\u00e4ftigungszahlen gef\u00fchrt, die nun wieder stark aufgestockt werden m\u00fcssten. Agrarbereiche, die sich schlecht mechanisieren lassen wie Spargel, Wein und ein paar andere Bereiche haben aber jetzt schon zunehmend Probleme, Erntehelfer zu bekommen. Die polnischen Kolonnen bleiben zunehmend aus und die vielen ausl\u00e4ndischen &#8222;Facharbeiter&#8220; sind absolut ungeeignet, zumal es ja gegen die Menschenw\u00fcrde verst\u00f6\u00dft, sie zur Arbeit zu zwingen. Deutsche daf\u00fcr zu finden ist in Zeiten von F4F ohnehin hoffnungslos.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Bauern wehren sich zwar, aber die Politik l\u00e4sst sich anscheinend kaum aufhalten, weil sie sich auf gr\u00fcne St\u00e4dter st\u00fctzen kann, die das Land nur von H\u00f6rensagen her kennen (den Urlaub genie\u00dft man auf den Malediven und nicht in Mecklenburg-Vorpommern) und erst merken, das etwas falsch l\u00e4uft, wenn sie bei Lidl auf die Frage &#8222;Haben Sie keine Bananen?&#8220; mit dem Vermerk &#8222;Nein, wir haben keine Apfelsinen. Keine Bananen bekommen Sie bei Aldi.&#8220; fortgeschickt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Es k\u00f6nnte also durchaus passieren, dass die Frage &#8222;Bist du auch satt geworden?&#8220; in Geringverdienerhaushalten zur Ernst gemeinten Frage am Mittagstisch geh\u00f6rt und D\u00f6rfer reihenweise wie jetzt schon in Frankreich ver\u00f6den.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Bist du auch satt geworden?&#8220; ist eher eine rhetorische Frage, k\u00f6nnte aber in ein paar Jahren auch Ernst gemeint sein. Download Artikel als PDF<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[12,17],"tags":[],"class_list":["post-4443","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-gesellschaft","category-wirtschaft"],"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4443","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4443"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4443\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4445,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4443\/revisions\/4445"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4443"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4443"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4443"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}