{"id":444,"date":"2016-03-16T08:32:45","date_gmt":"2016-03-16T07:32:45","guid":{"rendered":"http:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=444"},"modified":"2016-03-16T08:38:17","modified_gmt":"2016-03-16T07:38:17","slug":"inflation-und-die-ezb","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2016\/03\/16\/inflation-und-die-ezb\/","title":{"rendered":"Inflation und die EZB"},"content":{"rendered":"<p>Die EZB tut ja schon alles, um die Inflation zu steigern. Der n\u00e4chste m\u00f6gliche Schritt w\u00e4re, jemandem, der sich Geld leiht, monatlich noch einen Zins daf\u00fcr zu zahlen. Wieso wird angeblich eine Inflation gebraucht? Und warum klappt das nicht?<\/p>\n<p><!--more-->Angeblich wird eine Inflation zur Ankurbelung der Wirtschaft ben\u00f6tigt, was schon rein gedanklich Quark ist. Der Wirtschaft &#8211; und damit sind die Gro\u00dfkonzerne gemeint, denn f\u00fcr den kleinen Handwerker interessiert sich kein Politiker und kein Gro\u00dfb\u00e4nker &#8211; geht es dann gut, wenn man ihre Produkte kauft, und das geschieht dann, wenn man es sich leisten kann. Also, so anscheinend das Verst\u00e4ndnis der EZB, mache man das Geld wertloser, so dass weniger Leute sich etwas kaufen k\u00f6nnen, und dann geht es der Wirtschaft besser. Merkw\u00fcrdige Kausullogik. Kann man wohl nur als Italiener verstehen.<\/p>\n<p>Eigentlicher Motor der Inflation ist die Staatsverschuldung. Gemessen an der aktuellen Verschuldung ist schon fast der Zustand der 1920er Jahre erreicht, allerdings ohne dass es zu einer Hyperinflation kommt. Und die Staatsverschuldung steigt rasant weiter. Auf die Ank\u00fcndigung &#8222;wir haben 1 Mio mehr eingenommen&#8220; aus dem Finanzministerium folgen Forderungen von 5 Mio f\u00fcr alle m\u00f6glichen, aber in der Regel nicht dem B\u00fcrger f\u00f6rderlichen Projekte, die dann auch bedient werden. Eine &#8222;schwarze Null vor dem Komma&#8220;, und da sollte man sich die EU-Vereinbarungen einmal genau anschauen, bedeutet nicht, dass der Haushalt ausgeglichen ist. Das bedeutet lediglich, dass die Gesamtschuldenlast um nicht mehr als 3% gestiegen ist, d.h. die Schulden nehmen weiter exponentiell zu. Allem Gesabbel des notorischen L\u00fcgners im Finanzministerium zum Trotz bricht das irgendwann selbst der BRD, die derzeit fast umsonst an Geld kommt, das Genick: man kann selbst diese Zinsen nicht mehr bezahlen.<\/p>\n<p>Helfen tut da nur noch eine Hyperinflation, die das Geld so wertlos macht, dass die Staaten entschuldet sind. Derzeit kauft die EZB Staatsverschuldungen auf, um die Staaten von der Zinslast zu befreien und es ihnen zu erm\u00f6glichen, neue Schulden aufzunehmen, aber kann sie das Problem l\u00f6sen, die faulen Papiere irgendwann aus den B\u00fcchern verschwinden zu lassen? Vermutlich funktioniert das sogar, aber im notwendigen Umfang?<\/p>\n<p>Bemerkenswert ist, dass die Krise trotz jahrzehntelangem Drucken von Geld, wenn man die US-Notenbank hinzu nimmt, eingetreten ist. Die Gelddruckmaschine und die Tricksereien der Banken haben dazu gef\u00fchrt, dass von dem auf der Geld hin und her vagabundierendem Geld weniger als 2% tats\u00e4chlich irgendeinen sachlichen Gegenwert haben (das war der Stand vor einigen Jahren; vermutlich liegt er inzwischen unter 1%). Mit anderen Worten: es ist schon jetzt so viel Geld in Umlauf, dass ein Br\u00f6tchen vermutlich 150 \u20ac kosten w\u00fcrde, w\u00e4ren Geld und Wert tats\u00e4chlich gedeckt. Trotzdem gibt es immer noch Br\u00f6tchen ab 0,20 \u20ac. Wieso?<\/p>\n<p>Der eine Grund ist, dass das Geld nicht in Umlauf ist, sondern fiktive Werte schafft. Das geschieht beispielsweise an den B\u00f6rsen: A kauft Aktien f\u00fcr 1000 \u20ac von B, worauf die Aktie um 10% im Wert steigt. B reinvestiert die 1000 \u20ac und kauft Aktien von C, die darauf hin um 10% steigen. Sind wir bei Z angekommen, sind immer noch nicht mehr als 1000\u00a0 \u20ac im Spiel, aber aus 25.000 \u20ac Verm\u00f6gen sind inzwischen 27.500 \u20ac geworden. Dass das n\u00edcht funktioniert, wird dann klar, wenn alle aus irgendeinem Grund ihr Geld brauchen und Z gn\u00e4digerweise sagt &#8222;ich kann euch 1000 \u20ac f\u00fcr euer 27.500 \u20ac geben&#8220;.<\/p>\n<p>Das gen\u00fcgt nat\u00fcrlich nicht, weshalb die Banken andere Finanzprodukte, so genannte Derivate, anbieten. Derivate sind nichts anderes als legale Wetten, die die Wettmafia ob ihrer Skrupellosigkeit vor Neid erblassen l\u00e4sst. Um die Wette abzuschlie\u00dfen, setzen die Banken allerdings wie alle gerissenen Betr\u00fcger nicht ihr eigenes Geld ein, sie &#8222;leihen&#8220; es sich von ihren Kunden. An den Geb\u00fchren haben sie auf jeden Fall schon einmal verdient. Wird die Wette verloren, ist das Geld der Kunden weg (das der Bank nicht, denn sie hat gar nicht erst investiert), wird die Wette gewonnen, wird der Kunde in der Regel in irgendwelchen anderen Papieren ausgezahlt, z.B. Aktien oder anderen Derivaten, d.h. die Bank versucht, meist mit Erfolg, das eingesetzte Kapital trotzdem zu behalten. In der einen oder anderen Form l\u00e4uft das Gesch\u00e4ft auf jeden Fall so, dass der Kleinanleger um sein Geld geprellt wird. Da mit der Gier gespielt wird und der Kunde das Geld ja &#8222;investiert&#8220; hat, also nicht wirklich braucht oder ausgeben will, merkt er das noch nicht einmal. Auch wenn die Zentralbank viel Geld in den Markt pumpt, bleibt die f\u00fcr die Realwirtschaft verwendbare Menge deutlich kleiner.<\/p>\n<p>Das Z\u00fcnglein an der Waage ist schlie\u00dflich der Staat, der mit Steuer- und Abgabenpolitik f\u00fcr ein soziales Gef\u00e4lle und in der Breite geringes verf\u00fcgbares Einkommen sorgt. Bereits jetzt ist ein Prozentsatz von ca. 15% derjenigen, die arbeiten k\u00f6nnten, auf der sozialen Versorgungsliste und fristet sein Leben am unteren Rand. Die schauen neidisch auf diejenigen, die arbeiten und sich etwas mehr leisten k\u00f6nnen, aber auch nicht viel. Die Schere darf nicht zu gro\u00df werden, damit sich die Gruppen nicht so weit voneinander trennen, dass sie sich aus den Augen verlieren und die Neidgef\u00fchle unwirksam werden. Der Mittelstand schwindet, damit die Gruppen ausgeglichen sind. Das Geld wird vom Staat abgezogen und mit Hilfe der Banken in fiktives Verm\u00f6gen umgewandelt.<\/p>\n<p>Im Moment ist das System ausgewogen: die Sozialunterschiede sind gut ausgepr\u00e4gt, man lebt in bescheidenem Luxus, die Wirtschaft kann verkaufen, weil sich viele die Produkte noch leisten k\u00f6nnen, und die immer preisg\u00fcnstigere Produktion erlaubt auch das Durchf\u00fcttern von immer mehr unproduktiven Menschen. Die Inflation bleibt aus, jedenfalls in der von der EZB und den Schuldenstaaten ben\u00f6tigten Gr\u00f6\u00dfe, trotz Null-Zins-Politik.<\/p>\n<p>Das System ist allerdings instabiler, als es scheint. Die Politik, insbesondere die von Frau Merkel, wie Prinz Karneval weltweit Rosenmontagsz\u00fcge zu veranstalten und die Milliarden als Kamelle vorzugsweise unter das fremde Volk zu werfen, wird irgendwann zum Kollaps f\u00fchren. Man kann sich das vorstellen wir unterk\u00fchltes Wasser: vorsichtig abgek\u00fchlt kann man im Labor Wasser auf -15\u00b0 C abk\u00fchlen, ohne das es gefriert. Ein kleiner Ausl\u00f6ser gen\u00fcgt dann allerdings zum explosionsartigen Gefrieren der Gesamtmenge. Bez\u00fcglich des Geldwertes befinden wir uns schon weit unter Null, Tendenz weiter fallend.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die EZB tut ja schon alles, um die Inflation zu steigern. Der n\u00e4chste m\u00f6gliche Schritt w\u00e4re, jemandem, der sich Geld leiht, monatlich noch einen Zins daf\u00fcr zu zahlen. Wieso wird angeblich eine Inflation gebraucht? Und warum klappt das nicht? 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