{"id":4422,"date":"2020-02-14T07:27:00","date_gmt":"2020-02-14T06:27:00","guid":{"rendered":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=4422"},"modified":"2020-02-12T11:33:30","modified_gmt":"2020-02-12T10:33:30","slug":"monstersturm-sabine","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2020\/02\/14\/monstersturm-sabine\/","title":{"rendered":"&#8222;Monstersturm&#8220; Sabine und die Bahn"},"content":{"rendered":"\n<p>Breit angek\u00fcndigt als &#8222;Monstersturm&#8220; fiel das Tief Sabine um vergangenen Wochenende \u00fcber Deutschland her. Erwartungsgem\u00e4\u00df wurde der Bahnverkehr in gro\u00dfen Teilen eingestellt. Guten Ratschl\u00e4gen der Art<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u00dcberlegen Sie sich, ob Sie zur Arbeit oder zur Schule gehen !<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>konnte ich allerdings von vornherein eine Absage erteilen, da ich als Pension\u00e4r weder das Eine noch das Andere mache und auch nicht einsehe, wegen ein bisschen Wind von meinen Gewohnheiten abzuweichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Energiem\u00e4\u00dfig sah das Wochenende so aus:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"779\" height=\"542\" src=\"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/grafik-21.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-4425\" srcset=\"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/grafik-21.png 779w, https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/grafik-21-300x209.png 300w, https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/grafik-21-768x534.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 779px) 100vw, 779px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Also erwartungsgem\u00e4\u00df viel Windstrom. Oder eigentlich eher nicht erwartungsgem\u00e4\u00df, wenn man auf die Vorhersagen schaut. Denn die Anlagen h\u00e4tten eigentlich ganz rechts in der folgenden Grafik operieren m\u00fcssen:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"626\" src=\"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/grafik-22-1024x626.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-4426\" srcset=\"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/grafik-22-1024x626.png 1024w, https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/grafik-22-300x183.png 300w, https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/grafik-22-768x469.png 768w, https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/grafik-22.png 1330w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Ganz rechts ist aber die Leistung 0, weil die Dinger abgeschaltet werden. Sie sind aber weitgehend durchgelaufen. D.h. mit dem &#8222;Monstersturm&#8220; war es wohl doch nicht so monstrig wie angek\u00fcndigt. Hier im Norden geht &#8222;Sturm&#8220; jedenfalls auch deutlich heftiger.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn der Sturm nicht so monstrig war, warum fielen dann trotzdem die Bahnen reihenweise aus? Na, weil B\u00e4ume auf die Gleise und Oberleitungen krachten. Und das tun sie auch schon bei m\u00e4\u00dfigen St\u00fcrmen, wobei einzeln stehende B\u00e4ume oft widerstandf\u00e4higer sind als kleine W\u00e4ldchen, wo zudem ein umfallender Baum auch noch andere mitrei\u00dfen kann. <\/p>\n\n\n\n<p>Das w\u00fcrde nat\u00fcrlich nicht passieren, wenn die B\u00e4ume etwas Abstand zu den Gleisen haben w\u00fcrden. Wie in der Schweiz beispielsweise. Da gilt ein Sicherheitsabstand von 60 m, und wenn dann ein Baum umkippt, kippt er auf das freie Feld. Deshalb kennt die Schweizerische Bahn auch so etwas wie sturmbedingte Versp\u00e4tungen nicht. Hier gilt das nicht. Da stehen die B\u00e4ume bis wenige Meter an den Gleisk\u00f6rper heran. Und wenn dann etwas umf\u00e4llt &#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>K\u00f6nnte man nat\u00fcrlich regeln. Dazu m\u00fcsste die Bahn die Waldbesitzer nat\u00fcrlich irgendwie entsch\u00e4digen. Die Ertr\u00e4ge sehen in Bayern etwa so aus:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"797\" height=\"397\" src=\"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/grafik-23.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-4427\" srcset=\"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/grafik-23.png 797w, https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/grafik-23-300x149.png 300w, https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/02\/grafik-23-768x383.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 797px) 100vw, 797px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Das ist nicht viel, weil die B\u00e4ume ja ziemlich lange wachsen m\u00fcssen, bis sie Ertrag abwerfen. Und die Summe brauchte die Bahn auch gar nicht bezahlen. Am Gleisk\u00f6rper sind die Ertr\u00e4ge n\u00e4mlich wesentlich geringer, weil der Aufwand der Waldpflege deutlich h\u00f6her ist. Bei Ma\u00dfnahmen m\u00fcssen n\u00e4mlich Sicherheitsauflagen eingehalten werden. Beispielsweise m\u00fcssen die Z\u00fcge abgebremst werden, falls doch mal ein Zweiglein auf die Schienen f\u00e4llt. Das bringt nicht nur den Fahrplan durcheinander, sondern es kommen auch erhebliche Stromkosten f\u00fcr die Beschleunigung hinzu, die dann alle dem Verursacher &#8211; dem Waldbesitzer &#8211; zur Last gelegt werden. Man k\u00f6nnte also nach genauem Durchrechnen mit relativ geringen Kosten f\u00fcr die Bahn Sicherheitszonen wie in der Schweiz gestalten.<\/p>\n\n\n\n<p>In Deutschland geht man anders vor: selbst die Pflegema\u00dfnahmen des gleisnahen Waldes bleiben dem Besitzer \u00fcberlassen, was dann auch zu einer Rechnung f\u00fcr Bremsen und Beschleunigen durch die Bahn f\u00fchrt, wenn der seinen Wald pflegt. Naturgem\u00e4\u00df h\u00e4lt sich dann die Pflege auch im minimalen Bereich &#8211; mit entsprechenden Folgewirkungen. Sparsamkeit an der falschen Stelle f\u00fchrt dann bei St\u00fcrmen zu Ausf\u00e4llen, die nicht n\u00f6tig sind und vermutlich h\u00f6here Kosten verursachen, als eingespart wurde. <\/p>\n\n\n\n<p>Deutsche Gr\u00fcndlichkeit ! D.h. gr\u00fcndlich im Versauen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>Erg\u00e4nzung in Sachen Hochwasserst\u00e4nden: die k\u00f6nnen auf zwei Arten eintreten. Die erste ist trivial: der Sturm dr\u00fcckt mehr Wasser auf die K\u00fcste als normal. Der zweite ist weniger trivial: der Sturm dr\u00fcckt das Wasser von der K\u00fcste weg. Bricht der Sturm dann in sich zusammen, schwappt die Welle wieder zur\u00fcck, was je nach Umst\u00e4nden \u00e4hnlich wie bei einem Tsunami, den man weit drau\u00dfen auch nicht bemerkt, sogar unangenehmer ausfallen kann.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>Erg\u00e4nzung zum Sturm: seit Montag Abend gehen hier reihenweise ganze Windparks vom Netz. Trotz normalem Arbeitstagbetrieb und Minimalbetrieb der konventionellen Kraftwerke kann der Windstrom auch auf den Spotm\u00e4rkten nicht mehr abgesetzt werden, selbst wenn man daf\u00fcr bezahlt. D.h. die Nachbarl\u00e4nder machen ihre Netze im Eigeninteresse dicht. Was bedeutet, dass es noch teurer f\u00fcr den Kunden wird, denn der Windstrom, der h\u00e4tte eingespeist werden k\u00f6nnen, wird trotzdem bezahlt. Der Betreiber einer einzelnen Anlage mit 4 MW Leistung kassiert je nach Baujahr pro Stunde derzeit zwischen 172 \u20ac und 316 \u20ac f\u00fcr Nichts.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Breit angek\u00fcndigt als &#8222;Monstersturm&#8220; fiel das Tief Sabine um vergangenen Wochenende \u00fcber Deutschland her. Erwartungsgem\u00e4\u00df wurde der Bahnverkehr in gro\u00dfen Teilen eingestellt. 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