{"id":3966,"date":"2019-11-22T07:01:15","date_gmt":"2019-11-22T06:01:15","guid":{"rendered":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=3966"},"modified":"2019-11-17T07:39:57","modified_gmt":"2019-11-17T06:39:57","slug":"marktwirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2019\/11\/22\/marktwirtschaft\/","title":{"rendered":"Marktwirtschaft"},"content":{"rendered":"\n<p>Marktwirtschaft, so habe ich das verstanden, bedeutet, dass jemand etwas haben m\u00f6chte und ein anderer genau das produziert. Wenn sich die Vorstellungen dar\u00fcber, was das kostet, decken, sind beide zufrieden.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Marktwirtschaft kann auch bedeuten, dass sich jemand vorstellt, was ein andere haben k\u00f6nnten m\u00f6chte, und das produziert und anbietet. Hat er den anderen richtig eingesch\u00e4tzt, sind wieder beide zufrieden, hat er den anderen nicht richtig eingesch\u00e4tzt, hat der Produzent in die Kacke gegriffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Gegenst\u00fcck zur Marktwirtschaft ist wohl die Planwirtschaft, wenn ich auch das richtig verstanden habe. Ein Dritter \u00fcberlegt sich, was ein Produzent zu bauen hat und was nicht, und der Abnehmer kann dann das kaufen, was da ist, aber nichts anderes. Das endet in der Regel damit, dass alle unzufrieden sind: der Unternehmer, der nicht frei entscheiden und verdienen darf, und der Abnehmer, der ein mit gro\u00dfer Unlust produziertes Produkt kaufen darf (falls er es denn bekommt), das eine entsprechende Qualit\u00e4t aufweist.<\/p>\n\n\n\n<p>Erfahrungsgem\u00e4\u00df hat sich die Marktwirtschaft besser bew\u00e4hrt als die Planwirtschaft. Der so genannte Ostblock ist mit seiner Planwirtschaft komplett in die Pleite gerutscht, dem Westblock ging es blendend, so lange er auf Marktwirtschaft setzte, die Chinesen haben die gro\u00dfe Kurve bekommen, in dem sie aus der Planwirtschaft weitgehend eine Marktwirtschaft gemacht haben, die Russen haben das anscheinend auch begriffen und selbst Nazi-Deutschland, das einen nicht unwesentlichen Planwirtschaftsanteil aufwies, hat bis zum Krieg auch einen hohen Marktwirtschaftsanteil gehabt, der das Land im Vergleich recht gut dastehen lie\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich wei\u00df jetzt also nicht so genau, wie man das beschreiben soll, was sich hier abspielt. Klar GR\u00dcN-LINKS ist auf dem Weg in die Planwirtschaft, in der Energie, Nahrung, Wohnung und Mobilit\u00e4t staatlich bevormundet wird. <a href=\"https:\/\/www.tagesschau.de\/wirtschaft\/investitionsprogramm-vw-101.html\">Was aber treibt ein kapitalistisches Unternehmen wir die VW AG an, mit Gewalt in eine Technologie zu setzen, die absehbar nichts bringt<\/a>? F\u00fcr \u00fcber 30 Mrd \u20ac sollen die deutschen VW-Werke auf reine E-Auto-Produktion umgestellt werden, Zwickau und Emden voran. <\/p>\n\n\n\n<p>Auffallend: VW-Chef Diess hat selbst vor einiger Zeit in der Presse gesagt, dass in der Bev\u00f6lkerung eigentlich niemand E-Autos m\u00f6chte. In \u00dcbereinstimmung damit kaufen sich selbst GR\u00dcN w\u00e4hlende Bekannte derzeit Dieselfahrzeuge, also noch nicht mal die so umweltfreundlichen Benziner. Um ein E-Auto in der Anschaffung g\u00fcnstiger zu machen als einen Verbrenner, m\u00fcssten die Subventionen von derzeit 4000 \u20ac auf ca. 7000 \u20ac steigen. Und f\u00fcr viele ist der Kaufpreis eine wichtige Gr\u00f6\u00dfe. Bei den Fahrtkosten ist ein E-Auto laut ADAC derzeit ca. 0,5 \u20ac-ct\/km g\u00fcnstiger als ein Verbrenner, d.h. ein 7 l \/ 100 km verbrauchender Diesel verursacht Kosten von 9,80 \u20ac \/ 100 km, ein E-Auto 9,30 \u20ac \/ 100 km. Ein E-Auto braucht zwar keinen \u00d6lwechsel, aber trotzdem auch Bremsen-, Licht- und Reifenwartung, und wie die Endrechnung aussieht, wenn nach etlichen Jahren einen neue Batterie f\u00e4llig ist, kann man sich bei den Batteriepreisen ausrechnen: der Verbrenner kommt in Summe g\u00fcnstiger. Da es das eigene Portemonnaie trifft, d\u00fcrften selbst v\u00f6llig verbl\u00f6dete GR\u00dcNE so weit rechnen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Kommt hinzu, dass das Auto geladen werden muss. Die Lieferanten legen zum Auto zwar meist einen Ladeanschluss f\u00fcr zu Hause dazu, den anzuschlie\u00dfen kostet aber u.U. etliche 1000 \u20ac, weil das vom EVU abgenommen werden muss. \u00d6ffentliche Ladestationen gibt es bislang kaum und wird es auch beim Ausbau nicht genug geben, weil eine Ladung etliche Zeit ben\u00f6tigt, den Inhaber aber nicht zuzumuten ist, alle 10 Minuten nachschauen zu gehen, ob der Akku voll ist und er die S\u00e4ule freigeben kann. In Norwegen m\u00fcssen daher inzwischen Parkgeb\u00fchren vor Lades\u00e4ulen bezahlt werden, was die 0,5 \u20ac ct schnell auffressen kann. <\/p>\n\n\n\n<p>Zu guter Letzt wettert selbst Klimahysteriker Lesch munter gegen E-Autos (<a href=\"https:\/\/www.google.com\/search?client=firefox-b-1-d&amp;q=lesch+strombedarf+e-auto\">https:\/\/www.google.com\/search?client=firefox-b-1-d&amp;q=lesch+strombedarf+e-auto<\/a>). Dazu hat er &#8211; zumindest in einem Video &#8211; mal die Methode von Prof. Sinn abgewandt und mit stumpfen Dreisatz nachgerechnet, dass f\u00fcr die Zahlen an E-Autos, die die Bundesregierung anstrebt, die elektrische Leistung von derzeit 70 GW auf \u00fcber 300 GW erh\u00f6ht werden m\u00fcsste. Das funktioniert noch nicht mal, wenn man alle Kraftwerke am Netz l\u00e4sst und gleichzeitig munter Vogelh\u00e4cksler baut. Er hat zwar die letzte Konsequenz nicht gezogen, aber vielleicht kommen ja selbst GR\u00dcNE Spatzenhirne auf den Gedanken, dass E-Autos nur eine geringe Chance haben, aufgeladen zu sein, wenn man sie braucht.<\/p>\n\n\n\n<p>Also in diese Situation hinein stellt VW die Produktion auf ein Produkt um, das keiner will und sich auch aus einer Reihe von anderen Gr\u00fcnden als Flop erweisen wird. Das Zeug kann noch nicht mal exportiert werden, denn in anderen L\u00e4ndern wird das Versorgungsnetz nicht ausgebaut, weil die wissen, dass der Strom nicht reicht und meistens obendrein die Entfernungen zu gro\u00df sind, um sich mit einem st\u00e4ndig nachzuladenden E-Auto bew\u00e4ltigen zu lassen. Also aus marktwirtschaftlicher Sicht ein Griff ins Klo. Warum dann? Sind das keine Marktwirtschaftler? Was treibt einen Vorstand, Aufsichtsrat und Betriebsrat bei VW an, Planwirtschaft f\u00fcr die GR\u00dcNEN zu betreiben? Und VW ist, wenn man sich umsieht, nicht der einzige Konzern, in dem es derzeit so l\u00e4uft.<\/p>\n\n\n\n<p>Da kann man nun nur Vermutungen anstellen. Entweder sind sie wirklich v\u00f6llig verbl\u00f6det, was bei deutschen Managern eine nicht unbedingt seltene Eigenschaft ist. Oder es steckt noch eine andere \u00dcberlegung dahinter. VW will ja in der T\u00fcrkei die Verbrenner weiterbauen. Die andere \u00dcberlegung w\u00e4re dann: wir bauen E-Autos f\u00fcr einen verschwindend kleinen Markt in D und werden so alle Leute los, weil die Produktion hier ohnehin zu teuer ist (Anmerkung: ein anderer E-Auto-Markt ist China, aber die Chinesen bestehen weitgehend auf einem Bau in China, was den hiesigen Werken nicht hilft). Anders ausgedr\u00fcckt: die von GR\u00dcN vorangetriebene Deindustrialisierung des Landes wird von den Konzernen genutzt, unter dem Radar das Land zu verlassen. Was bleibt, sind u.U. Konzernzentralen, die \u00fcber den abh\u00e4ngigen Staat oder gleich selbst irgendeine Ordnungsmacht finanzieren, um in einem Land mit weitgehend arbeits- und rechtloser Bev\u00f6lkerung schalten und walten zu k\u00f6nnen, wie es ihnen beliebt. Das Ziel der gro\u00dfen Transformation sind damit mutma\u00dflich Zust\u00e4nde, wie wir sie uns in Endzeit-Filmen anschauen k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Marktwirtschaft, so habe ich das verstanden, bedeutet, dass jemand etwas haben m\u00f6chte und ein anderer genau das produziert. Wenn sich die Vorstellungen dar\u00fcber, was das kostet, decken, sind beide zufrieden. Download Artikel als PDF<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[17],"tags":[],"class_list":["post-3966","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-wirtschaft"],"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3966","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3966"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3966\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3970,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3966\/revisions\/3970"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3966"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3966"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3966"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}