{"id":3395,"date":"2019-08-21T09:48:39","date_gmt":"2019-08-21T07:48:39","guid":{"rendered":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=3395"},"modified":"2019-08-21T09:48:39","modified_gmt":"2019-08-21T07:48:39","slug":"994","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2019\/08\/21\/994\/","title":{"rendered":"994"},"content":{"rendered":"\n<p>Ein Teilurlaub dieses Jahres hat in Polen stattgefunden. Mit dem Motorrad. Standardfrage von Bekannten: &#8222;Und wie kommt ihr wieder zur\u00fcck?&#8220;<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>&#8222;In Polen \\ wird gestohlen&#8220; &#8211; haupts\u00e4chlich weil es sich reimt und nicht weil das tats\u00e4chlich der Fall ist. Polen ist eines der L\u00e4nder mit der niedrigsten Kriminalit\u00e4tsrate weltweit. An der Odergrenze wird einem das nicht geglaubt, ist aber so. Das hat meines Erachtens haupts\u00e4chlich zwei Gr\u00fcnde:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Polen ist ein absolut t\u00fcrken-, neger- und araberfreies Land und die Polinnen in Polen laufen als Frauen durch die Gegend und nicht als wandelnde muslimische M\u00fcllbeutel wie hier. Die Bev\u00f6lkerung ist homogen indigen und ein wesentlicher ethnischer Kriminalit\u00e4tshintergrund wie in Deutschland f\u00e4llt damit komplett unter den Tisch. <\/li><li>Nahezu jedes Objekt in Polen wird von einem privaten Sicherheitsunternehmen video\u00fcberwacht, verk\u00fcndet durch gro\u00dfe Schilder an den Z\u00e4unen oder Mauern. Die Polen machen etwas f\u00fcr die aktive Sicherheit, und wenn es alle machen, ist eine solche Sicherheit auch erschwinglich. Ganoven haben in Windeseile den Sicherheitsdienst und die Polizei an den Hacken, d.h. Kriminalit\u00e4t lohnt sich nicht, wenn die Gefahr, gekrallt zu werden, bei >50% liegt (Deutschland: &lt;0,4%). <\/li><\/ol>\n\n\n\n<p>Wir waren nun nicht in den touristischen Hochburgen &#8211; da mag es anders aussehen (wir waren in Westpommern) &#8211; aber &#8222;wildes Camping&#8220; mit dem Womo oder dem Wohnwagen auf einem Waldweg oder &#8211; in Absprache mit dem Bauern &#8211; auf einem Feld ist normal. Kein Ordungsfanatiker, der mit &#8222;RUNTER-VON-MEINEM-RASEN&#8220;-Gebr\u00fcll seinen Dackel auf die Camper hetzt, aber anscheinend auch keinerlei Gefahr, Nachts \u00fcberfallen zu werden. Au\u00dfer an sehr wenigen Stellen ist auch nichts gesperrt: wer einen Forstweg oder eine Feldspur entlang fahren m\u00f6chte, tut das eben, und wer Pilze oder Beeren sammeln will, muss sich allenfalls vor der zoologischen Konkurrenz in Acht nehmen. Man stelle sich mal vor, jemand w\u00fcrde in Deutschland dieses Verhalten an den Tag legen. Sp\u00e4testens nach 250 m Waldweg w\u00e4re der von einem GSG9-Panzer gesperrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl die polnische Tourismusbranche viel Wert auf gute Werbung legt, ist alles noch sehr rudiment\u00e4r. Wander- oder Radwegbeschilderung &#8211; Fehlanzeige. Man kann einfach nur auf gut Gl\u00fcck in einen Weg reinlaufen und mit Google-Maps kontrollieren, ob es in die gew\u00fcnschte Richtung geht. Aber das funktioniert zumindest: selbst im tiefsten Wald oft noch ein H+-Netz, w\u00e4hrend hier ja schon kleinere D\u00f6rfer noch nicht mal telefonisch zu erreichen sind. Faustregel: funktioniert das Internet auf dem Handy, ist man in Polen und nicht mehr in Deutschland.<\/p>\n\n\n\n<p>Ebenso schlecht ausgeschildert sind Sehensw\u00fcrdigkeiten, die in Prospekten zwar angek\u00fcndigt, vor Ort aber kaum zu finden sind. Wieder Schildermangel, aber -> siehe Google-Maps.<\/p>\n\n\n\n<p>Was in Polen anscheinend unbekannt ist, sind Parkuhren. Au\u00dfer auf bewachten Parkpl\u00e4tzen in Touristenhochburgen fallen keine Geb\u00fchren an (Mopeds werden nat\u00fcrlich mit der ABUS-Kette Sicherheitsstufe 18 irgendwo an- oder zusammen getackert, aber das ist normal). Daf\u00fcr kann man fast an jeder Trinkhalle mit der VISA-Karte oder dem Handy bezahlen. Zloty in Scheinen sind nur eine Fallback-Sicherheit, die in seltenen F\u00e4llen ben\u00f6tigt wird. <\/p>\n\n\n\n<p>Eine wirkliche Barriere ist die Sprache. Wenn die Leute merken, dass man kein Pole ist, sind sie zwar h\u00f6flich und hilfsbereit, sprechen aber weder Deutsch noch Englisch (ev. Russisch). Auch da hilft Dank \u00fcberall vorhandenem Netz Google weiter, wenn zeigen und Gestik nicht mehr weiterf\u00fchrt. Wo das n\u00e4chste Restaurant, Tankstelle oder Bankautomat ist, wei\u00df der kalifornische gro\u00dfe Bruder nat\u00fcrlich auch, und bei der Ratlosigkeit vor der Speisekarte hilft er auch weiter. Allerdings ist Letzteres manchmal etwas kompliziert, weil kein Restaurant eine Karte nach drau\u00dfen h\u00e4ngt. Man muss erst mal reingehen und dann versuchen, heraus zu bekommen, was da angeboten wird. Aber auch daran gew\u00f6hnt man sich, wenn wir uns auch vorgenommen haben, beim n\u00e4chsten Mal ein paar rudiment\u00e4re Brocken Polnisch zu lernen, um der freundlichen Bedienung klar zu machen, dass wir noch etwas Zeit brauchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Interessant auch ein Milit\u00e4rfest in Borne-Sulinowo, das wir zwar nicht mehr mitbekamen, weil schon auf der R\u00fcckreise, aber trotzdem kulturell recht aufschlussreich war. Man stelle sich einmal vor, was in Deutschland los w\u00e4re, wenn schon Tage vorher alle Welt im Tarnanzug durch die Gegend l\u00e4uft, junge Leute um die 20 mit kompletten polnischen Ausgehuniformen durch die Landschaft marschieren und Kindern von ihren Eltern oder Gro\u00dfeltern mit Kalaschnikows aus Plastik mit der F\u00e4higkeit, Erbsen zu verschie\u00dfen, ausger\u00fcstet werden und dann im Garten unter L\u00e4cheln der Erwachsenen Buschkrieg spielen. In Polen anscheinend normal. Zu dem Milit\u00e4rfest kamen auch viele Deutsche, die mal Panzer fahren wollten. Kann man da anscheinend auch machen. <\/p>\n\n\n\n<p>Fazit: ein sch\u00f6nes Land und nach K\u00f6ln, Berlin, Bremen oder selbst Wetzlar oder Limburg eine angenehme Erfahrung, die man hier allenfalls in Hoyerswerda oder Pasewalk noch ansatzweise machen kann. Beim n\u00e4chsten Mal geht es vermutlich ein paar Kilometer weiter nach Masuren &#8211; falls die Polen nicht die Grenze dicht machen und die Bekloppten aus dem Westen nicht mehr rein lassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Teilurlaub dieses Jahres hat in Polen stattgefunden. Mit dem Motorrad. 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