{"id":3333,"date":"2019-07-31T09:42:17","date_gmt":"2019-07-31T07:42:17","guid":{"rendered":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=3333"},"modified":"2019-07-31T09:42:18","modified_gmt":"2019-07-31T07:42:18","slug":"mit-gewalt-zum-entwicklungsland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2019\/07\/31\/mit-gewalt-zum-entwicklungsland\/","title":{"rendered":"Mit Gewalt zum Entwicklungsland"},"content":{"rendered":"\n<p>Das DIW hat eine Studie mit dem Titel &#8222;Zu teuer und gef\u00e4hrlich: Atomkraft ist keine Option f\u00fcr eine klimafreundliche Energieversorgung&#8220; erstellt.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-file\"><a href=\"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/19-30-1.pdf\">DIW-Studie<\/a><a href=\"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/19-30-1.pdf\" class=\"wp-block-file__button\" download>Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Es empfiehlt sich, vor dem Lesen des Restes des Beitrags zun\u00e4chst diese Studie zu lesen. Hier die Antwort darauf:<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Stellungnahme zu einer Studie des DIW zur\nKernkaft<\/h2>\n\n\n\n<p>Der DIW hat eine\nStudie \u201eZu teuer und gef\u00e4hrlich: Atomkraft ist keine Option f\u00fcr\neine klimafreundliche Energieversorgung\u201c, herausgegeben von Ben\nWealer, Simon Bauer, Leonard G\u00f6ke, Christian von Hirschhausen und\nClaudia Kemfert, vorgelegt, in der Kernkraft als Energieoption\ngrunds\u00e4tzlich abgelehnt werden, auch da sie zivilwirtschaftlich ein\nVerlustgesch\u00e4ft sei.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Studie enth\u00e4lt\nden Hinweis, dass die zivilen Nutzungsinteressenten bereits sehr fr\u00fch\nandere Entwicklungslinien bevorzugt h\u00e4tten, der milit\u00e4rische\nKomplex allerdings Kraftwerkstypen durchgesetzt hat, die milit\u00e4risch\nnutzbares Spaltmaterial liefern k\u00f6nnen. Diese Aussage ist korrekt.\nEs ist allerdings auch die einzige korrekte Aussage in der Studie. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Bereits durch die\nDurchsetzung des Primats der milit\u00e4rischen Nutzung war auch der\nzivilwirtschaftliche Gewinn garantiert. Mit Wegfall des Kalten\nKrieges wurde zwar staatlicherseits versucht, die Kosten in Richtung\nUnternehmen zu verlagern. Die Vorsicht und Zur\u00fcckhaltung bei diesen\nVersuchen zeigt aber auch, dass in den Archiven der Unternehmen\nDokumente lagern, die den staatlichen Zwang belegen und ein h\u00e4rteres\nVorgehen des Staates unm\u00f6glich machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei den\nmilit\u00e4rischen Reaktortypen wurde weder Wert auf immanente Sicherheit\nnoch auf einfache Wiederaufbereitung und geringe Abfallmenge\ngeachtet. In der weiteren Entwicklung von Reaktortypen wurden diese\nAspekte ber\u00fccksichtigt. In Deutschland war es jedoch so, dass\nbereits die Realisierung der Reaktortypen der Folgegeneration\n(Stichworte Kalkar, Uentrop) durch die SPD-gef\u00fchrte\nNRW-Landesregierung unter dem Ministerpr\u00e4sidenten und sp\u00e4teren\nBundespr\u00e4sidenten Rau durch eine Kombination als Korruption und\nSabotage verhindert wurden. Insgesamt wurde damals enorme Menge von\n10-14 Mrd DM verbrannt, was angesichts der heute verbrannten Summen\nallerdings noch nicht mal zur Portokasse reicht. Andere L\u00e4nder\nsetzten diese Typen in kurzer Zeit und zu geringen Kosten erfolgreich\num und hatten sie Jahrzehnte in Betrieb. Sie bildeten die Grundlage\nf\u00fcr weitere Entwicklungen. Neben der Kraftwerksentwicklung wurden\nauch auf dem Gebiet der Wiederaufbereitung innovativen Unternehmen\npolitisch der Saft abgedreht \u2013 wieder durch SPD-Regierungen,\ndiesmal in Hessen.<\/p>\n\n\n\n<p>Seit dieser Zeit\nherrscht in Deutschland eine strikte Abstinenz bez\u00fcglich der\nKenntnisnahme neuer Entwicklungen auf dem Gebiet der Kerntechnik, das\nDIW mit eingeschlossen, wie die Studie zeigt. Allenfalls zur Kenntnis\ngenommen wird eine norwegische, unter einer gr\u00fcn-roten Regierung\nerstellte Studie, die als einzige unter einer mehr als 2-stelligen\nAnzahl zu \u00e4hnlichen Ergebnissen kommt wie die DIW-Studie und\nm\u00f6glicherweise als Vorlage gedient hat. F\u00fcr gr\u00fcn-rot initiierte\nStudien ist allerdings grunds\u00e4tzlich symptomatisch, dass ein zuvor\nbereits definiertes Ergebnis durch die Studie \u201ebewiesen\u201c werden\nmuss. Entsprechend beschr\u00e4nkt sich die norwegische Studie\nzwangsweise auf Entwicklungslinien, die bereits zum Zeitpunkt des\nEntstehens der Studie nicht mehr verfolgt wurden, da sie eben nicht\nin die gew\u00fcnschte Richtung verliefen. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Als Problem der\nKerntechnik werden ebenfalls die R\u00fcckst\u00e4nde aus der\nWiederaufbereitung angef\u00fchrt, die man angeblich nicht sicher lagern\nk\u00f6nne. Dazu ist zu sagen, dass das so genannte Endlagerproblem ein\nrein politisches ist. Kein Argument ist im technischen Sinn\nschwachsinnig genug, um nicht f\u00fcr die Verhinderung eines Vorhabens\ngenutzt werden zu k\u00f6nnen. Dar\u00fcber gilt im Bereich Kerntechnik\nl\u00e4ngst die Weisheit \u201eDer Abfall von gestern ist der Rohstoff von\nmorgen\u201c, d.h. eine Endlagerung ist nicht notwendig, da aktuelle\nTypen die R\u00fcckst\u00e4nde verwerten k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Was in der\nDIW-Studie geradezu als L\u00fcge bezeichnet werden kann, ist die\nDarstellung der aktuellen Generationen von Reaktortypen. Diese\nzeichnen sich n\u00e4mlich aus durch<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>\nsystemimmanente\n\tSicherheit, da eine Kernschmelze technisch nicht m\u00f6glich ist,\n\t<\/li><li>\nVerwendung\n\twohlfeiler und in beliebigem Umfang zur Verf\u00fcgung stehender\n\tMaterialien,\n\t<\/li><li>\neinfache\n\tWiederaufbereitung einer homogenen fl\u00fcssigen Phase,\n\t<\/li><li>\nsehr\n\tgeringe Restr\u00fcckstandsmengen, die bereits nach 30-50 Jahren so weit\n\tabgeklungen sind, dass eine Lagerung auf normalen Deponien m\u00f6glich\n\tist.\n<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Je nach Reaktortyp\nbesteht die M\u00f6glichkeit, Brennstoff f\u00fcr andere Reaktoren zu\nerbr\u00fcten oder R\u00fcckst\u00e4nde der \u00e4lteren Generationen in den Prozess\neinzuschleusen und so r\u00fcckstandslos zu entsorgen. Das schlie\u00dft auch\ndie gegen\u00fcber den zivilen Mengen weitaus gr\u00f6\u00dferen Mengen\nspaltbaren Materials aus ausgemusterten milit\u00e4rischen Best\u00e4nden\nein. Hinzu kommt, dass die meisten Typen kein milit\u00e4risch\nbrauchbares Material erzeugen (was Atomm\u00e4chte nat\u00fcrlich nicht davon\nabh\u00e4lt, weiterhin Reaktortypen f\u00fcr die Versorgung ihres Milit\u00e4rs\nzu unterhalten). \n<\/p>\n\n\n\n<p>Abgesehen von\nnationalen Projekten zeigt eine kurze Internetrecherche, die vom DIW\nanscheinend nicht durchgef\u00fchrt wurde, folgenden\nzivilwirtschaftlichen Stand:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>\nBei Hitachi\n\tkann man Kraftwerke der neuesten Generation im Leistungsbereich 600\n\t\u2013 1200 MW gewisserma\u00dfen bereits mittels eines Einkaufswagens\n\tordern; es fehlt lediglich die M\u00f6glichkeit, sich diese mit\n\tAmazon-Prime liefern zu lassen, um es \u00fcberspitzt zu formulieren.\n\t<\/li><li>\nEin\n\tkanadisches Konsortium deckt mit seinen Entwicklungen den\n\tLeistungsbereich 200 \u2013 500 MW ab und will diese Typen innerhalb\n\tvon 3-5 Jahren kommerziell am Markt anbieten.\n\t<\/li><li>\nDie\n\tUS-Firma Westinghouse hat den Bereich 20 \u2013 180 MW angepeilt und\n\twill ebenfalls innerhalb von 3 \u2013 5 Jahren die Reaktoren\n\tkommerziell anbieten.\n<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Der letztgenannte\nTyp von Westinghouse soll aus v\u00f6llig wartungsfreien Modulen ohne\nkomplizierte Steuerungstechnik bestehen, die nach 8 Jahren\nBetriebszeit per Tieflader ausgetauscht und zentral wiederaufbereitet\nwerden. Er eignet sich damit f\u00fcr den dezentralen Betrieb von\nMini-Blockheizkraftwerken. \n<\/p>\n\n\n\n<p>Deutschland hat\nbereits 3 Generationen neuer Reaktortypen verschlafen und sich\ninzwischen \u00fcber den \u00fcberst\u00fcrzten Ausstieg und das Auslaufen von\nProfessuren f\u00fcr Reaktorsicherheit auch der Expertise \u00fcber die alten\nmilit\u00e4rischen Typen begeben. Bei aller \u00dcberheblichkeit, die\ndeutsche Politiker und Medien gerne an den Tag legen: Deutschland\nwird von Russland sowie asiatischen und nordamerikanischen Staaten in\nvielen Bereichen l\u00e4ngst als Entwicklungsland eingestuft. \u201eStudien\u201c\nwie diese des DIW zeigen, dass man weiterhin lieber an der\nbedingungslosen Verg\u00f6ttlichung einer geistig behinderten\nMinderj\u00e4hrigen mit Wahnvorstellungen arbeitet. Den derzeitigen Kurs\nbeibehaltend wird Deutschland in 3 \u2013 5 Jahren auch in den\nrestlichen technischen Gebieten, in denen es noch mithalten kann, auf\nEntwicklungslandniveau angekommen sein.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-file\"><a href=\"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/antwort-diw.pdf\">Text auch als PDF zur freien Verwendung verf\u00fcgbar<\/a><a href=\"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/07\/antwort-diw.pdf\" class=\"wp-block-file__button\" download>Herunterladen<\/a><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das DIW hat eine Studie mit dem Titel &#8222;Zu teuer und gef\u00e4hrlich: Atomkraft ist keine Option f\u00fcr eine klimafreundliche Energieversorgung&#8220; erstellt. 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