{"id":3330,"date":"2019-08-01T09:07:16","date_gmt":"2019-08-01T07:07:16","guid":{"rendered":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=3330"},"modified":"2019-08-01T09:07:17","modified_gmt":"2019-08-01T07:07:17","slug":"mal-pro-energie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2019\/08\/01\/mal-pro-energie\/","title":{"rendered":"Mal PRO: Energie"},"content":{"rendered":"\n<p>Gegen etwas sein ist sehr einfach. Wobei das Problem heute vielfach darin besteht, dass viele Protestierer (beispielsweise die von FFF) noch nicht einmal genau wissen, wogegen sie eigentlich sind. Besser w\u00e4re es, man wei\u00df auch, wof\u00fcr man eigentlich ist. Wobei abgesehen von dem gleichen Problem, dass viele auch nicht wissen, wof\u00fcr sie eigentlich auf die Stra\u00dfe gehen, das Ziel auch erreichbar sein sollte, was f\u00fcr die meisten Ziele heute nicht gilt. Hier mal ein Entwurf f\u00fcr eine Energieversorgung.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Erneuerbare Energien<\/h3>\n\n\n\n<p>Die packen es definitiv nicht. Das ist so oft von Ingenieuren durchgerechnet worden, dass es schon stinkt, und die Erfahrungen &#8211; beinahe-Blackouts &#8211; geben den Ingenieuren Recht. Hinzu kommen, ebenfalls ignoriert, immense Umweltsch\u00e4den. Von den Kosten, die zu den h\u00f6chsten Strompreisen weltweit gef\u00fchrt haben, wollen wir gar nicht erst reden. Deshalb:<\/p>\n\n\n\n<p>Sofortiger Stopp des weiteren Ausbaus von Windkraft (sowie Solarenergie und dem Biogasunfug; &#8222;Windkraft&#8220; ist im weiteren immer so zu lesen, dass alle drei Sachen gemeint sind). S\u00e4mtliche noch nicht zu weit fortgeschrittenen Bauvorhaben sind einzustellen. Au\u00dferdem sofortiger Stopp der F\u00f6rderung anderer Anlagen. Aus der F\u00f6rderung herausfallende Anlagen werden nicht ersetzt, sondern sind von den Betreibern abzubauen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ansonsten wird man mit den vorhandenen Anlagen wohl noch eine Weile leben m\u00fcssen. Dabei kann man aber durchaus betriebswirtschaftlich durchrechnen, ob ein Abschalten der Anlagen bei \u00dcberangebot und Zahlen von Ausgleich nicht g\u00fcnstiger ist als die unbedingte Abnahme wie heute. Oder ob eine komplette Au\u00dferbetriebnahme, ebenfalls mit Kompensation, nicht auch g\u00fcnstiger ist als ein weiterer Betrieb \u00fcber 10 Jahre oder mehr. Oder ob sich gar eine Investition von Anlagen zur Elektrolyse des Windstroms im Vergleich zu den anderen L\u00f6sungen lohnt.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch geregelten Ausstieg wird Deutschland innerhalb von 20 Jahren so weitgehend windkraftanlagenfrei. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Netzausbau<\/h3>\n\n\n\n<p>Der nur der Verteilung des Windkraftstroms dienende Netzausbau, der zudem extrem teuer ist, ist zu stoppen bzw. auf einen Ausbau zu \u00fcberf\u00fchren, der der sicheren Versorgung bei abnehmendem EE-Anteil dient. Die meisten Projekte k\u00f6nnen dadurch nach Erreichen eines sinnvollen Ausbaupunktes eingestellt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die dadurch freiwerdenden Gelder kann man f\u00fcr L\u00f6sungen bei der R\u00fcckf\u00fchrung der Windkraftanlagen verrechnen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Kohlekraftwerke<\/h3>\n\n\n\n<p>(Sehr) langfristig ist sicher ein Ausstieg aus der Kohle sinnvoll, auch wenn dies angesichts der zur Verf\u00fcgung stehenden Ressourcen nicht notwendig ist. Bis zur Abl\u00f6sung durch andere Versorgungsformen kommt man an der Kohle nicht vorbei. Die Behinderung der Fertigstellung und Inbetriebnahme moderner Kohlekraftwerke ist umgehend einzustellen. Vorzeitige Stilllegungen finden nicht statt. <\/p>\n\n\n\n<p>Ob weitere neue Kraftwerke zur Aufrechterhaltung der Versorgung notwendig sind, l\u00e4sst sich sicher ausrechnen. Und ob diese mit Braunkohle, die aufgrund der Umst\u00e4nde des Abbaus wirklich nicht ganz unproblematisch ist, oder mit Importkohle erfolgt, kann technisch sicher auch seri\u00f6s durch gerechnet werden. <\/p>\n\n\n\n<p>Bei Laufzeiten von 50 Jahren und mehr entsteht ebenfalls ein nat\u00fcrlicher Zeitrahmen, um diese Technik durch eine modernere zu ersetzen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Gaskraftwerke<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Substitution von Kohlekraftwerken durch Gaskraftwerke ist in verschiedener Hinsicht nicht sinnvoll. In einer Gesamtbetrachtung liegt zumindest derzeit keine sinnvolle Kosten-Nutzen-Relation vor. Gaskraftwerke eignen sich f\u00fcr Spitzen- und Mittellast, und da sollte ihre Rolle auch bleiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch hier k\u00f6nnte stillgelegte Anlagen, deren Betrieb sich durch den Windkraftunfug nicht (mehr) gelohnt hat, reaktiviert werden, was Reserven \u00f6ffnet. Der Zeitrahmen d\u00fcrfte dem der Kohlekraftwerke entsprechen. <\/p>\n\n\n\n<p>Zu ber\u00fccksichtigen ist, dass Gas nicht gleich Gas ist. Ob Methan oder l\u00e4ngerkettige Kohlenwasserstoffe zum Einsatz kommen k\u00f6nnen, h\u00e4ngt von den Brennertypen ab. Die politische Diskussion, ob russisches Erdgas durch US-LNG-Gas ersetzt werden sollen, ist zugunsten der Technik zu beenden. Ausschlaggebend sollte der Preis sein.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Kernenergie<\/h3>\n\n\n\n<p>Die Kernenergie hat wohl die besten Aussichten, zu einer preiswerten und zuverl\u00e4ssigen zuk\u00fcnftigen Energiequelle zu werden. Korrekt ist, dass die derzeitigen Reaktortypen Auslaufmodelle sind und auch auslaufen sollten. Die meisten &#8222;stillgelegten&#8220; Kernkraftwerke sind aber nicht wirklich still gelegt, sondern nur vom Netz genommen. Im Interesse einer zuverl\u00e4ssigen Versorgung sind diese Kraftwerke bis zum Ende ihrer vorgesehen Laufzeit wieder zu aktivieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Aktuelle Reaktortypen, teilweise verf\u00fcgbar, teilweise in der Endentwicklung, besitzen nicht die Nachteile der Altreaktoren: die notwendigen Betriebsstoffe sind relativ preiswert und in gro\u00dfen Mengen verf\u00fcgbar, die Reaktoren sind kernschmelzsicher, der Abfall ist minimal und meist nach 30-50 Jahren praktisch strahlungsfrei, zus\u00e4tzlich k\u00f6nnen bestimmte Typen auch die Altlasten der Altreaktoren verwerten, was das &#8222;Endlagerproblem&#8220; beseitigt. Durch die Breite der Leistungstypen von ca. 20 MW bis 1.250 MW ist auch eine v\u00f6llig neue Versorgungsinfrastruktur inklusive W\u00e4rmeversorgung denkbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Problem ist, dass Deutschland durch eine v\u00f6llig verfehlte, hysterische und technikfeindliche Politik vollst\u00e4ndig den Anschluss an die technischen Entwicklungen verloren hat. Auch bei der dringend notwendigen technischen Neuausrichtung von F&amp;E in diesem Bereich wird man die n\u00e4chsten Jahre wohl kaum darum herum kommen, fertige Anlagen von anderen L\u00e4ndern\/ausl\u00e4ndischen Konzernen einzukaufen. \u00dcber dieses St\u00f6ckchen muss die deutsche \u00dcberheblichkeit zwangsweise springen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Planung sollte so laufen, dass neben notwendigen Neubauten vorzugsweise auslaufende Kraftwerke des Kern- oder Kohlesektors durch moderne Kernkraftwerke substituiert werden. So weit m\u00f6glich ist die Wiederaufbereitung in Eigenregie zu \u00fcbernehmen. Als Endzustand ist eine sichere, billige und (f\u00fcr entsprechende Gem\u00fcter) auch komplett CO2-freie Energieversorgung f\u00fcr den Strom- und W\u00e4rmebereich anzustreben.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Rahmen<\/h3>\n\n\n\n<p>Wie dem vorhergehenden zu entnehmen ist, ist aus heutiger Sicht eine Komplettversorgung mit moderner Kernenergie die zukunftsweisende L\u00f6sung. Dazu sind eine Menge ungerechtfertigter und falscher Vorurteile abzubauen. Bei einer entsprechenden jetzt erfolgenden Weichenstellung hat man allerdings ein Projekt vor sich, dass sich bis zum Ende des Jahrhunderts hinziehen wird. Bei Laufzeiten von bis zu 50 Jahren bei konventionellen Anlagen wird man alleine f\u00fcr die Substitution dieses Bereichs mit Jahreszahlen deutlich jenseits der Jahrhundertmitte zu rechnen haben. Die Einbeziehung des W\u00e4rmebereiches wird einen weiteren gr\u00f6\u00dferen Zeitrahmen ben\u00f6tigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das klingt viel, ist aber realistisch, selbst wenn man die allf\u00e4lligen Behinderungen durch Politik und Justiz ausschlie\u00dft, die zu weiteren Verz\u00f6gerungen und Verteuerungen f\u00fchren. Die heutigen Pl\u00e4ne f\u00fcr einen &#8222;Kohleausstieg bis 2038&#8220; oder gar noch mehr als 10 Jahre fr\u00fcher sind selbst mit Kernenergie als Zukunftsrahmen v\u00f6lliger Schwachsinn; das auch noch mit nachgewiesenerma\u00dfen unzuverl\u00e4ssigen Energiequellen erreichen zu wollen ist regelrecht geisteskrank.<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gegen etwas sein ist sehr einfach. Wobei das Problem heute vielfach darin besteht, dass viele Protestierer (beispielsweise die von FFF) noch nicht einmal genau wissen, wogegen sie eigentlich sind. Besser w\u00e4re es, man wei\u00df auch, wof\u00fcr man eigentlich ist. 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