{"id":3227,"date":"2019-07-08T14:55:35","date_gmt":"2019-07-08T12:55:35","guid":{"rendered":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=3227"},"modified":"2019-07-08T14:55:36","modified_gmt":"2019-07-08T12:55:36","slug":"das-uba-zur-luegenpresse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2019\/07\/08\/das-uba-zur-luegenpresse\/","title":{"rendered":"Das UBA zur L\u00fcgenpresse"},"content":{"rendered":"\n<p>Vor ein paar Tagen berichtete ich zu <a href=\"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2019\/07\/05\/wie-macht-man-sich-am-besten-laecherlich\/\">Horrormeldungen \u00fcber drohende Wasserknappheit<\/a>. Ich hatte mir dazu erlaubt, beim UBA anzufragen, wieso sie zu solchen Aussagen kommen. Hier die Antwort auf die drei konkreten Fragen, die ich gestellt habe:<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-vivid-red-color\">Unser\n Mitarbeiter, Dr. J\u00f6rg Rechenberg, hat am 04.07.2019 der Deutschen \nPresseagentur (dpa) ein Interview gegeben, aus dem diverse\n Tageszeitungen nicht immer w\u00f6rtlich und vollst\u00e4ndig zitiert haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-vivid-red-color\">Da\n wir nicht wissen, auf welches konkrete Medium Sie sich beziehen, hier \ndie Aussagen zu den von Ihnen genannten Punkten aus dem Interview\n im Original:<\/p>\n\n\n\n<p>1. Der mittlere F\u00fcllgrad der wesentlichen (Trinkwasser-)Talsperren liegt derzeit bei ca. 80%.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-vivid-red-color\">Zum F\u00fcllstand der Talsperren hat Herr Dr. Rechenberg gar keine Aussagen gemacht, sondern lediglich auf folgendes hingewiesen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-vivid-red-color\">\u201eTalsperren\n kann man steuern. Sie sind multifunktional und dienen h\u00e4ufig auch dem \nHochwasserschutz. Deshalb kann man die im Herbst\n und Winter nicht total volllaufen lassen, um Pufferkapazit\u00e4t f\u00fcr den \nHochwasserfall vorzuhalten.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>2. Sie\nberufen sich bei der Prognose zunehmender D\u00fcrren auf statistische Daten seit dem Sommer 2018 (!!)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-vivid-red-color\">Hierzu gab es folgende Aussagen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-vivid-red-color\">\u201eBisher\n gibt es in Deutschland fl\u00e4chendeckend keinen Wasserstress (Wasserstress\n und Wasserknappheit sind definiert: Davon spricht man,\n wenn die gesamte Wasserentnahme eines betrachteten Jahres mehr als 20% \ndes langj\u00e4hrigen Wasserdargebots betr\u00e4gt. Das ist in Deutschland nicht \nder Fall, es sind 12,8 Prozent (2016). Quelle:\n<a href=\"https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/daten\/wasser\/wasserressourcen-ihre-nutzung#textpart-4\">https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/daten\/wasser\/wasserressourcen-ihre-nutzung#textpart-4<\/a>).\n An der einen oder anderen Stelle hat es aber 2018 lokale oder regionale\n Probleme gegeben. Zum Teil konnte nicht auf zus\u00e4tzliche \u00f6rtliche \nRessourcen zugegriffen werden, da bei diesen die Nitratwerte zu hoch \nwaren. Dies ist in der Regel ein Ergebnis zu hoher\n landwirtschaftlicher D\u00fcngung. Die lang anhaltende Trockenheit im Sommer\n 2018 macht nicht nur Wissenschaftlern und Beh\u00f6rden, sondern auch einer \nbreiten Bev\u00f6lkerung bewusst: Wasserknappheit ist ein Problem oder kann \nzumindest eines werden. Wir haben noch keine\n aktuellen Daten zur Grundwassermenge 2018. Aber es ist zu bef\u00fcrchten, \ndass sich die Grundwasserpegel noch nicht wieder auf den Stand vor 2018 \naufgef\u00fcllt haben. Fl\u00e4chendeckend wei\u00df man nicht, wie sich diese Pegel im\n Fall von drei d\u00fcrren Sommern hintereinander\n mit zus\u00e4tzlich wenig Niederschlag im Winter entwickeln w\u00fcrden. Das \nhatten wir in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten so noch nicht. \nDas h\u00e4tte in jedem Fall negative Auswirkungen auf die \nWasserverf\u00fcgbarkeit.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>3. Die zunehmende Beregnung von Feldern in der \nLandwirtschaft ist zwar tendenziell korrekt, findet aber fast \nausschlie\u00dflich in Gebieten statt, in denen die traditionellen \nFeldfr\u00fcchte durch sehr wasserbed\u00fcrftige Energiepflanzen f\u00fcr die \nBiogasproduktion\n angebaut werden. Unter anderen Umst\u00e4nden rechnet sich die \nenergieintensive und teure k\u00fcnstliche Beregnung nicht f\u00fcr die Landwirte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-vivid-red-color\">Dazu haben wir folgende Aussagen getroffen:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-vivid-red-color\">\u201eDerzeit\n hat die Bew\u00e4sserungslandwirtschaft in Deutschland mit einem Anteil von \n2,7 % an der landwirtschaftlich genutzten Fl\u00e4che eine\n nur geringe Bedeutung. Die Beregnungsbed\u00fcrftigkeit wird deutschlandweit\n tendenziell zunehmen, allerdings ist dies regional sehr \nunterschiedlich. Die Bew\u00e4sserungsmenge ist stark abh\u00e4ngig von der \nlandwirtschaftlichen Produktion. So wird der Obst- und Gem\u00fcsebau\n bisher st\u00e4rker bew\u00e4ssert, als dies f\u00fcr viele Ackerkulturen der Fall \nist. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-vivid-red-color\">Die  Beregnungsw\u00fcrdigkeit, also ob Beregnung \u00f6konomisch sinnvoll ist, wird  stark von den jeweiligen Preisen f\u00fcr Agrarprodukte abh\u00e4ngen.  Wenn in Zukunft festgestellt wird, dass Mais ohne k\u00fcnstliche  Bew\u00e4sserung nicht gedeiht, dann wird der Landwirt die Rechnung aufmachen  m\u00fcssen: Was ist rentabler? Baue ich mit teurem Equipment und  Brauchwasser Mais an. Oder sattele ich auf hitzeresistentere  Kulturen um. Zus\u00e4tzliche Anforderungen an effiziente  Bew\u00e4sserungstechnologien w\u00fcrden in diese \u00f6konomischen Betrachtungen  einflie\u00dfen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Fazit: glatte L\u00fcge der L\u00fcgenmedien<\/h4>\n\n\n\n<p>Das f\u00e4ngt bereits mit den \u00dcberschriften &#8222;UBA warnt vor Streit ums Wasser&#8220; an. Das ist gelogen! Wenn man sich den Rest der Meldungen ansieht: das sind keine falschen Zitate, das sind eindeutige L\u00fcgen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor ein paar Tagen berichtete ich zu Horrormeldungen \u00fcber drohende Wasserknappheit. Ich hatte mir dazu erlaubt, beim UBA anzufragen, wieso sie zu solchen Aussagen kommen. 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