{"id":3196,"date":"2019-07-03T09:03:48","date_gmt":"2019-07-03T07:03:48","guid":{"rendered":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=3196"},"modified":"2019-07-03T09:03:49","modified_gmt":"2019-07-03T07:03:49","slug":"co2-steuer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2019\/07\/03\/co2-steuer\/","title":{"rendered":"CO2-Steuer"},"content":{"rendered":"\n<p>Trotz aller Anstrengungen wird das CO2-Reduktionsziel nicht erreicht (werden). Als letzten Ausweg sehen die linken Blockparteien eine CO2-Abgabe, die die B\u00fcrger zu weniger  CO2-Emissionen bewegen sollen. <\/p>\n\n\n\n<p>Falsch formuliert! Also noch mal!<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Trotz st\u00e4ndigem K\u00fcrzen von Leistungen f\u00fcr deutsche B\u00fcrger und Verlottern der kompletten Infrastruktur (Verkehr, Medizin, Bildung, &#8230;) ist der Staat pleite. Als letzten Ausweg, jeden Ausl\u00e4nder hier bis zum Lebensende komplett umsorgen zu k\u00f6nnen, sehen die linken Blockparteien eine weitere Auspl\u00fcnderung der B\u00fcrger durch neue Steuern.<\/p>\n\n\n\n<p>So stimmt das schon viel besser!<\/p>\n\n\n\n<p>Schaut man sich die ver\u00f6ffentlichte Meinung an, entsteht der Eindruck, dass, sollte sich jemand mit einem Baseballschl\u00e4ger auf einen beliebigen Marktplatz stellen und anbieten, jedem, der sich vor ihn stellt, selbigen in die Fresse zu hauen, bereits in der sich bildenden Schlange vor dem Schl\u00e4ger heftige Schl\u00e4gereien ausbrechen, weil jeder der erste sein will, dem die Kauleiste weggehauen wird (<em>Bremer und Berliner Abiturienten werden das aufgrund der Nebensatzstruktur nicht verstanden haben, aber das macht nichts, denn sie verstehen ja auch diesen Satz mit 2 Nebenstrukturen nicht<\/em>). Es ist schon mehr als kurios: w\u00e4hrend in Frankreich die Gelbwesten aufgrund solcher neuer Steuerpl\u00e4ne halbwegs eine Revolte anzetteln, sind in Deutschland offenbar viele davon \u00fcberzeugt, dass das sinnvoll ist.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Leistungsf\u00e4higkeit im internationalen Vergleich<\/h4>\n\n\n\n<p>Die Deutschen arbeiten bereits heute (falls sie arbeiten) je nach Rechnung bis Ende Juli oder Anfang August f\u00fcr den Staat und verdienen erst dann den ersten Euro f\u00fcr sich selbst. Das macht Arbeit nat\u00fcrlich teuer. In Indien d\u00fcrfte die Arbeit f\u00fcr den Staat vermutlich bereits im Februar erledigt sein, d.h. die Arbeit ist dort entsprechend billig. Der sprichw\u00f6rtliche IT-Ingenieur muss hier ordentlich reinkloppen, um mit 6000 \u20ac zwar nicht am Hungertuch zu nagen, aber trotzdem neidisch auf seinen Kollegen in Indien zu schauen, der es mit weniger als 2000 \u20ac hinbekommt, in Indien einen Lebenswandel wie ein nicht ganz armer Landadliger zu f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p>Um gegeneinander bestehen zu k\u00f6nnen, m\u00fcssen deutsche Ingenieure 6-fach so effizient arbeiten wie ihre indischen Kollegen. Bislang war das auch gegeben: Unternehmen, die in L\u00e4nder wie Indien ausgewichen sind, sind genau wegen solcher Gr\u00fcnde oft wieder zur\u00fcck gekommen. Allerdings: BISLANG! Das deutsche Schulsystem bem\u00fcht sich schon seit Jahren, in der Kategorie &#8222;Verbl\u00f6detste Sch\u00fcler&#8220; den Spitzenplatz zu belegen, weil auf der anderen Seite \u00fcberhaupt keine Chance auf einen Platz auf dem Treppchen besteht. Das wirkt sich auf das Ingenieurpotential aus: die Effizienz sinkt seit Jahren, und wer noch Ideen hat, wird politisch zur\u00fcck gepfiffen. Die CO2-Steuer wird die Schere noch weiter \u00f6ffnen: der Ingenieur m\u00fcsste dann 8-fach so effizient arbeiten, kann aber froh sein, wenn er sich auf lange Sicht \u00fcberhaupt oberhalb des indischen Kollegen halten kann. <\/p>\n\n\n\n<p>Verst\u00e4ndlich ausgedr\u00fcckt: das weitere Anziehen der Steuerschraube wird die deutsche Wirtschaft im internationalen Vergleich vollends unrentabel machen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Umverteilung<\/h4>\n\n\n\n<p>Schon jetzt gibt es sehr viele Leute, die kaum \u00fcber die Runden kommen und bei denen am Ende des Geldes noch jede Menge Monat \u00fcbrig ist. Wird alles teurer, wird es noch schwieriger f\u00fcr diese Leute und neue Klientiel des Aufstockers wird zwangsweise entstehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Pl\u00e4ne sehen daher eine &#8222;Entlastung&#8220; dieser Gruppen vor. Das kann zwar nicht funktionieren, weil bekanntlich die Verwaltung solchen Unfugs mehr Mittel verschlingt, als theoretisch von Oben nach Unten umgeschichtet werden kann und zus\u00e4tzlich bereits jetzt sehr viele Leute im System sitzen, die gar nichts tun und dann auch mehr bekommen m\u00fcssen, aber nehmen wir mal an, die Politik w\u00fcrde eine solche Entlastung im Gegensatz zu ihrer sonstigen Handlungsweise tats\u00e4chlich versuchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Letztlich w\u00fcrden dadurch immer mehr Menschen komplett f\u00fcr den Staat arbeiten und ihren gesamten Verdienst abliefern, um anschlie\u00dfend festzustellen, dass alle unterhalb ihres Niveaus genauso viel bekommen wie sie selbst. Herauskommen w\u00fcrde das, was Berliner und Bremer Abiturienten ohnehin wissen (das war jetzt ein Lob!): arbeiten und sich anstrengen lohnt sich nicht! Warum also schwitzen, wenn man auch in der H\u00e4ngematte liegen kann?<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich werden noch Leute arbeiten, allerdings bereits mit einer innerlich ausgesprochenen K\u00fcndigung. Die Arbeit wird auf die bequemste und billigste Weise erledigt, d.h. Verwaltungsvorg\u00e4nge ziehen sich &#8222;wegen \u00dcberlastung&#8220; 2-3 Generationen hin und die Produktqualit\u00e4t hier gefertigter G\u00fcter wird sich dem Nullpunkt n\u00e4hern. Jeder Grund zum Fernbleiben wird genutzt werden: Katholiken werden beispielsweise beim zu heftigen Hinknien in der Kirchenbank erst einmal eine Krankmeldung abgeben und beim Arzt untersuchen lassen, ob eventuell die Kniescheibe besch\u00e4digt ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Noch mehr muss zu dem Thema wohl nicht gesagt werden.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Einsparpotential<\/h4>\n\n\n\n<p>Mit dem Geld aus der CO2-Steuer sollen &#8222;Klimaprojekte&#8220; finanziert werden. Was nat\u00fcrlich Quatsch ist. Denn wie sollen die Klimaprojekte aussehen? Das wei\u00df keiner, denn wenn man es wissen w\u00fcrde, k\u00f6nnte man CO2 auch ohne zus\u00e4tzliches Geld einsparen. Das passiert aber nicht, und zwar aus sehr grunds\u00e4tzlichen Gr\u00fcnden nicht, denen wir uns hier aber nicht annehmen. Es geht ausschlie\u00dflich darum, Geld ohne Gegenleistung zu kassieren, um es anderswo auszugeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Gr\u00fcne Spacken fabulieren gerne herum, die Menschen k\u00f6nnten jede Menge CO2 einsparen, w\u00fcrde es aber nicht tun. Die CO2-Abgabe soll die Leute dazu bringen, die &#8222;Einsparpotentiale&#8220; zu nutzen. Die gibt es angeblich beim Reisen, beim Wohnen, beim Essen, beim &#8230; also bei Allem. <\/p>\n\n\n\n<p>Das ist nat\u00fcrlich weitgehend unsinniges Gegackere, denn wo k\u00f6nnte Manuela Musterfrau, die heute schon knapp dran ist mit ihrem Einkommen, denn etwas einsparen? <\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Zur Arbeit fahren? Muss sie so oder so (falls sie eine hat), also wird es nur teurer ohne wesentliche Einsparung. Oder kostet deutlich mehr Zeit, wenn man Gr\u00fcne Vorschl\u00e4ge wie \u00d6PNV oder Fahrrad analysiert, die sich nur auf Minderheiten wirklich anwenden lassen, die vermutlich diese Option ohnehin bereits jetzt nutzen.<\/li><li>Heizen der Wohnung? Auch daran wird sich auch nicht viel \u00e4ndern, denn wenn es kalt ist, muss eben geheizt werden. Man kann nat\u00fcrlich dicke Pullover zu Hause anziehen und st\u00e4ndig eine Erk\u00e4ltung haben. Unter Lebensqualit\u00e4t d\u00fcrfte das aber weniger fallen. <\/li><li>Beim Essen? Geht auch nur bedingt, den ca. 2.500 kcal sind halt notwendig. Man k\u00f6nnte sich nat\u00fcrlich auch mit einer w\u00e4ssrigen Suppe in KZ-Qualit\u00e4t ern\u00e4hren, aber auch das d\u00fcrfte mit Lebensqualit\u00e4t nur noch wenig zu tun haben. <\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Anders ausgedr\u00fcckt: bei ca. 90% des Verbrauchs lie\u00dfe sich wenig bis gar nichts einsparen. Wirklich einsparen k\u00f6nnte man den Urlaub, das abendliche Fernsehen, den Wochenendbesuch im Kino oder im Schwimmbad, das Entspannen im Biergarten und andere unn\u00f6tige Sachen, die f\u00fcr das Wohlbefinden und die Gesundheit komischerweise absolut notwendig sind. Selbst wenn man das Leben auf Schlafen, karges Fr\u00fchst\u00fcck, Arbeiten, karges Abendbrot, Schlafen reduziert, die CO2-Steuer w\u00e4re trotzdem extrem hoch und durch die reduzierte Lebensqualit\u00e4t d\u00fcrfte die Lebenserwartung massiv sinken.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Was wird besteuert<\/h4>\n\n\n\n<p>Das Kapitel k\u00f6nnen wir nur stichwortartig anrei\u00dfen. Der Plan sieht vor, alles nach dem CO2-Aussto\u00df bei der Produktion und der Bereitstellung zu besteuern. Das w\u00e4re dann erst mal der Sprit, der Strom und die Heizung, was das Wohnen noch teurer macht. Nat\u00fcrlich w\u00fcrden auch die anderen Nebenkosten steigen, denn M\u00fcllabfuhr, Wasser, Abwasser, Strom und Handwerker h\u00e4tten auch h\u00f6here Preise, die weiter gegeben werden. Bauen w\u00fcrde sehr teuer werden, denn Stahl und Zement l\u00e4sst sich ohne CO2-Produktion nun mal nicht bereit stellen und die Bauarbeiter m\u00fcssten auch mehr bekommen. <\/p>\n\n\n\n<p>Essen w\u00fcrde teurer werden, weil der Transport und der Gesch\u00e4ftsbetrieb teurer wird. Dar\u00fcber hinaus sind auch k\u00fcnstliche Preiserh\u00f6hungen vorgesehen, beispielsweise f\u00fcr Fleisch, wo, wenn \u00fcberhaupt, allenfalls minimale zus\u00e4tzliche CO2-Emissionen entstehen, aber kr\u00e4ftig gelogen wird. Die Produktion der Nahrungsmittel w\u00fcrde sich nat\u00fcrlich auch verteuern, denn die Bauern sind nat\u00fcrlich ebenfalls von der Teuerung betroffen. Auch Gastronomiebetriebe m\u00fcssten die Preise nicht unerheblich anheben, da f\u00fcr sie so ziemlich alles teurer wird, was zwangsweise dazu f\u00fchren wird, dass die Gastronomie gro\u00dffl\u00e4chig verschwindet, denn der B\u00fcrger hat weniger Geld f\u00fcr solche Vergn\u00fcgungen zur Verf\u00fcgung. <\/p>\n\n\n\n<p>Der Tourismus wird teurer, weil die Kosten f\u00fcr die Anbieter und die Reisekosten steigen. Nicht wenige Tourismusregionen k\u00f6nnen vermutlich aufgeben, da ohnehin keine G\u00e4ste mehr kommen, oder auf dem Niveau von Massenquartieren f\u00fcr Gastarbeiter anbieten, was auch niemanden lockt.<\/p>\n\n\n\n<p>Kurz formuliert: die mittelbaren Auswirkungen einer CO2-Steuer sind kaum systematisch zu erfassen, und streng nach Murphy&#8217;s Gesetzen ist es ratsam, nicht nur vom d\u00fcstersten Szenario auszugehen, sondern auch davon, dass das von der Realit\u00e4t locker \u00fcberboten wird. Der Dienstleistungsbranche wird es jedenfalls wie dem Rest der Industrie ebenfalls massiv an den Kragen gehen. Wer &#8222;JA&#8220; zur CO2-Steuer sagt, pr\u00fcgelt sich nicht nur um den vorderen Platz in der Schlange vor dem Baseballschl\u00e4ger, der kriecht auch noch sofort nach hinten und stellt sich erneut an.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Trotz aller Anstrengungen wird das CO2-Reduktionsziel nicht erreicht (werden). 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