{"id":2977,"date":"2019-04-27T09:26:37","date_gmt":"2019-04-27T07:26:37","guid":{"rendered":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=2977"},"modified":"2019-04-27T09:26:37","modified_gmt":"2019-04-27T07:26:37","slug":"einbahnstrasse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2019\/04\/27\/einbahnstrasse\/","title":{"rendered":"Einbahnstra\u00dfe"},"content":{"rendered":"\n<p>Deutschland ist gerade dabei, seine Wirtschaft gr\u00fcndlich zu ruinieren. Antreiber au\u00dfer der AfD und Teilen der FDP alle anderen Parteien sowie die gesamte Qualit\u00e4tspresse. <a href=\"https:\/\/philosophia-perennis.com\/2019\/04\/26\/gemerkeltes-deutschland-geistiger-widerstand-oder-innere-kuendigung\/\">&#8222;Dringend gegensteuern&#8220; fordern manche \u00e4u\u00dferst wortreich.<\/a> Wozu es allerdings oft zu sp\u00e4t sein d\u00fcrfte.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>&#8222;Gegensteuern&#8220; l\u00e4uft darauf hinaus, dass so in 2-5 Jahren, wenn die erste halbe Million Arbeitslose aus der aufgebenden Industrie doch mal in der \u00d6ffentlichkeit auffallen, halt ein paar unsinnige Sachen wie NOx-Grenzwerte, Feinstaub und CO2-Einsparvorschriften ge\u00e4ndert werden und damit wieder mehr M\u00f6glichkeiten f\u00fcr die Wirtschaft geschaffen werden, die dann nur noch die halbe Million Leute + 2-5 Millionen Neger und Araber wieder einstellen muss. Das klingt logisch, selbst in den Ohren irgendwelcher renommierter studierter Nicht-Naturwissenschaftler. Leider haben sie dabei nur die \u00f6konomische Seite im Blick, aber nicht deren Voraussetzung.<\/p>\n\n\n\n<p>Voraussetzung f\u00fcr eine funktionierende Spitzentechnik ist technologisches Know-How, und das geht ebenfalls verloren, wenn eine Sparte eingestampft wird, oder wird bestenfalls auf irgendeinem Wert fixiert, w\u00e4hrend rund herum der Fortschritt weiter geht. Weg ist weg, und das l\u00e4sst sich auch nicht mehr zur\u00fcckholen. Ein paar Beispiele:<\/p>\n\n\n\n<p>Deutsche Reaktorsicherheitstechnik war weltweit f\u00fchrend, und Sicherheitsingenieure wurden hier ausgebildet. Mit dem AUS f\u00fcr die Kernenergie war nat\u00fcrlich auch diese Technik nicht mehr notwendig. Derzeit laufen die letzten Lehrst\u00fchle wegen Pensionierung aus, dann ist das Know-How endg\u00fcltig weg. Die Technik wird woanders gemacht, und der Vorsprung ist nicht mehr aufzuholen. <\/p>\n\n\n\n<p>Ein Nebenschauplatz der Kernenergietechnik ist die Wiederaufbereitung, ein nach wie vor ungel\u00f6stes Problem im Rahmen des R\u00fcckbaus. Wenig \u00f6ffentlich beachtet entwickelten bereits vor 20-30 Jahren einige Unternehmen innovative Wiederaufbereitungsverfahren beispielsweise f\u00fcr kontaminierte St\u00e4hle &#8211; und wurden von den Aufsichtsbeh\u00f6rden geschlossen bzw. in die Insolvenz gedr\u00e4ngt, weil in Deutschland die Besch\u00e4ftigung mit solchen Themen tabu war. <\/p>\n\n\n\n<p>Deutsche Bergbau- und F\u00f6rdertechnik war gerade aufgrund der problematischen F\u00f6rderbedingungen ebenfalls weltf\u00fchrend. Mit dem Einstampfen des Bergbaus verschwand auch diese Technik. Die F\u00f6rdertechniksparte von O&amp;K wurde an Hitachi verh\u00f6kert, der Rest an Fiat verkauft, die Maschinen in den F\u00f6rderstrecken abgebaut und irgendwohin verscheuert. Mal von Liebherr abgesehen gibt es seitdem keine deutschen Bagger mehr. <\/p>\n\n\n\n<p>Mannesmann, ein gro\u00dfer deutscher Stahlhersteller und f\u00fchrender R\u00f6hrenproduzent nahtloser Rohre und 1999 noch mit 130.000 Mitarbeitern ausgestattet, wurde bereits ein Jahr sp\u00e4ter aufgel\u00f6st. Mannesmann hatte sich seit ca. 1990 ein weiteres Standbein in der IT-Branche aufgebaut, offenbar interessant genug f\u00fcr den Vodafone-Konzern, Mannesmann zu kaufen und postwendent zu zerschlagen. Die gesch\u00e4tzt ca. 100 Mrd DM Verlust spielten f\u00fcr Vodafone damals keine Rolle, der Wegfall kompletter Technologiesparten f\u00fcr den Standort Deutschland schon eher. Stahl weg, IT weg &#8211; und nicht wieder gekommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im IT-Bereich hat Deutschland bekanntlich bislang abgesehen von SAP gar nichts auf die Beine bekommen. Siemens hat s\u00e4mtliche Hardware-Sparten eingestampft und von Robotron ist nach der Wende auch nichts \u00fcbrig geblieben. Bei der Software-Entwicklung wird selbst heute an vielen Hochschulen in den Lehrpl\u00e4nen gro\u00dfes Gewicht auf den Datenschutz gelegt, was beim Nachdenken \u00fcber neue Anwendungen \u00e4u\u00dferst hinderlich ist. Datenschutz ist eine nachgeschaltete Angelegenheit, in Deutschland aber die Hauptsache. Gesch\u00fctzt wird auf Teufel komm &#8218;raus, nur wei\u00df man meist nicht, wer vor wem gesch\u00fctzt wird. Derweil laufen die Innovationen in China, Russland und den USA \u00fcber die B\u00fchne. <\/p>\n\n\n\n<p>Nun geht es an weitere Techniken: Kraftwerksbau? Iiigittt! Hier wird stillgelegt und nicht entwickelt! Siemens war sogar drauf und dran, die profitable Turbinenproduktion einzustellen. Gerade noch so gestoppt, aber vermutlich wird die Entwicklung allenfalls auf kleiner Flamme betrieben. Derweil geht der weltweite Kraftwerksbau &#8211; alleine derzeit 1.400 Kohlekraftwerke &#8211; mehr und mehr an Deutschland vorbei. <\/p>\n\n\n\n<p>Automobile? Bislang ein weiteres Highlight der deutschen Technik, wird sie nun eingestampft und auf Nischenprodukte zur\u00fcck gefahren. Wer Automobilmuseen besucht und sich anschaut, mit wieviel Sprit und Hubraum Modelle vergangener Jahre wieviel PS aus den Motoren holten und das mit heutigen Werte vergleicht, kann sehen, was erreicht worden ist. Was noch erreichbar ist, l\u00e4sst sich sogar ausrechnen. Der Energieinhalt der Kraftstoffe ist bekannt, der Rest ist Thermodynamik, und die ist seit Mitte des 19. Jahrhunderts bekannt. Der heute erreichte Wirkungsgrad bei Gro\u00dfmotoren liegt bei ca. 53%, was noch drin ist, kann ich leider nicht sagen, aber eine Reihe Verbesserungen d\u00fcrften immer noch m\u00f6glich sein &#8211; wenn man Material- und andere Forschungen fort f\u00fchrt &#8211; oder f\u00fchren w\u00fcrde, denn Deutschlands Automobilkonzerne inklusive Bosch stellen das Meiste wohl ein.<\/p>\n\n\n\n<p>Da zunehmend auch die elektrische Versorgungssicherheit gef\u00e4hrdet ist, wird auch die Maschinenbaubranche betroffen. Bestimmte Entwicklungslinien k\u00f6nnen nicht weiter verfolgt werden, wenn die Maschinen hier gar nicht einsetzbar sind, Anwender wandern m\u00f6glicherweise verst\u00e4rkt in andere L\u00e4nder ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Problem, das von den Gegensteuerern \u00fcbersehen wird: in anderen L\u00e4ndern wird weiter entwickelt, und jeder Tag bedeutet im besten Fall einen Tag R\u00fcckstand, in der Realit\u00e4t aber wegen des Schwindens des Know-Hows, das auch an Menschen und Prozesse gebunden ist, wohl eher 10-20 Tage, die sich schnell zu Jahren aufaddieren. Das holt man nicht so einfach wieder auf, zumal in der Bildung ja mehr Wert auf Geschw\u00e4tz als auf MINT gelegt wird und es abzusehen ist, dass Prozentrechnung bald zum Bereich h\u00f6here Mathematik gerechnet &#8230; nee, nicht gerechnet, das kann auch keiner mehr &#8211; also irgendwie dazu geschlagen wird. Und selbst wenn man es versucht, st\u00f6\u00dft man schnell auf Patente, die andere inzwischen haben, und das war es dann. China hat nicht ohne Grund ausgedehnte Einkaufstouren gerade durch Europa veranstaltet, um dahin zu kommen, wo es heute ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Einbahnstra\u00dfe. Wenn man den gesamten Vorschriftenquatsch \u00fcber Bord kippen und statt genderkorrekter Deklination sinnvolle Bildungsziele definieren w\u00fcrde, lie\u00dfe sich vielleicht der Anschluss noch halten, aber das wird nicht passieren. Die EU ben\u00f6tigt zu viel Geld f\u00fcr ihre islamische Umvolkung, um hier noch eine liberale Gesellschaft hochkommen zu lassen. Bei allen gefeierten Wirtschaftserfolgen lebt Deutschland schon l\u00e4ngst von der Substanz, wie ein kurzer Blick auf den Zustand der Infrastruktur zeigt. Eine Einbahnstra\u00dfe in einen Drittweltstaat, von der zunehmend weniger Abzweigungen in eine andere Richtung existieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Deutschland ist gerade dabei, seine Wirtschaft gr\u00fcndlich zu ruinieren. 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