{"id":2890,"date":"2019-04-03T13:38:42","date_gmt":"2019-04-03T11:38:42","guid":{"rendered":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=2890"},"modified":"2019-04-03T13:38:42","modified_gmt":"2019-04-03T11:38:42","slug":"eine-kleine-spende-bitte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2019\/04\/03\/eine-kleine-spende-bitte\/","title":{"rendered":"Eine kleine Spende bitte !"},"content":{"rendered":"\n<p>Morgens 7:30 Uhr in Deutschland. Es klingelt. Robert \u00f6ffnet die Haust\u00fcr. Davor stehen zwei st\u00e4mmige wei\u00df gekleidete Herren mit einem Thermokoffer.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>&#8222;Herr Robert Habeck?&#8220; &#8211; &#8222;Ja?&#8220; &#8211; &#8222;Wir sind von Transplantationsteam und m\u00f6chten Ihre Leber abholen. Sie wird dringend f\u00fcr einen Patienten ben\u00f6tigt.&#8220; &#8211; &#8222;Aber ich benutze sie doch noch selbst!&#8220; &#8211; &#8222;Sie haben einer Organspende nicht widersprochen und die Bildzeitung hat Sie aufgrund Ihrer letzten \u00c4u\u00dferungen zur Energieversorgung f\u00fcr hirntot erkl\u00e4rt. Damit sind den gesetzlichen Bestimmungen gen\u00fcge getan. Wir haben Anrecht auf Ihre Leber.&#8220; &#8211; &#8222;Aber ich lebe doch noch!&#8220; &#8211; &#8222;Herr Habeck, zieren Sie sich nicht so! Zu Ihrer Beruhigung k\u00f6nnen wir Ihnen versichern, dass noch niemand eine Leberentnahme durch uns \u00fcberlebt hat.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Der neue Spahnsche Gesetzesvorschlag erm\u00f6glicht mit dem Double-Opt aber noch mehr:<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Herr und Frau M\u00fcller?&#8220; &#8211; &#8222;Ja?&#8220; &#8211; &#8222;Es tut uns leid, Ihnen mitteilen zu m\u00fcssen, dass Ihre Tochter von einer Gruppe von ca. 10 M\u00e4nnern mehrfach brutal vergewaltigt und anschlie\u00dfend erw\u00fcrgt worden ist. Unser aufrichtiges Beileid! &#8211; &#8211; \u00dcbrigens, ihre Tochter hat einer Organspende widersprochen. Wir sind daher gesetzlich verpflichtet, sie zu einem posthumen Widerruf aufzufordern. Sie haben 30 Sekunden. Bitte entscheiden Sie jetzt!&#8220; kling &#8211; klong &#8211; kling &#8211; klong &#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Nach den neuen Absichten ist man zun\u00e4chst einmal Zwangsspender. Musste man bislang erkl\u00e4ren, dass man ein Organ spenden wollte, muss man nun im Gegenteil t\u00e4tig werden, wenn man nicht spenden will. Ob der ganze Zirkus mit einem Zentralregister verbunden ist, kann man nur hoffen, denn sonst ist jeder automatisch Spender, der seinen Ausweis vergessen hat oder dessen Ausweis w\u00e4hrend der Prozedur verloren gegangen ist. Theoretisch k\u00f6nnen die Angeh\u00f6rigen dann zwar noch widersprechen, m\u00fcssen aber &#8222;glaubhaft darlegen, dass der Betreffende zu Lebzeiten eine Spende abgelehnt hat.&#8220; Im Falle gro\u00dfen emotionalen Stress&#8216; soll man sich also auch noch mit B\u00fcrokraten\u00e4rschen herum\u00e4rgern. Menschenw\u00fcrde? Wo k\u00e4men wir denn da hin?<\/p>\n\n\n\n<p>Ein abgemilderter Vorschlag geht dahin, sich beim Abholen des n\u00e4chsten Ausweises zwangsentscheiden zu m\u00fcssen. Eine ziemliche Zumutung! In jedem Gesch\u00e4ft kann hat man drei Optionen: &#8222;Kauf ich!&#8220; &#8211; &#8222;Nehme ich doch nicht!&#8220; &#8211; &#8222;Ich \u00fcberleg&#8216; mir das noch mal!&#8220;. In Bezug auf den eigenen K\u00f6rper soll das nicht gelten. Da muss man dann auf dem Amt JA oder NEIN sagen. ICH WEISS NOCH NICHT wird sicher nicht als Option auf der Ankreuzliste stehen. <\/p>\n\n\n\n<p>Ob und wie oft man seine Meinung \u00e4ndern darf, wird auch nirgendwo erw\u00e4hnt (heue wirft man einfach dem Spenderausweis fort oder holt sich einen neuen). Und das kann durchaus passieren, weil es weder nach oben noch nach unten eine wirkliche Altersgrenze gibt. Der \u00e4lteste Spender des letzten Jahres was 88 Jahre alt. Wer meint, die Rente sch\u00fctze ihn davor, hat leider Pech gehabt. Und in 60 Jahren, die junge Leute nach ihrer ersten Entscheidung vielleicht noch vor sich haben, k\u00f6nnen sich die Ansichten durchaus \u00e4ndern.<\/p>\n\n\n\n<p>Selbst JA oder NEIN ist nicht so eindeutig zu beantworten. So mancher spendet freiwillig eine Niere f\u00fcr seinen Ehepartner oder seine Kinder, aber dann wird&#8217;s schon kritisch: &#8222;Tante Tilde und Onkel Heinz w\u00fcrde ich was spenden, aber der doofen Cousine Erika? Nie!&#8220;. Mancher, der nicht spendet, w\u00fcrde vielleicht spenden, wenn er die m\u00f6glichen Empf\u00e4nger kennt. Oder w\u00fcrde spenden, wenn der Empf\u00e4nger im Gegenzug die Beerdigungskosten \u00fcbernimmt. \u00c4hnliches gilt f\u00fcr die Angeh\u00f6rigen, sollten sie das Recht haben, zu entscheiden. Klingt zwar ethisch nicht ganz einwandfrei, aber selbst ein altes Auto muss man nicht an jeden verkaufen, wenn dessen Nase einem nicht passt.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine \u00f6ffentliche Zwangsentscheidung hat heute m\u00f6glicherweise auch das Auftreten einer Gesinnungspolizei zur Folge. &#8222;Du willst nicht spenden, du faschistisches Verweigerungsschwein?&#8220; &#8211; \u00e4hnliche Folgen hat man ja heute schon zu tragen, wenn man sich \u00f6ffentlich zu Ausl\u00e4ndern oder dem Greta-Unfug \u00e4u\u00dfert und nicht die \u00f6ffentliche Zwangsmeinung trifft. <\/p>\n\n\n\n<p>Neben JA oder NEIN m\u00fcsste es meiner Ansicht nach auch die Position &#8222;Fragt mich, wenn es so weit ist. Wenn ich nicht mehr antworten kann, fragt &#8230; . Der kennt meine Ansicht.&#8220; Das w\u00e4re mehr oder weniger eine Erweiterung der Patientenverf\u00fcgung. Warum gen\u00fcgt das nicht?<br><\/p>\n\n\n\n<p><br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Morgens 7:30 Uhr in Deutschland. 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