{"id":2850,"date":"2019-03-22T09:11:47","date_gmt":"2019-03-22T08:11:47","guid":{"rendered":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=2850"},"modified":"2019-03-22T09:11:49","modified_gmt":"2019-03-22T08:11:49","slug":"ich-verstosse-jetzt-mal-gegen-das-urheberrecht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2019\/03\/22\/ich-verstosse-jetzt-mal-gegen-das-urheberrecht\/","title":{"rendered":"Ich versto\u00dfe jetzt mal gegen das Urheberrecht"},"content":{"rendered":"\n<p>und stelle den Entwurf des EU-Urheberrechts hier zum Download bereit. Einfach so.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<div class=\"wp-block-file\"><a href=\"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/eu-urheberrecht.pdf\">EU-Urheberrecht<\/a><a href=\"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/eu-urheberrecht.pdf\" class=\"wp-block-file__button\" download>Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n\n<p>Die Version ist von 2016, woran man sehen kann, <\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>mit welcher Geschwindigkeit dort Geld verdient wird, denn umgerechnet kommt man dann auf 10 Worte\/Tag, die mit mehreren 10.000 \u20ac verrechnet werden, und<\/li><li>wie nah dieses so genannte Parlament am W\u00e4hler ist, wenn man sich erst jetzt \u00fcber dieses Papier \u00f6ffentlich aufregt.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Strittig in der Diskussion sind vor allen Dingen Art. 11 und Art. 13. Zum Einen sollen mit Art. 11 Presseverlage &#8222;besser gesch\u00fctzt&#8220; werden. Wichtig! Es geht tats\u00e4chlich um Presseverlage, nicht um das allgemeine Urheberrecht. Die erhalten ein Urheberrecht auf die t\u00e4gliche Berichterstattung. &#8222;<em>Unfall auf der L35 zwischen Popelshausen und Kackdorf, keiner verletzt<\/em>&#8220; w\u00e4re dann f\u00fcr 20 Jahre urheberrechtlich gesch\u00fctzt und man m\u00fcsste dem Verlag Geld daf\u00fcr bezahlen, wenn man seine Meldung zitiert. Der Unterschied zu heute: heute m\u00fcsste man dem Verlag Geld zahlen, wenn man den Artikel komplett abdruckt, nach dem neuen Recht gen\u00fcgt bereits die \u00dcberschrift. Ob &#8222;<em>Auf der L35 hat&#8217;s gekracht<\/em>&#8220; mit Link bereits reicht, d\u00fcften findige Anw\u00e4lte bald feststellen lassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Angeblich richtet sich das gegen Google. Der Konzern soll dann bereits f\u00fcr Google-News an die Verlage zahlen. Denen geht es n\u00e4mlich schlecht, weil ihnen die Kunden weglaufen: zuerst die Abonnenten und anschlie\u00dfend nat\u00fcrlich auch die Werbekunden. Wer liest noch Zeitung, wenn er im Internet auch alles findet? Zumal das obendrein ein wenig CO2-vertr\u00e4glicher ist, wenn man Papier gegen Serverstromkosten aufrechnet. Wobei die Verlage nat\u00fcrlich peinlichst vermeiden, erst einmal eine wirkliche Analyse zu machen, warum die Kunden fortlaufen. Der Grund d\u00fcrfte n\u00e4mlich in den wenigsten F\u00e4llen im Internet zu suchen sein, sondern in den Inhalten. \u00c4hnlich wie die Politik sind die gro\u00dfen Medien n\u00e4mlich derart links-gr\u00fcn versifft, dass viele Kunden keine Lust mehr haben, sich den ideologischen Mist auch noch gegen Geld anzutun, weglaufen und Informationen eben auf dem freien Markt und bei alternativen Medien wie achgut oder Tichy sammeln. <a href=\"https:\/\/www.diefreiemeinung.de\/2019\/03\/die-medienmacht-der-politiker\/\">Der informelle Einheitsbrei kommt auch nicht ganz von ungef\u00e4hr<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Au\u00dfer den Inhalten haben es die Medien auch nicht hinbekommen, ein vern\u00fcnftiges Internet-Gesch\u00e4ftsmodell zu entwickeln. Zun\u00e4chst einmal k\u00f6nnen sie jetzt schon verhindern, dass Google die frei einsehbaren Artikel in der Suchmaschine zeigt. Tun sie nat\u00fcrlich nicht, weil die Seiten dann auch keine Klicks bringen, was das Anzeigengesch\u00e4ft weiter in den Keller treibt. Sie k\u00f6nnten nat\u00fcrlich auch die Artikel nur gegen Geld sichtbar machen, wie das beispielsweise im Bereich wissenschaftlicher Ver\u00f6ffentlichungen oft der Fall ist. Da kann man auf den Verlagsseiten die \u00dcberschrift, den Verfasser und einen Abstract lesen, und wer alles will, zahlt je nach Verlag 15 &#8211; 30\u20ac f\u00fcr ein paar Seiten &#8211; was den freien Zugang zu wichtigen Informationen wirkungsvoll verbaut. Das machen die Zeitungen nat\u00fcrlich auch, aber nicht artikelweise, sondern man kann die Zeitung abonnieren. Wie schlecht es den Verlagen geht, kann man an den Abo-Bedingungen ablesen: wer ein wenig Management in die Sache packt, k\u00f6nnte s\u00e4mtliche gro\u00dfen Zeitungen auf Dauer kostenlos beziehen, wenn er rechtzeitig k\u00fcndigt und sich \u00fcber ein anderes Email-Konto wieder anmeldet. Es fehlt eigentlich nur noch eine App im PlayStore, die das automatisch macht. <\/p>\n\n\n\n<p>Man k\u00f6nnte nat\u00fcrlich auch die Inhalte f\u00fcr ein paar Cent zur Verf\u00fcgung stellen. Dazu m\u00fcsste man nur einmal herausfinden, wo die Schmerzgrenze f\u00fcr den Nutzer liegt. Auch das eine Sache der passenden App. So weit haben die Spezialisten bislang nicht gedacht, m\u00fcssten sich aber auch einigen, welche Meldungen wie verbreitet werden. Ein Bezahlartikel bei der ZEIT n\u00fctzt wenig, wenn die WELT, FAZ, SZ und 3 Dutzend anderer Bl\u00e4tter den gleichen bei AP kopierten Text kostenlos bringen. Also versucht man es bei Google: frei ins Internet gestellte Seiten sollen f\u00fcr Zitate bezahlt werden (man merkt, das l\u00e4sst sich kaum auf Google beschr\u00e4nken). Hat man in Spanien schon versucht, und Google hat den spanischen News-Kanal prompt eingestellt. Wenn es hier auch so l\u00e4uft, ist das Gesetz ein Boomerang, denn die Verlage erhalten noch weniger Klicks mangels Hinweisen, wo sich die Nachrichten finden, oder stellen Google frei, doch kostenlos alles zu verlinken.<\/p>\n\n\n\n<p>Die andere Sache ist die mit den Upload-Filtern. Die sollen erkennen, ob urheberrechtlich gesch\u00fctzte Inhalte hochgeladen werden. Und zwar alle, d.h. auch kurze Sequenzen. Angeblich richtet sich das gegen Youtube, vermutlich aber eher gegen <a href=\"https:\/\/www.tiktok.com\/\">TikTok<\/a>, die die US-Konzerne auf dem Gebiet der kurzen Videosequenzen abgeh\u00e4ngt haben. Auch <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=PiOWNnPAzvw\">Satire in dieser Form<\/a> w\u00e4re dann beispielsweise verboten, weil die Filmsequenz urheberrechtlich gesch\u00fctzt ist. Dabei spielt auch anderer gesetzlicher Unfug eine Rolle: so manche Abi-Feier ist schon musiklos abgelaufen, weil die GEMA horrende Geb\u00fchren f\u00fcr eine \u00f6ffentliche Musikauff\u00fchrung verlangt hat. Problem: die GEMA k\u00f6nnte zwar ein Auge zudr\u00fccken, darf es aber nicht. Sie ist gesetzlich gehalten, keinerlei Ausnahmen zu machen. <\/p>\n\n\n\n<p>Wie die Sache mit den Upload-Filtern ausgeht, ist auch schon abzusehen: die Filter k\u00f6nnen nur von Google &amp; Co betrieben werden, alle anderen werden dort einkaufen m\u00fcssen. Die Macht der Konzerne wird weiter wachsen statt schrumpfen. Im Zweifelsfall wird zensiert, statt wie bisher gegen Unrecht zu klagen wird der B\u00fcrger gezwungen sein, sein Recht einzuklagen. Und die Rechteinhaber werden wie die Zeitungsverlage in die R\u00f6hre gucken, wenn die Links wegbleiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Warum also das Ganze? Die Konsequenzen sind den EU-Polit\u00e4rschen doch auch klar. Kurz gesagt: es geht schlicht und einfach um Zensur und nichts anderes. Der Zugang zu Informationen soll auf das begrenzt werden, was die staatlich kontrollierten Medien verbreiten. Ohne hinreichend umfangreiche Zitate k\u00f6nnen nicht genehme Meldungen problemlos als Fake-News gekennzeichnet und im n\u00e4chsten Schritt wegzensiert werden; auch hier muss man dann sein Recht erstreiten und nicht umgekehrt. Satire und damit Kritik wird fast unm\u00f6glich werden. Ausl\u00e4ndische Webseiten wie RTdeutsch k\u00f6nnen problemlos geblockt werden, weil sie gegen Urheberrechte versto\u00dfen. <\/p>\n\n\n\n<p>Gl\u00fccklicherweise bringt die EU und die Politik damit aber gerade die Klientel, die derzeit f\u00fcr einen Kinderkreuzzug gegen das CO2 missbraucht wird, gegen sich auf. Ein Angriff auf Youtube, Twitter, Facebook und die 20 anderen sozialen Netzwerke, in denen die Kids heute mehr leben als in der Realit\u00e4t? Das k\u00f6nnte die machtgeilen Arschgeigen aus SPD, CDU und Gr\u00fcnen langfristig den Kopf kosten. Sch\u00f6n w\u00e4re es, wenn es zun\u00e4chst mal dieser von alten wei\u00dfen Tunten gesteuerten EU einen herben Schlag versetzt. Deshalb genau nachsehen, wer mit welchen Zielen in die Wahl geht, bevor man sein Stimme abgibt (wenn man das denn \u00fcberhaupt machen will).<br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>und stelle den Entwurf des EU-Urheberrechts hier zum Download bereit. Einfach so. 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