{"id":2780,"date":"2019-03-07T11:06:42","date_gmt":"2019-03-07T10:06:42","guid":{"rendered":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=2780"},"modified":"2019-03-06T11:15:31","modified_gmt":"2019-03-06T10:15:31","slug":"deutschland-bilanz-eines-wirtschaftsverfalls","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2019\/03\/07\/deutschland-bilanz-eines-wirtschaftsverfalls\/","title":{"rendered":"Deutschland &#8211; Bilanz eines Wirtschaftsverfalls"},"content":{"rendered":"\n<p>&#8222;Made in Germany&#8220; war einmal ein Versuch der britischen Wirtschaft, Verbraucher vor &#8222;billigen und minderwertigen deutschen Produkten&#8220; zu warnen. Der Schuss ging nach hinten los, <!--more-->wie man wei\u00df, denn deutsche Produkte waren nicht nur preiswerter, sondern qualitativ wesentlich besser als die heimische Produktion. &#8222;Made in China&#8220; genoss einmal den gleichen Ruf &#8211; und inzwischen beherrschen chinesische Produkte den Markt, w\u00e4hrend in der deutschen Wirtschaft buchst\u00e4blich die Made drinsitzt. Schauen wir einmal auf Details:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Deutschland war einmal der f\u00fchrende Anbieter von Bergbau- und F\u00f6rdertechnik. Gerade die problematischen F\u00f6rderbedingungen f\u00fchrten zu technisch sehr fortschrittlichen Maschinen. Inzwischen ist der Bergbau bis auf Reste still gelegt, der Maschinenbau wurde gro\u00dfenteils bereits vor 25 Jahren an japanische Unternehmen verkauft. Bis auf einzelne Unternehmen (z.B. Liebherr) ist das Know-How aus Deutschland verschwunden.<\/li><li>Die Stahlindustrie geh\u00f6rte zu den modernsten der Welt, wurde aber im Rahmen der damaligen EG zu Gunsten veralteter franz\u00f6sischer und belgischer Produzenten beschr\u00e4nkt, bis schlie\u00dflich die Ostasiaten das Ruder \u00fcbernahmen. Die Unternehmen fusioniert und schlossen reihenweise Betriebe. Mit Thyssen-Krupp, die nun mit dem indischen Produzenten Tata fusionierten und den Gesch\u00e4ftssitz in die Niederlande verlegen, droht dem letzten Standort das Aus. Auch dieses Know-How wird in Deutschland nicht gepflegt.<\/li><li>In der modernen Mikro-Elektronik und Computertechnik war ohnehin wenig los, Rest bereits vor mehr als 10 Jahren aufgegeben. Siemens und Bosch bauen noch ein wenig Industrie-Elektronik, SAP ist als einziger wirklicher Global-Player bei der Software zu nennen. Die wirkliche Innovation l\u00e4uft woanders. Know-How gibt es hier, von wenigen Ausnahmen abgesehen, nicht.<\/li><li>Die deutsche Kerntechnik geh\u00f6rte zum Besten, was man auf der Welt bekommen konnte. Die AKW sind vom Netz genommen, in diesen Jahren laufen die letzten Universit\u00e4ts-Lehrst\u00fchle wegen Pensionierung aus. Das Know-How ist unwiederbringlich verschwunden.<\/li><li>Die Automobiltechnik kann aufgrund der Produktionskosten nur durch Qualit\u00e4t weltweit Punkten. Derzeit wird aber genau diese Technik geschlachtet: technisch hervorragende Diesel- und Benzinfahrzeuge (CO2-Aussto\u00df um die 110-120 g\/km) werden zu Gunsten von E-Fahrzeugen (CO2-Aussto\u00df aufgrund des Kohlstroms 180-220 g\/km) mit der Begr\u00fcndung &#8222;klimag\u00fcnstiger weil weniger CO2&#8220; verteufelt. Bei E-Fahrzeugen sind die Asiaten allerdings mindestens 10 Jahre weiter, bei der Batterietechnik mindestens 20. Know-How ist nicht vorhanden, eine Batteriefertigung wurde aufgegeben. <\/li><li>Die deutschen mittelst\u00e4ndischen Familienunternehmen sind immer noch technische Spitze im Maschinenbau. Allerdings werden die Produktionsbedingungen durch die B\u00fcrokratie und die Energiekosten immer schlechter, M\u00e4rkte brechen wegen unsinniger Sanktionen gegen Abnehmerl\u00e4nder weg. In die Bresche springen inzwischen die Chinesen, an die nicht wenige Mittelst\u00e4ndler inzwischen ihre Unternehmen verkaufen, weil es sich hier nicht mehr lohnt. Auch hier bricht das Know-How langsam aber sicher weg.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Die Deutschen sind immer gr\u00fcndlich. Die technikfeindlichen Gr\u00fcnen wollen die meisten Techniken hier nicht mehr in Anwendung sehen und rotten sie samt dem vorhandenen Know-How gleich komplett aus. Was sich nicht bremsen lassen will, scheitert an der B\u00fcrokratie. Deutschland ist ein Land, in dem man nichts bewirken, aber alles (wirklich alles!) verhindern kann. &#8222;Wir wollen ein neues Werk bauen&#8220; hei\u00dft in der deutschen Praxis, dass mit dem Bau begonnen werden kann, wenn das Produkt, das im Werk produziert werden soll, schon l\u00e4ngst wieder vom Markt verschwunden ist. Genehmigungsverfahren, Pr\u00fcfverfahren \u00fcber die Umweltvertr\u00e4glichkeit, Einspr\u00fcche wegen des Vorkommens der gew\u00f6hnlichen Schmeissfliege auf dem Gel\u00e4nde, Auflagen \u00fcber gendergerechte Parkpl\u00e4tze und Toiletten usw. &#8211; das dauert in Deutschland 10 oder mehr Jahre, abgesehen von den Kosten. W\u00e4hrend in anderen L\u00e4ndern Innovationen entwickelt werden, erstickt die deutsche Gesellschaft an der Bef\u00fcrchtung, dass die Innovation funktionieren k\u00f6nnte. <\/p>\n\n\n\n<p>Innovation im Bereich Informationstechnik? Nat\u00fcrlich, aber bitte beachten Sie die Datenschutzgrundverordnung und das Urheberrecht, und wenn Sie das tats\u00e4chlich machen, gibt es noch die Political Correctness. Ein Zuchtbetrieb f\u00fcr eine bessere Sorte von Mohrr\u00fcben? NAZI!! NAZI!! Neger k\u00f6nnten sich durch das Wort &#8222;Mohr&#8220; diskriminiert f\u00fchlen (dazu m\u00fcssten sie allerdings erst mal Lesen k\u00f6nnen).<\/p>\n\n\n\n<p>Fazit: was in Deutschland einmal an Know-How vorhanden war, ist bis auf Reste verschwunden. V\u00f6llig unn\u00f6tiger Weise. Nun will man im Bereich KI mitmischen. Es ist abzusehen, dass auch das wieder ein Flop wird. Schon jetzt wird nach Ethikkommissionen gerufen, die Vorgaben f\u00fcr die Maschinen machen sollen, und letztlich versinkt wieder alles in b\u00fcrokratischer Aufsicht. So funktioniert Forschung nicht &#8211; wenn sie angesichts des Bildungsdesasters \u00fcberhaupt noch funktionieren kann. Gef\u00f6rdert werden sollen auch Unternehmensgr\u00fcndungen. Wie das funktioniert, kann sich jeder leicht vorstellen: beamtete oder fest angestellte &#8222;Projektbegleiter&#8220; treffen auf Leute mit Ideen und zerpfl\u00fccken die Pl\u00e4ne so lange, bis nichts mehr davon \u00fcbrig ist oder die Leute so pleite sind, dass sie inzwischen Taxi fahren. Und falls man doch anf\u00e4ngt, stehen auch hier alsbald alle m\u00f6glichen Parasiten in Form von IHK und Aufsichtsbeh\u00f6rden auf der Matte, die mit Geldforderungen und Vorschriften zu verhindern wissen, dass die Gr\u00fcndung funktioniert.<\/p>\n\n\n\n<p>Verschenktes Know-How, verpasste Anschl\u00fcsse, b\u00fcrokratische Hemnisse in H\u00fclle und F\u00fclle und Bedenken aller Art &#8211; auch im Bereich Wirtschaft geht es mit diesem Land in Richtung Drittweltland.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Made in Germany&#8220; war einmal ein Versuch der britischen Wirtschaft, Verbraucher vor &#8222;billigen und minderwertigen deutschen Produkten&#8220; zu warnen. 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