{"id":2635,"date":"2019-02-04T06:00:47","date_gmt":"2019-02-04T05:00:47","guid":{"rendered":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=2635"},"modified":"2019-02-03T09:52:20","modified_gmt":"2019-02-03T08:52:20","slug":"was-waere-wenn-geschichte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2019\/02\/04\/was-waere-wenn-geschichte\/","title":{"rendered":"Der Untergang &#8211; mal etwas anders"},"content":{"rendered":"\n<p>Am 15.3.1939 begann der 2. Weltkrieg. Das Datum wird gerne auf den 1. September gelegt, aber das eigentliche Datum liegt 6 Monate fr\u00fcher. Hier machte Hitler n\u00e4mlich den Fehler der &#8222;Zerschlagung der Rest-Tschechei&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Waren alle Besetzungen zuvor noch durch die Sammlung Deutscher im Deutschen Reich irgendwie v\u00f6lkerrechtlich gedeckt, war dieser Akt ein klarer Versto\u00df gegen das V\u00f6lkerrecht. Dies war wohl der Zeitpunkt, zudem die Briten von Appeasement auf War umschalteten mit der Absicht, Deutschland bei n\u00e4chster Gelegenheit wieder zu zerschlagen. Wer da was beschlossen und gedeckt hat, l\u00e4sst sich bislang nicht feststellen, da eine Reihe von Akten immer noch gesperrt sind. Dass sich Polen und Ungarn flei\u00dfig bei der Aktion ebenfalls bedienten, wurde ihnen ebenso wenig negativ ausgelegt wie sp\u00e4ter die sowjetische Beteiligung am Polenfeldzug. <\/p>\n\n\n\n<p>Am 1.9.39 begann Hitler der waffentechnischen Auseinandersetzung mit Polen den 2. Weltkrieg offiziell und musste schon am 1.10.39 feststellen, dass er den Krieg nicht mehr beenden konnte. Sein Vorschlag, Polen im vollen Umfang zu restituieren und durch eine deutsch-britisch-franz\u00f6sische Garantie gegen\u00fcber den Sowjets zu garantieren, stie\u00df auf die Forderung des &#8222;unconditional surrender&#8220;, und an der Formel \u00e4nderte sich in den fast 50 Friedensvorst\u00f6\u00dfen, die von deutscher Seite bis zum Kriegsende unternommen wurden, nichts. Die einzige M\u00f6glichkeit, den Krieg zu beenden, w\u00e4re die bedingungslose Kapitulation gewesen. Die Vorstufe war aber noch vom 11.11.18 in schlechter Erinnerung.<\/p>\n\n\n\n<p>So nahm denn der Krieg seinen Lauf, der von Churchill mit dem Kriegsziel &#8222;to kill as many Germans as possible&#8220; gef\u00fchrt wurde. Angriffe der RAF, die zur Zerst\u00f6rung von Industriebetrieben f\u00fchrten, m\u00fcssen wohl eher als Fehltreffer eingesch\u00e4tzt werden. Einzige britische Zielgruppe im Luftkrieg war die Zivilbev\u00f6lkerung. Noch Anfang 1945, als ein Drittel des Reichsgebietes an andere Staaten verteilt wurden, bemerkte Churchill auf die Frage Stalins &#8222;wohin mit den Deutschen?&#8220; nur lapidar &#8222;bis der Krieg zu Ende ist, werden wir schon noch gen\u00fcgend umgebracht haben.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>In der Bilanz kam im knappen Jahr vom Beginn der Invasion 1944 bis zum Kriegsende mehr Menschen um als in den fast 5 Jahren zuvor, und in den 2,5-3 Jahren nach Kriegsende kamen mehr Deutsche ums Leben als im gesamten Krieg zusammen: ungef\u00e4hr 10 Millionen, nur in dieser Nachkriegsphase. Ursachen waren die Vertreibung im Osten &#8211; trotz der massenhaften Migration Deutschst\u00e4mmiger nach Westdeutland kam ein gro\u00dfer Teil nicht an &#8211; sowie die Lager-, Entnazifizierungs- und Hungerpolitik der Westaliierten. Diese Zahl und ein gro\u00dfer Teil der weiteren Details stammt vom ehemaligen Bundesministerium der Vertriebenen, sind also keine Verschw\u00f6rungstheorie. <\/p>\n\n\n\n<p>Die deutschen Konzentrationslager wurden im Osten wie im Westen oft einfach weiter betrieben. So mancher Jude, der in Ostlagern als Jude im Lager sa\u00df, befand sich kurz nach der &#8222;Befreiung&#8220; wieder dort, diesmal als Deutscher. Diejenigen, die auch das \u00fcberlebten, gaben meist zu Protokoll, dass die \u00dcberlebenschancen im deutschen Lager gr\u00f6\u00dfer waren als in den Nachkriegslagern, weil die Deutschen immerhin noch f\u00fcr Mindestrationen gesorgt h\u00e4tten.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch im Westen wurden die Lager erst einmal weiter betrieben, weil man nicht wusste, wohin mit den Leuten. Erst in dieser Zeit entstanden auch einige der Erziehungsfilme, beispielsweise eine Szene, in der Bulldozer Leichen in eine Grube schieben. Das fand im August 1945 in einem von den Briten verwalteten Lager statt, und Ursache war eine Typhusepidemie, die die Briten, absichtlich oder nicht, nicht unter Kontrolle brachten, oder jedenfalls noch schlechter als die SS, deren Vertreter, sofern man ihnen habhaft wurde, nicht selten angaben, die von den aliierten Truppen vorgefundenen katastrophalen Lagerzust\u00e4nde seien gro\u00dfenteils ein Ergebnis des v\u00f6lligen Zusammenbruchs der Infrastruktur in den letzten Kriegsmonaten gewesen. Auch seien zumindest manche der Todesm\u00e4rsche aus den \u00f6stlichen Lagern nicht erzwungen gewesen, weil es viele Lagerinsassen, die noch laufen konnten, es vorzogen, sich zusammen mit den sich absetzenden SS-Wachen in den Westen durchzuschlagen statt von den Russen &#8222;befreit&#8220; zu werden (z.B. was Auschwitz nicht nur Vernichtungslager, sondern auch industrielles Arbeitslager mit bis zu 100.000 Lagerh\u00e4ftlingen). <\/p>\n\n\n\n<p>Das Lagerwesen verschlimmerte sich sogar teilweise, nur eben nun mit deutschen Insassen, ironischerweise zu einem gro\u00dfen Teil im Westen. &#8222;Unconditional surrender&#8220; bedeutete das Aus f\u00fcr den Kriegsgefangegenstatus der deutschen Soldaten. Solange noch aliierte Kriegsgefangene in deutschen Lagern sa\u00dfen, wahrten Amerikaner und Briten noch die Form, danach lie\u00dfen sie die Maske im Sinn der churchillschen \u00c4u\u00dferungen fallen. Die Briten boten Stalin 2.000.000 &#8222;Arbeitssklaven zum Verbrauch&#8220; zu einem Vorzugspreis an und sandten eine &#8222;Probelieferung&#8220; von 20.000 deutschen Soldaten ab. Stalin winkte ab. Dazu wollte anscheinend noch nicht mal er sich herablassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Amerikaner steckten die Kriegsgefangenen in Lager ohne jeglichen Schutz durch H\u00fctten und ohne Verpflegung. Wiese mit Zaun drum, das war es. Registriert wurde niemand, das Rote Kreuz erhielt keinen Zugang, auf die Bev\u00f6lkerung, die Nahrung \u00fcber die Z\u00e4une warfen, wurde teilweise geschossen. Bei Verlegung von Gefangenen verschwanden teilweise ganze G\u00fcterz\u00fcge mit Menschen spurlos. Kanadische Historiker berechnen die Verluste durch die vors\u00e4tzliche unmenschliche Behandlung auf 1-2 Millionen Soldaten (zugegeben werden ca. 5.000; das waren die F\u00e4lle, die zuf\u00e4llig doch dokumentiert wurden, weil beispielsweise Nachfragen der Zivilverwaltung umliegender D\u00f6rfer beantwortet wurden). Zum Vergleich: die Sowjets k\u00f6nnen \u00fcber jeden einzelnen der Gefangenen ein komplettes Dossier vorlegen: Gefangennahmen, Aufenthalt, medizinische Status, Abgang als Todesfall oder Entlassung. Bei den Franzosen, anfangs auch recht rabiat, lehnte sich bald die Zivilbev\u00f6lkerung sowie einzelne Milit\u00e4reinheiten auf, so dass die schlimmsten Qu\u00e4lereien unterblieben.<\/p>\n\n\n\n<p>Schon der Krieg wurde von den Aliierten sehr rabiat gef\u00fchrt: den US-Soldaten war Pl\u00fcndern und Marodieren w\u00e4hrend des Feldzugs ausdr\u00fccklich erlaubt, was Anfangs zu einigen Problemen f\u00fchrte, da die US-Boys &#8211; geografisch wie immer hervorragend gebildet &#8211; schon in Frankreich in der Meinung, bereits in Deutschland zu sein, anfingen, sich daneben zu benehmen. Eisenhower war gezwungen, \u00fcber 20 Exekutionen von US-Soldaten wegen Brigantentums \u00f6ffentlich durchf\u00fchren zu lassen, um Aufst\u00e4nde der franz\u00f6sischen Zivilbev\u00f6lkerung zu vermieden. Daf\u00fcr wurde in Deutschlan hemmungslos gepl\u00fcnert: So manches Liberty-Schiff fuhr genauso voll zur\u00fcck, wie es nach Europa gekommen war, nur nun mit Beutegut der Soldaten. Oder offiziellem Beutegut: Mit den ersten Kampftruppen r\u00fcckten auch die offiziellen Pl\u00fcnderkommandos ein, die sich meist noch akribischer als zuvor die Kommandos von SS, G\u00f6hring, Rosenberg und deutschen Gro\u00dfbanken alles unter den Nagel rissen, war irgendwie von Wert war. Z\u00fcge mit den Staatssch\u00e4tzen einiger osteurop\u00e4ischer L\u00e4nder wurden vor der schweizerischen Grenze abgefangen; das Gold liegt heute noch in den Kellern der US-Notenbank. Die Russen fanden in den Gebieten, in denen die Amerikaner schon gewesen waren, in der Regel nichts mehr vor.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit Kriegsende brach eine Hungersnot aus. Die Amerikaner hatten riesige Vorr\u00e4te in franz\u00f6sischen H\u00e4fen angelandet, die f\u00fcr eine Versorgung der Westgebiete ausgereicht h\u00e4tte, packten jedoch alles wieder auf die Schiffe und brachten es zur\u00fcck in die USA. Die Hungerwelle in Deutschland dauerte auch im Verbund mit Repressalien bis 1948 mit dem bereits geschilderten Gesamtergebnis an Toten. Auch das war gr\u00fcndlicher als nach dem ersten Weltkrieg, als die Hungerblockade bis zur Unterzeichnung der Versailler Vertr\u00e4ge aufrecht erhalten wurde und im Verbund mit der spanischen Grippe &#8222;nur&#8220; 1-2 Mio Tote in Deutschland gekostet hatte. Erst langsam begriffen die Aliierten, dass sie sich mit Stalin eine Laus in den Pelz gesetzt hatten, die ein Restdeutschland als Puffer sinnvoll machte, so dass Ende 47\/Angang 49 ein Umdenken einsetzte.<\/p>\n\n\n\n<p>Man kann sich fragen, wie das Kriegsende verlaufen w\u00e4ren, wenn das Attentat vom 20. Juli 44 erfolgreich gewesen w\u00e4re. W\u00e4re das f\u00fcr alle mit weniger Opfern verbunden gewesen? Sorry, liebe Attent\u00e4ter, aber m\u00f6glicherweise w\u00e4re es zumindest f\u00fcr die Deutschen noch schlimmer gekommen. Bereits 1943 beauftragte Churchill seine Forschungsabteilung mit der Entwicklung eines industriell einsetzbaren Sterilisationsger\u00e4tes, nachdem der Plan, die Deutschen kurzerhand mit Milzbrand umzubringen, als zu riskant f\u00fcr die Sieger selbst erkannt worden war. Der Plan: alle deutschen M\u00e4nner sollten zwangssterilisiert werden, so dass das deutsche Volk nach ein paar Jahrzehnten komplett ausgestorben w\u00e4re. Dazu brauchte man einen industriell arbeitenden Sterilisator (vergleichbar mit der franz\u00f6sischen Guillotine), und den versuchte man zu bauen. Churchill w\u00e4hlte diesen Weg, weil ein direktes Umbringen in seiner Demokratie nicht durchsetzbar gewesen w\u00e4re. Und er was damit nicht alleine: der Morgenthau-Plan ist allgemein bekannt und w\u00e4re unter Roosevelt wohl ebenfalls zur Anwendung gekommen. Erst in der Truman-Administration fanden sich gen\u00fcgend Gegenstimmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie auch die Attent\u00e4ter vor und w\u00e4hrend der Durchf\u00fchrung des Attentats feststellen mussten: es wollte niemand mit ihnen verhandeln. Indirekte Kontakte \u00fcber Schweden oder direkte Kontakte \u00fcber den OSS-Vertreter Dulles in der Schweiz liefen ins Leere. Entweder weiter Krieg oder bedingungslose Kapitulation. Da sich Churchill \u00fcber die von Stalin ausgehende Gefahr aber erst Anfang 1945 voll bewusst wurde und es noch einige Zeit dauerte, bis auch die Amerikaner davon \u00fcberzeugt waren, w\u00e4re mit hoher Wahrscheinlichkeit die Sterilisationsmaschine und der Morgenthau-Plan zum Einsatz gekommen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size\">Quellen: B\u00fccher von James Bacque, David Irving, Heinz Nawratil<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 15.3.1939 begann der 2. Weltkrieg. Das Datum wird gerne auf den 1. 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