{"id":2617,"date":"2019-01-30T06:00:29","date_gmt":"2019-01-30T05:00:29","guid":{"rendered":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=2617"},"modified":"2019-01-25T07:01:19","modified_gmt":"2019-01-25T06:01:19","slug":"das-schlachtfest-1-automobilindustrie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2019\/01\/30\/das-schlachtfest-1-automobilindustrie\/","title":{"rendered":"Das Schlachtfest 1: Automobilindustrie"},"content":{"rendered":"\n<p>Der deutschen Automobilindustrie geht es schlecht. So ganz langsam scheint es selbst den Bossen zu d\u00e4mmern, dass es sie in absehbarer Zeit nicht mehr geben wird.<!--more--> <\/p>\n\n\n\n<p>Die Umtauschpr\u00e4mien erreichen inzwischen 20-25% des Neuwagenpreises (bis zu 9.000 \u20ac) und werden, zumindest von VW, nicht mehr regional in den Fahrverbotsgebieten, sondern bundesweit angeboten. Trotzdem w\u00e4chst beispielsweise in Emden die M\u00fcllhalde unverk\u00e4uflicher Neufahrzeuge unaufhaltsam weiter, und die Stadt Emden hat inzwischen verschiedene Projekte storniert, weil die Gewerbesteuerabgaben von VW bereits jetzt derart massiv eingebrochen sind, dass in der Stadtkasse Ebbe herrscht. Kaufinteresse ist trotzdem nicht zu erwarten, da via Feinstaub den Benzinern im n\u00e4chsten Jahr das gleiche droht wie den Dieseln und Ingenieure sich in Interviews dahingehend ge\u00e4u\u00dfert haben, dass auch ein Umtausch der Fahrzeuge nichts an der Situation in den St\u00e4dten \u00e4ndern w\u00fcrde und folglich eine Ausweitung der Fahrverbote zwangsweise folgen w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p>VW will ab 2030 keine Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren mehr produzieren. Grund sind die Emissionswerte f\u00fcr CO2, die ab 2030 einen Durchschnittsverbrauch von ca. 3 l\/100 km vorschreiben. Technisch ist das nicht m\u00f6glich, abgesehen von Labormodellen, die sich f\u00fcr den Stra\u00dfeneinsatz nicht eignen. Die deutschen Autohersteller stellen also vom \u00d6l- auf den Kohleantrieb um (der Strom kommt zwangsweise aus Kohlekraftwerken) und produzieren dann wohl nur noch f\u00fcr den deutschen Markt, denn bereits in den europ\u00e4ischen Fl\u00e4chenstaaten werden E-Autos nicht laufen, vom Weltmarkt ganz zu schweigen. Nach Sch\u00e4tzungen von VW brechen ohnehin ca. 20% der heutigen Kunden weg aus dem ganz einfachen Grund, dass sie sich ein E-Fahrzeug (im Gegensatz zum Verbrenner heute) preislich nicht werden leisten k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das AUS kommt aber vermutlich deutlich schneller als 2030. Bereits ab 2021 sind die Fahrzeughersteller gezwungen, einen erheblichen Anteil ihrer Flotte als E-Fahrzeug zu verkaufen. Auch das wird nicht gehen: von 100 Fahrzeugen m\u00fcssten ca. 30 E-Fahrzeuge sein, das Marktinteresse wird aber eher bei 90 oder mehr Verbrennern liegen, weil abgesehen vom Preis die Automobilindustrie derzeit davon ausgeht, dass die notwendige Ladeinfrastruktur NICHT geschaffen wird\/werden kann. Die Zwangsfolge wird ein Trabant-Effekt sein: auf die ber\u00fchmte Rennpappe aus Zwickau musst man auch 12 Jahre warten, bis de bestellte Wagen ausgeliefert wurde. Da in den \u00d6PNV ebenfalls nicht investiert wird (der muss heute schon mehr Leute transportieren als in den Pl\u00e4nen vorgesehen, weshalb auch fast nichts mehr funktioniert), bleibt dann wohl nur der R\u00fcckkauf alter nach Wei\u00dfrussland verkaufter Schlitten, wenn man noch zur Arbeit kommen will.<\/p>\n\n\n\n<p>Inzwischen hat eine gro\u00dfe Gruppe von Fach\u00e4rzten die NOx und Feinstaubgrenzwerte \u00f6ffentlich als medizinisch unhaltbaren Bl\u00f6dsinn bezeichnet. Die Grenzwerte seien in Br\u00fcssel von fachfremden Idioten willk\u00fcrlich festgesetzt und in Deutschland anschlie\u00dfend von gr\u00fcnen Psychopathen so umgesetzt worden, dass in Deutschland als einzigem EU-Land (f\u00fcr alle gelten ja die gleichen Vorschriften) nichts mehr gehe (ich habe mit die Freiheit genommen, die Formulierungen etwas verst\u00e4ndlicher zu gestalten). Der ADAC, der nun schon einige Jahre mehr oder weniger gegen seine Mitglieder gearbeitet hat, hat sich dem angeschlossen.<\/p>\n\n\n\n<p>Man sollte meinen, dass das die notwendige Hintert\u00fcr f\u00fcr die Politik sei, die Kuh vom Eis zu schieben. Leider weit gefehlt: mehr als die H\u00e4lfte der Qualit\u00e4tsl\u00fcgenpresse faselt weiter von eine nachgewiesenen Gesundheitsgef\u00e4hrdung und dass man dem Populismus einer selbst ernannten Fachleutegruppe nicht folgen solle, und die Justizministerin von Niedersachsen hat verk\u00fcndet, dass die Justiz nur nach rechtlichen Gesichtspunkten urteilen darf, mit anderen Worten: gegen Fakten zu entscheiden hat, wenn das Gesetz alternative Fakten (auch Fake Facts genannt) schafft. Anscheinend gilt der Vorrang ideologischer Fake Facts selbst dann, wenn sogar die M\u00f6glichkeit best\u00fcnde, anders zu entscheiden. Was sie hier eigentlich tut; aber wie hei\u00dft es doch so treffend? &#8222;Sie war Juristin und auch sonst von m\u00e4\u00dfigem Verstand&#8220;. <\/p>\n\n\n\n<p>Nebenbei bemerkt: das ist genau die Geisteshaltung, mit der Juristen im NS-Staat Leute ins KZ, an den Galgen oder vor Gewehrl\u00e4ufe gebracht haben. Nach heutiger rechtsstaatlicher Auffassung hat sich auch ein Herr Freisler vom Volksgerichtshof v\u00f6llig korrekt verhalten. Nur die Br\u00fcllerei ist heute nicht mehr \u00fcblich, eher das Kuschen vor Moslems im Gerichtssaal.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie dem auch sei, im Moment deutet nichts darauf hin, dass das AUS f\u00fcr die deutsche Automobilindustrie noch aufgehalten wird. <br><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der deutschen Automobilindustrie geht es schlecht. So ganz langsam scheint es selbst den Bossen zu d\u00e4mmern, dass es sie in absehbarer Zeit nicht mehr geben wird. Download Artikel als PDF<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[20,6,13,21,17],"tags":[],"class_list":["post-2617","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-journalismus","category-politik","category-recht","category-verkehr","category-wirtschaft"],"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2617","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2617"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2617\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2618,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2617\/revisions\/2618"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2617"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2617"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2617"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}