{"id":2436,"date":"2018-12-22T06:00:47","date_gmt":"2018-12-22T05:00:47","guid":{"rendered":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=2436"},"modified":"2018-12-18T08:26:53","modified_gmt":"2018-12-18T07:26:53","slug":"wald-und-klima","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2018\/12\/22\/wald-und-klima\/","title":{"rendered":"Wald und Klima"},"content":{"rendered":"<p>Mein Gott! Was hat der Wald in der letzten Zeit gelitten! St\u00fcrme nie bekannter St\u00e4rke, Borkenk\u00e4fer, eine Trockenheit nie bekanntem &#8230; \u00e4h, Biermangels? Dazu Ernteausf\u00e4lle <!--more-->bis hin zu leeren Lidl- und Aldi-M\u00e4rkten. Und an allem ist diesmal &#8211; nee, nicht Putin, diesmal der Klimawandel Schuld!<\/p>\n<p>Wenn man hinten anf\u00e4ngt: selten ist die Obst- und Wein-Ernte so gut und reichlich, Rinder und Schweine wurden auch nicht notgeschlachtet, und ein gro\u00dfer der Teil Getreideernte war lange nicht so katastrophal wie behauptet. Wenn Viehbauern Futter aus \u00dcbersee zukaufen mussten, ist das (1) ein normales Gesch\u00e4ft, (2) darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass der Mais hier in die Biogasanlagen wandert, (3) schon mal eine Vorschau auf die Zust\u00e4nde in Nordafrika, wo den Leuten die Demokratie herzlich schei\u00dfegal ist, so lange es nichts zu essen gibt, weil das Getreide f\u00fcr deutschen Biosprit aufgekauft wird.<\/p>\n<p>DIe Landwirtschaft musste schon immer mit unterschiedlichen Jahren klarkommen &#8211; oder besser: seit Beginn der Aufzeichnungen, die man immer auf einen passenden Termin legen kann, noch nie. Wenn es einigen Bauern schlecht geht, dann wohl weniger wegen des verkorksten Erntejahres als vielmehr durch eine EU-Agragpolitik, die den Bauern weniger finanziellen Spielraum l\u00e4sst als die Raubritter des 12. Jahrhunderts.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zum Wald. Reisen bildet. Zum Beispiel im bayerischen Wald (eigentlich bairischer Wald, wenn man Bayern\/Baiern glauben darf) findet man an jeder Ecke Info-Tafeln, die einem freudig erregt mitteilen, St\u00fcrme und Borkenk\u00e4fer h\u00e4tten schon immer ganze W\u00e4lder nieder geworfen, selbst damals, als mit den ersten Menschen auch eine Horder Lemuren ins Land kamen, aus denen sich sp\u00e4ter Journalisten und Gr\u00fcne entwickelten. B\u00e4ume haben mit ihrer mittleren Lebenserwartung von &gt;200 Jahren bei Buchen bis ~600 Jahre bei Fichten\/Tannen am Schluss in ihrem Leben mehr als einen heftigen Sturm oder K\u00e4ferbefall erlebt (falls sie nicht beim ersten umkippen). Nur werden sie heute nicht so alt, sondern kaum mehr als 80 (Fichten) bis 120 (Buchen), und kippen auch nicht durch St\u00fcrme oder K\u00e4fer um, sondern durch Kettens\u00e4genbefall. Und wenn heute ein Kyrill oder eine Friederike einen ganzen Hang umm\u00e4ht, dann vorzugsweise, weil es sich um Stresswald handelt: alle B\u00e4ume gleiche Art und gleichen Alters, dadurch zu \u00fcberm\u00e4\u00dfig heftigem L\u00e4ngenwachstum gezwungen und entsprechend d\u00fcrftig verwurzelt. Und solche Farmen sind nat\u00fcrlich auch ein Angebot an Sch\u00e4dlinge, sich wild zu vermehren. Klar dass die Waldbesitzer jammern, aber angerichtet haben sie es selbst. Fichten erlauben halt 3 Ernten, wo Buchen nur 2 erlauben, und sind zudem s\u00e4gewerkfreundlicher gewachsen.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlicher Wald sieht anders aus. Fichten sind wachstumsm\u00e4\u00dfige Senkrechtstarter, sind aber auf Licht angewiesen. Sie wachsen erst, wenn ein Riese umf\u00e4llt. Tannen k\u00f6nnen mit wenig Licht auskommen. Eine 3m-Tanne im Buchenwald bringt es schon mal auf 150 Jahre. Wenn die Buche umkippt, w\u00e4chst auch sie schnell in die H\u00f6he, aber langsamer als Fichten. Buchen sind genauso dunkelresistent wie Tannen und bilden sp\u00e4ter m\u00e4chtige Kronen, die alles durch Lichtmangel ersticken. Sie werden aber nur 200-300 Jahre alt. Die Nadelb\u00e4ume werden doppel so alt, d.h. es reicht, wenn ein paar gro\u00dfe Exemplare vorhanden sind und warten, bis die dummen Buchen umfallen. Dazwischen w\u00e4chst dann noch fall- und gebietsweise Ahorn, Esche, Eiche und ein paar andere Baumarten, die den Wald komplettieren.<\/p>\n<p>Also halten wir mal als Zwischenergebnis fest: St\u00fcrme und Borkenk\u00e4fer hat es schon immer gegeben, und wenn heute herum gejammert wird, dann haupts\u00e4chlich mal wieder, weil Zeitr\u00e4ume, in denen W\u00e4lder rechnen, Jahrzehnte umfassen &#8211; zu viel f\u00fcr tagesaktuelle Katastropenmeldungen. Mit einem pl\u00f6tzlichen menschengemachten Klimawandel hat das alles nichts zu tun.<\/p>\n<p>Ein weiteres Kapitel intensiven Jammerns besch\u00e4ftigt sich mit dem in dieser Trockenheit nie dagewesenen Sommer &#8211; was auch wieder nicht stimmt, <a href=\"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2018\/10\/25\/klima-oder-wetter\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">wie schon gezeigt wurde<\/a>. Auch hier hat ein Baum im Laufe seines normalen Lebens mehr als eine Trockenheit dieser Art \u00fcberlebt. Mehrj\u00e4hrige Gew\u00e4chse ziehen in solchen Zeiten einfach vorzeitig die Bl\u00e4tter ein oder legen auch schon mal ein paar Zweige still (das gilt selbst f\u00fcr Nadelb\u00e4ume). Stress haben nur die Jahresgew\u00e4chse. Extrembeispiel ist der Befall mit Gespinstmotten oder Prozessionsspinnern:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/DSC0706.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2440\" src=\"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/DSC0706.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"1202\" srcset=\"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/DSC0706.jpg 800w, https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/DSC0706-200x300.jpg 200w, https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/DSC0706-768x1154.jpg 768w, https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/DSC0706-682x1024.jpg 682w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/DSC0709.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2441\" src=\"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/DSC0709.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"1202\" srcset=\"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/DSC0709.jpg 800w, https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/DSC0709-200x300.jpg 200w, https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/DSC0709-768x1154.jpg 768w, https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/12\/DSC0709-682x1024.jpg 682w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Befallene Pflanzen sind mitunter schon im Juni komplett kahl. Und was machen sie dann? Nichts! Wenn man mehr als 100 Jahre an einem Ort verbringt, kann man auch schon mal ein Jahr Pause machen, und die B\u00e4ume treiben nach 10 Monaten im n\u00e4chsten Fr\u00fchjahr wieder aus als ob nichts gewesen w\u00e4re.<\/p>\n<p>Wenn man den Lebenszyklus von B\u00e4umen im Hinterkopf hat und sich das akutelle Gejammer in den Qualit\u00e4tsmedien durchliest, kommt man unschwer darauf, dass es noch viel zu fr\u00fch ist, von einem Baumsterben zu sprechen. Ob es einen Baum tats\u00e4chlich erwischt hat, wei\u00df man erst im n\u00e4chsten Jahr, wenn nichts mehr passiert. Die meisten werden weitermachen, wo sie dieses Jahr aufgeh\u00f6rt haben, vielleicht aber mit einem neuen Trieb an einer s\u00e4gewerksunfreundlichen Stelle.<\/p>\n<p>Wenn B\u00e4ume bei der Trockenheit absterben, dann, weil sie im Stresswald stehen und vorgesch\u00e4digt sind oder zu jung und keinen Schutz durch die alten haben. Klar, wer einen Hang kahl schl\u00e4gt und mit tausenden Setzlingen bepflanzt, hat in diesem Jahr Pech gehabt. Aber das passiert halt statistisch gesehen ein Mal in 50 Jahren und hat mit einem menschengemachten Klimawandel \u00fcberhaupt nichts zu tun.<\/p>\n<p>Es ist nicht zu erwarten, dass die Klimatisten von ihren hirnrissigen Panikideen herunter kommen. Und falls doch, dann ist es sicher Putin gewesen. Ich freue mich schon darauf, nachzuweisen, dass der f\u00fcr die St\u00fcrme, die K\u00e4fer und den trockenen Sommer auch nichts kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mein Gott! Was hat der Wald in der letzten Zeit gelitten! St\u00fcrme nie bekannter St\u00e4rke, Borkenk\u00e4fer, eine Trockenheit nie bekanntem &#8230; \u00e4h, Biermangels? 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