{"id":2291,"date":"2018-11-23T09:26:09","date_gmt":"2018-11-23T08:26:09","guid":{"rendered":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=2291"},"modified":"2018-11-23T09:26:09","modified_gmt":"2018-11-23T08:26:09","slug":"wo-ist-das-lebensmodell","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2018\/11\/23\/wo-ist-das-lebensmodell\/","title":{"rendered":"Wo ist das Lebensmodell ?"},"content":{"rendered":"<p>Wir erleben derzeit einen totalen Krieg, auch wenn viele das wohl noch nicht so richtig mitbekommen haben. Es ist ein totaler Krieg gegen das Automobil &#8211; und damit <!--more-->gegen die Grundlagen unserer Wirtschaft, denn Automobile sind das, was hier noch in nennenswerter Menge produziert wird.<\/p>\n<p>Einen Kriegsschauplatz hat jeder inzwischen mitbekommen, wenn viele auch nur durch die Medien: Dieselfahrzeuge. Innenst\u00e4dte werden reihenweise f\u00fcr \u00e4ltere Diesel gesperrt, im Ruhrgebiet und in Berlin sind ab dem n\u00e4chsten Jahr voraussichtlich auch einige Autobahnen dran. Betroffen sind nicht nur PKW, auch Transporter und LKW. Die Essener Tafel, aufgefallen durch eine Notbremse bei der Bedienung von Ausl\u00e4ndern, hat angek\u00fcndigt, ganz zu schlie\u00dfen, wenn das Fahrverbot kommt. Nachlegen werden vermutlich Handwerker und sonstige Dienste, die sich in den St\u00e4dten nicht mehr bewegen k\u00f6nnen, aber auch keine Alternative zum Dieselfahrzeug haben. Und schon angek\u00fcndigt: in zwei Jahren sind mit einiger Wahrscheinlichkeit auch die neuesten Euro 6d-Diesel betroffen sowie die Benziner wegen der n\u00e4chsten Sau, die durch&#8217;s Dorf getrieben wird, dem Feinstaub. Ob Leute noch zur Arbeit kommen? Wen interessiert&#8217;s? Die Hipster-Arschl\u00f6cher aus den Redaktion der Qualit\u00e4tsmedien und die Politiker mit Dienstwagen jedenfalls nicht.<\/p>\n<p>Ein zweiter Kriegsschauplatz ist der Benzinpreis: in Frankreich bereits bei 2 \u20ac\/l soll er hier in K\u00fcrze auch in diese H\u00f6he oder h\u00f6her katapultiert werden. Sich mit dem Fahrzeug zur Arbeitsstelle zu bewegen, falls das noch geht, wird so teuer, dass man ansonsten nicht mehr herumfahren kann. Und wer es dich tut: in den St\u00e4dten ist man als Landbewohner ohnehin nicht mehr willkommen. In Stuttgart gibt es inzwischen auf den Stra\u00dfen nur noch Parkpl\u00e4tze f\u00fcr Anwohner &#8211; selbst ein Besuch eines Bekannten oder Verwandten ist nur m\u00f6glich, wenn man ins Parkhaus f\u00e4hrt, und das kann ziemlich weit weg sein. Wenn man sich den Spa\u00df dennoch g\u00f6nnt: in Holland zahlt man f\u00fcr den Parkplatz in einer Einkaufsstadt f\u00fcr 4-5 h inzwischen auch schon mal locker 10 \u20ac Parkgeb\u00fchren &#8211; es lebe amazon! Hinzu kommt in absehbarer Zeit vermutlich auch noch eine Maut f\u00fcr PKWs, nat\u00fcrlich ohne dass das irgendwo kompensiert wird. Und wohl nicht nur auf Autobahnen, denn die Infrastruktur f\u00fcr die Erfassung auf Landstra\u00dfen steht ja auch bereits.<\/p>\n<p>Trotz des vielen Geldes verf\u00e4llt die Infrastruktur zusehends. Wenn nicht gerade irgendein Abgeordneter in der N\u00e4he wohnt, l\u00e4sst man die Stra\u00dfen so weit verfallen, dass nur noch die Milit\u00e4ry-Version eines SUV durchkommt. Wird dann doch eine Baustelle er\u00f6ffnet, dann auf Dauer: die Sanierung einer Auffahrt oder einer Stra\u00dfe dauert dann schon mal 1,5 Jahre, einer Autobahn auch 5-6 Jahre, wenn wie gesagt nicht gerade ein Politiker da lang muss.<\/p>\n<p>In Frankreich ist ab 2024 der Verkauf von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren bereits verboten. Dann soll es nur noch E-Fahrzeuge geben, wobei weder die Fertigungskapazit\u00e4t noch die Versorgung mit Strom bis dahin steht. \u00c4hnliche Hirngespinste verfolgen hier die Gr\u00fcnen. Frankreich versorgt sich aus Atomstrom; wie die Versorgung hier geschehen soll, steht in den Sternen &#8211; oder Braunkohlekraftwerken. Und sie wird nicht funktionieren, weil Schnellladestationen sehr aufw\u00e4ndig sind und mit 60 kW oder mehr auch ordentlich Saft aus dem Netz ziehen, das das erst mal bew\u00e4ltigen muss. Und auch die Versorgung aus dem Normalnetz wird ein Problem. Auf dem Land kann man zur Not \u00fcber Nacht das Fahrzeug an die normale Steckdose anschlie\u00dfen, in einer Siedlung mit Mehrparteienh\u00e4usern wird aber das schon zum Problem.<\/p>\n<p>Was ist das Lebensmodell, das die Gesellschaft bereits in wenigen Jahren befolgen soll, und das nur wegen des Popanz &#8222;Klima&#8220;? Zur Arbeit gehen oder meist fahren, wenn man das noch kann, und ansonsten zu Hause bleiben. In der Freizeit rausgehen? Vielleicht in der Stadt, wo es noch \u00d6PNV gibt (der bekanntlich auch nicht funktioniert). Ansonsten halt so weit, wie das Fahrrad tr\u00e4gt. Selbst f\u00fcr Leute mit E-Auto bleibt nicht viel: bei den Reichweiten ist mit einem Umkreis von 100 km Schluss, denn das Risiko, keinen Anschluss zum Nachladen zu finden ist nach dem derzeitigen Tempo des Ausbaus zumindest mir zu hoch. Wer weiter weg will, sollte f\u00fcr Hamburg-M\u00fcnchen schon mal 2 Tage einkalkulieren (im 19. Jahrhundert ging es mit der Bahn vermutlich bereits schneller). Oder mit der Bahn fahren, was auch nicht so einfach ist, wenn man nicht direkt in einer Gro\u00dfstadt wohnt.<\/p>\n<p>Mobilit\u00e4t soll und wird also mehr oder weniger wegfallen, denn Alternativen werden nicht geboten, ja noch nicht mal Alternativideen entwickelt. Damit f\u00e4llt aber auch eine Menge mehr weg: die Autoindustrie wird schrumpfen, und damit auch die Arbeitspl\u00e4tze in den Zulieferbereichen. Gesch\u00e4fte in den St\u00e4dten werden verschwinden, wenn das Umland nicht mehr in die Stadt kommt (Bremen hat das mit den Plaketten bereits erlebt und vor einigen Jahren zur\u00fcckrudern m\u00fcssen, als voreilig nur noch die gr\u00fcnen Plaketten zul\u00e4ssig werden sollten). Restaurants auf dem Land werden verschwinden, weil die Leute, die bislang &#8222;mal eben&#8220; hinfahren, das nicht mehr tun werden oder k\u00f6nnen. Tourismusregionen k\u00f6nnen dicht machen, wenn etwa wie in Ostfriesland sich die Leute aus dem Ruhrgebiet kein sch\u00f6nen Wochenende mehr leisten k\u00f6nnen oder wollen.<\/p>\n<p>Ist das das Lebensmodell, dass wir uns von den gr\u00fcnen Hipstern mit ihren Elbphilharmonien aufzwingen lassen wollen? Anscheinend ja, denn wehren tut sich keiner.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir erleben derzeit einen totalen Krieg, auch wenn viele das wohl noch nicht so richtig mitbekommen haben. Es ist ein totaler Krieg gegen das Automobil &#8211; und damit Download Artikel als PDF<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[12,21],"tags":[],"class_list":["post-2291","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-gesellschaft","category-verkehr"],"post_mailing_queue_ids":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2291","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2291"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2291\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2292,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2291\/revisions\/2292"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2291"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2291"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2291"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}