{"id":223,"date":"2015-10-15T10:31:14","date_gmt":"2015-10-15T08:31:14","guid":{"rendered":"http:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=223"},"modified":"2018-07-23T13:13:36","modified_gmt":"2018-07-23T11:13:36","slug":"wer-ist-eigentlich-dieser-gott","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2015\/10\/15\/wer-ist-eigentlich-dieser-gott\/","title":{"rendered":"Wer ist eigentlich dieser Gott?"},"content":{"rendered":"<p>Juden, Christen und Moslems beten ja genau in dieser Reihenfolgen den einzigen und wahren Gott an. Aber wie weit ist das mit der Einzigkeit eigentlich her?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Gl\u00fccklicherweise muss man keine vergleichenden Studien betreiben, wenn man sich nach Hinweise \u00fcber die Einzigartigkeit umschaut, denn die christliche Bibel enth\u00e4lt im Alten Testament die wesentlichen j\u00fcdischen \u00dcberlieferungen zum fr\u00fchen Gott. Das Christentum beruft sich in seinen Religionsdogmen auf das Neue Testamen Jesu, dass aber nur 1\/4 des Umfangs des Alten Testaments aufweist, daf\u00fcr aber vorzugsweise Frieden und Eintracht predigt. Das Alte Testament musste man wohl schon deshalb hinzunehmen, um Mord und Totschlag legitimieren zu k\u00f6nnen, und eher schlichte Gem\u00fcte wie die US-amerikanischen Versionen der Evangelischen orientieren sich anscheinend eher an der Masse und lassen die N\u00e4chstenliebe gleich ganz ausfallen. Mohammed hat von vornherein Mord und Totschlag gepredig und ist deshalb gar nicht erst in die Verlegenheit gekommen, Widerspr\u00fcchliches zusammen zu bauen.<\/p>\n<p>Gott war geschichtlich de fakto Privatgott der Juden, und Jude war (und ist) man per Geburt durch eine j\u00fcdische Frau. Erst mit Jesus und sp\u00e4ter mit Mohammed wurde Gott zum Universalgott, allerdings auch hier nur zum Privatgott der Christen und der Moselms, nicht aber auch der anderen beiden Glaubensrichtungen, wobei bei Christen und Moslems der rassistisch-v\u00f6lkische Aspekt der Glaubensbr\u00fcder fortfiel, sich aber ziemlich schnell und nachhaltig auf die Juden \u00fcbertrug. Aber das ist eine andere Geschichte.<\/p>\n<p>Wie sieht es nun mit Gott aus, angefangen bei der Sch\u00f6pfungsgeschichte? Schon da gibt es den ersten Stolperstein. Die Geschichte ist bekannt: Adam und Eva, Mundraub durch unerlaubten Obstgenuss, Rausschmiss, Kain und Abel, kleiner Streit unter Br\u00fcdern, der dummerweise t\u00f6tlich endete, und schon sind wir wieder bei 3 von Gott geschaffenen Menschen. &#8222;Da ging Kain in ein anderes Land und nahm sich eine Frau&#8220; kann man als Fortsetzung lesen. Interessant, wenn man die Eingangsfrage beachtet, denn als Urheber f\u00fcr diese Frau kommt eigentlich nur ein Kollege von Gott in Frage, der seine eigene Sch\u00f6pfung betrieben hat, m\u00f6glicherweise sogar fr\u00fcher als Gott selbst, denn es gab bei \u00e4hnlichen Sch\u00f6pfungsgeschichten in allen G\u00f6tzenreligionen, wie sie gerne genannt werden, sehr parallele Vorkommnisse, und dieser Parallelgott konnte offenbar schon mit einem Frauen\u00fcberschuss f\u00fcr Kain aufwarten.<\/p>\n<p>Das geht auch so weiter. Bei Moses liest man dann &#8222;die Juden sind Gottes Kinder&#8220;, und Gott schenkt ihnen das gelobte Land Israel. Dumm nur, dass das wie heute durch die Pal\u00e4stinenser schon bewohnt war, offenbar aber nicht durch die Kinder Gottes, d.h. anscheinend durch Kinder eines anderen Gottes. Die musste man erst einmal totschlagen oder vertreiben, um das von Gott geschenkte Land in Besitz zu nehmen, damals wie auch heute (womit die Weisheit &#8222;Geschichte pflegt sich zu wiederholen&#8220; wohl bewiesen ist). Um das zu vereinfachen, liefern die B\u00fccher Mose auch die Erg\u00e4nzung: &#8222;Gottes Kinder sind Menschen&#8220;. Den Satz darf man nicht untersch\u00e4tzen. Zusammengefasst sind die Juden Menschen, die anderen nicht, eine Differenzierung, die das Erschlagen psychologisch wirkungsvoll vereinfacht. Dieser im Alten Testament bereits verwendete psychologische Trick wird von allen anderen bis hin zu Hitler und in die heutige Zeit hinein immer wieder gerne verwendet, wobei vermutlich jeder vergisst, die Ideologie korrekt zu zitieren. Genug &#8211; die Kinder des Juden-Gottes setzten sich durch und unterdr\u00fcckten die anderen.<\/p>\n<p>Gott was somit bereits in seinen Anf\u00e4ngen nicht der einzige Gott, sondern nur ein Gott unter vielen, die ihre eigenen Kinder hatten. Aber das hei\u00dft ja noch nicht, dass der j\u00fcdische Gott nicht der Obergott und der ganze Glaube falsch ist. Vielleicht brauchte es nur einige Zeit, um die Einzigartigkeit wirklich zu entdecken. Dummerweise stimmt aber auch das nicht, denn die Arch\u00e4ologie wartet mit weiteren Fakten auf, die ziemlich doof f\u00fcr die Glaubensrichtungen sind.<\/p>\n<p>Gott war am Anfang n\u00e4mlich gar nicht DER EINZIGE GOTT, Gott war sogar verheiratet. Jahwe hatte eine Partnerin namens Aschera, und wie das in normalen Ehen so \u00fcblich ist, war Aschera f\u00fcr Fruchtbarkeit und Nahrung, Jahwe f\u00fcr K\u00f6rperverletzung zust\u00e4ndig. Ob noch mehr G\u00f6tter den Pantheon bev\u00f6lkerten, hat man noch nicht herausgefunden, aber mit der Zweifachspitze entspricht die j\u00fcdische Religion dem \u00fcblichen Bild in Mesopotamien und \u00c4gypten. &#8222;Nun begab es sich zu der Zeit&#8220;, dass die Babylonier die Juden mit Krieg \u00fcberzogen, worauf K\u00f6nig Josua Aschera kurzerhand verbot, um nur noch den Kriegsgott auf seiner Seite zu haben und Rivalit\u00e4ten in den Priesterschaften, die die Kriegsmacht schw\u00e4chen konnten, auszuschalten. Das geschah ziemlich r\u00fcde und f\u00fchrte dazu, dass Aschera (nat\u00fcrlich) im Verborgenen noch eine Zeit lang angebetet wurde. Kultgegenst\u00e4nde wurden von der Bev\u00f6lkerung versteckt, um ihre Vernichtung zu verhindern, was hinreichend gut gelang, so dass moderne Arch\u00e4ologen alles wieder rekonstruieren konnten. Um das Verbot durchzusetzen leisteten sich die Juden sogar einen eigenen Propheten f\u00fcr das Gesch\u00e4ft: Hosea, in dessen Buch eine seht schmutzige Scheidung durchgezogen und Aschera von Gott versto\u00dfen wird. Das Buch ist recht merkw\u00fcrdig geschrieben und wird traditionell als Scheidung von Hosea von seiner eigenen Frau und Kritik an den moralischen Zust\u00e4nden der Zeit interpretiert, wartet jedoch bei dieser Interpretation mit jeder Menge Widerspr\u00fcche und Unstimmigkeiten auf, die schlagartig verschwinden, wenn man die Vorg\u00e4nge im Aschera mit ins Spiel bringt.<\/p>\n<p>Fazit: am Gottesbild der drei Religionen stimmt bereits in der Urfassung rein gar nichts. Gott war weder privat noch international der einzige Gott &#8211; allenfalls haben ihn die Juden zum Supergott hochstilisiert, so lange sie milit\u00e4rischen Erfolg hatten. Was soll man dann von Religionen halten, bei denen noch nicht einmal die Voraussetzung korrekt ist, sondern sich in den Urschriften selbst widerlegt? Ernst nehmen kann man die Religionen eigentlich nicht mehr, h\u00f6chstens als ethische Richtlinien zu einer guten Lebensf\u00fchrung, aber auch da wieder die Frage: Mord und Totschlag in allen drei Religionen als ethische Richtlinie? Rein logisch sind alle drei Religionen als Lug und Trug zu verdammen, und wer auch noch Achtung vor religi\u00f6sen Gef\u00fchlen verlangt, der muss sich fragen lassen, aus welchem Grund man eigentlich unbelehrbare Spinner auch noch achten sollte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Juden, Christen und Moslems beten ja genau in dieser Reihenfolgen den einzigen und wahren Gott an. Aber wie weit ist das mit der Einzigkeit eigentlich her? 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