{"id":2041,"date":"2018-10-07T10:11:49","date_gmt":"2018-10-07T08:11:49","guid":{"rendered":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=2041"},"modified":"2018-10-07T10:11:49","modified_gmt":"2018-10-07T08:11:49","slug":"die-rente-ist-sichererer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2018\/10\/07\/die-rente-ist-sichererer\/","title":{"rendered":"Die Rente ist sichererer"},"content":{"rendered":"<p>Rentenmodelle haben fr\u00f6hliche Urst\u00e4nd, da die Bev\u00f6lkerung im Schnitt immer \u00e4lter wird. Neulich traf ich einen Bekannten in Greetsiel, der sich umsah und meinte <!--more-->&#8222;<em>Donnerwetter! Ich h\u00e4tte nie gedacht, dass um diese Jahreszeit hier so viel los ist. Aber alles alte Leute!<\/em>&#8220; &#8211; mein Bekannter feiert in K\u00fcrze seinen 70. Geburtstag.<\/p>\n<p>Irgendwie m\u00fcssen die Renten finanziert werden. Teilweise macht man das schon, indem man seit einigen Jahren die Renten besteuert, also wieder etwas abzieht, und die Rentner in die Krankenversicherung einzahlen l\u00e4sst, was es fr\u00fcher auch nicht gab. Gleichzeitig ist das Rentenniveau, das vor wenigen Jahrzehnten bei den meisten die 80%-H\u00fcrde riss, auf 48% gesunken. Im Gegenzug werden die Leute heute \u00e4lter, nutzen statt Facebook das \u00e4rztliche Wartezimmer als soziales Netzwerk und lassen sich jahrelang pflegen &#8211; alles unsoziale Ma\u00dfnahmen der Alten, die die Sachen ma\u00dflos verteuern.<\/p>\n<p>Wie kommt man an das zuk\u00fcnftig notwendige Geld?<\/p>\n<p>(1) L\u00e4nger arbeiten. Das klappt aber heute schon nicht mehr. Jenseits der 60 sinkt die Arbeitsleistung ab, was au\u00dfer bei Politikern auch den Arbeitgebern auff\u00e4llt. Bei Politikern merkt man das nicht, weil die auch in jungen Jahren nichts leisten, aber sonst gilt eben, dass bei gleichen Voraussetzungen ein 50-j\u00e4hriger keine Chance gegen einen 20-j\u00e4hrigen im 100 m-Lauf hat. Oder, wie der Schauspieler Antoni Quinn einmal bemerkte: man kann mit 60 noch so fit sein wie mit 50 &#8211; aber nur f\u00fcr 20 Minuten am Tag. Das Modell wird bei sp\u00e4terem Renteneintritt vorzugsweise daf\u00fcr sorgen, dass mehr Leute in ihren letzten Lebenstagen arbeitslos sind.<\/p>\n<p>(2) Weniger Rente, z.B. nur 40%. K\u00f6nnte klappen, wenn man parallel das Einwegpfand von 0,25 \u20ac auf 1,50 \u20ac erh\u00f6ht und gesetzlich die R\u00fcckgabe von Einwegpfandflaschen auf Personen \u00fcber 65 beschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p>(3) Einwanderung. Bereits heute verlassen allerdings viele der besser Qualifizierten, die in das System einzahlen, das Land wieder, und zwar aufgrund der Abgaben. Viel Arbeit, von der man selbst wenig hat? Wer schon l\u00e4nger hier wohnt, ist dran gew\u00f6hnt, wer zuzieht, bleibt nur, wenn er selbst sozialfinanziert wird. Die Kosten k\u00f6nnten hierdurch sogar steigen.<\/p>\n<p>(4) Mehr Kinder. Eine Frau bekommt im Schnitt derzeit 1,4 Kinder, d.h. die Bev\u00f6lkerung schrumpft. Mit 1,8 Kindern k\u00f6nnte man nach verschiedenen Rechnungen ein halbwegs stabiles System auf heutigem Stand halten. Wenn man allerdings jede Familie, die versucht, ohne Hartz IV mit ihren Kindern \u00fcber die Runden zu kommen, gesellschaftlich auf vielen Gebieten abstraft und sich im Gegenzug eine Hartz IV-Kultur mit Familien mit 3 oder mehr Kindern heranzieht, die gro\u00dfenteils auch wieder im Sozialsystem landen werden, ist nichts gewonnen.<\/p>\n<p>Rechnerisch k\u00f6nnte jedes Modell funktionieren, wenn man alle Neben\u00fcberlegungen wegl\u00e4sst. Kritisch wird es bereits, wenn man Nebeneffekt ber\u00fccksichtigt, und voraussichtlich gar nicht mehr funktionieren wird es, wenn man ber\u00fccksichtigt, dass die Menschen in diesem System auch noch leben wollen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Bereits heute wird das Rentensystem aus Steuergeldern bezuschusst. Langfristig wird der Politik wohl nichts anderes \u00fcbrig bleiben als die vorhandenen Mittel haupts\u00e4chlich f\u00fcr das eigene Volk einzusetzen anstatt sie irgendwo in EU und anderen Projekten, die hier niemandem etwas n\u00fctzen, zu verplempern. 25 Mrd \u20ac f\u00fcr so genannte Fl\u00fcchtlinge statt f\u00fcr die Versorung der eigenen Leute werden zum Boomerang werden, wenn zunehmend wenige Bereitschaft besteht, sich f\u00fcr andere krumm zu arbeiten. Nach einem Umdenken sieht es allerdings weniger aus, eher nach noch mehr Verschwendung.<\/p>\n<p>Bliebe noch ein weiteres Modell: die &#8222;Ruhe-in-Frieden&#8220;-Pille f\u00fcr alle \u00fcber 70. Das Renten- und Pflegeproblem lie\u00dfe sich damit ein f\u00fcr alle Mal begraben. Das Modell lie\u00dfe sich problemlos psychologisch sanft abgefedert in die Praxis umsetzen: es gen\u00fcgt, die Pillen statistisch unter alle Medikamente zu streuen, die an Personen \u00fcber 70 Jahre ausgegeben werden. Ohnehin sind die meisten rechtzeitig von \u00c4rzten medikamentenabh\u00e4ngig gemacht worden, so dass dem System nur wenige entgehen. Nur wei\u00df eben keiner, wann, d.h. jeder hat eine Chance, auch deutlich \u00e4lter zu werden. Wie beim Lotto: keiner wei\u00df, wann es ihn trifft. Positiver Nebeneffekt: Pflegebed\u00fcrftige schlucken ohnehin mehr, was ihre Chancen steigert. Auch die Pflegeversicherungsbeitr\u00e4ge k\u00f6nnten dadurch stabilisiert werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rentenmodelle haben fr\u00f6hliche Urst\u00e4nd, da die Bev\u00f6lkerung im Schnitt immer \u00e4lter wird. 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