{"id":1824,"date":"2018-08-04T13:38:34","date_gmt":"2018-08-04T11:38:34","guid":{"rendered":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/?p=1824"},"modified":"2018-08-04T13:38:34","modified_gmt":"2018-08-04T11:38:34","slug":"bemerkungen-zum-geld","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/2018\/08\/04\/bemerkungen-zum-geld\/","title":{"rendered":"Bemerkungen zum Geld"},"content":{"rendered":"<p>Schon recht fr\u00fch in der Menschheitsgeschichte d\u00fcrfte der eine etwas besessen haben, dessen ein anderer bedurfte und umgekehrt. Neben der M\u00f6glichkeit, den anderen einfach tot zu schlagen, war der Tausch, vermutlich auch auf Kredit <!--more-->(ich gebe dir morgen was wieder), das Mittel der Wahl gewesen sein, denn langfristig haben beide mehr davon, als wenn der Hersteller eines Guts tot ist und der andere dann immer noch nicht wei\u00df, wie er es wieder produzieren soll.<\/p>\n<p>Tauschen auf Kredit verlangt eine Buchf\u00fchrung, die ziemlich kompliziert wird, wenn mehr als zwei Leute miteinander Gesch\u00e4fte machen. Zeit, das Geld zu erfinden. Dann kann jedes Paar seine Gesch\u00e4fte einzeln abwickeln ohne gro\u00df herumrechnen zu m\u00fcssen. Um als Geld zu gelten muss das entsprechende Gut haltbar, selten und nicht f\u00e4lschbar sein. Meeresmuscheln sind im Landesinneren ziemlich selten und nicht zu f\u00e4lsche, weshalb in Teilen der Welt solche W\u00e4hrungen gehandelt wurden. Metalle, speziell Gold, ist ein anderes solches Gut. Da Bewohner des Landesinneren auch mit K\u00fcstenbewohnern handelten, hat sich Gold (oder Silber, Kupfer, &#8230;) im Laufe der Zeit breiter durchgesetzt.<\/p>\n<p>Gold mit sich herumschleppen ist m\u00fchsam da schwer. Leichter ist Papier, weshalb die Mongolen dieses Zahlungsmittel zur Zeit der weltbeherrschenden Khans entwickelten und geschickte Europ\u00e4er das gerne \u00fcbernahmen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/out-2501.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1825\" src=\"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/out-2501.jpeg\" alt=\"\" width=\"1464\" height=\"880\" srcset=\"https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/out-2501.jpeg 1464w, https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/out-2501-300x180.jpeg 300w, https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/out-2501-768x462.jpeg 768w, https:\/\/gilbertbrands.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/out-2501-1024x616.jpeg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1464px) 100vw, 1464px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Das Problem dabei ist, solche Banknoten f\u00e4lschungssicher zu machen, ein Problem, das bis heute nicht befriedigen gel\u00f6st ist. Banknoten konnten allerdings meist in Gold konvertiert werden, wie der Aufdruck der Reichsbanknote zeigt, eine \u00fcbrigens interessante Note, bekam doch der Reichskanzler ein Geh\u00e4lt von 4.000 RM pro Monat, also gerade einmal 4 solcher Scheine. Verglichen mit dem Gehalt des Bundeskanzlers entspricht die Note damit einem 20.000 \u20ac-Schein, was aber etwas irref\u00fchrend ist, da die Preise f\u00fcr verschiedene G\u00fcter nicht unbedingt direkt vergleichbar sind.<\/p>\n<p>An der Stelle beginnt denn auch die Mogelei mit dem Geld. Formal musste die Reichsbank im Keller gen\u00fcgend Gold lagern, um jeden auszahlen zu k\u00f6nnen, nur kommt nicht jeder auf die Idee, seine Banknoten auch einl\u00f6sen zu wollen. Zumindest die Reichsbank war daher in der Lage, statistisch berechnet mehr Geld heraus zu geben als sie wirklich besa\u00df, ohne dass das auffallen d\u00fcrfte. F\u00fcr die Banken galt \u00e4hnliches: Schecks und Wechsel mussten sie nicht unbedingt gedeckt im Safe halten. Untereinander gab man sich Kredit, und f\u00fcr geplatzte Schecks und Wechsel waren die Inhaber zust\u00e4ndig. Peinlich f\u00fcr eine Bank wurde es allenfalls dann, wenn so viele Schecks ihrer Kunden platzten, dass andere Banken bef\u00fcrchten mussten, mit in den Strudel gezogen zu werden, und kurzerhand die zwischenbanklichen ungedeckten Zahlungen einstellten.<\/p>\n<p>Die Sache mit dem Gold wurde aber im Laufe der Zeit auch f\u00fcr die Zentralbanken unhaltbar, mussten sie doch so viel Geld herausgeben, dass selbst geringe Auszahlungsw\u00fcnsche scheitern mussten. So wurde vielerots, auch in den USA, der Goldstandard aufgehoben, was den Staaten zus\u00e4tzliche Verdienstm\u00f6glichkeiten bescherte: war Goldgeld kein offizielles Zahlungsmittel mehr und obendrein auch deutlich mehr wert als der aufgepr\u00e4gte Wert, konnte man es als Handelsprodukt deklarieren und Steuern verlangen.<\/p>\n<p>Auf den n\u00e4chsten Trick kamen italienische Banken. Dort wurden die offiziellen Banknoten immer gr\u00f6\u00dfer, um die aufgedruckten Nullen noch aufnehmen zu k\u00f6nnen, und kleine Scheine wurden Mangelware. Italienische Banken gingen dazu \u00fcber, Scheine bis zu einem bestimmten Wert selbst zu drucken, wobei deren Deckung nat\u00fcrlich \u00e4u\u00dferst zweifelhaft war. Die Scheine waren nicht selten auf minderwertigem Papier gedruckt, wohl in der Hoffnung, dass nach einigen Besitzerwechseln der sch\u00e4bige Rest auf dem Klo endentsorgt und nicht bei der Bank pr\u00e4sentiert wurde. N\u00fctzte alles wenig: Italien legt eine Staatspleite nach der anderen hin.<\/p>\n<p>Parallel und schon sehr viel l\u00e4nger bl\u00fchte eine andere Art der Geldvermehrung: die B\u00f6rse. B\u00f6rsenkr\u00e4che wie der von 1929 waren ein alter Hut: bereits im 16. und 17. Jahrhundert legten Spekulanten eine Weltwirtschaftkrise nach der anderen hin, sei es durch Spekulation auf Tulpenzwiebeln wie in Holland oder durch Akzeptanz weiterer Schuldscheine bereits ma\u00dflos \u00fcberschuldeter St\u00e4dte, gegen die Griechenland noch harmlos wirkt. Das zweite Ph\u00e4nomen ist Dummheit: es wird kein Geld geschaffen oder vernichtet, weil ja jeder nur Schuldscheine gegen Geld kaufen kann. Es gibt nur hinterher eine v\u00f6llig andere Gruppe von Geldbesitzern.<\/p>\n<p>Das erste Ph\u00e4nomen ist schon diffizieler. A hat 10.000 Aktien, von denen B 10 haben m\u00f6chte. Um jeden Preis. Also bietet er beispielsweise 100 bodokudische Kujambeln f\u00fcr eine Aktie, und A schl\u00e4gt zu. Er hat dann nocht 9.990 Aktien im Wert von 999.000 Kujambeln, wenn er sie f\u00fcr diesen Preis verkaufen k\u00f6nnte. Hat die bodokudischen Zentralbank aber nur 5.000 Kujambeln herausgegeben, kann das nicht funktionieren. Die B\u00f6rsen f\u00fchren aber genau diese Rechnungen durch, und seri\u00f6se Sch\u00e4tzungen gehen davon aus, dass weniger als 1% der im Aktienhandel genannten Betr\u00e4ge tats\u00e4chlich durch Sachmittel gedeckt sind. Aber wie schon gesagt: so lange nicht alles gleichzeitig auf die Idee kommen, ihre Aktion verkaufen zu wollen.<\/p>\n<p>Inzwischen gibt es einen neuen Trend: weg vom Bargeld. Der 500 \u20ac-Schein ist bereits terminiert, und dem restlichen Bargeld droht \u00e4hnliches. Man soll nur noch mit der Kreditkarte arbeiten. Angeblich zur Verhinderung von kriiminellen Gesch\u00e4ften, aber mal Hand aufs Herz: hat eine neue sichere Schlossgeneration schon einen Einbrecher abgehalten, trotzdem einen Weg ins Haus zu finden? Augenwischerei! Was erreicht werden soll, ist von staatlicher Seite der gl\u00e4serne B\u00fcrger. Kann jede Transaktion verfolgt werden, k\u00f6nnen entsprechend konfigurierte Algorithmen auch \u00fcber den Konteneigent\u00fcmer alles ermitteln. Wird demn\u00e4chst Heterosexualit\u00e4t verboten &#8211; der Algorithmus findet es heraus, wenn er nach verfolgt, welche Summen an wen f\u00fcr was gezahlt werden. Null Problem! Auch kann der Staat jederzeit eine Person vernichten. Man sperrt einfach das Konto, fertig. Willk\u00fcrliche Sperrungen &#8211; die Staaten machen es ja untereinander permament vor, und wer garantiert dem W\u00fcrstchenverk\u00e4ufer Willy Mustermann wirklich, dass er nicht morgen als Gefahr f\u00fcr die nationale Sicherheit der USA erkannt und entsprechend gemobbt wird?<\/p>\n<p>Auch die Banken sind an diesem Wechsel interessiert, brauchen sie doch nun noch nicht einmal Banknoten vorzuhalten. Durch die verschiedenen bereits beschriebenen Machenschaften ist bereits heute h\u00f6chstens die H\u00e4lfte der Einlagen noch durch Banknoten, im Moment noch das einzige offizielle Zahlungsmittel, gedeckt. W\u00fcrden alle Kunden versuchen, die H\u00e4lfte ihrer Einlagen in bar abzuheben &#8211; die Bank w\u00e4re pleite. Die Abschaffung der Banknoten w\u00fcrde die Banken in die Lage versetzen, die Menge des umlaufenden Geldes um den Faktor 5-6 gegen\u00fcber dem, was die Zentralbank tats\u00e4chlich herausr\u00fcckt, zu erh\u00f6hen, ohne dass irgendwelche Auff\u00e4lligkeiten zu bemerken w\u00e4ren.<\/p>\n<p>Es w\u00e4re daher vielleicht wieder an der Zeit, sich R\u00fccklagen f\u00fcr einen Tauschhandel zu schaffen, wenn das System crasht. Immobilien sind, wie der Name schon sagt, etwas unbeweglich. Meine Empfehlung f\u00fcr eine wirklich krisensichere Anlage w\u00e4re eine Investition in Waffen und Munition. Das geht immer.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schon recht fr\u00fch in der Menschheitsgeschichte d\u00fcrfte der eine etwas besessen haben, dessen ein anderer bedurfte und umgekehrt. 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